Dienst am Vaterland

Im SPIEGEL heutigen Datums beklagt der Innenstaatssekratär Hanning, dass der afghanische Widerstand ein Hirn zum Denken habe: Je höher der Blutzoll der deutschen Truppen, desto schneller der Rückzug.

Das ist einfach nicht fair. Dem Feind möglichst hohe Verluste zufügen, immerzu seinen Tross angreifen, das ist wirklich keine anständige Kriegsführung.

Allerdings erinnere ich mich noch an den Lateinunterricht der Mittelstufe, als “Der Gallische Krieg” von Julius Caesar behandelt wurde und zumindest die Jungs in der Klasse alsbald auf die Lehrerfrage “Was macht der militärisch unterlegene Gegner?” wie im Chor skandierten “Den Tross angreifen, was denn sonst!”

Nun weiß ich natürlich nicht, wie verbreitet die Caesar-Lektüre im Original am Hindukusch ist, aber selbst als Analphabet kapiert man mühelos, dass Hinterhalte und Angriffe auf den Nachschub des Feindes das effektivste Mittel darstellen, ihn zu bedrängen, wenn man in offener Feldschlacht chancenlos ist.

Selbst die bösen und doofen Germanen begriffen das und brachten die lieben und gescheiten römischen Befrieder damit zur Verzweiflung.

So gut wie gar nicht wird darüber geredet, dass der afghanische Widerstand nur deshalb so stark sein kann, weil er in weiten Teilen der Bevölkerung Unterstützung genießen muss.

Andernfalls wäre er völlig chancenlos bis gar nicht mehr vorhanden.

Dass die im August anstehende Präsidentenwahl eine völlige Farce sein wird, weiß die ganze informierte Welt, bei Stimmenkauf und Manipulationen schon im vorhinein en masse; aber dagegen hat keiner in den Schafsmedien oder der Politik ernsthaft etwas, solch eine sandrige Demokratie ist weiterhin mit dem Blute deutscher Landser zu verteidigen.

Ich frage mich nur noch, weshalb die Soldaten das mitmachen. Den Dienst zu quittieren wäre der größte Dienst am Vaterlande, den die noch nicht sinnlos Verheizten leisten könnten.

Allerdings habe ich inzwischen einige derer kennengelernt, auch Ausgeschiedene, aber der Verstand scheint immer erst mit dem regulären, sogenannten “ehrenhaften” Entlassensein wieder einzusetzen. Der deutsche “Bürger in Uniform” als Erfüllungsdepp amerikanischer Geostrategie. Tut mir leid Soldaten, wenn ihr euch nicht einmal gegen einen Verteidigungsminister Jung zu wehren versteht, dann müsst ihr eben hinterm Hindukusch in den Sand beißen, denn Gras wächst dort spärlich.

Und das andere Gras, das zum Rauchen, welches dort reichlicher wächst als das für die Golfplätze, rauchte selbst ich nicht zum Vergnügen im Unverstand, wenn ich jeden Moment mit einer Sprengfalle rechnete.

Beklagt euch auch bitte nicht, liebe Soldaten, ihr bekämet zuwenig Unterstützung vom deutschen Volke; ihr bekommt die denkbar beste Unterstützung durch eure Kompatrioten, indem sie euch lieber heute als morgen wieder zwischen Freiburg und Usedom zuhause sähen. Lasst euch von euren Kommandeuren nicht dumm- und totquatschen.

Wenn ihr das Politikergesockse, das euch einredet, ihr kämpftet dort für euer Vaterland, noch immer ernst nehmen wollt, bitteschön; vielleicht gehen eben doch bloß Blöde freiwillig zum Militär, wenn das eigene Volk nicht angegriffen ist.




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