Schafsmedien (II)

Ich habe in diesem Blog vor ein paar Wochen den Begriff  “Schafsmedien” eingeführt und im entsprechenden Artikel auch im Wesentlichen erklärt.

Nun will ich noch etwas nachlegen: Ich nannte unter dem Signet bewusst die Bildzeitung  u n d  die FAZ in einem Atemzuge als Beispiele.

Das mag mancher als nicht gerechtfertigt ansehen; und in der Tat sind die beiden Blätter nicht als vollauf deckungsgleich schaficht anzusehen.

Damit meine ich jetzt aber nicht die allseits bekannten Unterschiede im sprachlichen und intellektuellen Niveau der beiden Publikationen, sondern beziehe mich vielmehr auf die Bandbreite der redaktionell erlaubten und verwirklichten Inhalte.

Während Kritik an den USA sowie Israel und dem Zionismus in der ganzen Springerpresse so tabu ist, dass allenfalls Scheinkritik als Leserblendwerk vorkommt, darf ein FAZler, zumal im Feuilleton, schonmal ein bisschen deutlicher werden, und zumal Gastautoren wird dies zuweilen eingeräumt.

Zudem unterhält die FAZ die interessanteste Leserbriefseite des deutschsprachigen Raumes, in welcher mitunter auch Klartext z. B. gegen Alan Greenspan und Konsorten gesprochen werden darf (ein paar löbliche Beispiele aus der heutigen Ausgabe, auch bezüglich der Blutorgie “Inglourious Basterds” – siehe dazu auch meine Artikel “Hitlers Hollywood” sowie “Hitlers Hollywood II” und “Hitlers Hollywood III” – , folgen im nächsten Artikel).

Sobald es aber wirklich ans Eingemachte geht, z. B. die wahre Struktur der amerikanischen Notenbank (FED), solche netten Philantropenvereine wie Skull & Bones, die Trilateralen oder die Bilderberger, wird man entweder gar nichts oder allenfalls rundweg Apologetisches zu lesen bekommen, vom massenhaften Einsatz von Uranmunition und deren Folgen, von Umfang und Art anderer amerikanischer, britischer und israelischer Kriegsverbrechen,  deren hauseigenen Terrorgruppen und “false flag operations” ganz zu schweigen.

Allenfalls wenn z.B. systematische, massenhafte Folter wie in Abu Ghraib, Guantanamo, Baghram und sonstnochwo weltweit so unbezweifelbar auffliegt, dass man nicht mehr dazu schweigen kann, werden diese “Exzesse einzelner Soldaten und CIA-Leute” wortreich gewunden beklagt.

Beklagt wird dann aber immer noch weniger das Schicksal der Opfer, sondern dass der Ruf Amerikas Schaden genommen habe, was ja wirklich gänzlich unerträglich ist. Fast hat man Mitleiden mit den Amis, dass die zu dumm sind, so geheim zu foltern, wie sich das gehört; und natürlich mit sich selber als armem Journalisten, der jetzt über Dinge schreiben muss, die er am liebsten gar nicht gewusst hätte, dabei jedes Wort auf die Goldwaage legen, damit er nicht anderntags in der Redaktionskonferenz einen brüllenden Chef erlebt und kurz vor dem Rauswurf steht, weil der zwei oder drei oder auch nur einen sehr deutlichen Anruf bekam, welcher ihn in diese Stimmung versetzte.

Das ganze nennt sich Pressefreiheit in den Medien des demokratischen Spektrums auf dem Boden des Grundgesetzes, bei denen Zensur selbstverständlich nicht stattfindet, weil sie laut Grundgesetz nicht stattfindet.

Umso eilfertiger aber darf der Journalist losschlagen und muss es mit der Ausgewogenheit nicht allzu genau nehmen, um es vornehm auszudrücken, wenn er die mangelnde Pressefreiheit in Ländern wie Russland, China oder Iran anprangert, dass die Schwarte kracht.

Da ist der Schafsmedienjournalist dann so richtig in seinem Element, und es wimmelt das Papier nur noch so vor Vokabeln wie “Menschenrechte”, “Meinungsfreiheit”, “Knebelregime”, “Unrechtsstaat”, “verfolgte Minderheiten”, “Diskriminierung”, “Zensur”, “Einschüchterung”, “willkürliche Verhaftungen”, “politische Morde”, “Straflager”, ja selbst Begriffe wie “Misshandlungen” und “Folter” purzeln den Schreiberlingen wie von Zauberhand plötzlich wieder in ihren ansonsten diesbezüglich eher beschränkten Wortschatz.

Klar, dass man dabei Länder wie Ägypten oder Saudi Arabien, in denen es vergleichsweise viel schlimmer aussieht, eben nicht mit demselben Gusto anklagt wie die zuvor genannten, denn die stehen derzeit auf der Seite der Guten, sprich der Amerikaner und Godbamas.

Also blöken die Journalisten der Schafsmedien: als Edelzuchtböcke auf den Untermainauen wie als Massenherde an der mittleren Spree.

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Eine Antwort zu “Schafsmedien (II)”

  1. vicious sid sagt:

    Wo trifft man nur Bauern im Maßanzug an,
    gelackt und gegelt vom Kopf bis zum Schritt?
    Wo gilt schon, wer fehlerfrei “Puff” schreiben kann,
    als intellektueller Kosmopolit?
    Die Backen gebläht und der Geist eher klein,
    so lebt es sich trefflich in Packfurt am Main.

    Von wo kommt auf uns alle Tage
    der Schwätz- und Blender Rat und Heil,
    der Bildungssspießer Wichsvorlage,
    ein Anzeigenblatt mit Nachrichtenteil?
    Heisst dieses Werk auch “allgemein”,
    kann es doch nur aus Packfurt sein!

    Wo scheint ohne Herz und auch Rückgrat zu sein,
    was mürrisch aus miefigen Hausfluren quillt?
    Wo fall’n pubertierende Dorfdeppen ein,
    wenn ihnen das Gemächt anschwillt?
    Es muss Dummlands einziger Freilichtpuff sein,
    und der heißt bekanntlich Packfurt am Main

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