Ein General schafft sich Freunde

Wolfgang Schneiderhan, Generalinspekteur der Bundeswehr, äußerte sich gestern auf einem Empfang des Wehrbeauftrageten des Deutschen Bundestages, Reinhold Robbe, auf die gestiegenen Klagen und Eingaben der Soldaten unter anderem wie folgt: “Ich sehe ein wenig, dass wir uns gelegentlich auf eine konditionierte Bereitschaft zum treuen Dienen einlassen: Ich diene meinem Land, wenn es mir die Lösung aller Probleme in einem Rundum-Wohlfühlangebot mit integriertem Erfolgserlebnis anbietet.”

Das hat der oberste deutsche Soldat fürwahr nett gesagt; er erwähnte ferner Frauen in der Bundeswehr und die Einsatzwirklichkeit als neue Problematiken der Truppe.

Dabei hieß es doch immer, dass wenigstens die Verweiblichung unserer Armee keine zusätzlichen Probleme schüfe: Im Gegenteil stellte man sich doch eine irgendwie liebevollere, emotional ausgeglichenere, weniger machohaft durchseuchte Veranstaltung mit menschlicherem Antlitz vor.

Sogar das Komasaufen und andere Soldatenkrankheiten sollten durch weibliche Anwesenheit gemildert werden, wenn sich auch Offizielle nie direkt dazu einließen, ob auch die unmittelbaren sexuellen Notstände der Landser mitbehoben werden sollten.

Egal, mag da auch in den Heimatkasernen regelmäßig ein Auge zugedrückt werden, soweit ich vom Krieg am Hindukusch weiß, stand dort noch nicht eine einzige deutsche Soldatin direkt an der Front, obwohl hier in Hammelburg zweifelsohne Infanteristinnen dafür ausgebildet werden.

In Wirklichkeit stellen Soldatinnen bei der kämpfenden Truppe also eine reine Augenwischerei dar, im Grunde eine Propagandalüge. (Man komme mir jetzt nicht damit, dass da vielleicht irgendeine Stabsgefreite z.B. Telefondienste versieht und zum Selbstschutz natürlich auch zur Waffe greifen wird.)

Ein Grund für diese Kriegslüge liegt sicherlich darin, dass es eben nicht viele Landserinnen gibt, die bei 40 Grad im Schatten stundenlang mit 20-25 Kilo Ausrüstung durch die Sonne patrouillieren, ohne weiche Knie zu bekommen (ich vermute auch, dass die bei den Leistungsmärschen zuhause statt der 30 Kilo so manchen Streifen Papier in den Tornister packen dürfen; die meisten von denen sehen nämlich nicht gerade aus wie Triathletinnen.)

Viel wichtiger aber noch als dies und eventuelle erotische Deproffessionalisierung im Felde dürfte zu Buche schlagen, dass man in der militärischen Führung wie den politischen Machtzirkeln sehr wohl weiß, wie auf die immer noch nicht perfekt mental “Gender-Gemainstreamte” deutsche Bevölkerung ein zerfetzter, schwerverbrannter, verkrüppelter Fauenleib wirken würde.

Obwohl sämtliche Schafsmedien die deutsche Kriegsbeteiligung in Afghanistan befürworten, so gut sie können, lehnen weit über zwei Drittel der Deutschen diese ab; da will man schon erst recht gar keine schlechte PR, nicht einmal im Netz, wo man diese (noch) kaum kontrollieren kann.

Dass man allerdings als männlicher Berufssoldat, der Familie hat und mittlerweile in den dritten Kampfeinsatz an den Hindukusch einrücken muss (worüber es ausdrückliche Klagen gab und worauf der Generalinspekteur mit obiger Riposte einging), wenig Verständnis für das offizialisierte Heldentum der Nichtkämpferkolleginnen aufbringt, für das ganze verlogene Brimborium darumherum, während man sich selber den Arsch wegschießen lassen darf, sollte nicht verwundern.

Wenn man dann vom höchsten General Meister Sesselfurzer, der selbst ebenfalls wohl nie kämpfen musste, dies alles genau weiß, noch diesen zynischen Spruch von dem “Rundum-Wohlfühlangebot mit integriertem Erfolgserlebnis” hört, könnte einem deutschen Frontschwein glatt nicht nur die Faust in der Tasche jucken sondern womöglich gar das Kampfmesser in der Scheide und die P8 im Holster.

Im Vietnamkrieg jedenfalls sollen gegen Ende hin mehr US-Frontoffiziere durch Schüsse in den Rücken als in die Brust getötet worden sein.

Fazit: Das Volk will den Krieg nicht, einige Wenige müssen schon das dritte Mal ins Feld, die Sache mit den Frauen ist ein Schwindel, und zu allen Organisations- und Ausrüstungsmängeln bombardiert der große Bruder USA ganze Dörfer platt (mit den Zieldaten dafür dürfen deutsche AWACS-Mannschaften jetzt helfen), und der höchste General macht sich über seine Landser auch noch lustig.

So schafft man Begeisterung bei der Truppe und lockt bestimmt den intelligentesten Nachwuchs an, Herr Schneiderhan.

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