Piratenpartei?

Ich habe mich gerade mal eine ganze Weile auf der Netzseite der “Piratenpartei” (piratenpartei.de) herumgetrieben und bin beeindruckt, was man dort bereits alles auf die Beine gestellt hat.

Zumal fiel mir sehr positiv auf, dass da offenkundig nicht nur ein paar Netznarren zusammenkommen.

Die Seite ist in gutem Deutsch gehalten und strotzt eben nicht vor absurden Anglizismen und idiotischen Neusprechkrämpfen.

Ich gewann jedenfalls den Eindruck, dass hier eine sehr ernstzunehmende Bewegung entstanden ist, die ich als “Zensursula” (von der Leyen) und “Stasi 2.0″-Schäuble fürchten würde wie der Teufel das Weihwasser.

Erste Stichproben zeigen allemal, dass sich überwiegend sehr gut ausgebildete junge Leute zusammenfinden, von denen viele wahrscheinlich schon im Dreiradalter mehr von Computern verstanden haben als ich im Gammelfleischstadium zusammenbringe.

Keineswegs entstand der Eindruck, hier handele es sich um irgendwelche Anarcho-Hartzi-Radaubrüder, die lediglich auf Pöbeleien aus sind, zumal wenn der Verfassungsschutz dafür ein paar Kolben Bier extra spendiert.

Bei den Zensur- und Überwachungsfanatikern in Union und SPD wäre ich jedenfalls nicht nur alarmiert, wie übrigens bei den Hedonistenparteien der Grünen und der FDP nicht minder, dass mir die Lufthoheit im gesellschaftlichen “herrschaftsfreien Diskurs” abhanden kommen könnte; ich hegte noch weiterreichende Befürchtungen.

Statt mit der NPD, einer Verfassungsschutz-Klientelpartei, die man sich überwiegend aus Steuergeldern als Bürgerschreck hält, bekommt man es hier auf einmal mit im Wortsinne gut vernetzten jungen Eliten zu tun.

Man darf gespannt sein, was man sich in Köln und bei den Landesverfassungschutzämtern, bei der Bildzeitung und der FAZ, in den Schafsmedien also, wird einfallen lassen, Sand ins Getriebe der jungen Organisation zu werfen.

Ich kann mir sogar durchaus vorstellen, dass die “Piraten” in der Lage wären, Ernst zu machen, wenn der Altparteienstaat gar zu dreist und undemokratisch gegen sie vorgeht.

Diesen Leuten ist zuzutrauen, dass sie sich irgendwann gegen die mindestens halbdiktatorischen Bestrebungen der Überwachungsfanatiker wehren, indem Schäuble eines schönen Herbstmorgens seine verdammte Netzseite nicht mehr aufkriegt und Zensursula als unschuldig verfolgtes Geißlein unter Tränen vor die Nation tritt und erklärt, sie wolle doch nur ihre ministeriale Gutmenschenverwaltung aufrecht erhalten und man möge ihr doch wieder ein gültiges Passwort für ihren maladen Laden gewähren, sie sähe nur noch lauter rote Stoppschilder.

So ein Pech aber auch!

Wohlgemerkt, ich sehe das noch nicht in nächster Zukunft.

Aber wenn diese jungen Leute auch noch bezüglich einiger sonstiger Manipulationen und Geschichtslügen aufwachen sollten (viele sind dies sehr wahrscheinlich schon in erheblichem Maße), dabei der Grad der Drangsalierung und Kriminalisierung in der üblichen Manier gesteigert wird, dann könnte es für die Regierungsrechner irgendwann kritisch werden.

Zum Glück, mein lieber Herr Schäuble, habe ich keine Ahnung, wie man Server flutet und ein Chaos anrichtet, wie es jüngst die lettischen Regierungsstellen vorgeführt bekamen, ich rufe auch nicht zu solcherlei oder ähnlichen Straftaten auf, nicht einmal Sie oder Ihre Leute, ich warne Sie nur vor den möglichen Folgen allzu unbedachten Handelns.

Natürlich weiß ich, dass Sie mit an Sicherheit grenzender (!) Wahrscheinlichkeit nicht auf mich hören werden, will mir aber von niemandem vorwerfen lassen müssen, ich hätte nicht unablässig versucht, Schaden vom deutschen Volke abzuwenden.

Wie viele Leute haben Sie schon in der Piratenpartei plaziert?

Was glauben Sie, wie viele Kästen Bier Sie deren Mitgliedern über VS-Kanäle spendieren müssen, damit die das bestellte Komasaufen anfangen?

Ich glaube, diese jungen Leute würden das Bier kostenlos in den Innenstädten verteilen oder zu Geld für ihre Wahlkampffinanzierung machen, und besoffen wären am Schluss einmal nur Ihre Billigagenten, denn die ließe man “vortrinken”.

Also wird es dringend Zeit, dass Sie sich eine Diffamierungs- und Dreckschleuderkampagne einfallen lassen.

Da diese jungen Leute indes wohl überwiegend aus bildungsnahen bürgerlichen Familien stammen dürften statt aus Ihrem geliebten Subproletariat, könnte selbst das noch gegen Sie ausschlagen, wenn deren noch wahlfähigen Eltern von ihrem Nachwuchs erklärt wird, was Sie da spielen.

Ja, Häme kommt auf, ich gebe es unumwunden zu.

P.S.: Ich werde mir am kommenden Sonntag auf der Gründungsversammlung des unterfränkischen Bezirksverbandes in Würzburg versuchen, ein Bild von den hiesigen Protagonisten der Piratenpartei zu machen, wenn man mich mit meinen Kindern, die da mal was über gelebte Demokratie lernen können, als Gast zulässt. Bericht folgt.

Nachtrag (28. Juni): Die heutige Gründungsversammlung der unterfränkischen “Piraten” konnte ich aus familiären Gründen nun doch nicht besuchen, weshalb der angekündigte Bericht leider entfällt.

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Eine Antwort zu “Piratenpartei?”

  1. [...] Schweden – dem Lande der Piratenpartei – werden heute wieder Millionen das Fest des Jahres feiern – [...]

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