Bravo, Herr Kermani!

Obwohl ich aus verschiedenen Gründen weder Anhänger des noch Respektsminister gegenüber dem Islam bin, will ich dem Muslim Navid Kermani für seinen bisherigen Umgang mit der Staatsposse um den diesjährigen “Hessischen Kulturpreis” meine hohe Anerkennung aussprechen. (Siehe auch die Artikel “Lustiges Hessenhampeln” sowie “Durchgegriffen, abgegriffen”)

Er verweigert sich als der wohl einzige wirkliche Kulturschaffende trotz der schwerwiegenden Beleidigung von christlicher Seite, er habe ja noch nicht wirklich was geleistet mit seinen gerade mal 42 Krautherbsten, nicht dem internen Dialog mit den beiden Oberchristen und dem Juden über diese infame Geschichte.

Und er greift gleichzeitig den Feigsten in dieser Affäre, den hessischen Ministerpräsidenten, furchtlos als “willfährig” an und schrieb ihm per FAZ: “Sehr geehrter Herr Koch, ich hoffe, dass Sie sich wenigstens schämen. Mit freundlichen Grüßen aus dem katholischen Köln, Navid Kermani.”

Intellektuell wirkt Kermani jedenfalls den beiden alten Christenklerikern wie dem katholischen Mininsterpräsidenten haushoch überlegen; und ob Salomon Korn, Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, von dem mir ebenfalls nicht bekannt ist, dass er als Kulturschaffender bislang bedeutend in Erscheinung getreten wäre, diesem Schriftsteller, der heute immerhin schon fünf Jahre älter ist als Heinrich von Kleist zum Zeitpunkte seines Freitodes, in einer fairen Diskussion viel entgegenzusetzen hätte, wage ich immerhin zu bezweifeln.

Die Verleihung des Preises wurde derweil vom Juni auf irgendwann im Herbst vertagt.

Ich hoffe, dass Kermani so souverän bleibt wie bisher und er auch weiterhin durch das Feuilleton der FAZ die lobenswerte Unterstützung erfahren wird, die das Blatt ihm bisher hat angedeihen lassen.

Wäre ich Abrahamit, so würde ich in diesem Sinne für ihn beten und dafür, dass Roland Koch auf Knien von Wiesbaden nach Köln robben möge, Kermani darum zu bitten, den Preis im Herbst als einziger verdienter Preisträger annehmen zu wollen.

Auf jeden Fall aber wünsche ich dem aufrechten Moslem alles Gute auf seinem weiteren Lebensweg als Kulturschaffender.

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