Absoluter Wahnsinn III

Vorher mit dem ZeitGeist-Herausgeber telefonierend, erfuhr ich von der neuesten, humoristischen Seite des Absoluten Wahnsinns, dessen Erkenntnis für mich mit dem BBC-Bericht über die Rekonstruktion des Virus der Spanischen Grippe (Link siehe erster Artikel) begann.

Laut NZZ-online, also dem schweizer Hauptmedium, ist gestern in einem IC-Zugwaggon kurz vor Freiburg ausgerechnet ein Behälter mit glücklicherweise ziemlich ungefährlichen Schweinegrippenviren explodiert, weil das kühlende Trockeneis unsachgemäßen Dampfdruck ausübte.

Lustige Koinzidenz.

Gleichzeitig explodiert der Börsenkurs von HoffRoche, dem schweizer Pharmariesen, der mit Tamiflu ein Mittel herstellt, das gegen irgendeine Schweinebackengrippe vielleicht helfen könnte.

Und die Lufthansa befindet sich im Sinkflug.

Aus Mexiko kommen uneinheitliche Berichte.

Gleichzeitig randalieren meine Kinder, als durchlebten sie letzte Krämpfe.

Irgendwie scheint die Welt wieder einmal in ein mentales Synchronizitätsloch zu fallen, statt Rinderwahnsinn erlebt sie jetzt den der Schweine und Vögel, und ich sitze in meiner Hammelburger Kate unterhalb der Fit-For-Afpak-Kaserne und frage mich, ob demnächst ein hyperventilierender Tapir oder ein Biber mit ADHS durchs Weltdorf getrieben wird.

Ich nippe jetzt erst einmal an meinem 63er Chateau d’Yquem.

Ahhhh, es ist vollbracht.

Endlich komme ich wieder zu Verstand und Ruhe, der Große hat sich noch einmal granatenmäßig die Rübe angehauen und jetzt freiwillig genung, und der Kleine kam und sagte, manchmal sei er wirklich ein kleines Arschloch, zumal ich das auch schon einmal gesagt hätte.

Damit muss ich aber leider auch wieder zur schreibenden Normalität zurück.

Cui Bono? Wem nutzt es?

Pharmakonzernen wie HoffRoche, das ist klar.

Wie ich aber in einem vorigen Artikel bereits andeutete, nützt der Radau um die Mexiko-Grippe vor allem jenen, die die Ursachen und Akteure der Finanzkrise aus dem Blickfeld der Menschen verdrängen möchten, darüberhinaus den Behörden der betroffenen Staaten, die, sobald die Grippe greift, Leute selbst vom Militär abholen lassen können, ohne dass sich jemand fragte, weshalb.

Dass sich darüber hinaus im Gefolge einer Pandemie gigantische Vermögenswerte für Pfennigbeträge aufkaufen ließen, liegt ebenfalls auf der Hand.

Deshalb wundere ich mich nicht darüber, dass weniger gutgläubige Zeitgenossen als ich misstrauisch werden, zumal auch die Finanzkrise nicht einfach so daherkam, sie ständig beschwichtigt wurden und werden, diese zumindest völlig eindeutig eine von Menschenhirn geschaffene ist.

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2 Antworten zu “Absoluter Wahnsinn III”

  1. /sms ;-) sagt:

    nzz als das schweizer HAUPTmedium. sehr cool. vielleicht schaffe ich es, morgen mir die ausgabe auf den kopf zu legen und dir ein schönes foto zu hinterlassen :-)

    bedenke: in helvetien wird STRENG von *unten nach oben* gedacht. sogar der steuersatz wird in der turnhalle einer jeder einzelnen gemeinde mit handerheben (u.ä.) festgelegt. unser haupt ist dort, wo die jauche noch klar und deutlich zu riechen ist. mit verlaub: ich bin ein fan von diesem süstem.

    und wenn ich grad schon am dozieren bin: hauptstädte gibts bloss bis auf die kantonsebene. bern ist die bundesstadt. (und nicht die hauptstadt.) und was die nzz ist: himml… mein leibblatt. zum beispiel.

    die explosion im IC nach lausanne – dort wo das haupt?labor für schweinische viren für die kleinstadt schweiz ist – habe ich auch erst jetzt mitbekommen. (du bist schuld!) eine wirklich wilde geschichte. und auch toll: es gibt also sauenviren welche unterschiedlich gefährlich sind? und die ungefährlichen sind explodiert? wow :-)

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