Gold? Arbeit!

In dieser Zeit finanzieller Unsicherheit schwören viele auf Gold als sichere Wertanlage. Und physisches Gold ist bestimmt sicherer als irgendein Papier, also ein blankes Versprechen eines Wertes.

Andererseits muss daran erinnert werden, dass in Zeiten echter Not nicht nur irgendwelche normalen Lumpen sehr schnell davon Wind bekommen, wenn einer mit Gold zahlt und ihm den Rest leicht per Holzknüppel abnehmen.

Nein, es kam noch im vorigen Jahrhundert vor, dass ganze  Staaten, gar die schönen USA, ihren Untertanen die Abgabe ihres Goldes anwiesen und ihnen bei Zuwiderhandlung hohe Haftstrafen oder gar Hinrichtung androhten.

Wer also an Metall glaubt, dem empfähle ich eher Silber, vielleicht auch Zinn, Vanadium, Molybdän oder ein anderes wichtiges Metall, welches immer gebraucht wird. Bei letzteren ergibt sich für den Privatmann natürlich das Problem, dass sie in kleinen Mengen schwer in den Handel zu bringen sind …

Aber zurück zum Gold. In letzter Zeit werden die Rufe lauter, Währungen sollten wie ehedem an das edle Metall gebunden werden, um sie stabil zu machen, sie vor Spekulation zu schützen.

Zunächst klingt die Idee bestechend. Ich meine aber einerseits, dass zuviel Gold sich in zu wenigen Händen befindet, die durch die unvermeidliche Knappheit, die folgte, noch einmal unermesslich viel reicher würden.

Auch dass die Bundesbank fast ihr gesamtes Gold in New York lagern lässt, als ob wir Deutsche nichts vom Tresor- und Bunkerbau verstünden, macht mir den Gedanken nicht angenehmer.

Vielmehr ist einfach so wenig Gold vorhanden, dass bei den heutigen wirtschaftlichen Volumina, die es decken müsste, sein Wert ins schier unermessliche stiege.

Nebenher würden wohl von Australien bis Kanada ganze Großlandschaften zerschreddert und chemisch verseucht, um noch an die kleinsten Stäubchen des Stoffes zu gelangen.

Nein, eine Währungsführung muss gefunden werden, in der sich die ausgegebene Geldmenge so genau wie nur möglich an das Sozialprodukt des jeweiligen Währungsraums koppelt.

Das hieße, wir hätten eine Leistungswährung, eine Arbeitswährung, die einzige einigermaßen stabile Lösung.

Gleichzeitig müsste staatliche Schuldenaufnahme, die solches verunmöglicht, verboten werden und jegliche spekulative Geldtransaktion besteuert (sogenannte “Tobin-Tax”), so dass ein Derivateirrsinn, wie wie ihn jetzt platzen sehen, sich von vorneherein nicht lohnen und daher auch kaum entstehen kann.

Wie mit privaten Zinsgeschäften, also vor allem den Geschäftsbanken zu verfahren sei, ob solche überhaupt nötig sind, ob nicht einfach andere Modelle fußen könnten, darüber gilt es nachzudenken.

Leistungsloser Mehrwert jedenfalls gehört mit allen vernünftigen Mitteln verunmöglicht.

Ja, liebe FDP, wenn Leistung, also wertschaffende Arbeit, sich wieder lohnen soll und ihr tatsächlich dafür eintretet, bin ich sofort bei euch dabei! (Ein bisschen weniger Kriege für ich weiß nicht wen und allerlei Transfers an ich weiß nicht wen, die müsstet ihr mir neben ein paar anderen Kleinigkeiten natürlich auch noch gewähren.)

Einkommenssteuer jedenfalls sollte erst ab einem Betrag bezahlt werden müssen, der z. B. bei Alleinstehenden 20.000 Euro Jahreseinkommen übersteigt, mit Freibetrag für jedes Kind von z. B. 15 000 Euro.

Bis zu dieser Grenze sollte eine Ehrenerklärung gegenüber dem Finanzamt, beigefügt eine überschlägige Grobrechnung, für die Steuererklärung genügen, so dass das Amt sich mit Stichproben begnügt.

Die Idee, ein bedingungsloses Grundeinkommen, ein Bürgergeld, in das Modell einzubauen, liegt nahe.

Aber …

Ich weiß, ich weiß, auf nationaler Ebene werden sich solcherlei Ideen kaum umsetzen lassen, dann das Land, welches dies versuchte, würde vom internationalen Kapital gnadenlos abgestraft und in die Knie gezwungen.

Sagt man.

Wie aber, wenn das Land etwa Russland hieße, vor einem militärischen Eingreifen keine Angst haben müsste, einen hohen Bildungsstand der Bevölkerung und Rohstoffsicherheit mit einer Aufbruchsstimmung so trefflich zu verbinden wüsste, dass der Rest der Welt spätestens binnen dreier Jahre begänne, sich die Augen zu reiben?

Und wenn hernach das leuchtende Beispiel unter russischen Sicherheitsgarantien gar in anderen Ländern Schule machte?

Da sähen einige Herren aus der globalen Spekulantenriege, allerlei Heuschreckenzüchter und Konsorten bald noch älter aus und dümmer aus der Wäsche als  Zinsmeister Greenspan jetzt schon.

Es ist höchste Zeit für neue Ansätze!

— Anzeigen —


Tags: , , , , ,

Eine Antwort hinterlassen