Wut II

Ich habe auch manchmal das Gefühl, dass ich manchen Leser überfordern könnte.

Denn ich schreibe nicht nur, aber doch oft, von den ganz Lieben, also US-Präsidenten und deren willfährigen Vasallen, von braven Ackermännern und Grünspänen, wie als ob wir es da mit Leuten zu tun hätten, die völkerrechtswidrige Angriffskriege orchestrierten wie den finanziellen Ausraub der Völker und nebenbei noch eifrig folterten und uns bis ins Letzte ausbespitzeln ließen wegen vorgeblicher Gefahren, die, gemessen am Behaupteten, lächerlich sind oder waren.

Weshalb Herr Schäuble die Vorstandssitzungen von Banken nicht verwanzt und die dort sinnvoll gewonnenen Erkenntnisse nicht ausnahmsweise einmal zum Nutzen aller einsetzt, liegt natürlich daran, dass dieser honorige Mann niemals anständige Leute abhören ließe, noch nicht einmal, wenn das gesamte Volksvermögen und damit unsere ganze Zukunft wirklich auf dem Spiele steht.

Aber ich habe ja wohl auch einen mittleren bis ernsthaften Knall, denn ich habe seit etwa 15 Jahren, wie einige andere, mit dem Knall gerechnet, den wir jetzt – noch in Raten – präsentiert bekommen.

Und in der Tat kann ich es auch ganz persönlich schwer ertragen, über all die Zeit als Verschwörungsfuzzy verlacht worden zu sein und jetzt ohne jede Konsequenz für die Beteiligten oder auch nur ein wenig sichtbare Reue die Zeche weiter mitzubezahlen, während die Schleimschlecker in Politik und Medien immer noch auf ihren gut dotierten Posten sitzen oder bequem von den kassierten Boni und weiterhin gezahlten “Ruhegehältern” leben.

Das ist nicht Neid, das ist Wut.

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Anmerkung: “Wut I” wurde in ZeitGeist-Printausgabe 1/2009 veröffentlicht.

 

 

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