Das zauberhafte Osterwetter hat uns alle entrückt.
Hat es?
Ich glaube, manchem, der von Sorgen geplagt, wäre es lieber gewesen, Hagelschloßen vor dem Fenster niedergehen zu sehen denn sich auch noch vor sich selbst wie der Welt draußen schämen zu müssen, dass aller Sonnenschein seine Not nicht zu vertreiben vermochte, dabei die ungetrübte Fröhlichkeit der anderen zu sehen, die sein Gemüt nur noch mehr zur Schwere führte, da spätestens am Dienstag wieder Dienstag sein würde und nichts besser und danach Mittwoch.
Wenn nach einem langen Winter die ganze Natur sich öffnet und die Enge doch nicht von der Seele weicht, hat ein Mensch seine Mitte weitgehend verloren.
Dann gilt: Im Nichts fasst sich der wahre Mut!
Dann hilft es nicht, was man uns beibringt, daran zu denken, dass es anderen doch noch schlechter gehe.
Nur der Blick auf jedes noch so zarte Pflänzchen, das vielleicht gar als Nachtschattengewächs in einem selbst emporwächst, hilft dann, auch, immer wieder daran zu denken, wie oft schon ein übel begonnener Tag freudig endete.
Wo Glauben nicht mehr taugen mag, Hoffnung als grundvergiftetes Wort einem Menschen längst hohngleich ins Ohr schreit, bleibt dem einsam Traurigen nur die Gewissheit, dass jeder neue Augenblick ein großes Geschenk, eines fürs Leben bergen kann.
Sind meine Augen noch offen für das zarte Grün der Weiden? Rieche ich noch den frischen Bärlauch am Wegesrand? Höre ich die Balzgesänge der Singvögel und das Kinderlachen?
Höre ich in mir noch das Gelächter der fröhlichsten Gelage von einst?
Vielleicht schafft nur Erinnerung Heilung, Erinnerung ans Schönste, an das man nicht glauben muss, weil man es kennt, weiß, dass so auch einmal das eigene Leben war, wenn das Schöne, das man sieht, so licht es auch sei, ohne diese keinen hellen klaren Klang einschwingen kann.
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Tags: Erinnerung, Klang















