Demokratie

Wir leben in einem Käfig, genannt Demokratie, also Volksherrschaft. In diesem dürfen wir jede Partei wählen oder gar gründen, die für unsere Wärter anschaffen geht, die Herren der Schulden.

Diese, deren Höchste jedenfalls, sind eigentlich genausowenig geldversessen wie ein indischer Yogi, der seit zwanzig Jahren auf einem Bein an einer kalten Felswand lehnt. Sie wissen allzu genau, wie wenig Geld wert ist, nämlich nichts, dass es seinen vermeintlichen Wert nur aus dem Glauben an denselben bezieht. Wird dieser Glaube weggezogen – und dessen sind sie die eigentlichen Meister – , so verfällt er über Nacht.

So bedeutet die willkürliche Entwertung des Geldes auch das ultimative Instrument deren Macht. Nur durch sie lassen sich die aufgehäuften Schulden tilgen, das Volk glotzt wieder einemal blöde, und keiner war’s.

“Es ist mir egal, wer die Gesetze macht, solange ich das Geld kontrolliere”, sagte mal einer jener im neunzehnten Jahrhundert, als sogenannte Demokratien noch eine Rarität auf der Weltkarte darstellten.

Und so sehen wir noch nicht einmal in der jetzigen Krise irgendwo Politiker, die den Herren der Schulden ans Eingemachte, ans Prinzip zu gehen trachteten.

Keiner redet davon, dem Sumpfe die wirksamen Drainage-Rohre zu legen, als da wären Steuern auf jede spekulative Geldbewegung, der Entzug der Staatsbürgerschaft für Steuerflüchtlinge, Bonuszahlungen frühestens nach 10 Jahren, der Ausschluss jeglicher Boni für Unternehmensverkäufe, eine Eigenkapitalquote für Banken von nicht unter 30 %, eine generelles Verbot von Leerverkäufen, Streichung von Finanzderivatprodukten, ausgeglichene Staatshaushalte zwingend, Obergrenzen für Gehälter undsoweiterundsofort.

An Demokratie, also Volksherrschaft, werde ich erst glauben, wenn die Gitterstäbe abmontiert sind und die Wärter verschwunden.

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