Gemäßigte Taliban II

Nachdem nun offizialisiert wurde, es gäbe “gemäßigte Taliban“, wage ich selbstverständlich die Frage nach “gemäßigten Nazis” noch lange nicht zu stellen.

Immerhin drängt sich mir in dem Zusammenhang aber die Frage danach auf, ob denn nicht wenigstens der eine oder andere Investmentbänker oder amerikanische Präsident vielleicht unter eine solche Kategorie fallen könne, d. h. als verantwortlich red-, unter- und handlungsfähig erachtet.

Einen solchen US-Präsidenten mir vorzustellen, erlaubt mir meine Imaginationskraft immerhin, wenn auch nur mit Mühe. Wie aber bitte sieht ein “gemäßigter Investmentbänker” aus? – So einer hat doch nach aller vernunftsgemäßen Logik noch nie einen Job gefunden.

So kann ich mir den gemäßigten Investmentbänker auch höchstens als einen bemühten Hartzi vorstellen, der stets in einem 5-Euro-Anzug aus dem Second-Hand-Laden herumläuft und den Niedriglöhnern, die auch höchstens den Hartz verdienen, versucht, Spenden an seine Tafel herauszuleiern, als ein vorzügliches Investment in die Zukunft der sozialen Marktwirtschaft.

Oder ist etwa Peer Steinbrück, der Ritter von der traurigen Gestalt der deutschen Staatsfinanzen, eine Art gemäßigter Investbänker?

Immerhin, sein Gehalt ist, gemessen an normalen Investis, jedenfalls gemäßigt, fast schon gedeckelt sozusagen, und er bekommt für kein einziges Investment einen Bonus, wird womöglich noch dafür geschmäht. Dass er aber auch sein Geld nicht riskiert, sondern allein das der Leute, macht ihn den vorgenannten immerhin ähnlich.

Oder ist etwa Papst Benedikt XVI. ein gemäßigter Investi? – Er sagt, er habe in die Pius-Bruderschaft nur gemäßigt, und wenn auch vielleicht etwas fahrlässig, so doch im Sinne des Gesamtunternehmens investiert; indirekt entschuldigt er sich sogar für Fehler seines nachgeordneten Managements.

Den richtig echten gemäßigten Investmentbänker suche ich leider immer noch.

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