Mit ‘Strategeme’ getaggte Artikel

Dies ist ein Strategem

Donnerstag, 03. April 2014

Noch der primitivste Animismus ist von mehr menschlichem Verstand und auch noch Liebe durchströmt, als alle sogenannten Weltreligionen. Das ist evident. Warum das so ist, daran rätsele man mal. Ich werde es nicht so leicht entdecken. Dies ist ein Strategem.

Zur rechten Zeit den Sieg erklären

Mittwoch, 19. März 2014

Das obige Strategem erfährt heute weder mehr Ordnungszahl noch Erklärung.

Es ist sehr vielschichtig, es ist spät, und deshalb steht es hier gerade nur in seinen vier Grundbegriffen.

Strategem Nr. ?

Donnerstag, 13. März 2014

Drohung mit und gegebenenfalls Vollzug des Rückzugs.

Mögen andere um den Rest der Sache tanzen.

Diesen verdorrenden Baum und den Narrensaum drumherum schaue ich mir nicht länger an.

Ich vernutze mich nicht weiter im vorliegenden, üblen Treiben.

Halte dich an all deine Fachleute, die helfen dir bestimmt so gut, wie sie das können oder wollen.

Du bist gut aufgehoben bei deinen Beratern und Ärzten und Generälen, was brauchst du mich?

So vielen von ihnen erscheine ich verderblich; wie sollte ich dein Wohl da noch befördern können?

Ja, ich bin ihnen auch nicht sonderlich hold, und sie wissen das, und das macht es nicht besser.

Darum ziehe ich jetzt.

Zu deiner Erleichterung wie zu meiner.

Von der kommenden aristokratischen Umwälzung

Sonntag, 16. Februar 2014

Es steht alles auf dem Kopfe.

In der Wirtschaft sind die Bänker die Herren der Welt, das Werk Gottes verrichtend, indem sie nichts Reales schaffen.

Geht es um Information, im Weltnetz, so gelten die Verwalter, Verteiler, Verhunzer und Verzwunzer derer mehr, als jene, die tatsächlich Informationen liefern.

Noch der halbseidenste Elektrokastenfuzzy fühlt sich, gemessen selbst an einem veritablen produktiven Künstler, wie Hermes Trismegistos.

Ganze Hochhäuser voller Trolle, Abschakale, Hacker: Als die Herren dieser Welt.

Das wird nicht so bleiben. (weiterlesen…)

Zum Deppentrick greifen? (zu Deppenstrategemen?)

Dienstag, 03. Dezember 2013

Die Deppenstrategeme verrate ich jetzt schon grade erst recht nicht. Ebensowenig wie zwei oder drei diskutable neue Hauptstrategeme. Ich schätze grade meine Reserven. Habe das Gefühl, dass ich sie brauchen kann.

Außerdem interessiert sich ja anscheinend schon kaum einer für die neuen Hauptstrategeme.

Weshalb dann die womöglich nützlichsten, die Deppenstretegeme, einfach so verraten?

Nee, det spaarnwer uns ma.

Zum Deppentrick greifen (Zu Deppenstrategemen)

Dienstag, 03. Dezember 2013

Immer, wenn man keinen guten mehr hat, sollte man sich überlegen, ob nicht zum dümmsten Deppentrick zu greifen sei. Zu einem Deppenstrategem.

Bei mir zum Beispiel täten viele Leute das schon gleich gar nicht vermuten.

Die halten mich für viel zu ausgebufft dafür.

Und sich sich selber auch noch, was ja dann das Beste ist.

Zwar kein Erfolgsgarant, aber allemal ein potentiell überaus förderlicher Umstand.

Natürlich rate ich hier nicht zur regelmäßigen Anwendung von Deppentricks, Deppenstrategemen, der Eingewöhnung in eine Lebensweise, die diese nur noch erstrebenswert macht, schon gar nicht, wie immer, ab vom Denken, dahinzu aber doch, gerade in Lagen, wo man gerade wenig Materielles zu setzen hat, nur Geistiges, gerade deshalb auch einmal völlig ungerührt auf die aus dem Hochmute herrührende, die darauf gestützte Anmaßung, hiemit Selbstüberschätzung, hiemit Dummheit des Anderen zu setzen.

In der Meisterklasse macht man es so, dass jener gar nichts merkt.

Jedenfalls, wenn er irgendwas irgendwie dann doch merkt, keinerlei vernünftige Zuordnung zur Genese der Sache ausmachen kann, wenn er partout nicht begreifen will.

Das ist dann Pech, gehört aber manchmal so.

Eine unter Umständen wichtige Form der Notwehr.

Fuck’em! (II)

Dienstag, 03. Dezember 2013

Ich habe den recht fragwürdigen Kollegen, der zwar sehr engagiert, zumindest aber auf die Dauer dem zuwenigst angestrebten Niveau dieser Seite ob seiner begrenzten Sprachwahl wohl eher nicht förderlich, Autor des ersten Teiles, jetzt kurzerhand weggeschickt, unter dem Vorwande, der zwar nicht besonders originell, aber dafür zog, ich müsse zunächst sein Poem genauer studieren, bevor ich entscheiden könne, wann er wiederum zum bestmöglichen Einsatze zu bringen sei.

Der Herr tat so, wie als ob er verstanden, dass ich noch some fuckin’ work da mir ernstlich vorgenommen, verließ mich in sein Reich, wo er seines Hauptlexems noch besser und rhythmischer vorzutragen sich bestimmt noch ausgiebig befleißigen wird.

Nein, nicht dass der Kollege faul wäre.

Auf seine wichtigste Aufgabe konzentriert er sich mit hoher Konsequenz, Ausdauer und bemerkenswerter Kraft.

Darüber wusste ich ihm ja auch ehrlich Mut zuzusprechen, indem ich ihn eigentlich in Wirklichkeit so schnell als möglich verwies.

Fast schon ein Strategem.

Nein, klar, so reicht es noch nicht dafür.

Auf jeden Fall, das muss man dem Kollegen lassen, war er gut drauf, als er seine Tirade absonderte.

Immerhin.

Heute nicht von Deppenstan: Wiederum von Aphorismen

Sonntag, 17. November 2013

Nein, heute bin ich zu gut gelaunt, um den Freimaurern und anderen Geheimbünden gebührlich eine einzuschenken. Die dürfen warten. Selbst die Psychiater und deren Drogen und Einrichtungen.

Ja: Es geht wieder um das Thema Aphorismen.

Dass es diese merkwürdigen Textzipfel, Textpfitzel überhaupt gibt, ist schon den wenigsten bekannt oder gar relevant.

Weshalb will man von diesen kleinen Textteufelchen so wenig wissen?

Nähern wir uns mal der Sache.

Dass keiner genau weiß, was ein Aphorismus ist, daran liegt es sicher nicht. Das ist selbsterklärend.

Dass es keine guten Aphorismen gäbe, daran kann es auch nicht liegen.

Es kann auch nicht daran liegen, dass Leute, die ständig Romane von Olsen oder Mankell lesen, oder wenigstens Grisham, keine Zeit dafür hätten, Aphorismen zu lesen.

Und auch Leute, die lieber Schiller und Dostoijewski lesen: Selbst die hätten genug Zeit dafür.

Manchem mag es zu öd erscheinen; aber eben nur manchem.

Der Punkt ist, dass Aphorismen, gute Aphorismen, echte Aphorismen, stets etwas Subversives an sich haben.

Da ist mehr Frage, denn da Lösung wäre.

Aphorismen kann man nicht einfach lesen, alswie einen Taugenichts oder Narziss und Goldmund.

Mit eifrigem Behagen und Magenstreicheln.

Es gehört schon mehr dazu, sich daran zu erbauen.

Man muss sich sich selbst stellen.

Das war noch nie allzusehr in Mode.

Man kann Moliere (ja, der arme accent grave fehlt, mir grade zu stressig, den auch noch einzubringen) weglachen, selbst Shakespeare: Einen guten Aphorismus lacht man nicht einfach weg.

Entweder man lässt das Hirnkastl ran, oder man lässt es lieber.

Genau deshalb liebe ich die Aphorismen Lichtenbergs: und Nietzsches allzumal.

In einem ganz tiefen Sinne sind gute Aphorismen den chinesischen und meinen Strategemen verwandt.

Muss ich das auch noch erklären? Rhetorische Frage. Nein.

Es gibt Wettbewerbe in Schlagzahldichtung (“Slam Poetry”), in Lustspiel (“Comedy”), in jedem schon von der Namensgebung her – nur hier nicht – angelsächsisch besatztem Quatsch.

Wie ich’s hier wohl schon einmal beschrub: Mir ward schon teutschlichst gemacht, dass man leichter Jauche verkaufe – die ja immerhin als Dünger was wert – denn Aphorismen.

Das war an einem meiner jüngst vergangenen Geburtstage, und der Hauptprotagonist solcher Prosa war ein echter Marketender heutiger Sorte, also einer, der wirklich was vom Verkaufen in wie dieser Gesellschaft versteht.

Na, dann lachen wir einfach.

Das ist am besten getan.

Strich.

Alsowenig, wie wir noch der echten neuen Novellen gewahren (auch diese zeigen eine tiefe Verwandtschaft, man merke meiner Worte: und habe ich selbst noch keine eine vorgelegt), gewahren wir noch öfter der entsprechenden Aphorismen.

Es liegt also nicht nur an den mangelnden Empfängern. Auch die Sender sind zuwenig unter Strom.

Ja, dumm, dass Aphorismen sich nicht planen lassen.

Sie lassen sich nicht einmal suchen.

Genau eben in ihrer Unaufgelöstheit reicht noch nicht einmal unbedingt ein Geistesblitz.

Der, wenn kömmt, will dann auch noch in den angesagten Zweifel oder Dreifel oder Wasweißichwasfel gebracht werden.

Dann wird’s, manchmal, ein großer Aphorismus.

Meist aber ist es ein lange gehegter Gedanke, der sich also verdichtet.

Und doch unabgeschlossen.

Das ist zuviel für die Masse.

 

 

Vom 64. Strategeme (ohne Erklärung)

Donnerstag, 14. November 2013

Grade als ich das 64. Strategem in groben Zügen ausformuliert hatte, mich darob nach einem langen Arbeitstage beflügelt fühlte, widerfuhr mir unerwartete vorsätzliche Unbill.

Zufall?

Na klar.

Was sonst.

Wägungen zu den (chinesischen und meinen) Strategemen

Sonntag, 10. November 2013

Ich werde mit Sicherheit an den Strategemen weiterarbeiten – habe erst gestern Nacht wieder eines entwickelt – aber wenigstens vorläufig keines mehr veröffentlichen.

Die Resonanz liegt bislang nahe Null: Da mache ich mich dann lieber allein dran.

Außerdem mag ich das eine oder andere Strategem noch zur Anwendung nötig haben, und da wäre ich ja blöd, mich auch dahingehend nur zu verschenken.

Nein, diese Dinge liefere ich – zumindest vorerst – nicht mehr frei Haus.

Ich gehe davon aus, dass wenigstens ein paar Leute das Gewicht dieser Arbeit erfasst haben. Da mag ich mich natürlich täuschen.

Den Gedanken gleichwohl weitergesponnen, sehe ich indes nicht mehr ein, weshalb diese daran partizipieren sollten, ohne mir auch nur ein Wort dazu zurückzugeben.

Nein, ich bin weder enttäuscht noch gar beleidigt. Ich bin genug Philosoph, dass ersteres wie zweiteres mir gerade dazu fern.

Alle meine Ansagen in die Richtung, dass ich mir Kooperation wünschte, sind bislang im Nichts verhallt.

Das kann kaum an der insgesamt minden Qualität meiner Erwägungen liegen. Diese mögen teils bestreitbar, teils unausgegoren sein. Ich habe nie anderes behauptet. Einiges entstand ziemlich spontan, wäre zu überarbeiten, entlang ehrlicher, intelligenter Kritik zu verbessern.

Was Sie gerade lesen, ist in der Tat eine Anwendung verschiedener Strategeme.

Da mag lachen, wer wenigstens das kann, es sich zuhause noch verwagt.

Gerade noch rechtzeitig habe ich gemerkt, weshalb ich der Welt erstmal nicht erklären werde, weshalb ich den NSA-Chief Alexander für einen Idioten halte.

Dieser Banditenverein soll mal selber was schaffen. Und der Rest auch mal sein Hirnkastl in Bewegung setzen. Das ist sowohl pädagogisch geboten als auch, zumindest aus meiner Sicht, strategisch klug.

Es liegt dieser Entscheidung in der Tat – zum Teile – ein neues Strategem zugrunde. Ich kenne es schon. Inzwischen ist es auch ausformuliert.

Mein Dank hier trotzdem nochmal gen China und an den herausragenden Harro von Senger, der mir, der ich weder Mandarin noch Kantonesisch kann, die Thematik nahebrachte.

 

 

Zwischenbetrachtung (Strategeme)

Montag, 04. November 2013

Ich habe nicht einmal hingeschaut.

Das muss ich jetzt auch nicht.

Es geht ja nur um eine Zwischenbetrachtung meiner Strategeme.

Von diesen dürften wenigstens ein paar valid sein, satt gemessen an den 36 ursprünglich überlieferten chinesischen.

Da will ich den mal sehen, der mich anhand dieser Aussage auszulachen ansetzt.

Mit dem nehme ich es gerne auf.

Mit dem größten Vergnügen.

Ich bin nämlich gerade aus mehreren guten Gründen heraus etwas stinkig, habe gute Lust auf Gegner. Starke Gegner. Was liegt am Rest.

Je besser sie sich verwagen, um desto lieber.

Kommt mal sauber aufs Spielfeld.

Vom 59. Strategeme (Gefallsuchtsstrategem)

Samstag, 26. Oktober 2013

Dieses Strategem sollte man gar nicht anwenden müssen.

Sollte hilft im Leben aber nicht immer.

Es ist zweifellos eines der arglistigsten, eines, zu dem nur in äußersten Notfällen gegriffen werden sollte.

Man gibt sich gefallsüchtig: Richtig angewendet, wird der Mächtige, den es aus dem Sattel zu heben gilt, einen gleichzeitig ebenso verachten wie dafür lieben, für die Gefallsucht.

Natürlich wird er einem, wenn nicht grunddumm, nicht vertrauen, wird einen für einen Kriecher halten, der man so ja auch ist.

Seiner Eitelkeit wird es aber, wenn richtig ausgeführt, trotzdem schmeicheln, dass man seinethalben so gefallsüchtig.

Da setzt das Strategem an.

Irgendwann kommt die Gelegenheit, kommen die Gelegenheiten, den Tyrannen zu untergraben, wenn nicht gar ganz plötzlich zu stürzen.

Es muss nicht seine Eitelkeit sein, die dies direkt möglich macht, sie kann es aber sehr wohl sein.

Der Fallstricke dieses Strategems sind jedoch übelste.

Ich warne deshalb noch einmal ausdrücklich davor, es irgend anzuwenden, wo nicht höchste Not dies erfordert.

 

64 Strategeme?

Samstag, 26. Oktober 2013

Es könnte sehr wohl auf 64 Strategeme hinauslaufen.

Strategische Grüße gen Peking

Sonntag, 20. Oktober 2013

Grüße gen Peking. Indem ich inzwischen auch über die chinesischen – und meine – Strategeme schreibe, habe ich dort wohl wenigstens einen interessierten Leser gewonnen.

Vom 58. Strategeme (Emotionalitätsstrategem)

Sonntag, 20. Oktober 2013

Bekannt ist, dass sich jemand ruhig stellen kann, wenn er innerlich kocht. Damit rechnen selbst Durchschnittlichste jederzeit.

Dass sich aber einer verteufelt über eine Sache aufregt, über die er sich wohl durchaus verteufelt aufregen könnte, desfalls aber nur so tut, wie als ob, oder sich überraschend heftig über etwas aufregt, womit man so nie gerechnet hätte, um eine Schwäche, eine Getroffenheit zu simulieren, zur Ablenkung, oder auch nur, um in kritischer Lage Zeit zu gewinnen, darauf rechnet nicht so leicht ein jeder.

Es kann suggeriert werden, man sei außer sich vor sinnloser Wut. Es kann milder ausgegeben werden, nur als schwer seelisch-moralisch verletzt.

Auch dieses Strategem ist niemandem anzuraten, allzu leichtfertig anzuwenden. Nicht nur der Sittlichkeit halber, sondern auch, weil es sich sehr schnell vernutzen mag.

Es ist, wesentlich, normalerweise eben auch nur ein Ablenkungsstrategem, das für sich allein in der Regel lediglich einen kurzfristigen Erfolg bringen kann.

Ein Vorbereitungsstrategem, ein Strategem zur momentanen Notlösung.

Vom 57. Strategeme (Begriffsstrategem)

Sonntag, 20. Oktober 2013

Das Begriffsstrategem hat wiederum einige Verwandte, sollte meines Erachtens aber doch als ein eigenes gesehen werden.

Es setzt auf ein Wort bzw. ein Wortnetz.

Hier sind Worte, mit Wittgenstein, Taten.

Man findet es besonders erbärmlich und ebenso häufig in kaputten Ehen in weiter verderbsamer Anwendung.

Wem ich das näher erläutern muss, dem will ich jetzt nicht helfen.

Sonsten aber kann es auch ganze Reiche bewegen.

Es kann deren Herrscher stürzen.

Wer dem Herrscher sein Lieblingswort entreißt, hat ihn fast schon.

Ich sage jetzt erstmal nichts mehr dazu.

Sonst sieht es noch so aus, als wendete ich das Strategem gerade an.

Vom 56. Strategeme (Einsiedlerstrategem)

Sonntag, 20. Oktober 2013

Das Einsiedlerstrategem birgt zwar zweifellos Elemente anderer, bereits anerkannter bzw. hier behandelter Strategeme, kann aber doch als ein eigenes zumindest vorgeschlagen werden.

Immerhin hat ein Zhuge Liang es eminent erfolgreich angewandt.

Naturgemäß ist es ein sehr selten angewandtes Strategem.

Gurus wenden es auf ihre Art an, veräppeln so ihre Anhänger, gründen faulichte Religionen darauf, wirklich Gescheite so wie Zhuge Liang.

Dieses Strategem hat nun wirklich eine Art magischen Charakter.

Erst indem der Weise sich von der Welt abwendet, kommt sie schließlich zu ihm, der Mächtigste derer höchstselbst bittet um Einlass und Gehör in der Klause.

Und er wird vielleicht dreimal bitten müssen, bis dass sein Ohr so groß geworden, dass ihm endlich hilfreich Worts darein zuteil wird.

Vom 55. Strategeme (Magiestrategem)

Sonntag, 20. Oktober 2013

“Der andere glaubt, also gib’s ihm!”

Das Magiestrategem beruht auf dem Glauben und Aberglauben der Leute (nicht, dass ich die beiden Begriffe hier ernstlich scheiden wollte).

Besonders im Falle, dass ein Widersacher erstaunlich lange mit erstaunlich geringen Mitteln durchgehalten, wird jenes Gegner dafür potentiell anfällig.

Man suggeriert, schlicht und einfach, man habe irgendwie sowas wie “übernatürliche” Kräfte.

Angesichts mächtiger und ansonsten kluger Widersacher (sonst braucht man dies Strategem ohnehin nicht; es wäre geradezu schäbig, es andernfalls anzuwenden) wird man derlei selbstverständlich nicht offen proklamieren; man wird es nach und nach einsickern lassen.

Nicht davon reden, dass heutzutage schon ein noch halbwegs scharfer Verstand, gepaart mit einigermaßen trefflicher Rede, vielerorts als numinos gilt. Also klares Denken schon reichen mag, den gewünschten Verdacht zu erwecken.

Vor allem Leute, die in Geheimbünden zerzogen wurden, können sich teils irgendwann gar nicht mehr vorstellen, zurechtlegen, dass der andere bloß ein Denker oder gar ein Dichter sei.

Das passt nicht mehr in ihre Platte.

Und: Natürlich hat jeder Mensch “übernatürliche” Fähigkeiten.

Sie irren also nicht einmal darin, wenn sie vermuten, man habe solche. Sie irren dann aber, wenn das Strategem richtig angewandt, dessen, erstens, womöglich, welche der andere sich bereits bewusst erschlossen, zweitens darin, wenn, inwieweit er sie überhaupt wider sie anwende.

Dann fangen sie damit an, ihren Hofastrologen oder sonst einen Kasper zu Rate zu ziehen.

Der macht sie aber nur noch kränker.

Selber schuld.

Bei mir muss man in der Tat auch noch mit dem Magiestrategeme rechnen, wenn man mich ganz konventionell fertigmachen will.

Und wenn ich das hier sage, wird es dadurch erst recht nicht einfacher.

Wir sind erst bei Nummer 55.

Vom Strategeme Nr. 54 (dem Vielfrontenstrategeme, diesmal nicht redundant)

Sonntag, 20. Oktober 2013

Ich weiß wiederum nicht, wie dies Strategem in vier oder gar drei chinesische Schriftzeichen zu fassen wäre.

“Viele Fronten: Reize noch mehr Widersacher.”

Dies Strategem hat dann Zeit und Ort, wenn man schon mehrfach, von verschiedener Seite her, in Schwierigkeiten.

Genau dann noch mit weiteren Kräften anzubinden, ist üblicherweise dumm; es kann andererseits aber genau das Gebot der Klugheit sein.

Nicht nur, dass mancher Widersacher sich ob solcher Frechheit verwundert die Augen reiben wird, womöglich falsche Schlüsse daraus ziehen, zum Beispiele den, da handele einer in letzter Verzweiflung, also, dass er jetzt leichthin vollends niederzuringen, so dass sein Stoßangriff fahrlässig angesetzt.

Ein anderer wird wähnen, man habe neue Verbündete gewonnen: daher rühre der Fürwitz.

Wieder einer wird meinen, diese Verbündeten habe man schon lange, bloß für den Ernstfall zurückgehalten.

Und noch einer wird sich sagen, dass jetzt doch ein anderer angreifen möge, sich am Letztreste des anderen verbluten, danach käme er und siegte bequem.

Noch andere mögen sich an der Front so drängeln, dass sie sich dabei gegenseitig, schon argwöhnisch, oder einfach so, im Wege stehen, sich wechselseitig behindern, gar beginnen, das Pferdefutter zu stehlen.

In der Zwischenzeit ist man schon ganz woanders. Alle reiten übereinander drein.

Je mehr Angreifer, um desto größer deren mögliche Wirrnis.

Man richtet seine Kräfte nie so aus, wie erwartet.

Die eigenen Gegner belauern einander, zersplittern ihre Kräfte.

Irgendwann wissen sie gar nicht mehr, wer eigentlich ihr Feind.

Dann sind sie zwar noch nicht alle besiegt, aber man hat es mindestens sehr weit zu einem Siegspatte hin gerichtet.

Vom Strategeme der ständigen Enttäuschung (dem 43.)

Sonntag, 21. Juli 2013

Das Strategem der ständigen Enttäuschung ist fast immer mit einem nicht unerheblichen Aufwande verbunden.

Man wendet es an, wenn ein Gegner nicht einfach zu besiegen ist, man den Gegner nicht direkt fassen kann, nicht offen gegen ihn auftreten will.

So wird man z.B. jemandem ständig Aussichten auf geschäftliche Aufträge, auf Weiber, auf den von ihm angestrebten Durchbruch irgendeiner Art machen, um dann immer wieder am Schnürchen zu ziehen, immer wieder, bis zur Erschöpfung, Frustration, Lächerlichmachung des anderen zu enttäuschen.

Im Idealfalle wird der andere sein Vorhaben als sinnlos erachten, aufgeben, sich gar selbst dafür verachten, es je angesonnen zu haben.

Allerdings hat auch dieses Strategem, wie jedes, wenn es erkannt wird, seinen Haken: Erkennt es der Gegner, so wird er immerzu, oder meist, auf die Angebote eingehen, aber, die Sache durchschaut habend, nur noch einen minimalen Aufwand darauf geben, während der Strategemausübende ständig weitaus mehr Mühe daran zu setzen hat, also zumindest energetisch relativ verliert.

Zudem kann das “Opfer” des Strategems dabei immer klüger werden; klüger desbezüglich, weshalb es eigentlich mit solchem Aufwande belagert; klüger bezüglich der schwachen Punkte des Strategemausübenden; klüger bezüglich der Sache selbst.

Das Strategem Nr. 43 wird daher fast nur aus einer sich gefährdet fühlenden, noch ressourcenmäßig klar überlegenen Übermacht heraus ausgeführt. (Natürlich auch in Liebesdingen, den Begehrenden loszuwerden oder ihn zum Behufe einer Sache, dass er noch mehr sinnlos renne, weichzuklopfen.)

Im großen Stile organisiertermaßen wird dieses Strategem, es ist ziemlich hinlänglich erforscht, des Aufwandes halber nur selten angewandt. Dafür aber erst recht, wenn es um Dinge von großer Tragweite geht. Da ist es nicht selten das Strategem der Wahl. (weiterlesen…)

Vom achtundreißigsten Strategeme

Sonntag, 21. April 2013

Das achtundreißigste Strategem, es ist natürlich nicht leicht, glaubwürdig zu beschreiben, besteht nicht im Schweigen, sondern im zunächst, bis zum Punkte, nicht mehr Reden.