Mit ‘36 Strategeme’ getaggte Artikel

Die Strategeme Nr. 37 bis 54: Gesamtübersicht

Dienstag, 03. September 2013

Um dem an den hier prinzipiell entwickelten 18 Strategemen interessierten Leser die Dinge zu erleichtern, hier nun der Gesamtzugriff:

http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2013/02/14/vom-siebenunddreisigsten-strategem/

http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2013/04/21/vom-achtundreisigsten-strategeme/

http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2013/04/21/vom-neunundreisigsten-strategeme/

http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2013/04/21/vom-vierzigsten-strategeme/

http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2013/04/23/vom-einundvierzigsten-strategeme/

http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2013/04/23/vom-zweiundvierzigsten-strategeme/

http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2013/07/21/vom-strategeme-der-standigen-enttauschung-dem-43/

http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2013/07/23/vom-strategeme-der-vorgespiegelten-strategemischen-uberheblichkeit-dem-44/

http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2013/07/24/vom-strategeme-der-ehrlichkeit-nr-45/

http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2013/07/24/vom-strategeme-des-vorgeblich-verlorenen-interesses-nr-46/

http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2013/07/25/vom-strategeme-des-gunstigen-witzes-nr-47/

http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2013/07/26/vom-strategeme-des-unausgesprochenen-oder-unaussprechlichen-wortes-nr-48/

http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2013/08/03/vom-strategeme-des-schweigens-nr-49/

http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2013/08/06/vom-strategeme-des-ubermachtigen-gott-strategem-nr-50/

http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2013/09/01/vom-strategeme-der-echten-oder-gespielten-trunkenheit-nr-51/

http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2013/09/01/vom-strategeme-der-begriffsverwirrung-nr-52/

http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2013/09/02/vom-initiationsstrategeme-geheimbundstrategem-nr-53/

http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2013/09/03/vom-strategeme-der-wiederholung-redundanzstrategem-nr-54/

Gerade merke ich, es ist also verrückt wie peinlich wie zum Lachen, dass ich mit dem 42. Strategeme bereits ein “Redundanzstrategem” angesetzt hatte, mit dem 54. heute nochmal. Ich werde das Problem beizeiten lösen…

Vom Strategeme der Wiederholung (Redundanzstrategem, Nr. 54)

Dienstag, 03. September 2013

Wiederholung bzw. Redundanz sind derart alltägliche Phänomene, dass man sich zunächst fragen mag, wo denn da, bei deren regelhafter Offenkundigkeit, das Strategemische, die List, ansetzen solle.

Lehrer wiederholen den Stoff und Merksätze, Eltern sagen hundertmal, dass die und die Ordnung zu halten sei, Werbebotschaften werden ständig wiederholt, politische Phrasen und Slogans, Glaubenssätze aller Art, nicht beweisbare Behauptungen, schließlich auch Lügen.

Vor allem aber kann, wo keine offensichtliche pädagogische Absicht, gut oder schlecht ausgeführt, waltet, eine Verleumdung, ständig wiederholt, greifen, selbst wenn ihr Inhalt längst widerlegt. Eine logisch nicht begründbare Behauptung, eine wenigstens zweifelhafte, kann durch gezielte Wiederholung bis in den Glorienschein der unantastbaren Wahrheit gehoben werden, der Hinterfragende als begriffsstutzig oder boshaft hingestellt.

Scheinbegründungen können den Ritterschlag der Selbstverständlichkeit erhalten, völlig unlogische Konjekturen, unzulässige Verallgemeinerungen von Spezialfällen, ablenkende Assoziationen und Zirkelschlüsse implementiert werden.

Wenn es ihm oft genug gesagt wird, glaubt der Durchschnittsmensch fast alles. Denn er ist denkfaul und will vor allem seine Ruhe haben. (weiterlesen…)

Überlegungen zu den neuen Strategemen

Montag, 02. September 2013

Indem ich nunmehr versucht habe, den 36 Strategemen der Chinesen 17 weitere, angerissenermaßen, hinzuzufügen, ist es an der Zeit, einmal innezuhalten.

Dass bisher wenig interessierte Leserresonanz dazu hereinkam, verwundert nicht sonderlich, irritiert mich daher nicht.

Schließlich werden ja schon die anerkannten Strategeme der Chinesen, älter als die Christusreligion, hierzulande kaum wahrgenommen, wenig diskutiert, sie sind, trotz der bahnbrechenden Arbeit des großartigen Harro von Senger, gar den meisten gebildeten Abendländern nicht einmal im Sinne ihres Vorhandenseins und ihres Gewichtes innerhalb des chinesischen Kulturraumes bekannt.

Von Senger auf der Rückseite meiner Gesamtausgabe (36 Strategeme – Lebens- und Überlebenslisten aus drei Jahrtausenden): “Europäer tun gut daran, mit Hilfe dieser listsensiblen Weisheit ihre eigenen Auffassungen von Weisheit (…) und damit ihre Listenblindheit zu korrigieren.”

In der Tat scheint es bei uns eine Art einerzogene Scheu zu geben, etwas von List zu verstehen, sich dafür zu interessieren; List wird mit Arglist schnell gleichgestellt, Listenreichtum dem Teufel zugeschrieben.

Dabei bedienen sich auch unsere Märchenhelden nicht selten feiner Listen, und am Schluss ist der böse Wolf tot. Und – beinahe hätte ich gesagt die Schwiegermutter – : Die Großmutter lebt. (weiterlesen…)

Vom Initiationsstrategeme (Geheimbundstrategem, Nr. 53)

Montag, 02. September 2013

Obschon das Strategem Nr. 53 an das Strategem Nr. 17 (“Einen Backstein hinwerfen, um einen Jadestein zu erlangen”) erinnert, ein Stück Überschneidung unabweisbar, unterscheidet es sich davon doch dadurch, dass der Strategemanwender dauerhaft Macht über die Psyche des anderen gewinnen will, möglichst umfässliche Kontrolle über dessen Denken erlangen, ihn langfristig lenken, wohl auch zum Komplizen und damit erpressbar machen. Verknüpft wird es natürlich nicht selten auch mit dem Strategem Nr. 50, jenem des Übermächtigen bzw. dem Gott-Strategeme. Es ist Kernstrategem aller verschwörerischen Geheimbünde, die dem Adepten schrittweise Initation versprechen.

Durch Befolgung bestimmter Regeln, Exerzitien, Rituale, Inkantationen usw., Verschwiegenheit und Gehorsam, werde der Adept immer weiter vervollkommnet und entwickelt, er werde immer mehr zu seinem wahren Selbste finden, zur Selbstkontrolle und Macht über sich selbst, und darausher auch über andere (was manchmal mehr in den Vordergrund gerückt wird, manchmal weniger). Stück um Stück bindet der Adept sich mehr an die Ideologie des Geheimbundes, und je mehr er darein investiert hat, um desto weniger wird er noch eine kritische Haltung demgegenüber entwickeln können, denn er wird bestimmender Teil seiner geistigen Sozialisation. Das Versprechen sich befreiender Selbstfindung mündet in die subtil gesteuerte, immer weitergehende Selbstversklavung im Sinne der Kabale; dabei wird das Ego des Adepten mächtig gefüttert, er wird, je nach Eignung, in Posten gehoben, die er alleine nicht erreicht hätte, erhält auch materiell Brosamen vom großen Kuchen. (weiterlesen…)

Vom Strategeme der Begriffsverwirrung (Nr. 52)

Sonntag, 01. September 2013

Das Strategem der Begriffsverwirrung, welches auch das Ächten und Ersetzen sinnvoller Begriffe einbegreift, ebenso das einseitige Besatzen, ist ein, wenn nicht das Hauptstrategem sogenannter “Think Tanks” und “Spin Doctors” sowie von Politikern, Sozialpädagogen, Ärzten, Psychiatern, Pfaffen, Advokaten, Esoterikern, Obskuranten, Freimaurern, Geheimbündlern, “Illuminaten”.

Alle gezielte Implementierung von Schönfärberei gehört ebenso dazu wie selbst das nichtexplizite Meiden richtiger Begriffe. Das schrittweise Unterminieren, Verschieben, Nischenverbringen von Begriffen. (weiterlesen…)

Vom Strategeme der echten oder gespielten Trunkenheit (Nr. 51)

Sonntag, 01. September 2013

Zunächst ist zu diesem Strategem klarzustellen, dass mit dem Begriff “Trunkenheit” nicht nur jene gemeint ist, die der Wein hervorrufen mag; es können andere Drogen als der Alkohol sein, die wirken; es können auch gar keine stofflichen Drogen im Spiele sein, jeder echte oder gespielte rauschhafte Affekt fällt hierunter.

“In vino veritas”: Ganz aus Versehen, bei all seinem Gebrabbel, spricht der Trunkene die Wahrheit oder etwas, das wie ihm versehentlich herausgerutscht erscheint, damit umso mehr Tragkraft erlangt.

Und der (scheinbar) Trunkene versteht Fragen nicht mehr richtig, lenkt, scheinbar chaotisch, das Gespräch von hier nach dort.

Im chinesischen Kung-Fu gibt es eine Technik, die sich “Der betrunkene Affe” nennt. Der betrunkene Affe bewegt sich so unberechenbar erratisch, dass selbst ein Gegner, gerade ein Gegner, der um die sonstige Nüchternheit seines Kontrahenten weiß, schwer einen Angriffspunkt findet, keine klaren Stilmerkmale, an denen er sein Vorgehen auszurichten wüsste. (weiterlesen…)

Deutsche Strategeme?

Dienstag, 06. August 2013

Beim Anreißen von Strategemen, die über die traditionellen 36 chinesischen Strategeme (möglicherweise) hinausgehen (von Harro von Senger wunderbar gewürdigt), nicht in dem Sinne, dass es Unteraspekte bereits beschriebener Strategeme wären, sondern ebenbürtige eigene Strategeme, ist mir aufgefallen, dass erstere wie als ein geschlossener Kanon angesehen werden, es kaum vorgekommen zu sein scheint, dass sie vom Grundgedanken her, also wohl auch in drei oder vier chinesische Schriftzeichen darzustellen, erweitert werden wollten.

Ich habe mir jetzt, ehrlich gesagt, noch nicht die Mühe gemacht, genau abzugleichen, inwieweit meine Strategeme Nr. 37 bis Nr. 50 nicht als wenigstens halbe Plagiate, als von nicht vergleichbarer Grundsätzlichkeit angesehen werden können bzw. zu kritisieren sind.

Die Thematik hat mich schlicht so interessiert, dass sich die Frage nach weiteren Strategemen ergab. Und ich wollte damit, durch Vorschläge, die 36 Strategeme als solche, wie auch das Nachdenken darüber wie auch die Frage nach weiteren Strategemen vergleichbarer Größenordnung, für möglichst viele aufwerfen.

Ich wüsste nicht, weshalb wir nicht auch einmal von den Chinesen lernen sollten und darauf aufbauen.

Ich werde mich daher nicht scheuen, weitere Strategeme in deren Tradition zu stellen, mögen sie nun hüben oder drüben als angekommen oder aus sich heraus interessant befunden werden, oder auch nicht.

Meinetwegen, wenn es dann, außer von ihrer Grundanlage her, nämlich, dass drei oder vier Grundbegriffe genügen müssen, keine chinesischen Strategeme, sondern eben deutsche. Und sie sind, der Achtung gegenüber den vorhandenen 36 chinesischen halber, die sie ja schließlich auch inspirierten, zunächst ab Nr. 37 angegeben.

Man muss sich nur einmal vor Augen halten, dass die 36 chinesischen Strategeme insgesamt aus etwas weniger (es gibt ein paar aus drei Zeichen, ich zähle jetzt nicht nach) als 4 mal 36, also weniger als 144 Schriftzeichen bestehen, um die sich über alle Epochen hinweg chinesische Geistesgeschichte rankt.

Leider kann ich kein Chinesisch, also, dass ich meine Strategeme im Regelfalle mittels vier Schriftzeichen betiteln könnte; macht sich aber ein chinesischer Germanistikstudent, der nicht nur zum Erbsenzählen hierhergekommen, mit mir daran, so mag dies ja ohne weiteres zu bewerkstelligen sein. Lädt man mich mit Freiflug nach Peking, komme ich sicher.

So viel Weisheit in weniger als 144 Zeichen auf 36 Geistesfiguren gebracht! Mannomann!

Da schreiben Leute Bücher, andere lernen masse religiösen Müll auswendig, und hier, hier, wenige Sätze, Lebenswirklichkeit!

 

 

 

Vom Strategeme des Übermächtigen (Gott-Strategem) (Nr. 50)

Dienstag, 06. August 2013

Das Strategem des Übermächtigen oder Gott-Strategem ist das Strategem, das in seiner Anwendung wohl mehr Unheil über die Menschheit gebracht hat, als irgendein anderes.

Der Mensch wird Untertan nicht nur unter einem Fürsten oder Reicheren, nein, da ist noch eine unerklärliche Übermacht. So ist er auf körperlicher wie geistiger Ebene ein Unterworfener.

Es ist das Strategem der Pfaffen und ganz großen Beutelschneider und Kriegshetzer.

Das Strategem wird aber auch wider jene angewandt. Oft von deren Möchtegernnachfolgern oder Agenten, dann scheinbar. Irgendein kosmisches Gesetz, also eine zumindest den Pfaffen und den großen Beutelschneidern nicht geheuere, entgegenerklärte Übermacht, so Widersacher, werde sie ihre Bubenstreiche schon noch spüren lassen.

Besonders effektiv sieht man es gerade wieder am Werke, indem es mit dem Strategem der Beleidigtheit und jenem der fremdverschuldeten Wut im Sinne der Beförderung des Islams eingesetzt wird.

Das Übermächtige unterwirft nämlich nicht nur auf der geistig-seelischen Ebene, sondern begründet auch in jenen, die daran glauben, einen Unantastbarkeitsanspruch, der schließlich auf die so gefangene Menschengruppe dergestalt zu übertragen ist, dass sie darin ihre Identität findet, indem die Gruppenmitglieder immer mehr individuelle Identität verlieren, die Gruppe, zumal entsprechend aufgepeitscht, möglicherweise bis zum Äußersten gehen wird, ihre Besonderheit jedenfalls immer aggressiver vertreten.

Das Gottstrategem kann sich aber ohne weiteres auch auf den Glauben an die unerklärliche Heilsamkeit bestimmter Mittel, Außerirdische, beliebiges unerklärlich Mächtige, nicht nur für Gruppen, sondern auch ganz einzeln angewendet, beziehen.

Das Gottstrategem ist mit dem Strategem des Schweigens (Nr. 49) kombiniert gewissermaßen das zweieige Zwillingsstrategem der Kirchen und der meisten Geheimbünde, die über gewöhnliche Kriminalität hinaus sich organisieren. (weiterlesen…)

Vom Strategeme des Schweigens (Nr. 49)

Samstag, 03. August 2013

Zunächst kennt man die Giftvariante des Strategems: Geheimbünde, okkulte Gesellschaften, Mafia, Blutgeldler.

Das Strategem des Schweigens kann aber heilsamer eingesetzt werden als beim Betrügen. Und Sichwichtigmachen.

Es kann, wie bekannt, nicht nur direkt in einer Rede, sondern auch etwas länger eingesetzt den anderen mehr zum Nachdenken bringen denn noch mehr Rede.

Es ist auch ein Strategem zur selbstüberlistenden Selbstveränderung.

Viel genauer und zielgerichteter und in genau der richtigen Länge Schweigen.

Schon jede Tonpause ist ein kleines Schweigen. Schweigen ist elementarer Teil der Redekunst, wird in dieser selbst regelmäßig strategemisch eingesetzt.

Schweigen kann die vorangegangene Implikation enorm verstärken. Ebenso eine Emotion. Es kann alsowohl demütig ergriffen wie herrschaftlich selbstsicher wirken.

Schweigen ist natürlich auch dann als Strategem besonders gut angewendet, wenn ein Beschuldigter so lange an den richtigen Stellen schweigt, bis er endgültig heraus, was die anderen schon wissen, wenn weit über das hinaus, was sie ihm schon gesagt.

Dieser Schweiger wird eben nicht nur schweigen, aber an den richtigen Stellen doch, selbst wenn er beim Schweigen weiterredet.

Zum Schweigen als Strategem in Liebesdingen ist nicht viel zu sagen, das kennt jeder.

Wer das Strategem wirklich versteht, weiß, dass dies im tiefen Sinne ein Strategem der richtig gesetzten Pausen und damit Harmonie ist. Schweigen ist das angemessene Dazwischen. (weiterlesen…)

Vom Strategeme des unausgesprochenen oder unaussprechlichen Wortes (Nr. 48)

Freitag, 26. Juli 2013

Das bekannteste “unaussprechliche” Wort ist natürlich jenes des JHVH.

Hier soll aber nicht vorzüglich in jener speziellen Judengeschichte herumgestochert werden, sondern das Phänomen, das Strategem strukturell angegangen.

Es kann zu überaus bösartigem Einsatze verwendet werden. Der Strategemanwender lässt ständig oder immer wieder, gut dosiert, durchblicken, was er sagen könnte, aber nicht sagt, so lange, bis der Angegriffene es selbst ausspricht oder es um ihn herum die Spatzen über ihn von den Dächern pfeifen.

Beidenfalls hat er es selbst nicht gesagt: So edel war er, die anderen kamen von selbst darauf.

Es kann aber auch da notwendig zum Einsatz gebracht werden, wo etwas einfach noch nicht zu sagen klug ist, indem man es ständig anklingen lässt, oder bestimmte Dinge gar bei Strafe zu sagen verboten, der Büttel käme.

Hier besteht die Kunst dann darin, dass das im Raum stehende Wort, die Wendung, die Konjektur, beständig von der Peripherie her aufgeladen werden, die Gedanken und schließlich Worte anderer zum Kerne konzentrisch und spiralförmig hingeführt.

Indirekte Verleumdung, Verführung in Liebesdingen, Unterhöhlen eines Tabus ohne dessen offenen Bruch zu begehen: die Anwendungen des Strategems sind vielfältig.

Es kann bei der Strategemanwendung selbstverständlich am klügsten sein, das Misswort langsam zu schüren, auf dass sich ein besonders verbreiterter, plötzlich zur Lohe zu bringender Schwelbrand ergebe. Das Strategem ist vom Wesen her ein eher langfristig zum Einsatz kommendes. Obschon es auch in einem Gespräche binnen dreißig Sekunden oder fünf Minuten gefragt sein kann.

Der Opponent hat, wenn das Unaussprechliche das Auszusprechende ist, der Strategemanwender dies sich klug zunutze macht, langfristig sehr schlechte Karten. Immerhin hantiert desfalls der Strategemausführende mit der Wahrheit.

Das kann ihn dann, mal wieder, auch den Hals kosten. Aber nicht ganz so leicht, weil sein Hals mittelbar auch dem anderen den seinen kosten könnte.

Aus sprachwissenschaftlicher Sicht ist dieses Strategem fast ebenso, wenn nicht doch ebenso interessant wie jenes des günstigen Witzes. (Nr. 47)

Die beiden Strategeme werden natürlich oft verkettet angewandt. Das muss nicht weiter erklärt werden.

 

 

Vom Strategeme des günstigen Witzes (Nr. 47)

Donnerstag, 25. Juli 2013

Das Strategem des gunstverschaffenden Witzes begegnet uns praktisch überall, auf Schritt und Tritt. Werber, Politiker, Redner, Buhlende, Lehrer, Schreiberlinge: Es ist allgegenwärtig in Anwendung.

Schwierig wird es aber, was wunder, in gefährlicher Lage.

Da mag es sich dann sowohl um in der Not ad hoc zu findende tragfähige Witze drehen, als auch langfristig und verschlüsselt angelegte. Und halbverschlüsselte angelegte sowie dergestalt verschlüsselte, dass der speziell damit belegte Lachende nicht eigentlich weiß, weshalb er lacht, dass, wenn dies anliegt, viele oder die meisten oder fast alle nicht wissen, weshalb sie lachen.

Und es geht um jene Witze, zu denen die Leute sich nicht trauen zu lachen, vor sich selbst wie vor anderen, wo zunächst nur ein innerer Lachreiz erzeugt werden soll. Womöglich als Anfang oder Zwischenglied einer strategemisch aufgestellten Reihe von Witzen. Als Vor- bzw. Begleitwitz sozusagen. Als Weichkochwitz.

Und natürlich scheinbare wie wirkliche Ablenkwitze, die erst recht weiter in die gewünschte Richtung lenken.

Ohnehin kann der Strategemausübende vor einer so schwierigen, langfristig zu betreuenden Aufgabe stehen, dass er die meisten Witze gar nicht auch nur als dahingehende klare Versuche zutage treten lassen darf, sondern sie irgendwo in seiner Prosa so einzubetten, dass sie, wenn wahrgenommen, wie zufällig wirken, jedenfalls nie unzweifelhaft dingfest zu machen, bei den meisten ohnehin, meist, eher unterschwellig wirkend. Ja, anderen aber schon hörbar.

Der Punkt, so banal das klingt, ist auch schlicht der, dass die meisten Menschen lieber mehr lachten, als sie es tun, dass Lachen bekanntlich befreiend wirken kann, weshalb es auf verschiedensten Ebenen, eben auch unterbewusst oder halbbewusst nachgesucht wird. Wer also mit dem Strategeme des günstigen Witzes, als sich wiederholendes, mehrdimensionales Kettenstrategem, umzugehen weiß, kann sehr wohl im Großen wirken.

An bestimmten Stellen kann es sein, dass der Strategemanwender plötzlich gezwungen ist, den Narren zu spielen oder, es kann auf dasselbe hinauslaufen, eine ganze Witzkaskade abzusondern. Viele Leute stehen einfach stupefakt, wenn zu schnell zu viel Schräges auf sie einstürmt, halten allein deshalb inne, sehen vielleicht gar von schon fest geplanten oder spontan ins Hirn geblitzten übelsten Vorhaben und Taten ab. Die Witzkaskade kann ganz unmittelbar Leben retten. (weiterlesen…)

Vom Strategeme des vorgeblich verlorenen Interesses (Nr.46)

Mittwoch, 24. Juli 2013

Das Strategem des vorgeblich verlorenen Interesses beruht auf Irritation und der Geltungssucht des anderen.

Man interessiert sich an einer Sache vorgeblich oder tatsächlich merklich sehr (das Strategem eignet sich besonders zur Eroberung von Frauen: Ich sage das, obschon ich in dieser Disziplin nicht besonders gut, achwas, erbärmlich, weil ich es theoretisch verstanden habe), wendet sich dann, scheinbar enttäuscht oder einfach nicht mehr interessiert, gar etwas angeödet, ab.

Das Opfer des Strategems wird sich fragen, zunächst geschmeichelt ob des Begehrs (geschäftlich oder amourös), weshalb es denn plötzlich so sehr an Attraktivität verloren habe.

Es wird an sich zweifeln. Sich fragen, was es denn falsch gemacht habe. Weshalb das doch erst große Interesse des anderen so plötzlich verlorengegangen sei. Auf den Strategemanwender womöglich, sich erst rar gemacht habend, auf einmal, oder nach und nach, zugehen, ihn als wichtiger empfindend als vordem. Ihn mindestens bedeutender, spannender finden.

Der wird dann nicht gleich wieder für das (die) Angestrebte entflammen, sondern diesem (dieser) mit einer gewissen, allerdings nicht zu kühlen Distanz begegnen. Er weiß schon noch, zeigt das auch, dass er mal was wollte, aber die Wichtigkeit, das Interesse, hat sich scheinbar verflüchtigt.

Der Strategemanwender bleibt verbindlich; freundlich; er tut aber keinen sichtbaren Schritt mehr in Richtung der anderen Partei.

So lockt er sie zu sich; ihre Eitelkeit, ihre Selbstwichtigkeit, tun ihr Werk.

Endlich pflückt er sie einfach gleich einer reifen Frucht.

 

Vom Strategeme der Ehrlichkeit (Nr. 45)

Mittwoch, 24. Juli 2013

Das Strategem der Ehrlichkeit ist das eleganteste aller Strategeme.

Man wendet es an, indem man gewissermaßen gar kein Strategem anwendet: in dem Sinne, dass man durch Nichttäuschung täuscht.

Der Gegner legt jedes gesagte Wort, alles redlich, auf die Goldwaage, wird dadurch verwirrt, dass man sich ständig offenbart. Er kann es gar nicht glauben, dass man kein Strategem verwende, so dumm könne der andere ja gar nicht sein, spinnt allerlei Verschwörungstheorien desbezüglich, was der andere für Strategeme anwende, wird ganz irr darüber.

Er sucht immerzu nach einer dingfest zu machenden Lüge, Täuschung, und er findet keine. Selbst seine Berater beginnen, an ihrem Heerführer zu zweifeln, da dieser hinter jedem Busch Gespenster sieht, ersinnt, einfach nicht glauben mag, dass da ein so gescheiter Mann, der einfach nur redliche Rede führe.

Der andere verstrickt sich in immer mehr Irrungen. Er klagt den seinen Widersacher der Lüge an, wo dieser zweifelsfrei sauber herauskommt. Schwächt sich also selbst.

Das Reden der Wahrheit ist ein wahrhaft königliches Strategem.

Es ist allerdings auch dabei darauf zu achten, wie viel Wahrheit man wann wo rede.

Ein bloß unbedarftes, jederzeit unbedacht offenes Maul taugt selbst hier nicht.

Natürlich lässt sich, wo dies endlich vielleicht doch noch not tut, ein anderes Strategem, eine echte Täuschung, dann am besten unter den gesetzten Bergen von Wahrheit verbergen.

Insofern kann das 45. Strategem auch als ein Vorbereitungsstrategem dienen.

Vom Strategeme der vorgespiegelten strategemischen Überheblichkeit (dem 44.)

Dienstag, 23. Juli 2013

Das 44. Strategem der vorgespiegelten strategemischen Überheblichkeit bedarf in seiner Ausführung einer ganz besonderen Finesse.

Ein Tölpel ist ein Tölpel, wird strategemisch ohnehin nicht weit kommen.

Hier geht es aber darum, dass der Ausübende des Strategems ständig wachsam und fintenreich erscheint, damit sein vor dessen Listenreichtum durchaus gewarnter Opponent jederzeit glaubt, jener sähe wirklich nicht, was er ausführe und vorhabe.

Der selbst zu Überlistende muss seinen Gegner als einen wahrnehmen, der immerzu wachsam, überaus gewieft, aber dann doch zu selbstgefällig, so dass er die Strategeme des anderen sämtlich meint, zu erkennen, er deshalb ein entscheidendes, oder auch mehrere, übersähe.

So wird der Gegner seine Strategeme, in immer mehr Sicherheit gewogen, umso fahrlässiger ansetzen, darüber immer mehr von seinen Plänen verraten.

Irgendwann wird er sich gar vor seinen Kumpanen dessen rühmen, wie er den anderen hinters Licht geführt habe.

Wichtig bei der Ausübung dieses Strategems, das sehr häufig sehr lange nicht entdeckt und zum sichtbaren Vorteile gebracht werden darf, ist äußerste Selbstdisziplin und Geduld.

Der Verdacht, man habe doch etwas von den sinistren Machenschaften der Gegenseite bemerkt (dieses Strategem ist ein echtes Verteidigungsstrategem), darf meist nur sehr unterschwellig und leise, wenn überhaupt, ab und an, gestreut werden. Andererseits hat man, gerade dadurch, wie gesagt, nicht so unachtsam zu wirken, dass es auffällt. Das würde bemerkt, verdürbe alles.

Man muss also dem Gegner auch einmal offen ein bisschen auf die Schliche kommen. So bemerkt er nicht, dass das 44. Strategem angewendet wird, meint er, dass er letztlich doch voll im Sattel säße, zumal der andere ja noch so dumm, seinen Verdacht nicht zu verbergen.

Ein sehr schwieriges, komplexes Strategem. Denn es umfasst regelhaft ganze Strategemverkettungen.

Seine schönste und fruchtbarste Anwendung findet dies Strategem natürlich in der Anbahnung einer dauerhaften Liebesbeziehung.

Aber auch dann, wenn es ums Überleben geht und um nachhaltige, große Veränderungen für viele.

 

Vom zweiundvierzigsten Strategeme

Dienstag, 23. April 2013

Das zweiundvierzigste Strategem ist jenes der Wiederholung, der Redundanz. (Man könnte es auch als das “Lehrerstrategem” bezeichnen; das wäre aber zu verkürzt, zu einfach.) (weiterlesen…)

Vom einundvierzigsten Strategeme

Dienstag, 23. April 2013

Das einundvierzigste Strategem ist jenes der aktiven Unterlassung. (weiterlesen…)

Vom vierzigsten Strategeme

Sonntag, 21. April 2013

Das vierzigste Strategem ist – logischerweise – das Schwabenstrategem. Es ist auch einzeln zur Anwendung zu bringen, wird aber meist von einer größeren Menschengruppe ins Feld geführt. Diese redet so konsequent unverständlich, wie als ob sie nicht bei Verstand, bis dass andere darüber ihre Wahrnehmungsfähigkeit, schließlich ihren Verstand verlieren.

Vom neunundreißigsten Strategeme

Sonntag, 21. April 2013

Das neunundreißigste Strategem ist eines der schwierigsten. Es besteht darin, dass man umso mehr bewirkt, je schwächer man scheint. Aber keineswegs in einem taoistischen Sinne, sondern indem mit der sichtbaren Schwäche auch die eigenen Angriffsflächen kleiner werden, man jetzt, aufs Schach übertragen, beginnt, ein schwaches gegnerisches Feld nach dem anderen zu besetzen, schließlich einen Bauern zu gewinnen, den entscheidenden, bis zum konsequenten Schluss, da er zur mattsetzenden Dame wird.

Vom siebenundreißigsten Strategeme

Samstag, 20. April 2013

Ich will eines der mächtigsten Strategeme nicht glatt verraten, solange ich dessen noch so dringend bedarf, wie gerade auch mal wieder in den letzten Tagen.

Ich werde aber so in Andeutungen davon sprechen, dass die verstehen mögen, die damit etwas anfangen können. (weiterlesen…)

Vom siebenunddreißigsten Strategeme

Donnerstag, 14. Februar 2013

Manchmal ist das beste Strategem ein offensichtliches.

Es chinest

Dienstag, 20. November 2012

Bei mir chinest es im Kopfe herum, ich denke schon, ich bekomme eine Antiokzidenz.

Wenn es jetzt noch richtig losjapanert, fange ich mir noch ‘nen Ostvogel ein.

Das I-Ging und das Tao-Te-King habe ich ja damals recht mühelos verkraftet (wobei ich mich mit beiden nicht eingängig beschäftiget), und der Buddhismus ist mir ziemlich egal; aber seit mir Konfuzius und die 36 Strategeme in die Hände gefallen sind, chinest es und chinest es.

Dazu habe ich mir, einer alten Schwäche für das Genre folgend, auch wieder mal einige Kung-Fu-Filme angeguckt, die alten, Streifen, in denen die Clanoma von vielleicht siebzig Jahren eine Kampfmeisterin ist, dass sie nur mit ihrem gebogenen Knotenholzprickel in der Hand 5 KSK-Soldaten wahrscheinlich in zwei Minuten von der Platte putzt.

Da chinest’s einem noch im Schlaf.

Ling, Hang, Feng, Kung, Pang, Song, Li und Lu.

Irgendwann sehnt man sich dann schon danach, dass mal einer Raskolnikow hieße.

Ja, und wenn man dann an so einen Britlummel wie diesen James Bond denkt, wie den schon der bessere Lehrbub hernähme, kann man schon feng-shuimäßig ins Grübeln und Chinesen kommen.

Ja, und die Japse, die haben magische Schwerter.

Sozusagen magische.

Dabei ist der Trick bloß der, dass der beste Schmied s e h r lange schmiedet.

Wie ein Wieland.

Übrigens tragen in den traditionellen chinesischen Filmen die Männer oft Röcke und Kleider, die Frauen aber Hosen bzw. Hosenanzüge. Maulfaul sind sie trotz ihrer formalen Untergebenheit auch nicht immer. Die Frisuren sind kunstvoll, so dass man, wenn sie einem aus zwanzig Metern einen tödlichen Pfeil ins Herze wirft, immerhin nicht ästhetisch beleidigt stirbt.

Die Männer sind natürlich trotzdem nicht von Pappe. (weiterlesen…)

36 Strategeme, 24 Runenlisten

Samstag, 26. November 2011

Mal wieder vieles “Wichtigere” vernachlässigt habend mache ich vor dem Bettgang wenigstens noch das.

Nämlich ein Buch empfehlen.

Es heißt “36 Strategeme” und ist von einem Schweizer namens Harro von Senger verfasst.

Es handelt von der überlieferten Listkunst der Chinesen.

Nicht nur dieser.

Aber vor allem jener.

Wir haben nur 24 Strategeme.

Da diese jedoch direkt mit unserer Sprache verbunden sind, möchten sie uns nicht weniger taugen.