Nur des feigen Netzgesindels (II) ?

02. Januar 2014

Ich lade jetzt keinen Widerfluch auf Sadhu oder Bulgur.

Nicht nur, weil ich dann an einen Lehrer der Grausamkeit glaubte oder an Weizengrütze.

Man flucht, wo die Situation dies nicht zwingend erfordert, nicht zurück.

Dafür gibt es beste Gründe. Man mag sie, wenn man will, sogar spirituell nennen.

In den romanischen Sprachen liegt das Fluchen und das Schwören in einem Verbum.

Glauben ist Geloben und damit auch Schwören und Fluchen.

Ward hier schon mehrfach erklärt. Verstanden? Wer weiß. Es gibt selbst das.

Also, lieber Lehrer, liebe Weizengrütz’: Wäre mal gut, wenn man ein wenig nachsähe, wegen der Soß’ in der Pfütz’.

Ein Löffel dazu schadete auch nicht.

Nur des feigen Netzgesindels?

02. Januar 2014

Es wünschte mir schon einer, lamaistische tibetanische Mönche hätten mir die Haut bei lebendigem Leibe abgezogen. Sadhu nannte sich der. Da war ich mal wieder zu unspiri gewesen für Heilige und Inspiris.

Jetzt eben kam ein Bulgur – auch ein netter Nick – und meinte, einer von den Seinen werde mich, vollkommen unerwartet, abholen.

Wohin?

Zum Eisessen?

Was treibt derlei Kreaturen?

Das Geld?

Mag sein.

Es gibt aber durchaus noch immer mehr als genug derlei – im Grunde klar kriminelle – Feiglinge, die nicht das Geld treibt.

Sondern ganz schlicht und einfach ein Fanatismus, der sich so, scheinbar gefahrlos, auslebt.

Meist sind solche Existenzen schon an der Dummheit der Auswahl ihrer Decknamen als Fanatiker, eben nicht Profis, zu erkennen.

Ein Profi nennt sich normalerweise Mia oder Rolf oder Dagestan. Wenigstens Tadschikistan. Aber nicht Sadhu oder Bulgur. Meine Erfahrung. Tiefenpsychologisches dazu spare ich mir jetzt.

Der echte Profi ist nur hinterlistig, aber nicht unbedingt feige. Es gehört nunmal zum Job, dass er seine Identität verbirgt. Da ist nichts Besonderes dran.

Der Fanatiker aber sieht schon in seinem Decknamen keine professionelle Aufgabe, sondern eine Mission. Er kann kaum anders.

Seine Parallelidentität überwallt ihn schnell. Er macht das ja weder für Geld noch gar zum Spaß. Er demonstriert schon damit seine niedrige Erregungsschwelle, seine leichte Reizbarkeit.

Er gefällt sich allzusehr in seiner Macht, anonym Drohungen ausstoßen zu können. Die Wahrscheinlichkeit, dass er von Angesicht zu Angesicht kaum ein Wort herausbrächte, geht gegen hundert Prozent. Sein Beruf und Behuf ist Eckensteher.

Das heißt natürlich nicht, dass solche Schmalstspurfahrer nicht ihrerseits von ernstzunehmenden Profis nach vorn geschickt würden, zu provozieren, das Terrain zu erkunden, um abzulenken, Aufmerksamkeit der Zielperson zu binden, sozusagen Feindkontakt zu halten.

Durchaus möglich also, dass man sich Sadhus und Bulgurs als Springhanseln hält.

Man bindet so Kräfte, kann an anderer Stelle umso unverdächtiger angreifen. So jedenfalls dann der übliche Plan.

Viel mehr als Drohungen und Flüche, Verwünschungen, haben diese Schattenkrieger von keiner auch nur traurigen Gestalt dann aber meist nicht drauf, und das wissen die Profis auch. Zumal, dass derlei Angriffe die Wachsamkeit der Zielperson noch stärken, ihre Wehr daher noch zu kräftigen vermögen.

Deshalb arbeiten Profis nicht gerne mit den fanatischen Deppen. Die sind zwar umsonst, sie merken praktisch nie was, sind also soherum ungefährlich, aber sie richten doch schnell Schaden an, versperren völlig unbewusst Pfade.

Es ist nicht besonders intelligent, im Netz offen mit Mordphantasien, Drohungen der Folter und des Freiheitsentzugs herumzuhantieren. Das ist nicht nur degoutant, es ist dumm.

Gleichwohl mag ein Profi, der Deckung hat, mit solch einem Mittel mal testweise aufwarten. Einfach gefahrlos die Reaktion testen. Ob der andere doch nervös.

Der Profi wird dabei natürlich, ganz anders als der Fanatiker, die wunden Punkte der Zielperson studiert haben. Das im Blick, worauf sie anspringt, wo am ehesten sie aufs Glatteise zu führen.

Ich könnte nun von mir gleich vier oder fünf Punkte nennen. Das werde ich aber nicht tun, weil selbst die Schulkameraden meiner Söhne und auch deren Schulmeister oder Rektor hier lesen könnten. Die brauchen das nicht auch noch zu wissen.

In Wirklichkeit habe ich selbstredend mindestens acht sehr schwache Punkte. Derer ich aber umso mehr erkenne, desto mehr sie angegriffen. (Der neunte besteht in meiner Ausdrucksschwäche, nie überwunden.)

Ja, manchmal möchte es fast scheinen, als wäre das Weltnetz zu des feigen Gesindels Behufe allein erfunden worden.

Doch selbst dieser Schein trügt.

 

 

Eso ist überall

02. Januar 2014

In meiner Reinkarnationslehre reinkarnieren so lange nur die Lieben, bis es keine Bösen mehr gibt.

Leider glaubt keiner an meine Lehre. Ich inzwischen auch nicht mehr. Sie ist wohl zu blutleer.

Sie hört sich ja auch an, wie als ob der Lidl sie schon verkaufte. Immerhin mein Lieblingsfeinkostladen.

Einsneunundsechzig für die perfekte Reinkarnationslehre. Das packe ich rein, das lasse ich mir schmecken.

Da muss ich nicht einmal noch einen Witz dazukaufen. Faires Angebot. Korrekter Preis.

Ich las heute auch die Brigitte.

Das ergab sich aus Zufall, einem Grunde, der hier nicht zu erläutern, auch, da er fürs folgende unerheblich.

Da ist wirklich so viel esoterisches Geschwätz drinne, nicht einmal schlecht aufbereitet, dass man sich nicht zu wundern hat, weswegen die Uresoverlage so schlecht dranninger.

Man hat ihnen einfach das Geschäft geklaut. Eso ist überall.

Selbst bei den partnerschaftlich weise getrennten Konten.

Ich habe die anderen nicht auch noch alle gelesen. Zum Glück reichte die Zeit nicht. Aber ich bin mir sicher, dass man – frau – inzwischen schon für einen Euro das kriegt, bei jedem Loddl, wofür man vor zwanzig Jahren noch auf der Frankfurter Mess’ lange eifrigsam stöbern musste.

Eso ist strunzbillig, inzwischen.

Und meine wunderbare Gutmenschenidee, die floriert nicht so recht. Nicht einmal in einer Frauenzeitschrift.

Immer noch, offenkundig, hätten die Menschen lieber, dass andere Idioteien wahr seien.

Na gut. Dies Schicksal mag manchen Philosophen getroffen haben, der es mit der Menschheit zu gut meinte.

So gesehen sind auch all die Reinkarnierten egal.

Katholizismus: Schwestern schlimmer als Brüder

02. Januar 2014

Ich weiß, dass es teils wieder ‘in’ ist, katholisch zu sein.

Manche denken gar, dass sei eine Art Protestnote gegen die frechen Juden und Moslems.

Mindestens habe man so einen sicheren Rückzugsraum für ein bisschen Patriotisches.

Man verdrängt dabei offensichtlich Bezeichnendstes.

Nämlich mir wieder verschiedentlich in Gesprächen über die Feiertage bestätigte, unabhängige Berichte von der außergewöhnlichen, ja fast einzigartigen Bosheit und Grausamkeit von katholischen Nonnen und Ordensschwestern.

Was sagt das über eine Religion, wenn deren treueste Frauen regelhaft zu Untieren mutieren?

Sicher, nicht alle sind böse. Hildegard von Bingen wirkte und hinterließ Gutes.

Es sind aber verdammt viele von ihnen böse.

Woran das wohl liegen mag?

Von den bösen katholischen Pfaffen wird viel erzählt. Nicht nur erzählt.

Von den bösen Nonnen verwagt sich kaum einer zu reden. Die sind wohl überuntergleichberechtigt.

Es tut schon dem Manne nicht gut, wenn er seine Sexualität verheucheln muss, um noch wie viel mehr aber trifft das das Weib.

Im schlimmsten Falle, der leider nicht selten, wird das ganze Mensch Neid.

Es ist egal, was einer hat. Weib hat gar noch Neid auf die offene Wunde desjenigen, bei dem zu vermuten steht, dass sie heilen werde.

Aber es hat Macht. Also quält es, so weit wie nur erlaubt.

Es ist damit Stellvertreterin Gottes auf Erden. Man sei gottesfürchtig. Das lernt man bei Nonnen.

Am liebsten quälen sie kleine Kinder beiderlei Geschlechts; bei den Erwachsenen wohl lieber Männer; das aber mag täuschen, da Männer vielleicht mehr davon erzählen.

Immerhin haben selbst heute noch manche Frauen Kinder, und nicht nur Männer, was ja vielleicht gerade noch verzeihlich wäre, und das ist ja der gemeinste Pfahl im Fleische der Nonne.

Diese Sau hat nicht nur gevö…., nein, damit nicht genug, es ist auch noch so ein Satansbraten dabei herausgekommen, achwas, gar Zweie!

Kein bessrer Neidgrund bekannt. Das ist der Niederschlag. Wie kann diese Schlampe das wagen, vor mir und vor dem Herrn!

Nein, liebe Leute, es ist nicht ehrenhaft, katholisch zu werden oder zu sein.

Ihr habt böse Weiber.

Das sagt alles.

Versonnenes aus der Tintenmeisterei

02. Januar 2014

Es mag schon sein, dass das schwächlichste aller Ansinnen, einen Artikel zu schreiben, darin besteht, eigentlich lediglich auf einen anderen verweisen zu wollen, noch nicht einmal einen eigenen, sondern gar auf jenen eines anderen, der in etwa schrieb, was man selber gerne so gut gesagt hätte, weshalb ich es aber nun grade erst recht tue:

http://ultimativefreiheitonline.wordpress.com/2014/01/01/vorsicht-grenzubergang-eine-pro-c-dur-in-b-moll/

Der Beitrag von Jermain stößt in mir die Erinnerung an jenen wackeren merkwürdigen Vogel von vielleicht sechzig Jahren an, den ich in Wirklichkeit alleine, in der hiesigen Fiktion auch mal zusammen mit Konstantin Eulenspiegel, als der zu Gast bei mir in Stuttgart, in einem mehr oder weniger berüchtigten Lokal antraf.

Ich weiß sogar noch, wie er heißt, besser wohl, sich heißt, was bei meinem unterirdischen Namensgedächtnis an sich schon erwähnenswert: Die erste Silbe des ebenfalls zweisilbigen Namens spricht sich exakt wie jene des Jermain. Netter Zufall.

Auf jeden Fall war es dieser Zeitgenosse, der einmal ein beeindruckendes längeres Gedicht rezitierte, ein eigenes, den ich hernach frug, ob er denn auch sonst etwas schreibe und ob es wohl auch was zu lesen gäbe.

Er verfasse nur Lyrik. Nie anderes. Und zu lesen gebe es gar nichts. Nur für wenige ausgewählte Personen, derer ich bislang keine sei. Weshalb? Er habe schon immer im Schatten gelebt.

Mindestens mal hat sein Marketing perfekt funktioniert: Ich läse liebend gerne seine Gedichte. Und schließlich war selbst Konstantin sehr beeindruckt von der souveränen Art des Schwarzgekleideten.

Ich fühle mich auch eben durchaus ganz persönlich angesprochen von dem, was Jermain da zum besten gibt, indem er den Kontrast zwischen Selbstreferentialität und Verhangensein im Außen, bei den Schreiberlingen, kristallisiert.

Er hat so recht, das will man normalerweise gar nicht wissen.

Andererseits werde ich es wohl noch mindestens auf absehbare Zeit nicht so halten wie der Schwarzgekleidete, eben doch Äußeres nach innen und von da wieder nach außen, wie auch Inneres übers Außen nach außen tragen.

Hoffentlich hält Jermain es ebenso.

“Organspende macht Schule”

01. Januar 2014

“Organspende macht Schule”: Wahrlich genial.

Pädagogik pur, neutral, ergebnisoffen, bis zum sicheren Ende.

Ja, so macht Schule selbst noch vor dem Selbersterben Spaß.

Man lernt erst so so recht sein Menschentum.

Supi.

Wer sonst schon nichts gelernt, ist wenigstens Ersatzteillager.

Supi.

Selbst die Lehrer sind im Zweifel immerhin Ersatzteillager.

Supi.

Ja, Organspende macht Schule.

Kann Schule noch sozialer sein?

Oft wissen sie ihrer selbst noch nicht recht

01. Januar 2014

Irgendwann werden noch die Frauen schön. Manchmal gar, bevor sie es selber bemerkt.

Alles Ägypten?

01. Januar 2014

Die ganzen Cranks, die hier und heute irgendwie zu bestimmen meinen können, im sogenannten Westen, sind erbärmlich südöstliche Ägyptizisten.

Die Erklärung hierfür ist einfach.

Die Juden haben sich in Ägypten weltverändernd den Monotheismus abgeguckt, sehr klug, bis hinein, sehr bedeutend dann, größter Coup, in die Freimaurerei.

Leute wie mich, die so gar keine Anbindung an Ägypten oder die Thora oder das Neue Testament oder den Koran haben, vermögen die Änhänger der so ausgesendeten Lehren natürlich kaum zu begreifen.

“Wie funktioniert DER ohne Ägypten und Juden?”

Ja, an dieser Frage mögen bei mir schon manche ersticken.

Allzumal, weil die Antwort klar.

Da ist einer, dem sowohl Ägypten als auch die Juden wenig bedeuten.

Der sagt: Viel Geschrei, nicht wirklich was geschafft. Ein Schwabe halt.

Blendwerk.

 

Erlesen kollabiert

01. Januar 2014

“Erlesen! Ich kollabiere!”

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Gehört, vor vielen Jahren, genau so, und gesehen, von einem, der noch steht.

 

Biblesk

01. Januar 2014

Er erzeigte sich als biblesk.

Und wieder ein merkwürdiger Künstler

01. Januar 2014

Gestern habe ich mal wieder jemanden kennengelernt, der erschien, als könne er nur einem etwas überdrehten Drehbuch entstammen, in der Wirklichkeit kaum so existieren.

Natürlich ist er ein Künstler.

Nein, keine Angst, er ist nicht ich und auch kein Schriftsteller.

Als wär’s, wie gesagt, vom Film, haust er mitten in der Stadt in einer Kate, einer Klause, wie ich sie vordem kaum gesehen.

Praktisch alles steht einfach so herum.

Und wiederum wie aus einer Fiktion: Ein schwerer Schlag beraubte ihn lange seiner praktischen Möglichkeiten als Musiker. Es geht aber wieder. Ich habe es gehört.

Und es eignet dem völlig friedsamen Manne (wieder?) eine Physis, mit etwa sechzig, dass ich keinem frechen Zwanziger anraten möchte, zwanghaft mit ihm anzubinden.

Und immer noch so viel Schwäche neben all der Kraft!

Ich weiß nicht, ob wir uns wiedersehen werden. Jedenfalls vorsätzlich. Vielleicht war ich ihm schlussendlich zu anstrengend. Es liegt an ihm.

Kann man, darf man so einem Manne überhaupt zu helfen suchen?

Was wird er, außer an dionysischem Abende, noch hören wollen, können?

War ich überhaupt dort? Waren es wirklich wohl zwei Stunden?

Ich habe mir, ganz absichtlich, nicht nur da ich Weins etwas beladen, die Adresse nicht gemerkt. Ich weiß nur noch ungefähr, wo seine Kate.

Wie als ob mich die merkwürdigen Künstler verfolgten. Oder ich sie.

Doch noch ein Fundstück zum Beschluss

31. Dezember 2013

‘Seine Ausfälle gegenüber allem, was spirituell ist, kommen vielleicht aus einer tiefen Sehnsucht nach genau diesem. Wer Nietzsche so bewundert, wie er, kann eigentlich nicht “unspirituell” sein… Naja, letztendlich ist alles Geist…’

Diese Beurteilung meines Wirkens – von vor gut zwei Jahren – fand ich eben zufällig hier:

http://positivesfuehlen.org/reorientierung/

Ein Zeichen?

Immerhin gibt’s davor auch etwas freundlichere Erwähnung. Dank an dieser Stelle dafür.

Aber zurück zum Zitat.

Ausfälle gegenüber allem, was spirituell ist. Das mir. Ich hatte wohl noch nicht genug von Crowley, den Runen, Zahlenmystik und verschiedenen anderen meiner zu wenig spirituellen Steckenpferde erzählt. Oder nahm man alles als Tarnung wahr?

Ohja, diese tiefe Sehnsucht. Nach so einem schönen Lammcarré mit grünen Bohnen und kleinen, ganzgebräunten Schwenkkartoffeln. Dazu ein kräftiger Sancerre. Ja, wenn ich daran nur denke, an mein Lagerfeuer an meinem Kap an der Ostsee, rote Bouteille rechts, allein mit Sand und Fels und Feuer und dem Meeresblick unter vollem Monde: dann will ich gleich wieder hin.

Oder wieder im Traume über Japan fliegen, den Amur, in den wundersamsten Seen und Flüssen baden, das Überspültsein am Gestade spüren, wirklich, wieder, nach einem Strandläufertage, ob in den Dünen von Ameland Gewölk und Gischt der Nordsee, Salzluft, rote Bouteille rechts.

Der Sehnsüchte nach Spirituellem weiß ich von mir in der Tat nicht wenige.

Manchmal sehne ich mich sogar darnach, selbst etwas Spirituelles zu schreiben.

Dann traue ich mich aber wieder nicht, oder es missrät gar jämmerlich.

Von der Liebe, inalsoweit die spirituell sein kann, verstehe ich auch nicht viel; ich habe lediglich mal zwei Buben beigerammelt.

Insofern ist fast schon bedauerlich, dass letztendlich, naja, alles Geist ist.

Also spirituell. Somit selbst ich.

Fast fühle ich ein wenig Betroffenheit.

Nein: DAS ist so nicht gerecht! (Ich bin Waage.)

Und das muss ich hier jetzt auch deutlich sagen. (Aszendent Löwe.)

Und wenn es zum Ausfall wird. (Pluto-Uranus-Konjunktion im ersten Haus.)

Wenn ich soherum eben doch schon spirituell bin, wie könnte ich da noch so viel Sehnsucht danach haben, so oft als möglich so etwas Ähnliches wie spirituell zu sein?

Außerdem war Nietzsche überhaupt nicht spirituell. Er hielt es lieber mit dem Denken. Er war eben, weil Denken prinzipiell nicht spirituell sein kann, kein Spiritueller.

Dafür verehre ich ihn ja so sehr. (Crowley war auch nicht dumm; aber an Nietzsche gemessen doch ein Egomane und Scharlatan.)

Ich verehre auch Konfuzius. Der war auch sehr unspirituell. So sprach er weder über Gott noch über Magie. (Dazu gibt es ein kleines Video von mir.)

Ebenfalls als angenehm wenig spirituell schätze ich Heinrich von Kleist, der knallharte Novellen, syntaktisch unvergleichlich, mit einem Tempo, dass dawider nicht nur manche Heilige Schrift schwer lahmt, zu erzählen wusste, in einem derart unspirituellen Deutsch, dass beim Vorlesen noch das Papier vom Klange britzelt.

Jaja. Meine Unspiris.

Fast mein liebster, ärgster Unspiri, es ward hier schon mehrfach erwähnt (wie Kleist und Konfzius auch), ist Miguel de Cervantes Saavedra.

Der hat ganz einfach eine Geschichte von zween Idioten erzählt, einem, der sich für spiri hielt, es aber nur in seiner Einbildung war (oder auch wirklich doch?), und einem, dessen Spiritualität sich, ähnlich wie meine, auf hinreichend Käs und Wein und gut Nachtquartier zuerst richtete.

Kein Wunder daher, dass er in der Welt der Spiribewunderungsliteratur keinen allzu bedeutenden Platz errungen; die Tiefgründigkeit des Unspirituellen wird von den Spiris eben oft nicht leicht erfasst und gar verstanden.

Dabei wimmelt es im Quijote nur so vor – imaginierten – verfluchten Zauberern und magischen Ebennichtzufällen, und fehlt es auch sonst nicht an mancher Ingredienz, die dem Spiri wohl gefallen möchte.

Allein: Die Geschichte ist zu witzig. Das mag der Spiri nun gar nicht, dass man noch nicht einmal höchstes Spiri nicht humorlos aufbilden möchte. Ein non sequitur. Ein Sakrileg.

Wo war ich?

Ja, genau. Bei der Ungerechtigkeit.

Es ist wahrlich unbillig, echte Spiris, nur weil alles Geist sei, mit mir in einen Topf zu werfen.

Das werde ich auch 2014 nicht unwidersprochen hinnehmen.

Silvestergruß 2013

31. Dezember 2013

Wichtig ist, dass Sie sich für das neue Jahr nichts Besonderes vornehmen. Das hält eh nur vom Elfe bis läut’. Freude ob des eigenen und anderer Daseins. Ganz einfach. Das wünsche ich Ihnen heute Abend. Machen Sie ordentlich einen drauf.

Die Ballade vom bramarbassierenden Buhl

30. Dezember 2013

Zur Zier beim Bier wie ihr stand mir dies Plaisir.

Gedacht, vollbracht, ganz ungeschlacht’ gelacht.

Methoden roden bis zum Boden auf den Soden.

Itzo spitz, knitz, ritz, pfitz, blitz, spritz.

Und rund im Mund entschwund dem Schlund ein Pfund bunt.

In Nebelschwaden unter Arkaden die Maden laden zum Baden in Fladen.

Ja, putzig, trutzig, auch schmutzig, rankt, dankt, beplankt ohn Verdruss das Muss vor dem Kuss.

Sinn bin in; ohn Rast und Last; nie sie, fast auf den Bast, so spie, ackernd, mastgackernd, schrie.

So kam der Dam’, nicht lahm noch zahm, der Sam’, dem, wie aus Lehm, genehm, entsprang, lang statt bang, schneller, heller, greller Gesang.

Und der Bogen, ungelogen, ward, zack, rack, flickflack, behend, bis zum End’ vom Gesend’ im Geländ’, nicht karg, arg, stark, angezogen, und schwupp, flupp, jahupp, von wannen nach dannen wir flogen.

Top-Desinfoagent am Markt

30. Dezember 2013

Ich biete Ihnen schon für 250 Euro die Stunde beste, nach ISO DIN 9002 qualitätszertifizierte Desinfo.

Ufologen, Nazis, EU-Kritiker, Selbstheiler, Eltern gegen Kinderdrogen oder Beschneidung, Leute, die gar Besatzungsfragen fragen: Ich mache Sie für Sie alle alle.

Ich lasse Pfannkuchen auf Stahlbetongebäude hageln, dass die willig in sich zusammensacken, ich mache Ihnen aus einem blutigen Angriffskrieg, der das gewünschte oder auch nicht gewünschte Chaos hinterlässt, eine humanitäre Großtat.

Lange genug auf der anderen Seite gelernt, weiß ich genau, wie man es nicht machen darf. Ich bringe echtes, erprobtes, nachweisbares Expertenwissen mit.

Einzig antijüdische Aufträge kann ich aus historischen wie juristischen Gründen nicht annehmen. Dafür bitte ich um Ihr Verständnis. Bei antimoslemischen Aufträgen bitte ich fallweise um Bedenk.

Auch Rassenhetze habe ich nur gegen Weiße auf der Palette. Das muss nicht weiter erklärt werden.

Meine Methoden reichen von den einfachsten indirekten Frage- und Lockspitzelfallen bis hin zur langfristigen Infiltration und Vernichtung oder wahlweise Okkupation einer Publikation.

Ich bin äußerst nicksicher. Selbstverständlich arbeite ich auch mit Mehrfachdecknamen. Genau dosiert eingesetzt.

Am Anfang jedes Auftrags steht eine detaillierte Analyse des Zielobjekts und des übergeordneten wie anhand dessen zu erreichenden Zieles, woraufhin eine maßgeschneiderte Desinformationskampagne erarbeitet wird. Nach dieser Übung und deren Bezahlung folgt der Hauptauftrag, 50% Vorkasse in bar oder Gold zum Tagespreis.

Selbstverständlich können hier auch zeitlich befristete Pauschbeträge je Auftrag ausgehandelt werden. Das entlastet den Auftraggeber wie den Auftragnehmer bürokratisch in der Regel erheblich. Kleinaufträge werden so schon für 25 000 Euro problemlos abgewickelt.

Ebenso selbstverständlich können Risikozuschläge hinzukommen, besonders dann, wenn es sich um potente Dienste oder entsprechende Großverbrechersyndikate handelt, gefährliche Geheimlogen und dergleichen. Da ist dann sorgfältig abzuwägen, ob Sie meinen Tarif akzeptieren, oder lieber auf einen Billiganbieter zurückgreifen, der in seiner Verzweiflung jedes Geld für jeden Job nimmt.

Klar ist, dass ich für meine Aufgabe, sobald der Hauptauftrag erteilt, weitestgehend freie Hand haben muss. Zu Deutsch: Ein ständig nervender “Führungsoffizier”, der nicht versteht, was ich ansetze, gehört nicht zum Geschäftskonzept. Bezüglich unüberwindbarer Differenzen gibt es, was die zweiten 50% anlangt, Ausstiegsklauseln.

Ich bitte Sie weiterhin um Verständnis dafür, dass ich keine kostenlosen Erstberatungsgespräche führen kann. Der Leute, die sich umsonst das Gewusstwie erjagen wollen, sind nicht wenige.

Hiezu erhebe ich deshalb eine Grundgebühr von 1000 Euro für ein einstündiges Evaluationsgespräch, worauf Sie, nach Bedenk meinerseits, eine weiterführende oder abschlägige Antwort erhalten.

Alle Preise sind freibleibend.

Ich freue mich auf Ihren Anruf.

Magnus Wolf Göller

Schlosserstraße 17

70180 Stuttgart

0711 / 66 48 70 28

Blog: unzensiert.zeitgeist-online.de

 

Nazi-Gruß (II)

29. Dezember 2013

Wenn ein gerade untangelegter linker Arm mit quer fassendem rechten jetzt schon von der französischen Sportministerin als “schockierende, ekelerregende Provokation” bezeichnet wird, da dieser Geste nicht nur protestlerische, sondern auch “antisemitische” Inhalte beigemessen, fragt man sich doch, welche Arten der Körperlichkeit demnächst noch, nach dem römischen (deutschen) Gruße, in den Ländern der Guten zu verpönen sind.

Mancher, der in den letzten Jahren auch nur mit der Rechten zu eifrig wunk, ward schon verdächtigt bis abgestraft.

Statt den Arm rechts oben, den linken unten. Das ist ja wirklich besonders perfid, schockierend, ekelerregend.

Achten Sie fürderhin auf Leute, die öffentlich den linken Arm unten haben. Besonders, wenn sie sich mit dem rechten auch noch quer dranfassen.

Es mag so aussehen, wie als ob da einer mit den Händen gerade nicht so viel zu tun habe, sich einer lediglich am linken Arm kratze: Doch, ja, höchste Wachsamkeit ist angezeigt! Man falle solcher Tarnung nicht zum Opfer!

Hier gehört jeweils wenigstens ein Schmerzphon-Photo oder besser -Video direkt an die Staatsanwaltschaft, auf dass die prüfe.

Was ist mit Leuten, die beide Arme unten haben? Tarnen die sich nicht nur noch besser? Und jene mit beiden oben, all die Turnerinnen, sind das nicht alles Nazibräute in Camouflage?

Wer darf seine Arme wann wie halten?

Das ist doch die Grundsatzfrage hier.

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Nachtrag

Ich habe tatsächlich links und rechts verwechselt. Ich merkte es zwar bald, sage es jetzt aber lieber doch, am 4.1.14.

 

Nazi-Gruß

29. Dezember 2013

http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/umstrittener-torjubel-verdeckter-nazi-gruss-von-anelka-12730676.html

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/umstrittene-quenelle-geste-frankreichs-schupfnudel-debatte-a-941166.html

Es stimmt, wie so oft, fast alles nicht, und dafür wird man dann erst recht noch angeschwärzt. Die Welt ist schlecht.

Dem theoretischen Weibe

29. Dezember 2013

Wenn ich mich recht erinnere, habe ich in meinem Leben nur ein kleines echtes Liebesgedicht, einen Vierzeiler auf Spanisch, den ich nach bald 25 Jahren auch schon vergessen habe, verfasst.

Schon merktümlich. Verliebt war ich in jüngeren Jahren öfter, ich schrieb auch schon manchmal manches, aber doch keine Liebesgedichte.

Was hielt mich zurück? War mir das Genre als solches schon zu schlüpfrig, zu peinlich? Traute ich mich nicht, oder wollte ich doch lieber nicht in einen Zerrspiegel meiner selbst wie auch der Angebeteten schauen?

Lust, einen inneren Antrieb, verspürte ich bisweilen schon, allein, damit zur übermächtigen Wirrnis wenigstens etwas gesagt sei; dann aber hatte ich wohl zu viel Furcht vor dem Schwulst, von dem mir ahnete, dass er fast unabdingar entstehen werde, unterfinge ich mich der Aufgabe auch noch so ensthaft.

Ja, solch eine unfeiwillige Satire meines verwirrten Geisteszustandes selbst abzufassen, das Ergebnis dann mannhaft tragen zu müssen, das schreckte mich wohl wirksam ab.

Ich kam allerdings noch nicht auf die Idee, ein rein theoretisches Liebesgedicht zu schreiben. Trotzdem klar aufs Weib bezogen, nicht etwa einen rauschenden Tannenwald im Herbststurme.

Wie aber nun sieht das theoretische Weib aus? Welche Eigenschaften an ihm sind besonders zu loben und zu preisen? Betriebe man hier nicht, nolens volens, wiederum eine Art der Vergöttlichung, alswelche, bei näherem Hinsehen, noch weiter außerhalb nicht nur jeder vernünftigen, sondern gar eigentlich erträglichen Rede?

Und letztlich wäre ein Liebesgedicht an das theoretische Weib ja noch ein viel unbilligerer feuchter Traum, denn eins, dass sich an eine echte Dulcinea wendete.

Ein viel ärgeres Trugbild, eine einzige, ideale Projektion.

Wo man das zu vermeiden trachtete, da wären nun dem theoretischen Weibe nun schon ein paar Fehler anzudichten, welche entweder unvermeidlich, oder eben zur Glaubwürdigkeitsmachung des Bildes unerlässlich.

Es nervt also, zum Beispiele, schon manchmal, dass das theoretisch-beinahe-ideale Weib ab und an oder auch länger etwas nachtragend, launisch, aber das verblasst natürlich alles vor dem, was es ansonsten all vor lauter Liebe schaffet und verströmet.

Man könnte glatt einen Wettbewerb daraus machen: auf die Kuglifizierung des Kubus.

Ich gebe nun eine Lockzeile dazu:

Selbst wo sie war so bar

Im Triebe ihrer Hiebe fließender Liebe

Frau Allgeist

Indes meist

War lang sie nicht schon wahr

 

Guten Weins

27. Dezember 2013

Wo meiner guten Weins, da bin ich gleich so Lamm wie fromm.

2014 wie in den kommenden Yottajahren

26. Dezember 2013

Jetzt mal ein positiver Minimalausblick aufs Jahr 2014.

Für die Rosstäuscher im Netz könnte ein hartes Jahr anbrechen.

Ich meine erstmal nicht Facebook, Apple, Google, die NSA & Cie.

Es sind die bezahlten U-Boot-Schreiberlinge in den Foren, es sind zumal diejenigen “alternativen” Netzseiten, die sich einem zunehmend erwachsenen Publikum gegenübersehen, das noch und grade erst recht dem geschenkten Gaul ins Maul schaut.

Zwar wird für die Cyberarmeen, die mit Texten und Videos arbeiten, mit Kommentaren und mit Anschwärzung, immer mehr Geld ausgegeben, man schläft nicht, verfeinert die Zersetzungs- und Desinformationsmethoden, die Desavouierung von Seiten und Autoren, aber sieht es doch nicht danach aus, wie als ob diese in diesem Bereich allzugroße Fortschritte machten. Im Gegenteil.

Wo man selbst Seiten betreibt, eine interaktive Kommunikation bieten will, meist sinnigerweise muss, also Kommentare zulassen, da entlarvt man sich in der Regel, jedenfalls indem ein gewisser Erfolg eintritt, durch vorgenommene Zensur, sobald wirklich kritische Fragen kommen.

Und wenn man nun schon groß ist unter den Kleinen, dann spricht sich das jetzt schon sehr schnell herum. Mal sehen, wer sich 2014 den Titel verdienen wird, die “alternative ZEIT” zu sein, als jene Publikation, die am dummdreistesten zensiert.

Zensur in “alternativen” Medien kommt natürlich auch aus genuin weltanschaulichen Gründen massenhaft vor. Das sind dann aber spezialreligiöse und esoterische und gewissermaßen Sektenseiten, eher keine größeren Plattformen.

Eine ganze Menge Entlarvung könnte da stattfinden, ohne GPS-Schmerzphonortung, ohne Kontonummer nebst Fingerabdruck, einfach auf dem Wege der eingeforderten Redlichkeit. Der jüngsten aller Tugenden, wie sie Nietzsches Zarathustra ausweist.

Ein bestellter Text ist eben, wenn er nicht in dem Sinne bestellt, dass ein Dostoijewski seine Spielsucht nur durch Ablieferung von Fortsetzungen seiner Erzählung bei der Zeitung überlebensfähig halten kann, sehr schnell als nur ein solcher zu erkennen. Zumindest dann eine Textfolge.

Wie viele professionelle Trolle wird man wohl weltweit beschäftigen?

Keine Ahnung.

Aber von den wirklich guten hat man, je nach Qualitätsmaßstab, allerhöchstens ein paar tausend.

Der Rest kann meist nicht viel mehr, als jene, die einfach über die normalen Programme, also praktisch von selbst, funktionieren.

Das Problem für einen Spitzentroll bzw. dessen Auftraggeber ist, dass er ja auch irgendwann Ergebnisse liefern muss, Aufträge vielleicht erst nach Vorprüfung annimmt, lieber ablehnt, wenn er weiß, dass er hier, selbst bei viel harter Arbeit, gar plötzlich hart auf die Nase fallen oder auch nur an den Rand der Geschehnisse abgedrängt werden könnte, seine Reputation allzu fahrlässig aufs Spiel setzen.

Es ist nämlich durchaus so, dass geübte Mitforisten, auch unter dem Schirme eines geübten Administratoren, aus einem Troll der Extraklasse am Ende noch einen relativen Hanswurst machen, dabei aber, ohne dass der dies vordem merkt, seine Volten und Einsprüche zur besten Würze der Debatte mit Plaisir beiziehend.

Wen braucht man, was braucht man, als Troll der Extraklasse?

Im Grunde braucht man einen, den es fast nicht gibt. Er sollte ja bestenfalls eine scheinbare Sie sein und ein hervorragender Philologe, der sich bei Bedarf immer so als ein bisschen doof hinzustellen weiß, auf sprachlicher wie auf inhaltlicher Ebene, dass das noch der Gewitzteste nicht merkt. Cervantes konnte sowas. Er hatte allerdings nicht nur studiert, sondern auch gegen die Türken fechtend einen Arm verloren und danach schon als junger Mann in Kriegsgefangenschaft in Algier unter täglicher Lebensgefahr gelernt. Egal. Meines Wissens ist er so oder so nicht im Angebot.

Es werden jedenfalls auch 2014 nicht Bits und Bytes entscheiden.

Das gilt sowieso, mindestens, auch für die kommenden Yottajahre.

 

 

Erdogan “Opfer zionistischer Verschwörung”?

26. Dezember 2013

“Noch immer sitzen in der Türkei tausende Journalisten, Intellektuelle, Oppositionspolitiker in Haft – oft ohne Chance auf ein rechtsstaatliches Verfahren.” – So heute zu lesen auf SPON.

Das aber scheint auch jetzt, da in der Türkei ein undurchsichtiger Machtkampf innerhalb der islamischen neuen Elite tobt (die Gülen-Bewegung und Erdogan scheinen gegeneinander anzutreten), keinen sonderlich zu interessieren oder zu stören.

Erdogan sieht sich – also die Türkei – inzwischen zum wiederholten Male ausländischen verschwörerischen Mächten ausgesetzt, und wahrscheinlich glaubt er das nicht nur selber, sondern ist auch mehr als ein Körnchen Wahrheit daran. Denn ohne Duldung des Westens, jedenfalls der USA, wird der dort lebende Gülen, bestens vernetzt, seine Truppen kaum gegen den “Sultan” in Gang gesetzt haben. Duldung kann man hier natürlich recht wahrscheinlich mit Billigung, Unterstützung, ja gar einem im Auftrage Handeln als bedeutungsmäßig kaum abzugrenzen ansehen.

Wieso nun aber das?

Die Türkei hat unter Erdogan – viele sagen, der Boom der letzten Jahre sei rein schuldenfinanziert, beruhe auf einer Bau- und Immobilienblase – noch jüngst einen großen Teil der Drecksarbeit beim Angriff auf Syrien gemacht, ganz im Sinne der USA, Großbritanniens, Frankreichs, Saudi Arabiens und Qatars: Was hat der nun auf einmal Böses verbrochen?

Ich denke nicht, dass es wirklich um die wohl gewaltige Korruption und Vorteilsnahme der AKP-Kader geht, denn die wurde sicherlich nicht erst in letzter Zeit ruchbar.

Dass es nun aber wahrscheinlich gar nicht eigentlich um diese geht, hilft Erdogan auch nicht viel, sollte ein erheblicher Teil der Vorwürfe stimmen, die erhoben wurden. Er steht mächtig unter Druck, versucht mit großer Mühe, hart durchzugreifen.

Rätselhaft ist mir auch, wie mehrere hundert Spezialisten so geheim selbst gegen Ministersöhne und andere Untouchables ermittelt haben sollen, ohne dass Erdogan rechtzeitig Wind davon bekam und einschreiten konnte.

“So wie das für Zionismus, Antisemitismus und Faschismus gilt, ist es unerlässlich, Islamophobie als Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu betrachten.” – So Erdogan bei einer UN-Konferenz zur Förderung des Dialogs zwischen Religionen und Völkern im Februar in Wien. Die Empörung war groß.

Und schon im November 2012 hatte er Israel als terroristischen Staat bezeichnet, der in Gaza ethnische Säuberungen durchführe.

So etwas sagt man nunmal selbst als Sultan lieber nicht. Beachtlich durchaus die Chuzpe, vorauszusetzen, dass der Zionismus als Verbrechen gegen die Menschlichkeit betrachtet werde, den Faschismus (damit in der international üblichen Diktion auch und gerade den Nationalsozialismus einbegreifend) zum Vergleiche heranziehend, und noch den Antisemitismus, dann die Islamophobie, nebenan zu stellen.

Ja, empört, entsetzt waren sie alle. Aber sie wussten nicht recht, was sie sagen sollten. Man konnte Erdogan ja nicht gleich in die Klapse einliefern oder zum Schauprozess in den Haag.

Nein, Herr Erdogan, Sie waren einige Zeit nützlich, aber so etwas tut man nicht. Da hilft es gar nichts, dass Ihre Aussage in sich logisch reichlich inkonsistent ist. Erstens will man das den Leuten in diesem Falle lieber gar nicht vor Augen führen, und zweitens werden die Zionisten, von deren Gnade der Herr Ministerpräsident in erheblichem Maße überhaupt erst auf dem Posten, den er bekleidet, eine derartige Insubordination schon aus Prinzip nicht durchgehen lassen, denn da könnte ja bald jeder kommen.

Insofern also Erdogan auch einflussreiche jüdische Kreise hinter seinen aktuellen Problemen – wie auch schon jenen mit dem Gezi-Park – vermutet, mag er damit durchaus recht haben.

Das aber wird kein MSM-Medium des Westens so leicht ins Spiel bringen, denn AIPAC bezeichnet sich zwar selbst als die einflussreichste politische Lobby der Vereinigten Staaten, aber nicht jeder Hinz und Kunz darf das auch sagen, zumal nicht zu besonderen Gelegenheiten.

Ja, ich fürchte, Herr Erdogan, da stehen Sie vor “der Weltöffentlichkeit”, “der Weltgemeinschaft” auf verlorenem Posten.

Bei uns in Deutschland z. B., bei der ganzen Springer-Presse, gibt es gar keinen Job bzw. eine vertragsbedingte Kündigung für Leute, die nicht für Israel und damit natürlich auch die zionistische Ideologie eintreten. Da haben Sie schonmal keinerlei Sympathien oder Verständnis zu erwarten.

Man hat sogar das Thema Iran/Embargobruch/Geldwäsche in Verbindung mit Vorteilsnahme ins Spiel gebracht. Die US-Geheimdienste und der Mossad werden wissen, was gelaufen ist. Fragt sich nur noch, was sie liefern. Wenn die wollen, kommt was sie wollen noch am selben Tag auf Reuters, dpa usw.

Vielleicht soll es ja nur ein heftiger Nasenstüber sein, und man lässt Sie weiterregieren, wofern Sie sich in den wichtigen Sachen richtig, geläutert, benehmen.

Man gönnt Ihnen und Ihren Leuten dann weiterhin großzügigste Formen des Bakschisch, das ist doch kein besonderes Problem.

Ja. Oder es geht eben wirklich ums Ganze für Sie. Dann haben Sie meines Erachtens, soweit ich das von Außen beurteilen kann, schlechte Karten.

 

 

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