Sprichwörter und Aphorismen

16. Mai 2013

Mancher Aphorismus ist bloß ein Sprichwort für wenige.

NSU-Prozess: Gigarechtsstaat in Aktion

15. Mai 2013

Nichtmal Wasserflaschen und Pausenbrote dürfen die Journalisten beim NSU-Prozess mit reinnehmen, und wer in einer Sitzungspause den Sicherheitsbereich verlässt, verliert seinen Platz. Da der einzige Wasserspender schnell leer gewesen sein soll, werden wohl einige von den feinen Damen und Herren entweder länger gedürstet oder auf den Abtritten ganz urschwäbisch aus den Wasserhähnen haben saufen müssen. Das nervt sie mächtig.

Es geht um zehn Morde, scheinbar.

Der Haupttatverdächtige, der noch am Leben, Andreas Temme, ist zwar nicht angeklagt, was aber keinen stört, denn es geht darum, dass das Kruzifix im Saale abgehängt werden soll, die Journalisten keine Mollis basteln können und auch nicht mit Leberwurstbroten werfen. Weiterlesen »

Bilderburger und ein grüner Held

13. Mai 2013

Trittin isst rein pflanzliche Bilderburger schon zum Frühstück.

Und sonst?

13. Mai 2013

Ich bin immer sonst.

Schafsmedien links liegen lassen

13. Mai 2013

Die Schafsmedien immer weiter links liegen zu lassen, muss man keinen Schritt nach rechts; nur stet gradaus.

Gründerzeit in Südschwitz

13. Mai 2013

Die Hintlinge bauen Zisternen wie die Gedopten.

Seit der Buschpflanzen-Roland ihnen gezeigt hat, was man auch mit wenig Wasser, über Pionierpflanzen, mit Halbverschattung durch Akazien, den richtigen Sorten, Dornbuschhäckselgut, mondgebundener Aussaat und Ernte, Wasweißichnoch, alles erzielen kann, ist im Wilden Westen von Südschwitz eine neue Gründerzeit ausgebrochen.

Unter den Hintlingskindern ist ein veritabler Kamel- und Ziegendungsammelwettbewerb entstanden, denn durch die expandierende Landwirtschaft ist die Nachfrage groß, und so bringt ein Sack getrocknete Scheiße zuhause oder am Markt in Buschhausen kein schlechtes zusätzliches Taschengeld.

Etwas Anstoß erregte lediglich, dass einer meiner Schüler, der ein rechter Spaßmacher (ich half auch noch mit, nicht ahnend, was ich da anrichte), im Kurs für kreatives Schreiben das Scheißesammlerlied nicht nur erdichtete, sondern auch sehr schnell populär zu machen wusste. (Nicht wenige fanden nicht nur den Text erstmal gar nicht witzig, sondern auch, dass er überdies zur Melodie der deutschen Nationalhymne gesungen wird. Es hat schon im Original bislang nur eine Strophe.)

“Scheiße, Scheiße über alles,

Über alles auf dem Feld,

Wenn sie stets zu Nutz und Putze

Säuberlich beisammgekellt

Von der Geiß bis ans Kamele,

Von der Quetsch bis ran ans Geld -

Scheiße, Scheiße über alles,

Über alles auf dem Feld!” Weiterlesen »

Wie Leute im Netz ihre Nicks verbrennen

13. Mai 2013

Ich will hier einleitend, nur in Auszügen, exemplarisch, die Eskalation einer gestern erlebten Kommentatorendiskussion beiziehen.

Zunächst hatte ich in der Tat selbst scharf angegriffen, indem ich eine Kernpassage des anderen nachzitierte und mich dazu also äußerte:

Göller: Ich bitte Dich mal darüber nachzudenken, was für einen in sich verqueren, haltlosen Unfug Du da erzählst.

Deckname: Dass du hervorgekrochen kommst, ist mir klar. (Zur zitierten Passage sagte Deckname nichts.)

Deckname: Ich stech ins Wespennest, mir klar, aber eben ansehbar.

Göller: Ich kann wenigstens noch selber kriechen. Selbst hervor. Weiterlesen »

Konstantin: Rats und Rede in Rottweil

12. Mai 2013

Indem Konstantin nach seinem ersten vergnüglichen Abend in Rottweil erst einmal gut ausgeschlafen, sich gereckt, ein angemessenes Frühstück eingenommen, Stadt und Umgebung ein wenig durchstreift, wobei er zunächst den Eindruck hatte, dass die Rottweilerinnen etwas vierschrötiger denn die Freiburgerinnen daherkämen, was er vorderhand dem rauheren Klima zuschob, wofür er sich dann aber schalt, da sein Urteil diesbezüglich vielleicht doch noch etwas getrübt sein mochte, begab er sich, wie vereinbart, um zwei Uhr, an jenen vereinbarten Ort, etwas oberhalb der Stadt, wo er vom Ratsherren zur verschwiegenen Zusammenkunft ein gemütliches Bänklein, mit herrlichem Ausblicke, leichthin fand, diesen schon daselbst auf ihn wartend sitzend.

“Ha no, schee, dad kommschd, setz die erschdmol noh!”, ward er feundlichst begrüßt.

Also setzete er sich, und erst einmal schwiegen beide ein paar Minuten, der Frühlingssonne und der herrlichen Landschaft genießend.

“Wie kann ich Euch helfen, werter Rat?”, hub Konstantin schließlich an.

“Wir haben arge, streunende Rottweiler, wissen uns derer nicht mehr zu helfen.”

Zunächst verstund Konstantin nicht, dann aber ward ihm schnell klar, dass es sich hier wohl um Vertreter der so genannten Hunderasse handeln müsse, derer er schon welche als selbst für einen wackeren Burschen, wenn in Wut, wofern der kein gutes Messer griffbereit, als eine möglicherweise nicht unernsthafte Prüfung erlebt hatte.

“Ja seid ihr Rottweiler nicht manns genug, ein paar streunender Rottweiler Herr zu werden, und sei es, dass der Knüttel sausen muss, bis dass sie Ruhe geben?”

“So einfach ist die Sache leider nicht. Nicht nur, dass wir Rottweiler Rottweiler lieben, es geht auch um das Ansehen unserer Stadt in aller Welt. Was soll man denn von uns halten, wenn wir, uns nicht anders zu helfen wissend, beginnen, Rottweiler totzuschlagen? Was denkst du, wie man nicht nur in Tuttlingen und Villingen, nein gar in Stuttgart und darüber hinaus, über uns lachen und spotten wird? Der Ruf der ganzen Stadt, aller Rottweiler, steht auf dem Spiele.”

“Wie kam es denn, dass die Hunde wild und bös wurden?”, fragte Konstantin.

“Es gibt hier drei große Züchter. Jeder versuchte die anderen darin zu übertreffen, dass er noch größere und schärfere Rottweiler habe. Bei der jährlichen Schau sind dann plötzlich, unvermittelt, von jedem vier Tiere ausgebrochen, die stärksten; seitdem holen sie sich Hühner, Jungsauen, Kälber, Schafe, Ziegen: was sie nur finden. Dem Breitgwann Karl haben sie sogar seinen Zuchtbullen niedergemacht und zusammengefressen.”

“Hat denn keiner versucht, mit den Hunden zu reden?”

“Natürlich haben wir das versucht. Sie greifen ja auch keine Menschen an. Jedenfalls noch nicht. Aber wer sich hinstellt, der bekommt ein Geknurre und Gefauche, dass er sich nicht weiters versuchen will, wann er nicht doch einmal rottweilermäßig gebissen wird. Du weißt, wie Rottweiler beißen können?”

“Ich habe es mir sagen lassen. Gründlich. Kann der Knochen schnell ab sein. Das wünsche ich keinem.”

“Eben.”

“Das Beste also, wenn ich das richtig verstanden, wäre, wenn ich mit den Tieren mal vernünftig redete.”

“Genau.”

Konstantin dachte eine Weile nach und sagte schließlich: “Gut, ich will mich dessen unterfangen. Aber ich brauche Hilfe.”

“Welcher Hilfe?”

“Ich bedarf der zwölf stärksten Männer Rottweils, die es mit bloßen Händen je mit einem Rottweiler aufnehmen können, Hunde lieben, je gerne einen guten Rottweiler hätten.”

Der alte Rat wog seinen Kopf hin und wieder, sagte schließlich: “Ich werde dir die Männer schaffen. Wir treffen uns morgen Abend in der Rottweiler Stube, allwo ich dich kennengelernt. Um die Zeche mache dir schonmal keine Gedanken.” Weiterlesen »

Vom Glaubenwollen als Stabilisator historischer Lügen

11. Mai 2013

Es geht um die letzten hundert Jahre historischer Lügen, derer ich hier bewusst keine erwähnen, geschweige denn erörtern will.

Denn hier soll allein der Frage nachgegangen werden, wieso selbst längst mehrfach und unzweifelhaft entlarvte gewaltige historische Lügen selbst jetzt noch, im Netzzeitalter, da entsprechende Berichte und Zitate leichthin auffind- wie verbreitbbar, daher auch nicht gerade nur, wie noch vor 20 oder 30 Jahren, wenigen bekannt oder zugänglich, ständigzu weiterhin aufrechterhalten und im großen Maßstabe, als absolute, unbezweifelbare Wahrheiten, verbreitet werden können.

Die naheliegende, bekannte Antwort lautet, die Massenmedien seien eben in den Händen jener, die von dieser Lage profitieren, sie erst herbeigeführt hätten.

Das genügt mir nicht. Weiterlesen »

Konstantin in Rottweil

10. Mai 2013

In den zwei Tagen, die Konstantin brauchte, Rottweil zu erreichen, endlich durchs Schwarze Tor zu schreiten, dachte er immer wieder an das Gesicht mit dem Männlein auf dem Feldberge, zumal dieser Spruch, den es ihm gesagt, wollte ihm nicht aus dem Sinne:

“Was weißt du denn schon davon, was du gelernt!”

“Wie soll ich, Heidenblitz aber auch, wenig oder gar nichts von dem wissen, was ich gelernt? Heißt das, ich kann allerlei Sachen, dachte nur noch nie daran? Wie lernt man etwas so, dass man nichts davon merkt? Was könnte es denn alles sein, das ich schon gelernt, aber noch nichts davon weiß?”

Inzwischen waren Brot, Zwiebel, Käs, Schinken und Wein aus Freiburg aufgebraucht, und Konstantin brachte einen guten Wandererhunger und -durst mit in die schmucke kleine Stadt am Neckar, die für ihre Fasnet, also auch für keinen Mangel an Narren, wenigstens zeitweis im Jahr, weithin berühmt. Weiterlesen »

Dem Nachwuchse XXV

09. Mai 2013

Erstmal ist zu begreifen, dass man, hat man etwas zu sagen, allenfalls seltenst schnell verstanden werden wird. Eher werden Nichtbeachtung, Spott, Verachtung, Verhöhnung, bestenfalls Anfeindungen die Wegbegleiter sein. Ja, so gnadenlos ist das. Hat man, erfängt man seine Welt nicht in sich selbst, so ist man verloren, oder verloren, indem man zu einer Hofschranze mutiert. Der Weg des Schaffenden ist steinig, dornig, unsicher, hart. Wenig Atzung am Rande. Lange. Der Lohn für die Mühsal ist zunächst nur, dass man sieht, was andere nicht sehen. Den aber gilt es wertzuschätzen.

Irgendwann ist man so weit, dass es vergiftetes Lob hagelt. Ja, das sei schon so, aber auch ganz entschieden anders, wofern man sich nur zu benehmen ergäbe, könne es schon noch was werden.

Noch weniger Weiber, üblicherweise, werden auf das etwas geben, was man tut, denn Männer. Warum? Das erklärt sich von selbst.

Irgendwann aber, wenn man beharrlich, noch viel weiter oben angelangt, bröckelt die Ignoranz, und selbst die Bosheit bekommt Probleme mit sich selbst. Das heißt aber noch lange nicht, dass man eigentlich gehört werde. Gerade da kann sich die Bosheit bis zum Sichüberschlagen steigern. Man habe nochmal extra Acht.

Der nicht weiß, dass er womöglich dereinst schäbig verscharrt werden könnte, soll sich auf diesen Weg besser gleich gar nicht begeben. Nur wer wirklich will, wird etwas schaffen.

Irgendwann tut alles weh. Wie als ob es nichts Schönes mehr gäbe auf der Welt. An dieser Stelle ist es entscheidend, dass man noch die letzte Hoffnung fahren lässt: aber eben gerade nicht das Selbstvertrauen.

Diese beiden haben nämlich nicht das Geringste miteinander zu tun. Fast könnte man sagen, dass sie Feinde seien.

Erfolg darf einem keinerlei Maßstab sein. Der Erfolg ist einer der größten Betrüger.

Ja, man darf und soll auch etwas für sich wollen. Man lebt. Wer aber nur für sich etwas will, wird schon an der Vortreppe scheitern. Das ist gewiss.

“Adel verpflichtet”: Das ist immerzu das Gebot.

Wenn andere etwas nicht vermögen, ist es meins, es zu tun.

Ganz einfach.

Es war nie anders.

 

Klug ist dumm, und dumm ist klug

09. Mai 2013

“Fair is foul and foul is fair”

Ich übersetze Shakespeare jetzt mal sehr frei, zeitgemäß: “Klug ist dumm und dumm ist klug”.

Klug, also dumm, sind die an ihren Schmerzphonen hangen; dumm, also klug, ist der Rest.

 

Von den neuen Aristokraten

09. Mai 2013

Eben wurde ich gefragt, ob ich wirklich eine Möglichkeit sähe, die Hölle abzuwenden. Angesichts der hypnotisierten Massen.

Ja und nein.

Ja, weil ich nur an zwei Dinge glaube: die Möglichkeit der Genesung und die Lernfähigkeit. (Wobei das deshalb schon recht eigentlich keine Glaubenssätze sind, weil ich beides schon gesehen habe, also darum weiß.)

Nein, weil ich nicht an die Hölle glaube. (Ich war zwar schon als Kind dort, aber das war nur meine persönliche Hölle, also nicht “die Hölle”.)

Indem nun der mich fragte kein jenseitiges Konzept ansprach, sondern vielmehr die Hölle auf Erden, in dem Sinne, dass man einen schmerzphongesteuerten (bald schmerzbrillengesteuerten) Weltsklavenstaat errichte, sage ich nochmal: Ja, ich sehe eine Möglichkeit, die Hölle abzuwenden.

Der Weg mag manchem beschwerlich erscheinen, nicht leicht fallen, aber er ist denkbar einfach: Es geht um denjenigen zum Selbst. Manche nennen es auch Identität. Weiterlesen »

Vom Lernschiet

08. Mai 2013

Auf Leser Dudes Seite – seinem “Stammtisch” http://dudeweblog.wordpress.com/stammtisch-plauderecke/#comments – schrieb ich vorhin ihm antwortend folgendes, was doch auch hierher gehört:

“…laberst Mist zusammen…Dünnpfiff”: Da ich hier – wie immer – unter Klarnamen unterwegs, bedarf es da doch einer Riposte.
Selbstverständlich sind meine Texte von unterschiedlicher Qualität (die oft aber jeweils sehr verschieden gesehen wird); es mag auch durchaus sein, dass ich es gelegentlich oder gar insgesamt mit der Redundanz übertreibe; derart vernichtende Urteile höre ich aber nur, ab und an auch von R. (der mich dessenthalben immerhin nicht Ar….och zu nennen geruht), wenn ich etwas sage, was einem inhaltlich, zumal ideologisch, gewaltig gegen den Strich geht. Also, wenn ich mal wieder nicht genug Respekt vor dem Licht, Osho, der Reinkarnationslehre, Jesus usw. an den Tag lege. (R. sagt da auch durchaus mal: “Was du da hingeschrieben hast, ist Scheiße.”)
Nun, was soll mir das bedeuten?
Dass ich immer darauf achten möge, nichts zu verfassen, was mir voraussichtlich (meist rieche ich den bereitstehenden Koteimer schon vorher; das ist mit etwas Erfahrung nicht schwer) derlei Urteile einbringen werde?
Den Deibel werde ich tun.
Derlei Fäkales zu hören, ist zwar im Moment nie besonders angenehm, aber es geht mir im Grunde am Arsch vorbei, denn inhaltlich logisch-kritische Sachlichkeit oder fundierte Stilkritik waltet da wenigstens wesentlich nie. Der kleine, grindige, neidische, unreife, unspirituelle, schmalhorizontige, bösartige, frustrierte, schwarzgallige geifernde Magnus hat sich lediglich mal wieder erdreistet, Höchstheiliges oder Größtheilige in Zweifel zu ziehen oder/und etwas Spott über jene auszugießen, die gefolgsam, und dafür bekommt er dann eine maximale Breitseite. C’est la vie.
Noch zur Redundanz und zum Nietzsche-Vergleich: Nietzsche hat mehrere Bücher über Irr- und Aberglauben, verlogene Moralen, christlichen Unfug usw. geschrieben, was er sicherlich auch knapper hätte halten können. Vom Kerngehalte her war da auch vieles redundant. Er hätte einfach sagen können: “Der Christ glaubt Mist.” Vielleicht noch drei ähnlich knappe Sentenzen zum Judentum, Buddhismus, Herbeiglauben insgesamt. Ob man indes in aller Welt noch über hundert Jahre nach seinem Tode den Gehalt dieser Sätze diskutierte, bleibt doch fraglich.
(Ich denke, ich muss heute oder spätestens morgen mal wieder angreifen. Etwas richtig unnötig bescheuertes Beschissene schreiben. Die letzten Tage war ich wohl gar zu lieb.)

Wie erfülle ich jetzt die Klammer? Weiterlesen »

Was alle gerne könnten: Schwäbisch

07. Mai 2013

Ich darf nicht anders, kann nicht anders, es ist schlicht meine Pflicht, einmal wieder geradezurücken, was in der Welt schief.

Heute geht es um die verachtete, verleumdete, allfällig unter großen, um desto hilfloseren Mühen Herabsetzungsversuchen ausgesetzte schwäbische Mundart.

Woher dieses Ressentiment, diese Wut, die manchmal sogar – in Berlin inzwischen endemisch – in offene Feindseligkeit mündet?

Man kennt die üblichen Argumente: Das Schwäbische sei unverständlich, in seiner revoltierenden Primitivät einzigartig, es beleidige gar das Ohr von Südhessen, Leipzigern, Oberpfälzern.

In Wirklichkeit ist es der Neid, der aus diesen Unflatwürfen ersichtlich.

Denn das Schwäbische ist die aristokratischste Mundart aller. Weiterlesen »

Frau Zschäpes Haare

06. Mai 2013

Mehrere Gerichtsreporterinnen haben sich am ersten Tag des NSU-Prozesses offensichtlich fast nur gefragt, ob ihre Haare so gut gewaschen seien wie jene der Hauptangeklagten. Die vorher womöglich gar noch beim Gefängnisfriseur war.

Manchmal sind Weiber der Reihe nach so doof, dass einem das Mitleiden kommen könnte, wären sie dabei nicht so kleinlich, neidisch, lächerlich, idiotisch boshaft.

Was hätten die wohl geschrieben, hätte sich Frau Zschäpe die Haare nicht gewaschen gehabt?

Was kann das Land dafür, sollte Frau Zschäpe schönere Haare haben, als irgendwelche Journalistinnen? Weiterlesen »

Erfreuliches aus Südschwitz

06. Mai 2013

Es war ganz schön haarig, doch hat Norddoof (Berlin) den Finanzabschakalen in Südschwitz die Geschäftsgrundlage endlich entzogen. Wir sind sozusagen nicht mehr offshore.

Ollis beinahe schon randalierende Rentner, eine gute Koordination der Prostestaktionen der Hintlinge, Zenzis beherzter Einsatz, schildernd, welch kinds- und sittenverderbliche Elemente da unerträglicherweise nach Südschwitz hereingebrochen seien, dass sie, selbst, wofern dieser Unfug nicht bald ein Ende gesetzt bekomme, sich einem Hintlingshag anschließen wolle (die Hintlingshage, also in diesem Zusammenhang auch Widerstandsgruppen, werden, die Hintlinge meinen, das sei schlagkräftiger, geschlechtergetrennt geführt), und zwar zackig, zudem meine subtile Katastrophetie in Wort und Schrift, sollte der Pest nicht entschlossen gewehrt werden, taten ihre Wirkung.

Die Finanzabschakale sind gutteils schon weg, und der Rest sitzt auf gepackten Koffern.

In Freiberg war es schon vorgekommen, dass junge Burschen nachts, kaum zu bändigen, bis zum Morgengrauen skandierten:  ”Gesindel, Geldschwindel, raus!”

Abgesehen von dieser unser Gemeinwesen in Südschwitz überaus förderlich betreffenden Entwicklung ist Mona, nachdem der BND das zwar freiwillig, aber im Ergebnisse doch eher unfreiwillig, dabei sehr gut bezahlt, eingefädelt hat, jetzt fast schon wieder ganz richtig bei Olli. Sie ziert sich noch ein wenig, aber das hat ja auch seinen Reiz. Weiterlesen »

Konstantin auf dem Feldberge

06. Mai 2013

Konstantin wusste aus Freiburg nur noch eins: Hinauf! – Also erstieg er, fast wie als ob blind und taub, der Landschaft kaum achtend, kaum, dass er zwischendrein einmal rastete, den Feldberg, wo er zum Sonnenuntergang ankam. Unter ihm alles sichtbare Land, über ihm nur der klare Maienhimmel.

Nachdem er einen Platz für die Nacht ausgemacht, wo es nicht zu zugig werden sollte – an manchen Stellen lag noch Schnee – , setzte er sich auf einen einsamen Stein, schaute allumher, trank einen Schluck von jenem vortrefflichen Riesling, den Gerlindes Hans ihm mitgegeben, und schließlich, da er den ganzen Tag nichts gegessen hatte, nicht einmal ein Konstantinsmagen sich vom langen Wandern füllt, griff er, zunächst zögerlich, dann immer zupackender, auch zu Brot und Schinken.

“Haltloser Vagabund du!” – rief er in die Abenddämmerung, alsda sich in den Tälern schon feine Nebelschleier bildeten.

Venus zeigte sich schon am Horizonte, die Nacht versprach kristallklar und kalt zu werden.

“Kann ich nicht ein anständiger Mann sein, so wie Hans?”

“Will ich immerzu unstet wandern, bis dass ich als Greis, allein, gebrechlich, von einem dunklen Stege in ein rauschendes Wasser rutsche, erbärmlich, felsenzerschunden, einsam ersoffen?”

“Was treibt mich noch, wozu immer irgendwohin?”

Da hörte Konstantin ein seltsames feines Zischen, es schien, als dränge es von unten, aus dem dichten Tann herauf, und nach und nach begann die Luft um ihn zu sirren. Endlich ein Rascheln, er wand sich um, und gewahrte ein winziges Männlein, gerade eine Handspanne lang, das mit fröhlichem Gesichte einen fingerhutgroßen Becher hob, freundlichen Gesichtes, gebärdenmäßig, einen Schluck vom Rieslinge begehrte. Weiterlesen »

Zerselbstung

05. Mai 2013

Die willige Zerselbstung ist das Ziel jener.

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