Archiv für die Kategorie ‘Sprachwissenschaft’

Berthold Kohler kann’s

Freitag, 04. Januar 2013

Berthold Kohler von der FAZ kann’s.

Zwar kommen auch Kollegen mal in der “Sprachglosse” (die es meines Wissens noch gar nicht so lange gibt) zu Wort, doch ist er derjenige, der mir dort immer wieder Vergnügen bereitet. Und das als Herausgeber der Zeitung, hiemit einer, der normalerweise immer den Höchstrespektablen geben müsste.

Ich empfehle Ihnen also, ich setze das jetzt notweis in den Nominativ, “Verkopfter Quatsch” zu lesen.

Erfreulich, dass ein so Bekopfter sich dergestalt behaupten kann. (weiterlesen…)

Von der Königinmutter

Dienstag, 01. Januar 2013

Gerade hatte ich wieder so einen Fall. Ich änderte bei einer Nachkorrektur “anfangen” in “beginnen”.

Es zählt jedes Wort, und es gibt nunmal keine Synonyme. (weiterlesen…)

Idiotenwort des Jahres

Montag, 31. Dezember 2012

Da es keine “Unwörter” gibt (außer dem Wort “Unwort” vielleicht), versuche ich es jetzt noch, bevor der Rechner für 2012 ausgemacht, mit dem Idiotenwort des Jahres. (weiterlesen…)

Noch zu den Jenseitsgängern (“Beyondlinern”)

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Wir Jenseitsgänger wissen, was wir tun.

Wir sind mal hüben, mal drüben, mal gehen wir auf der Grenze.

Schon auf der Grenze verstehen uns wenige; wenn wir im Jenseits gehen, nur noch fast keiner.

Es mag sein, dass wir mal ein Glas Wein trinken, oder auch zwei: Aber wir brauchen keine Drogen, um im Jenseits gehen zu können.

Es dreht sich um ein bewusstes Sichaußerhalbsetzen.

Man lese den Quijote.

Man lese auch bei mir.

Wir spazieren dort durch die Welten, wo keine Medizynik mehr hinzudiagnostizieren weiß. (weiterlesen…)

Wie lange verlacht der Lug das Können?

Freitag, 21. Dezember 2012

Heute habe ich mich deromaßen aufgeregt, dass ich als Luftballon mit Sicherheit geplatzt wäre.

Worüber, das wird hier noch genauer Thema werden, aber nicht jetzt.

Es sei nämlich zunächst grundsätzlich angepackt.

Ich will mich so weit wieder abgeregt haben, dass ich mich wieder anständig aufregen kann.

Ich las und hörte von Leuten, die sich gleich Alwissen gerieren, als Profis aufführen – und zwar gerade die Gebiete betreffend, wo ich mich wirklich auszukennen meine! – , also fett, arrogant und bräsig, grundverkehrtes Gezeugs, dass ich fast lieber jenem Kinderspielzeuge ans bekannte Ende gefolgt wäre.

Ich werde im Trüben bleiben. Das muss auch keiner lesen. Einfach wegklicken.

Zu Didaktik und Sprache, Spracherwerb, derart Unterirdischem, dass mich zeitweise die blanke Wut packte. Ja, teils ward ich heute richtig “emo”. (Auch darüber wird noch zu reden sein, die damit verbundenen Schwachsinnigkeiten und Lügen.)

Kein Wunder, dass die Leute einen Weltuntergang wollen. Ich werde den entstandenen Dreck aber nicht wegfegen. So schon genug Hirndreck. (weiterlesen…)

Tolkien war ein Scharlatan

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Diese ganze Tolkienerei geht mir gewaltig auf den Sack.

Jetzt wird schon davon herumgeschwurbelt, der Mann habe Zugang zu altem esoterischem Wissen gehabt.

Ich gebe zu, dass ich in seinen Sachen nur eher lustlos herumgelesen habe.

Obschon seine englische Sprache zweifellos von großer Kraft.

Auch die Bilder sind stark.

Irgendetwas aber hat mich immer davon abgehalten, all dieses hinausgezogene Gemache bis ans Ende zu ertragen.

War es nicht mein Primitivlingstum, so war es etwas anderes. (weiterlesen…)

Von der “homosexuellen” Unterdrückung

Freitag, 14. Dezember 2012

Ich finde, dass der Begriff “schwul” verpönt gehört.

Denn er diskriminiert Frauen in einer nicht hinnehmbaren Weise.

Sowieso fällt auf – ich meine nicht, dass ich mir das einbilde! – , dass “lesbisch” zu sein bei weitem nicht die gesellschaftlichen Vorteile bringt, wie schwul zu sein.

Machen Sie mal den Test: Wie viele erfolgreiche, hochgelobte, bekennende Lesben fallen Ihnen spontan ein?

Ich komme nur auf Alice Schwarzer und Anne Will.

Bei den Schwulen reichte die Liste von hier bis Alaska.

Also unterdrücken die Männer die Frauen wieder. (weiterlesen…)

Lisas Kunstbegriff: Eine Abwägung

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Zwar im Kommentarstrang zu “Zur Entspannung: Ein kleiner Crowley-Lug“, aber doch eher in Antwort auf “Beuys’ Kunstbegriff: Eine Abrechnung” schrieb Leserin Lisa folgendes:

“Angeblich kann man nicht definieren, was Kunst sei. Ich, für mich, habe es definiert und – natürlich gilt das nur für mich – ist Kunst in jeder Form eine Aussage, welche über das schon Bekannte hinausweist, neue Aspekte des Menschen erkennt, beschreibt oder darstellt und in irgendeiner Form ausdrückt. So gesehen waren für mich die technischen Erfindungen die bedeutendste Kunst im 20. Jahrhundert. Aber Technik und Wissenschaft als Kunst sind natürlich auch umstritten.”

Den zweiten Teil ab “So gesehen…” will ich hier zunächst nicht gesondert erörtern, führe ihn aber der Vollständigkeit und seines Gewichtes halber trotzdem mit an.

Ziehen wir uns also den Kern der Definition heraus: “Kunst ist in jeder Form eine Aussage, welche über das schon Bekannte hinausweist, neue Aspekte des Menschen erkennt, beschreibt und in irgendeiner Form ausdrückt.”

Mein zunächst einziger Verbesserungsvorschlag geht dahin, die Doppelung herauszunehmen, also entweder: “Kunst ist in jeder Form eine Aussage, welche über das schon Bekannte hinausweist, neue Aspekte des Menschen erkennt, beschreibt und ausdrückt.”

Oder: “Kunst ist eine Aussage, welche über das schon Bekannte hinausweist, neue Aspekte des Menschen erkennt, beschreibt und in irgendeiner Form ausdrückt.”

Ich will mich da erstmal nicht entscheiden, zumal Lisa überlassen, welche Variante sie vorzieht, sei es auch die ursprüngliche, redundante.

Vielmehr frage ich mich, ob noch irgendetwas Wichtige fehlen könnte. (weiterlesen…)

Zur Entspannung: Ein kleiner Crowley-Lug

Mittwoch, 12. Dezember 2012

“For pure will, unassuaged of purpose, is every way perfect.”

Das Obige ist ein Gedächtniszitat aus jenem “Liber Al” jenes Aleister Crowley (oder seines Herunterkanalers), aber es dürfte stimmen.

Ich versuche mich mal an einer neuen Übersetzung: “Denn reiner Wille, unerweicht von Zweck, ist allwegs vollkommen.”

Was für ein also primitiver wie grandioser Lug!

Im Wollen selbst steckt ja immer ein Zweck, ein Ziel, ein Vorgenommenes, ein als erstrebenswert Hingestelltes, Erachtetes! (weiterlesen…)

Korruption: Das hinterlistige Biest

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Vorhin war sie wieder da: die Versuchung zur Korruption.

Es hatte sich schon lange aufgestaut, dass ich den Beuysschen Kunstbegriff einmal gründlich auseinandernähme.

Nun war es ausgerechnet Lisa, die mir den Ball zuspielte.

Nicht nur, dass sie hier schon öfter interessante Gedanken eingebracht; sie scheint auch noch eine Frau zu sein, und ich bin so altmodisch, vielleicht auch nur lebenserfahren, dass ich wider die Gedanken von Frauen gar nicht so gerne hart antrete.

Lieber wäre es mir in der Tat gewesen, mein Freund R., der auf ihrer Linie liegt, oder ein anderer, hätte mir hier Beuys auf den Tisch geworfen.

Es wäre aber feige, korrupt gewesen, den Ball nicht entsprechend aufzunehmen, nur, weil er mir von einer (vermutlichen) Frau, der ich neben Achtung einige Sympathie entgegenbringe, ins Feld gespielt ward.

Vielleicht, es wunderte mich nicht, redet sie nie mehr ein Wort mit mir.

Das ist sicher nicht, was ich will.

Doch: Hätte ich mich dieser Befürchtung unterwerfen sollen?

Bin ich nicht zuvörderst der Wahrheit, der Weisheit, so wie ich sie sehe, vepflichtet? (weiterlesen…)

Lautlügen

Dienstag, 11. Dezember 2012

Man lügt weiter: “Muslime”. Es heißt Moslems.

Gleich an den Kälberstrick?

Montag, 03. Dezember 2012

Gerade las ich (ja, ich weiß, der Anfang häuft sich, aber dafür ist er ehrlich) auf der Heimseite eines interessanten jungen Zeitungsprojektes davon, wie der journalistische Mitarbeiter schreiben solle.

Besonders lustig waren die Erläuterungen zur leserbindenden Einleitung.

Mittendrein, in eine möglichst bildhafte Szene, gesprungen, soll das Thema aufgerissen werden, TV-artig, beispielfallhaft, der Leser in den Text mitgenommen.

Ja nu. Das ist ein altes Ding, das man schon bei Erlebnisaufsätzen der vierten und fünften Klasse besser anwandte als nicht; Lehrer und Medienkonsumenten wollen unterhalten sein und lesen vor allem den Anfang und das Ende.

Fraglich indes, in vielen Zusammenhängen, zumal, wenn der Höhepunkt im Mittelteile liegen soll, diesem einiges an Dramatik noch zuwachsen, ob im ersten Satze schon einer unversehens in den Eisverkäufer reinrempeln muss, damit sofort etwas geboten ist. Jaja, und am besten gleich wörtliche Rede dabei.

Die Bandbreite guter Einleitungen ist so groß wie jene der möglichen, aber nicht so häufig wie die insgesamt verwirklichten.

Will heißen: Man kann einen entsprechenden Text mit einem “ES”, dann nächste Zeile “HAT MICH”, dann nächste Zeile beginnende Lyrik oder Fließtext einleiten, so dass dies Sinn ergibt. Oder auch mit einem “Eigentlich hatte Oma ja doch meist recht, indem sie…” oder “In Chihuatl der Mezcatl traf auf den Kratl…” oder “Oben nicht so krumm wie eine typische Banane, wendet die Tastatur ihre Stirnramme gen Bildschirm, die Buchstabenfunken stieben…” usw. (weiterlesen…)

Scumpire: “Schundreich”?

Dienstag, 27. November 2012

Grade habe ich ein elegantes neues englisches Wort gelernt: “scumpire”.

Es stammt offenkundig von “scum” (Abschaum) und “empire” (Reich) ab.

Es soll bezeichnen, na, das erschließt sich von selbst.

Wie könnte es auf Deutsch heißen?

“Schundreich”? “Schandreich”? “Schindreich”?

 

 

 

Smart Mob: Was für eine Rotte?

Montag, 26. November 2012

Ich will mich jetzt doch, sozusagen präventiv, auch noch dem “smart mob” begrifflich zuwenden, also jener behaupteten Unterkategorie des “flashmobs”, der Blitzrotte, die in ihrem Mobtum von einer gut organisierten und vernünftig zielgerichteten Intelligenz getragen sein solle.

“Smart”, zunächst Schmerz bedeutend, können wir hier, irgendwas zwischen geschickt, glatt, intelligent, gewitzigt und behende bezeichnen sollend, nicht nehmen, fällt uns hier nicht so leicht zu.

Bleiben wir für den zweiten Teil bei der Rotte – mir hat schon ein alter Jäger erzählt, wie ausgebufft die Sauen seien – , so fragt sich, wie diese Art Rotte konzis und treffend deutsch zu benamen sei.

“Witzige Rotte”? “Gewitzte Rotte”? “Kluge Rotte”? “Gescheite Rotte”? “Käpselesrotte”?

Wir kommen doch zum Widerspruch an sich in der Sache. (weiterlesen…)

Cash Mob: “Bargeldrotte”?

Montag, 26. November 2012

Sollte nun – siehe Vorgängerartikel – der “flashmob” eine “Blitzrotte” sein, so würde aus dem “cash mob” fast sprachnatürlich eine “Bargeldrotte”.

Was aber machen wir dann mit den “smart mobs”?

Das ist zunächst kein sprachwissenschaftliches Problem, weil die “smart mobs” nur eine bislang unklar definierte, lediglich behauptete Untervariante der “flashmobs”, also der Blitzrotten, darstellen. (weiterlesen…)

Flashmob: “Blitzrotte”?

Montag, 26. November 2012

Über den neuen Begriff “cash mob” kam ich darauf, dass ich ja noch nicht einmal einen deutschen Begriff für “flashmob” kenne, eine Sache, die ich, zumindest wenn ein nicht unbedeutendes soziales Phänomen beschrieben, wenigstens für mich nicht leicht auf mir sitzen lasse.

Finde ich keinen vernünftigen, der schon eingeführt, so muss ich einen erfinden.

Es wenigstens versuchen.

So kam ich denn auf “Blitzrotte”. (weiterlesen…)

Vom Ödsinn

Montag, 26. November 2012

Der Ödsinn ist die Ur- und Endstufe des Blödsinns.

Das Wort Blödsinn selbst stammt ja von einem zusammengezogenen Bla + Ödsinn ab.

Will heißen: Solange Ödsinn noch herausgebabbelt wird, -geblökt, -geblubbert, ist er nicht allein in seiner Ödnis.

Ödsinn heißt genau, was es heißt: Jedem Sinn ist öde. Jeder Sinn ist öd.

Nicht einmal mehr Kamerad Blödsinn erfreut durch ein Bla. (weiterlesen…)

Silke Burmester versucht “Sag’s auf Deutsch”

Sonntag, 25. November 2012

Da schreibt eine Spiegel-Kolumnistin eine mehr oder weniger antibajuwarische Satire, den Bayern unter anderem ihr erbärmliches Deutsch reinzureiben.

Ja, “ihr”, nicht deren.

Abgesehen davon, dass man den Stil der Dame als prosodisch schwach bezeichnen muss, ihren Witz als gezwungen, was jeweils noch Geschmackssache sein mag, fehlt da mal ein Wort, das dortstehen müsste, macht sie Grammatikfehler, verwechselt “das” und “dass”, und ihre Kommasetzung ist für eine Profi unter aller Kanone. (Sie weiß auch nicht, wann man nach Doppelpunkt nicht groß schreibt.)

Hätte ihr vielleicht gutgetan, hätte sie ein Gymnasium in Weiden oder Deggendorf besuchen dürfen, wo die Lehrer zumindest zu ihrer Zeit angesichts solcher Schwächen noch zu scharfen Sanktionen gegriffen hätten. (weiterlesen…)

Vom Dienen

Samstag, 24. November 2012

“Man kann nicht zweier Herren Diener sein.”

Eben höre ich diesen merkwürdigen Spruch schon wieder und denke wiederum, obschon ich die üblich anzunehmende Metaphorik verstehe, dass man am besten so vielen Herren dient, keines einzigen Diener mehr zu sein.

Seit wann bin ich Diener?

Will ich eines Herren Diener sein?

Oder dann doch lieber der zweier oder dreier oder mehrerer, je nach Entwicklung in den besten Dienerstand zu kommen?

Was ist mit dem Militär? (weiterlesen…)

Vom gefährlichen positiven Denken

Donnerstag, 08. November 2012

Vorhin las ich einen Artikel über neue Forschungsergebnisse (er ist zu läppisch, als dass ich ihn verlinkte) dazu, dass man auf Koffein besser positiv konnotierte Wörter erkenne. (Der Zufall wollte es, dass ich Ähnliches erst drei Tage zuvor aus einem ernstzunehmenden Buche zur Verhaltensforschung mitgenommen.)

Nun, Koffein euphorisiert. Jedenfalls die meisten Zeitgenossen.

Ich frage mich nun aber (der Artikelautor kam gar nicht so weit, er bezweifelte das nicht), ob es denn gut sei, wenn man positiv Ausgedrücktes auffälliger wahrnimmt, als normalerweise.

Ich sehe da (wenn die Beobachtung stimmt) durchaus die Gefahr einer leichteren Manipulierbarkeit.

Das heutzutage so gepriesene positive Denken mag für Verkäufer, Entertainer und Politiker nützlich sein; Wissenschaftlern und Philosophen rate ich da zu deutlich mehr Vorsicht.

Völlige Objektivität ist ohnehin ein so gut wie unmöglich’ Ding; das wird nicht besser, indem man nur noch mehr sieht, was einem gefällt: das ist ja so schon die Falle der Fallen. (weiterlesen…)

Von der Zipfe

Dienstag, 06. November 2012

“Anfangs dachte ich, sie wäre eine arrogante Zipfe.”

Sagte ich, bevor er zum Nachsitzen musste, vorhin zu meinem Jüngeren bezüglich einer Frau.

Erklärte ihm dann noch, dass sich auf ein leicht beleidigtes und nachtragendes Weib einzulassen der direkte Weg in die Hölle sei. Da parke man lieber gleich dort ein.

“Papa, was ist denn eigentlich eine Zipfe?” (weiterlesen…)

Kernwörterbuch

Montag, 05. November 2012

Mit Konfuzius und Nietzsche ein Kernwörterbuch verfasst, das wär’s.

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