Archiv für die Kategorie ‘Sprachwissenschaft’

Vom Aphorismus als Therapeutikum

Dienstag, 12. November 2013

So mancher Aphorismus hat schon etwas mit der Heilung geistiger Spukphämonene zu tun. (Siehe den letzten: “Von Linguisten und Quantofanten”)

Manches Seltsame mag schon über Jahre in einem rätteln, um einen herumrätteln, bis dass es endlich an jenem Schopfe gepackt, den der Aphorismus bekanntlich meist selber nicht hat.

Nicht selten fühlt man sich nach diesem merkwürdigen Akt trotzdem irgendwie besser.

Und sei es in eine noch so amorphe Form gegossen: Das Numinose schwindet.

Es mag zwar nicht besiegt sein, aber das Rätteln lässt immerhin nach.

Zudem findet sich von da aus, wo man immer noch nicht weiß, wes man ist, auch immer wieder ein Ausgangspunkt für ein schönes Gleichnis oder eine Satire.

Das tut der Seele, von der ja auch nicht bekannt ist, was sie sei, ob überhaupt einer eine habe, dann doppelt gut.

Die wirkliche Dreieinfaltigkeit erreicht man, wenn man daraus schließlich einen großen Roman abzuleiten weiß.

Das “Un” vom Unfug ist ja auch nur wegen des Fugs da. Ohne Fug bedürfte es schließlich keines Uns. Oder haben Sie schonmal ein “Un” gesehen?

Allerdings habe ich, um auf die Quantofanten und Quarkomaten zurückzukommen, ohne weiteres schon Unquanten und (Gottlob auch den!) Unquark gesehen und gehört und geschmeckt.

Ein Unquant (manche sagen auch, aber das ist sehr süddeutsch-umgangssprachlich, “Unsquant” dazu) ist zum Beispiel ein anständiger Eineinhalbkilo-Fäustel oder eine große Kettensäge von der Firma Stihl. Da kommen keine Fragen mehr auf. Hier im Schwäbischen heißen ja auch Füße Quanten, zumal wenn sie groß sind und entsprechend stinken.

Unquark ist noch einfacher definiert: Das ist alles, was kein Quark ist, also genießbar.

Auf die Frage, was genau ein Ungott sei, will ich hier nun aber nicht mehr eingehen. Man verletzt ja der Leute religiöse Gefühle nicht ohne Not.

 

 

Vom rechten Umgang mit dem Weltnetze

Montag, 11. November 2013

Das Netz gehört rechtweis besatzt.

Vom offenen Geheimbunde

Sonntag, 10. November 2013

Was auch immer Ihr schreibt: Es sei am Grunde ein Gesang.

Kafka zum Beispiele fiel das sehr schwer. So schwer, dass er seine Werke nicht einmal veröffentlicht sehen wollte.

Auch Heinrich von Kleist fiel, viel zu früh.

Schiller wurde schändlich verscharrt, wahrscheinlich, nachdem man ihn umgebracht hatte.

Ihr habt Buchstaben. Am Grunde Runen.

Jeder zähle.

Horcht Eurer eigenen Worte.

Jeder Satz klinge in Euch.

Jeder, der dies versteht, ist mein “Bruder”.

Im offenen Geheimbunde.

In jenem, der keiner Verschwörung bedarf.

Er ist nämlich nur gegenüber jenen geheim, die nicht hören, nicht wissen wollen.

 

Wägungen zu den (chinesischen und meinen) Strategemen

Sonntag, 10. November 2013

Ich werde mit Sicherheit an den Strategemen weiterarbeiten – habe erst gestern Nacht wieder eines entwickelt – aber wenigstens vorläufig keines mehr veröffentlichen.

Die Resonanz liegt bislang nahe Null: Da mache ich mich dann lieber allein dran.

Außerdem mag ich das eine oder andere Strategem noch zur Anwendung nötig haben, und da wäre ich ja blöd, mich auch dahingehend nur zu verschenken.

Nein, diese Dinge liefere ich – zumindest vorerst – nicht mehr frei Haus.

Ich gehe davon aus, dass wenigstens ein paar Leute das Gewicht dieser Arbeit erfasst haben. Da mag ich mich natürlich täuschen.

Den Gedanken gleichwohl weitergesponnen, sehe ich indes nicht mehr ein, weshalb diese daran partizipieren sollten, ohne mir auch nur ein Wort dazu zurückzugeben.

Nein, ich bin weder enttäuscht noch gar beleidigt. Ich bin genug Philosoph, dass ersteres wie zweiteres mir gerade dazu fern.

Alle meine Ansagen in die Richtung, dass ich mir Kooperation wünschte, sind bislang im Nichts verhallt.

Das kann kaum an der insgesamt minden Qualität meiner Erwägungen liegen. Diese mögen teils bestreitbar, teils unausgegoren sein. Ich habe nie anderes behauptet. Einiges entstand ziemlich spontan, wäre zu überarbeiten, entlang ehrlicher, intelligenter Kritik zu verbessern.

Was Sie gerade lesen, ist in der Tat eine Anwendung verschiedener Strategeme.

Da mag lachen, wer wenigstens das kann, es sich zuhause noch verwagt.

Gerade noch rechtzeitig habe ich gemerkt, weshalb ich der Welt erstmal nicht erklären werde, weshalb ich den NSA-Chief Alexander für einen Idioten halte.

Dieser Banditenverein soll mal selber was schaffen. Und der Rest auch mal sein Hirnkastl in Bewegung setzen. Das ist sowohl pädagogisch geboten als auch, zumindest aus meiner Sicht, strategisch klug.

Es liegt dieser Entscheidung in der Tat – zum Teile – ein neues Strategem zugrunde. Ich kenne es schon. Inzwischen ist es auch ausformuliert.

Mein Dank hier trotzdem nochmal gen China und an den herausragenden Harro von Senger, der mir, der ich weder Mandarin noch Kantonesisch kann, die Thematik nahebrachte.

 

 

Von den aufgegeilten Impotenten

Sonntag, 10. November 2013

Bei Ökonomen und verschiedenen anderen ruinösen Berufsgruppen (Ärzte, Advokaten usw.) gibt es den IAG: in Amerika gewesen.

Unter gemeinen Feldwaldundwiesenesoterikern (ja, der erste Buchstabe ist kein G) gibt es den IIG und den IKG: in Indien beim Guru oder im Kloster gewesen.

Die Ökonomen lernen dabei nichts, außer Volkswirtschaften zugrunde zu richten, die Esos lernen nichts, als noch andere Psychen zugrunde zu richten. Die weitaus meisten jedenfalls beider.

Was dem einen sein Harvard und sein Prof, das dem anderen sein Kloster und sein Guru.

Immerhin lernt man in einem anständigen Shaolin-Kloster wohl immer noch anständig Kung-Fu. Also was Brauchbares. 10 Jahre Reis und Gemüse und Bodenschrubben und sich demütigen, dann kann man wenigstens das, vorausgesetzt, man ist talentiert und trainiert hart.

Sprachwissenschaft wird aber weder hier noch dort gelehrt. Also das, was vonnöten wäre, wollte man mehr, als Völker ausrauben lernen oder ein paar Idioten die Fresse polieren zu können.

Der eine junge Mann lernt nur das Abschakalen, der andere etwas Selbstbeherrschung. Das ergänzt sich wie im Spiegel.

Ein rechter deutscher Mann braucht beides nicht.

Der nämlich wird lesen, denken, auch mal ins Wirtshaus gehen, seine eigenen Gedanken entwickeln.

Brauchte Nietzsche ein Kloster?

Alles, unterm Striche, Firlefanz.

Es ist ja schon bedauerlich, wenn eine Frau ins Kloster geht; tut ein Mann das, so ist er keiner mehr.

“Spirituelle Entwicklung”: Wer kam denn in den letzten hundert Jahren, freiwillig dahin gegangen, aus einem Kloster raus, länger dringeblieben, und hatte auch nur einen viertels Michael Kohlhaas drauf? Einer?

Mir reicht es mit dem esoterischen Gesülch. Und ich habe, ach, auch nicht eben wenig Magie studiert, allerdings überwiegend mit kühlem “Bemühn”.

Leute, die am Grunde schon Angst vor dem Weibe haben, DIE sollen Wegweisendes vom Leben wissen?

Lachhafte Käsper sind’s.

So, jetzt noch einen Schluck vom Roten. Darf ich, denn ich bin weder in einem Kloster noch in der Irrenanstalt.

Disziplin hat man sich selbst zu geben. Jedenfalls als Geist. Alles andere ist eine Lüge.

Man kann nämlich, um es noch dem Dümmsten klarzumachen, keinen zum Geiste zwingen.

Diese Schwachmatenanstalten aber verbreiten genau, dass man das nicht nur könne, nein, das reicht ihnen nicht, gar noch, dass man dazu gezwungen werden MÜSSE, denn sonst klappe es mit dem Geiste nicht.

Wo ist denn Geist entwickelt, wo der Welt geholfen, wenn einer mit Fug und Recht sagen kann, dass er unerwischt 20 Millionen Menschen um ihr Erspartes betriegen kann oder zwanzig lumpigen Straßenräubern, völlig in sich ruhend, wenn’s muss Buddha selbst, kurz mal die Fresse polieren?

Glaube setzt eben da Berge hin, wo keine sind. Man rate mal, von wem dieser Spruch stammt. Von mir ist er jedenfalls nicht. So viel als Hinweis.

Als MANN seine ganze Energie auf eine einzige minde – mit Verlaub – Scheiße zu fokussieren, um darin Meister zu werden. Das ist erbärmlich.

Und noch kurz zum Kung-Fu: Bruce Lee war meines Wissens nie längers in einem Kloster, und er hat sie doch alle weggeputzt. So much for your Bitchers.

Männerbündlerscheißendreck.

Braucht kein Mensch.

Ich sage es wieder und wieder und wieder.

 

 

 

 

 

 

Goethe ist endgültig fällig

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Den Wilhelm und den Heinrich zu den eigentlich dauerndzu irrseligen Freimaurerweltbürgern als Sinnbilder des Deutschen, schon nicht mal nur mehr schlafmützigen Michels, nein, auch noch Volldeppen, vorsätzlich gemacht, im urersten “Bildungsromane” und auch noch in unserer vorgeblichen “Nationaldichtung”, beides blanke Schande, weltweit von Deinen Kumpanen, von Japan bis Kolumbien, also eifrig verbreitet: Das setzt nun die notwendige Folge.

Vom Loben und der Lehrerei

Montag, 14. Oktober 2013

Vielleicht sollte ich hier nicht so viel loben. Vielleicht habe ich mir ein Stück Berufskrankheit bzw. Betriebsblindheit zugezogen.

Leuten, die es nicht wissen: Ich bin seit über 16 Jahren (nicht nur, aber überwiegend) Privatlehrer.

Da bleibt es nicht aus, dass man viel loben muss.

Egal, ob es einer endlich geschafft, zwei Drittel durch drei Viertel zu teilen, oder ob er endlich das Prinzip beschissener American Short Stories verstanden.

Irgendwann ist man so weit (man verzeihe mir diesen kleinen Zynismus, oder eben halt auch nicht), dass man noch die Ameise lobt, wenn sie ihre Blattlaus ordnungsgemäß ausgetragen hat.

Zum Glück habe ich zur Zeit ein paar Schüler, bei denen das Loben oft leicht fällt. Vor allem bei denen, erfreulicherweise, die ich in ihrem beschissensten Fach aufs Abitur vorbereite. Sie scheinen sich wirklich zu freuen, es scheint sie wirklich zu motivieren, wenn ich mich freuen darf, sie ehrlich loben zu dürfen.

Es ist in der Tat ein wunderbares Gefühl und Erlebnis, wenn ein Achtzehnjähriger oder eine Achtzehnjährige beginnt zu begreifen, was Literatur eigentlich ausmacht. Manchmal denke ich, dass ich der Menschheit tatsächlich ein Stück Zukunft damit schenke. Das mag vermessen sein: Klar weiß ich das.

Ich weiß bei diesen jungen Erwachsenen aber auch, dass sie nicht so wahrscheinlicherweise wieder so schnell auf einen Lehrer treffen werden, der mit so viel Herzblut dabei ist. Der einen Scheißendreck auch einen Scheißendreck nennt. Der andererseits so offensichtlich ehrlich begeistert ist, wenn er demgegenüber seinen Kleist oder seinen Dostoijewski hochhält und von seinen spontanen Tiraden bei dem jungen Menschen etwas ankommt, was der vielleicht nie mehr vergessen wird.

Ja, ich unterrichte, fürs Brot, auch Mathe. Mit meist guten Erfolgen.

Aber: Wie unendlich langweilig ist, bis auf Ausnahmen, wenn man mal über die Null und Dimensionen zu reden Zeit hat, dieses Fach.

Immerzu nur eine oder keine oder soundsoviele Lösungen. Man kriecht gleich einem Wurme bis zum Doppelstrich. Furchtbar. Das macht nur, wer es muss.

Hingegen gibt es eben in den Sprachen immer etwas Neues, Inspirierendes, Geschichten, wieder ein neues Problem, wieder die Notwendigkeit einer Abwägung, das ganze pralle Leben.

Gut, wäre ich Mathematiker, ein Euler oder ein Gauss, ständig am Finden und Erfinden, ja, das wäre vielleicht was. Ich habe die Mathe aber nur bis zur Differential- und Integralrechnung, Reihen und Folgen usw. gelernt, damals im Biostudium noch zwei schäbige Scheine dazu gemacht. Da bin ich bloß ein Stümper, der halt macht, was gemacht gehört.

Demgegenüber eine Figur in Orwells Brave New World zu erfassen, sprachliche Symbolik zu erklären, grundlegende Philosopheme, meine Herrn, was kann das daran gemessen für eine Aufgabe und damit auch eine Freude sein!

Und wenn der Funke wirklich überspringt, ja, da tun sich immer wieder neue Welten auf.

 

 

 

Antideutsche: Inzwischen auch von “Rechts”

Sonntag, 29. September 2013

Ein feiges, untertäniges, dummes, gefolgsames Gesindel seien wir Deutsche.

Keine besonders neuen Vorwürfe. Jedenfalls von linker Seite.

Inzwischen aber hageln sie von Leuten auf uns herab, die sich, sich als Patrioten (natürlich fast immer anonym) gerierend, wohl irgendwie als die Ausnahmen jenes Gewürmes sehen müssen, das es darob nicht verdient habe, so wie der Rest (viele Linke sehen das immer noch irgendwie genauso) auszusterben. Oder wollen diese Krakeeler – ich nenne bewusst keine Namen – etwa mitaussterben?

Das wage ich anhand ihrer Art des Geiferns nun doch stark zu bezweifeln.

Diese Leute (ich lasse die Linken jetzt bewusst außen vor) lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen; eine große und eine kleine. (weiterlesen…)

Vom Jammern und der Nichterlösung des Teufels

Freitag, 27. September 2013

So: Jetzt jammere ich auch mal.

Wenn ich mir meine letzten drei Artikel anschaue, bloß die, dann muss ich mich doch fragen, welcher Teufel von meiner Seele so umfassend Besitz nahm, dass er mich seit nunmehr über einem Vierteljahrhundert in die Sprachwissenschaft trieb und seitdem nicht mehr daraus losließ.

So eine Drecksau. Ich hätte ein anständiges bürgerliches Leben aufbauen können, hätte dieser Erzschuft, der das offenkundig unter keinen Umständen zulassen wollte, mich nicht derart ins gesellschaftliche Abseits geführt.

Systematisch machte er mich zum Denkkranken, zum Misfit. Dosis um Dosis machte er mich zum verworfenen Subjekt, er lehrte mich Etymologie und Semantik, und immer wieder Semantik.

D (weiterlesen…)

Vom Ducksprech (II)

Freitag, 27. September 2013

Der Ducksprech zeichnet sich dadurch aus, dass der Ducksprecher viel weniger daran denkt, was er wie sagen will, als was er wie sagen sollte.

Allein diese Übung, indem der Sprecher ja doch irgendwie seine Person auch noch vertreten muss, überfordert ihn typischerweise so weit, dass kaum noch etwas Intelligentes herauskommen kann.

Er ist – schon auf dieser banalen Ebene – so sehr damit beschäftigt, nicht einfach Wähler zu sagen, sondern darauf zu achten, dass er Wählerinnen und Wähler sagt (und derlei Genderasmen mehr akribisch einhält), des weiteren soundsoviele Wörter meidet oder nur unter vorangegangenen Verrenkungen anbringt, dass er gar nicht mehr bis zu einer zielführenden, forschen Diskursfähigkeit zu finden vermag.

(Nietzsche meinte einmal, dass das Gehirn ein Magen sei. Er aber habe – gut, Zarathustra habe -wohl eines Vogels Magen. Das nur nebenbei.)

Der Ducksprech wird selbstverständlich schon in der Schule eingeübt. “Ausländer” ist inzwischen ein “Unwort”. Jetzt heißt es “Migrant”. Besser, oft, nicht einmal das. Und man muss genau lernen (anstatt Deutsch), wann. (Aber bitte nicht warum wann!)

Selbst wenn ich von “Ducksprechern” rede, müsste ich, “normalerweise”, schon von Ducksprecherinnen und Ducksprechern reden, wahlweise “DucksprecherInnen” hinschreiben, um dem Ducksprech zu genügen.

Zum Glück, achwas, Geschwätz, mit voller Absicht aber halte ich mich fern von jener Art der diesbezüglich geforderten “Normalität”. Jener des sprachlich-geistig Versklavten.

Öffentlich sprechen über 90% der Deutschen praktisch nur noch Ducksprech. Nur wenige von ihnen sind sich dessen überhaupt noch öfter, denn wenn darauf offensiv angesprochen, auch nur teilbewusst. Klar: Das ist zu verdrängen. Nur wenige verfügen über die psychische Kraft, sich ihre Unterworfenheit unter das Diktat des Ducksprechs einzugestehen.

Ducksprech gegenüber allen, außer gegenüber weißen, nicht besonders behinderten Heteromännern. Sonst überall Ducksprech. (weiterlesen…)

Vom Ducksprech (duckspeak)

Freitag, 27. September 2013

Als mir eben zum Vorartikel “Vom Kampfe um die Begriffe” der Begriff “Ducksprech” einfiel, hatte ich zunächst nur das deutsche Ducken beim Sprechen im Kopfe.

Dann fiel mir ein, dass “to duck” ja auch im Englischen ducken bedeutet.

Dagobert Duck (“duck” ist auch die Ente) nun brachte mir schon als Kind bei, dass Geld die Welt regiere, wir also in einer Plutokratie leben.

Das ist aber nur eine Teilwahrheit, eine Irreführung hiemit.

Denn das Geld ist letztlich ein sekundäres Mittel. Die Welt wird durch Kontrolle der Information regiert. Das Geld folgt lediglich daraus, ist das allerdings sehr wirksame und sichtbare Mittel der Macht. (weiterlesen…)

Vom Kampfe um die Begriffe (dem Ducksprech)

Freitag, 27. September 2013

Eben las ich wieder Erwägungen zur Erlangung einer stärkeren Stellung im gesellschaftlichen Diskurs, die darauf hinausliefen, dass man alle Begriffe, die vom Mainstream entspechend einseitig besatzt, verdreht oder tabuisiert, meiden solle, um so keine Angriffsflächen zu bieten.

Das ist natürlich über alle Maßen naiv. Wie soll ich denn z.B. von Europa reden, ohne Europa zu sagen, wie von Monsanto oder Goldman Sachs oder den Bilderbergern oder 9/11, ohne das Kind beim Namen zu nennen?

Wie äußere ich mich kritisch zum Islam, ohne Islam zu sagen?

Wie sage ich Rheinwiesenlager, ohne es zu sagen?

Selbstverständlich fiele mir da in allen Fällen etwas ein. Ich kann vom Westzipfel des eurasischen – verdammt – Kontinents sprechen, gut, von den Ländern nördlich des Mittelmeeres. Sodann von der Firma mit dem Genmais, derjenigen Bank, der die meisten Politiker gehören, der Jahresversammlung einflussreicher Persönlichkeiten, die es seit den fünfziger Jahren bis vor kurzem gar nicht gab, jenem Drillingsturmzerstieben, der Religion der nichtmosaischen (um das Wort “jüdisch” nicht zu brauchen) Nichtschweinfleischesser, der Nachkriegssoldatenfreizeit.

So etwas mag ja mitunter Sinn ergeben, zumal in einer Satire, führt aber ansonsten nirgends hin. Man mag sich allenfalls noch verdächtiger machen. Oder lächerlich.

Dass der Kampf um manche Begriffe viele ermüdet hat, jener Ansatz von daher verständlich, ändert nichts daran, dass er weiterhin zu führen ist. Und zwar, außerhalb der Satire, durch klar verständliche, sachgerechte Verwendung.

Das hat, aufgrund der zahllosen Fallgruben und -stricke, die allenthalben warten, natürlich durchaus mit filigran angewandter Sprachwissenschaft zu tun. Da wird einem in der Tat nichts geschenkt.

Nehmen wir mal den Begriff Rassismus. Der krankt vielerorts ja schon daran, dass z.B. Ablehnung des Islams als rassistisch bezeichnet wird, ein meist unwidersprochenes Absurdum. Sodann, meinen viele (es ist vielerorts geradezu ein Dogma), dass es nur böse Rassisten gebe, aber gar keine Rassen. Diese Arschlöcher bildeten sich das nur ein. Diese weißen Arschlöcher. Die kaffeebraun zu durchmischen seien (Coudenhove-Calergi et al.), damit das endlich aufhört. (weiterlesen…)

Vegane Wahnsinnsburger und Wahnsinnswürste

Sonntag, 15. September 2013

Gestern sahe ich auf einem eher mickrigen Stuttgarter Stadtteilfest Würste und Burger im Angebot:

“Wahnsinnswurst 3.50 Euro – vegan”

und

“Wahnsinnsburger 3.50 Euro – vegan”

Ich wagte nicht zu fragen, was wohl eine vernünftige Wurst kosten möge, die selbst für hiesige Verhältnisse mit 3.50 Euro schon recht teuer wäre.

Auch frug ich nicht, indem ich mich einen Steckrüben-Lauch-Sellerie-Brätling auch selbst durchaus hinzubringen in der Lage sehe, in welchen veganen Darm denn die Wurst gefüllt  sei. Wahrscheinlich war es eine Art Wollwurst, also nur der Brätling, hüllenlos, in zylindrischer Form ausgebacken.

Nachdem es seit geraumer Zeit schon fleischlose Fleischsoße im einschlägigen Handel gibt (“Vegetarische Bolognesesauce”), frage ich mich, wer wohl als erster die vegane Ochsenschwanzsuppe auf den Markt werfen wird, veganen Gänse- und Schweineschmalz. Vegane Kaliningrader Klopse.

Veganen Spießbraten. Veganes original Ungarisches Gulasch. Veganen Rosmarinschinken. Vegane luftgetrocknete italienische Salami. Vegane Flugentenbrust. Vegane Dorade und vegane Scampis.

Der Wahnsinn kann auf Dauer ja nicht nur dem Plebejertum allein gewidmet werden, mit veganer Wahnsinnswurst und veganen Wahnsinnsburgern. Auch veganer Kaviar und veganer Roquefort müssen her. Vegane Wachteleier und vegane Schildkrötensuppe.

Alles andere wäre ja Diskriminierung. Man käme sonst irgendwann glatt auf die Idee, die Veganer ließen sich irgendwie unterkriegen. (weiterlesen…)

Vom Strategeme der Begriffsverwirrung (Nr. 52)

Sonntag, 01. September 2013

Das Strategem der Begriffsverwirrung, welches auch das Ächten und Ersetzen sinnvoller Begriffe einbegreift, ebenso das einseitige Besatzen, ist ein, wenn nicht das Hauptstrategem sogenannter “Think Tanks” und “Spin Doctors” sowie von Politikern, Sozialpädagogen, Ärzten, Psychiatern, Pfaffen, Advokaten, Esoterikern, Obskuranten, Freimaurern, Geheimbündlern, “Illuminaten”.

Alle gezielte Implementierung von Schönfärberei gehört ebenso dazu wie selbst das nichtexplizite Meiden richtiger Begriffe. Das schrittweise Unterminieren, Verschieben, Nischenverbringen von Begriffen. (weiterlesen…)

Plutokratischer planetarer Faschismus

Freitag, 30. August 2013

Gestern schrieb ich zu einem Blog-Artikel, der sich um die Bundestagswahl drehte, speziell das Thema “das kleinere Übel wählen”, am Schlusse meines aus mir nicht erfindlichen Gründen (bisher) nicht veröffentlichten Kommentars:

‘Dieses Demokratiewarenangebot ist nicht einmal erbärmlich: Man erwirbt lediglich verschiedenfarbige Verpackungen, ja, ein Beipackzettel findet sich noch darinnen: “Danke, dass Sie eine besonders vertrauenswürdige Partei des plutokratischen planetaren Faschismus’ gewählt haben. Sie dürfen gerne wieder wählen gehen.”‘

Nun, zuwenigst diesen Teil des Kommentars wollte ich ohnehin zudem hierherholen, wozu mir auch ein gewogener Leser gestern Abend nach mündlichem Vortrag riet.

Ist der Begriff des plutokratischen planetaren Faschismus’ nun gar zu fies, da zutreffend, oder wenn daneben, so wegen welcher Komponente, oder, wo also, was passt nicht an der Kombination?

Camerons Flüche und die Welt: Wie aus “fucking” “sondergleichen” und aus einer “cunt” ein “Dreckskerl” wird

Freitag, 30. August 2013

Bei der Welt liest man zur Reaktion des britischen Premiers Cameron auf seine Abstimmungsniederlage bezüglich eines direkten Angriffskrieges gegen Syrien:

‘Wie es im Inneren des Regierungschefs aussah, der saftigen Ausdrücken keineswegs abgeneigt ist, verdeutlichte eine Quelle aus seinem Umfeld gegenüber der seriösen “Times”: Miliband sei “ein Dreckskerl sondergleichen” (a fucking cunt) und “ein Arschloch mit Zertifikat” (a copper-bottomed shit).’

http://www.welt.de/politik/ausland/article119510122/Camerons-Demuetigung-Vom-Adler-zum-Suppenhuhn.html

Bemerkenswert zart hier die Übersetzung der Welt-Redaktion.

Während “ein Arschloch mit Zertifikat” keine schlechte, notwendig etwas freie Übertragung (wörtlicher wäre “Scheißhaufen mit Zertifikat” oder “narrensicherer Scheißhaufen” oder “todsicherer Scheißhaufen” gewesen), ließe ich “ein Dreckskerl sondergleichen” für “a fucking cunt” in einer Übersetzerprüfung mit Sicherheit nicht durchgehen.

Erstens nämlich ist “fucking” mit “sondergleichen” von  der Sprachebene her zweifellos falsch; “fucking” ist vulgär; selbst “verdammter Dreckskerl hätte es semantisch überdies genauer getroffen; auch “Dreckskerl” liegt aber noch eher im Bereich einer immerhin formellen Ausdrucksweise, während das für “cunt” keinesfalls behauptet werden kann.

Mag nun “fucking” in der englischen Umgangssprache recht geläufig sein, etwa wie “Scheiße” im Deutschen, so muss “cunt” als ebenso harsches Wort angesehen werden wie sein Pendant “Fo..e” bei uns.

Überdies wird Miliband hier mit dem weiblichen Geschlechtsteil verglichen, also als gar kein Kerl hingestellt: und zuguterletzt gibt es ja auch noch einen semantischen Zusammenhang zwischen “fucking” und “cunt”, der zwischen “sondergleichen” und “Dreckskerl” in keiner Weise erkennbar. (weiterlesen…)

Vom Googlegeschlunze

Dienstag, 27. August 2013

Der Google ist, zumindest was mich anlangt, schwer am Arsch.

Seit einiger Zeit listet er so unkoordiniert und zwerch, dass es schon nicht einmal mehr aussieht, als wäre es Absicht. Und wäre es Absicht, so wäre sie stümperhaft ausgeführt.

Außer meinen aktuellen Sachen schiebt das Monster allen möglichen alten Schamott aus meinem (publizistischen) Leben nach vorne, die Reihung und damit Gewichtung ist nachgerade lächerlich.

Lieber Google: Glaubst Du etwa, ich sei von Deinen Gnaden?

Meinst Du, dass es Deinem Geschäft langfristig nutzt, welch schäbig zusammengewürfelte Information Du Deinen Kunden bezüglich meiner inzwischen bietest?

Entweder hast Du da eine spezielle Funktionsstörung – denn Dein Angebot war mal nachvollziehbar – , oder ich bin bei Dir in Ungnade gefallen worden. Was mich nun nicht sonderlich verwunderte, denn immerhin bist Du eine Art Ableger der NSA. Alswelche weiß, dass ich keiner ihrer glühenden Anhänger.

Ich werde mir aber mit Sicherheit nicht den Tort antun, mich über Deine unfähigen Geschäftspraktiken zu ärgern. Das wäre noch die Muschelschalen um die Perlen vor die Hängebauchsäue.

Ihr kleinen Elektrokrämer habt noch immer nicht begriffen, was Geist, was sich ersynapst. Genauer: Es soll nicht sein.

Fast wirkt Ihr schon alswie ein Sterbendes, ein Vorfossil, ein Datenkroko, das sich danebenverschluckt. So ein zuckendendes Dingsda in irgendsoeinem abgewurstelten Hollywood-Streifen. Ein Absturzavatar. Ein Golem in seiner Pisse. Ein Nilpferd, dem auf Spitzbergen schauerlich unwohnlich. Null Uhr in Ulan Bator. Krötenmatsch. “Don’t be evil: Be dumb!” Jaja. So geht das, wenn Dekadenz zur Corporate Identity erwählet. Man fackt so schön ab, besser, schmiert in den Schlunz, dass der Deutsche lacht.

Es steht nunmal zu vermuten, dass Ihr nicht nur meine Daten so schäbig, so unterschäbig verwaltet; und wären es nur meine, so merkwürdig, wovon, wie gesagt, kaum auszugehen, so zeigte schon das den Rostfraß, den Grünschimmel, der Euch hart befallen.

Mich dauert dabei nur, dass mir zu Euch keine herzhaften Schimpfwörter einfallen. Jedenfalls nicht die, welche ich besonders gerne mag, wenn ich es mit heillosem Gesindel zu tun habe, dies deutlich zum Ausdrucke bringen will. Was bringt es schon, wenn man jemanden, Leute, als “Loser” bezeichnet? Wo ist da der Pep? Und für Hundsfötter, dafür taugt Ihr auch nicht. Das waren noch Banditen mit spitzen Dolchen, wirklich hinterlistige, vor denen man sich in Acht zu nehmen hatte, wenn man zwischen Schwarzwald und Hinterpommern überleben wollte. Ihr seid ja nichtmal Strauchdiebe, also die gesittetere Variante der Hundsfötter. Nur kleine Gewichtsfälscher. Nichtmal zum Geldfälschen habt Ihr die Traute.

Datenzersabbler. Endabständigsteszusammenklauber. Kehrichtwühler und -riesler. Bauxitletztverfluorer. Grenzbauern der Blödheit. Lugenhäger. Steinverschnapser. Abkasper. Torenhainheger.

Darf ich mich trotzdem, erst recht, gerade, geehrt fühlen, dessenthalben, dass ich Eurer Ohngnad anheimgefallen?

Nein, so weit will ich nicht gehen. Gewürm hat noch selten einen erhoben. Man trete an übelen Schleimen tunlichst vorbei, trete, wo dies unumgänglich, nur umsichtig hinein, halte seine Stiefel darob stets gut gefettet.

 

 

War Hitler ein Grüner?

Dienstag, 27. August 2013

Ein hessischer FDP-Bundestagskandidat hat die Grünen ob ihres geforderten “Veggie-Tages” mit Nazivergleichen überzogen.

Das ist zwar nicht sonderlich originell, doch scheint es die Grünen mächtig zu ärgern. Schließlich haben sie ja Antideutschtum und damit Nazivergleiche in den Genen, während sie das Kriegstreiben vom Oberdeutschenhasser Fischer erst lernen mussten.

“Selber Nazis!” – möchte man da wohl gerne rufen. Nur, diesmal war die Gegenseite zuerst dran.

Die Grenzen politischer Auseinandersetzung seien hiermit überschritten, piepst man. Seit wann denn das? Haben die Grünen etwa ein Monopol auf anständige Nazi-Vergleiche?

Sie sollten das sogenannte Bundesverfassungsgericht anrufen und sich das höchstrichterlich bestätigen lassen, damit solche liberalen Volksverhetzer in eine Nachbarzelle Horst Mahlers verbracht werden können.

Immerhin könnten sie in Karlsruhe ins Feld führen, dass es in Deutschland nachweislich keine volks-, frauen- und kinderfeindlichere Partei gebe, als sie selbst. Nicht einmal die Piraten könnten da wirklich mithalten. Ein unerträglicher Skandal sei es, wenn die nachweislichsten aller Deutschenhasser sich Nazi-Vergleiche gefallen lassen müssten.

Schließlich werden derlei Vergleiche explizit untersagt, während der FDP-Mann wegen Verbotsirrtums zunächst freigesprochen wird. Ab da jedoch geht nichts mehr.

In der Nebensache ward verhandelt, ob man Araberfeinde als “Antisemiten” bezeichnen dürfe, oder ob dieser Begriff nur gegenüber Leuten lässig sei, die kein Geld fürs Ausheben von israelischen “Siedler”-Baugruben im Westjordanland spenden möchten. Die Entscheidung hiezu ist einstweilen vertagt. Ein sprachwissenschaftliches Gutachten soll Klärung bringen. Die Uni Köln, Vorreiter in Gleichstellungsfragen, ist beauftragt.

Der im Prozess federführende “Nichtmann” Erika Obsurdides-Kalimantour – sich Frau zu nennen, lehnt sie als sexistisch ab – argumentierte damit, dass Hitler, mit seinem Tierschutz und seinem Vegetarismus, lediglich perfide versucht habe, die Grüne Bewegung noch vor ihrem Entstehen zu unterwandern: Daran hänge sich der FDP-Nazi nun an.

Das Gericht beschied, dass Hitler in diesem Zusammenhang nicht wegen Volksverhetzung belangt werden könne, nicht nur, weil man seiner nicht mehr habhaft werden könne, er wahrscheinlich nicht mehr lebe, sondern auch, weil ihm, da keine beglaubigte Kopie eines Mitgliedsausweises der Grünen vorgelegt, “nach Ansicht des Gerichts keine vorsätzlichen, niederen Beweggründe in der Richtung, das Volk gegen die grüne Partei zu verhetzen, vorliegen, weshalb der Angeklagte nicht belangt werden kann.”

Man ist, selbstverständlich, empört. Jeder GrünIn hätte natürlich gerne Adolf Hitler als Urerzfeind bestätigt gesehen, und jetzt das. Hitler habe also gar nichts wider die Grünen getan. Ein kolossales Fehlurteil, welches das BVG sehr sinister erscheinen lässt.

Noch niederschmetternder: “Das Gericht vermag nicht generell, lediglich fallweise, zu entscheiden, gerade, da von Adolf Hitler keine glaubwürdigen Originalaussagen zur grünen Partei belegbar sind, ab wann Nazi-Vergleiche auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, hiemit lässig.” Aber, bzw. und: “Die offenkundige Tatsache, dass die grüne Partei das ganze deutsche Volk ausrotten will, alsomit in bester antifaschistischer Tradition steht, macht sie in der politischen Auseinandersetzung nicht automatisch sakrosankt. Der erklärte Ausrottungswille könnte auch ein reines Lippenbekenntnis sein, muss also auch in solch scharfer Weise hinterfragt werden dürfen.”

Jetzt sehen die Grünen ziemlich alt aus. Das  BVG hat erstmal gesprochen. So kurz vor der Wahl noch einen Ausrottungsvereidigungsparteitag abhalten, nein, davon lassen sich selbst die Scharfmacher unschwer abhalten. Zumal man ja nicht einmal weiß, ob sich das BVG von einem solchen Schritt entscheidend beeinflussen lassen ließe.

So tröstet man sich bei den Grünen einstweilen bei Tofu und Champagner damit, dass man immerhin nicht als NS-Wiedergängerpartei verboten wurde, den Nazis vom BVG wäre schließlich selbst auch noch das zuzutrauen gewesen, diesen faschistoiden Nachtwächtern.

Zweihundertzwanzig Prozent im Bundestag! – : Das ist die neue mutige Losung der “root-out-folks”. (Auf einen deutschen Begriff vermochte man sich nicht zu einigen, da zu unklar, zudem implizit im Verdachte des Verrats der guten Sache.)

Ein Sturm im Wasserglase also. Zeit, dass man als Grüner nicht nur rumpfitzt, sondern wieder einmal einen Angriffskrieg der alliierten Paten beklatscht.

 

Vom Strategeme des Schweigens (Nr. 49)

Samstag, 03. August 2013

Zunächst kennt man die Giftvariante des Strategems: Geheimbünde, okkulte Gesellschaften, Mafia, Blutgeldler.

Das Strategem des Schweigens kann aber heilsamer eingesetzt werden als beim Betrügen. Und Sichwichtigmachen.

Es kann, wie bekannt, nicht nur direkt in einer Rede, sondern auch etwas länger eingesetzt den anderen mehr zum Nachdenken bringen denn noch mehr Rede.

Es ist auch ein Strategem zur selbstüberlistenden Selbstveränderung.

Viel genauer und zielgerichteter und in genau der richtigen Länge Schweigen.

Schon jede Tonpause ist ein kleines Schweigen. Schweigen ist elementarer Teil der Redekunst, wird in dieser selbst regelmäßig strategemisch eingesetzt.

Schweigen kann die vorangegangene Implikation enorm verstärken. Ebenso eine Emotion. Es kann alsowohl demütig ergriffen wie herrschaftlich selbstsicher wirken.

Schweigen ist natürlich auch dann als Strategem besonders gut angewendet, wenn ein Beschuldigter so lange an den richtigen Stellen schweigt, bis er endgültig heraus, was die anderen schon wissen, wenn weit über das hinaus, was sie ihm schon gesagt.

Dieser Schweiger wird eben nicht nur schweigen, aber an den richtigen Stellen doch, selbst wenn er beim Schweigen weiterredet.

Zum Schweigen als Strategem in Liebesdingen ist nicht viel zu sagen, das kennt jeder.

Wer das Strategem wirklich versteht, weiß, dass dies im tiefen Sinne ein Strategem der richtig gesetzten Pausen und damit Harmonie ist. Schweigen ist das angemessene Dazwischen. (weiterlesen…)

Vom Strategeme des unausgesprochenen oder unaussprechlichen Wortes (Nr. 48)

Freitag, 26. Juli 2013

Das bekannteste “unaussprechliche” Wort ist natürlich jenes des JHVH.

Hier soll aber nicht vorzüglich in jener speziellen Judengeschichte herumgestochert werden, sondern das Phänomen, das Strategem strukturell angegangen.

Es kann zu überaus bösartigem Einsatze verwendet werden. Der Strategemanwender lässt ständig oder immer wieder, gut dosiert, durchblicken, was er sagen könnte, aber nicht sagt, so lange, bis der Angegriffene es selbst ausspricht oder es um ihn herum die Spatzen über ihn von den Dächern pfeifen.

Beidenfalls hat er es selbst nicht gesagt: So edel war er, die anderen kamen von selbst darauf.

Es kann aber auch da notwendig zum Einsatz gebracht werden, wo etwas einfach noch nicht zu sagen klug ist, indem man es ständig anklingen lässt, oder bestimmte Dinge gar bei Strafe zu sagen verboten, der Büttel käme.

Hier besteht die Kunst dann darin, dass das im Raum stehende Wort, die Wendung, die Konjektur, beständig von der Peripherie her aufgeladen werden, die Gedanken und schließlich Worte anderer zum Kerne konzentrisch und spiralförmig hingeführt.

Indirekte Verleumdung, Verführung in Liebesdingen, Unterhöhlen eines Tabus ohne dessen offenen Bruch zu begehen: die Anwendungen des Strategems sind vielfältig.

Es kann bei der Strategemanwendung selbstverständlich am klügsten sein, das Misswort langsam zu schüren, auf dass sich ein besonders verbreiterter, plötzlich zur Lohe zu bringender Schwelbrand ergebe. Das Strategem ist vom Wesen her ein eher langfristig zum Einsatz kommendes. Obschon es auch in einem Gespräche binnen dreißig Sekunden oder fünf Minuten gefragt sein kann.

Der Opponent hat, wenn das Unaussprechliche das Auszusprechende ist, der Strategemanwender dies sich klug zunutze macht, langfristig sehr schlechte Karten. Immerhin hantiert desfalls der Strategemausführende mit der Wahrheit.

Das kann ihn dann, mal wieder, auch den Hals kosten. Aber nicht ganz so leicht, weil sein Hals mittelbar auch dem anderen den seinen kosten könnte.

Aus sprachwissenschaftlicher Sicht ist dieses Strategem fast ebenso, wenn nicht doch ebenso interessant wie jenes des günstigen Witzes. (Nr. 47)

Die beiden Strategeme werden natürlich oft verkettet angewandt. Das muss nicht weiter erklärt werden.

 

 

Offener Brief an Merkel wegen Prism: Sind die 32 Unterzeichner so blöd?

Freitag, 26. Juli 2013

32 Schriftsteller fordern von der Bundeskanzlerin Aufklärung in der “Prism-Affäre”.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ueberwachung/offener-brief-an-angela-merkel-deutschland-ist-ein-ueberwachungsstaat-12304732.html

Ich habe “Prism-Affäre” bewusst in Anführungszeichen gesetzt, weil der Begriff hier eigentlich doppelt daneben. Denn es dreht sich im Kern weder um ein Computerprogramm noch um eine Affäre.

Diese Helden deutscher Sprache werfen weder die Frage bezüglich wirklicher deutscher Souveränität auf, noch jene nach 9/11, treffen auch keine Aussage desbezüglich, dass das ganze Terrorgedöns ein reiner Vorwand ist.

In letzter Zeit üben sich manche in der Kunst, unsere Regierenden als halt etwas überschießende Leute darzustellen, in deren Köpfen sich der Wahn der Terrorabwehr etwas zu sehr eingenistet habe. Nichts liegt ferner der Wahrheit.

Wer sich immer noch nicht traut, die Dinge beim Namen zu nennen – Schriftsteller sollten bei so einfachen und klaren Sachverhalten dazu wenigstens sprachlich in der Lage sein – , den kann ich nicht achten, muss ich gegebenenfalls, zumindest im weiteren Sinne, als Teil der Kabale betrachten.

Es hätte sich normalerweise wenigstens bis zu einem der Unterzeichner herumgesprochen haben müssen, dass sich die Verfassungsfrage stellt, und zwar nicht allein jene nach der Aushebelung des Grundgesetzes, unserer behaupteten Scheinverfassung, sondern die eigentliche Verfassungsfrage.

An der aber surft diese sogenannte Intelligenz einfach mal bequem vorbei. Warum? Sind die so blöd? (weiterlesen…)

Vom Strategeme des günstigen Witzes (Nr. 47)

Donnerstag, 25. Juli 2013

Das Strategem des gunstverschaffenden Witzes begegnet uns praktisch überall, auf Schritt und Tritt. Werber, Politiker, Redner, Buhlende, Lehrer, Schreiberlinge: Es ist allgegenwärtig in Anwendung.

Schwierig wird es aber, was wunder, in gefährlicher Lage.

Da mag es sich dann sowohl um in der Not ad hoc zu findende tragfähige Witze drehen, als auch langfristig und verschlüsselt angelegte. Und halbverschlüsselte angelegte sowie dergestalt verschlüsselte, dass der speziell damit belegte Lachende nicht eigentlich weiß, weshalb er lacht, dass, wenn dies anliegt, viele oder die meisten oder fast alle nicht wissen, weshalb sie lachen.

Und es geht um jene Witze, zu denen die Leute sich nicht trauen zu lachen, vor sich selbst wie vor anderen, wo zunächst nur ein innerer Lachreiz erzeugt werden soll. Womöglich als Anfang oder Zwischenglied einer strategemisch aufgestellten Reihe von Witzen. Als Vor- bzw. Begleitwitz sozusagen. Als Weichkochwitz.

Und natürlich scheinbare wie wirkliche Ablenkwitze, die erst recht weiter in die gewünschte Richtung lenken.

Ohnehin kann der Strategemausübende vor einer so schwierigen, langfristig zu betreuenden Aufgabe stehen, dass er die meisten Witze gar nicht auch nur als dahingehende klare Versuche zutage treten lassen darf, sondern sie irgendwo in seiner Prosa so einzubetten, dass sie, wenn wahrgenommen, wie zufällig wirken, jedenfalls nie unzweifelhaft dingfest zu machen, bei den meisten ohnehin, meist, eher unterschwellig wirkend. Ja, anderen aber schon hörbar.

Der Punkt, so banal das klingt, ist auch schlicht der, dass die meisten Menschen lieber mehr lachten, als sie es tun, dass Lachen bekanntlich befreiend wirken kann, weshalb es auf verschiedensten Ebenen, eben auch unterbewusst oder halbbewusst nachgesucht wird. Wer also mit dem Strategeme des günstigen Witzes, als sich wiederholendes, mehrdimensionales Kettenstrategem, umzugehen weiß, kann sehr wohl im Großen wirken.

An bestimmten Stellen kann es sein, dass der Strategemanwender plötzlich gezwungen ist, den Narren zu spielen oder, es kann auf dasselbe hinauslaufen, eine ganze Witzkaskade abzusondern. Viele Leute stehen einfach stupefakt, wenn zu schnell zu viel Schräges auf sie einstürmt, halten allein deshalb inne, sehen vielleicht gar von schon fest geplanten oder spontan ins Hirn geblitzten übelsten Vorhaben und Taten ab. Die Witzkaskade kann ganz unmittelbar Leben retten. (weiterlesen…)

Pages: Prev 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...23 24 25 Next