Archiv für die Kategorie ‘Sprachwissenschaft’

Writing “For Our Time”?

Samstag, 19. Mai 2012

If one is gifted for, and does pursue, the writing of good novels, the question if he be writing “for our time” may be secondary. (It was, certainly, not so for Cervantes.)

Not quite the same is true for authors of essays and satire.

If their income is ok, their reputation therewith (or, mostly the same thing, thereby, at least with their wives and relatives), they may not even consider the problem.

Otherwise though, in the half-desert of some reception and little or no money earned, it is, at least for the better, more ambitious ones necessary to ask: “Am I doing this righteously, mainly, just for “our time”?

Or, is it not wiser, apter to this given fate, merely to take up some traits of the ruling zeitgeist, now and then poking some swine-snooted, dough-sooted, picking them nonchalantly up to go for goals beyond the now?

Can we not, should not exactly we, who are given the leisure (or rob it somewhere) to write what doesn’t even pay for wine and cigs, let alone rent and health insurance, give a darned sh.. on what is the latest babble of some petty politician, half-naked celebrity, pseudo-philosophical talkshow nitwit, the bankster whores, the blatant “scientific” lies of the shallow waters of the “expert” circus of the bigshot plutocrat pissoirs? (weiterlesen…)

Dem Nachwuchse (II)

Montag, 14. Mai 2012

Einen Mozart oder einen Capablanca der Literatur hat es meines Wissens nie gegeben. Also einen, der in diesem Fach als Sechsjähriger schon weit oben spielte.

Dies hat einen einfachen Grund (man könnte auch sagen tausende), der, da oft nicht bedacht, so selbstverständlich er auch sein sollte, hier einleitend Erwähnung finden muss (auch weil man Euch diesbezüglich viel Mist erzählen wird, sobald Ihr unmissverständlich zeigt, dass Ihr Bedeutendes zu erzählen wisst).

Denn überragende Begabung, ein geradezu selbstverständliches Gefühl, das sich nur noch Bahn brechen muss, gibt es, im harten Gegensatze zur Tonsetzer- und Schachkunst, in der Schreibkunst nicht dahingehend, dass sie schon für Höheres genügte.

Sondern bedürft Ihr des – wie meine verehrte Professorin Reiss es zu nennen pflegte, die hier jetzt mal angemessen gewürdigt sei – “Weltwissens”.

Das heißt, dass Euch gar nichts egal sein kann. Egal gibt es nämlich für den Schriftsteller nicht. Physik, Geographie, bildliche und musikalische Ästhetik, alles Kulturelle, einfach alles, was der Mensch je ersann oder erkannte, muss Euch interessant und Grundlage sein. Sonst wird es nie was. (weiterlesen…)

CERN hab’ ich gern

Sonntag, 13. Mai 2012

Eben las ich mal wieder einen Artikel über die Arbeit der Physiker von CERN, dem Riesenteilchenbeschleuniger in der Schweiz.

Wie immer verstand ich so gut wie nichts Spezielles vom Gesagten (außer, dass es so merkwürdige Begriffe wie “Leptoquark” usw. hagelte, die dem Philologen natürlich gefallen), aber doch, dass den Spezialisten dort inzwischen gewaltig der Arsch auf Grundeis geht, dahingehend, sie müssten vielleicht bald zugeben, dass sie seit 35 Jahren nur Mist erzählt haben und ebensowenig abraffen wie ich und zudem noch Einstein selig und heilig weiland obendrein verstund.

So wie wir als Kinder Schiffe versenken spielten, scheinen diese Leute Milliardenversenken zu spielen. Im Teravoltbereich. (weiterlesen…)

Mit Kafka gegen die Antisemitismuskeule?

Samstag, 12. Mai 2012

Was macht man, wenn man öffentlich ein ganz klarer “Antisemit” geheißen wird?

Mir ist das kürzlich, als ich mich nicht nur islamkritisch, sondern auch israel- bzw. judenkritisch (nicht generell, sondern in bestimmten Machtzusammenhängen) äußerte, zum ersten Mal passiert, und ob meine Reaktion die richtige, angemessen war, daran rätsele ich noch.

Also zunächst, was ich tat, dann Erwägungen, was ich vielleicht hätte stattdessen tun können. (weiterlesen…)

Dem Nachwuchse

Samstag, 12. Mai 2012

Dieser Einleitungsartikel gilt wie die folgenden nur dem philologisch ernsthaften Nachwuchs. Alsomit in Deutschland bestenfalls 100 Personen. Der Rest möchte sich anderwo darin üben, nicht zu denken.  (weiterlesen…)

Schavan: Nur mal so

Mittwoch, 02. Mai 2012

http://schavanplag.files.wordpress.com/2012/05/plagiatsdokumentation_schavan_020512.pdf

Der Tomatenmarkanschwitzer

Sonntag, 29. April 2012

Gemeinsam mit meiner Frau, die eine ausgezeichnete, von bester badischer Tradition geprägte Köchin war, schaute ich ab und an die Lektionen eines Meisters namens Alfons Schubeck im TV.

Wir gestanden ihm durchaus zu, dass er von der Fischbereitung etwas verstehe, aber ansonsten fiel auf, dass der Chef bei fast allen Soßenbereitungen erstmal (oder etwas später dazu) Tomatenmark anschwitzte, oft auch Puderzucker.

Darüber entspann sich eine Debatte, weshalb der das denn mache, so einen untilgbaren Einheitsgeschmack in seine Soßen brachte.

Sie meinte alsbald ganz trocken, dass gegen das Tomatenmarkanschwitzen grundsätzlich nichts einzuwenden sei, der gute Badenser Koch das aber nur mache, wenn nichts Anständiges im Hause sei, außer ein paar Resten, Zwiebeln und Gewürzen.

Ab da nannte sie den Maestro denn auch nur noch den Tomatenmarkanschwitzer. (weiterlesen…)

Antischeißesturm kontra Netzhatz

Samstag, 28. April 2012

Manche Kommentatoren setzen “Shitstorm” noch in Anführungszeichen, ich habe sie bei “Antischeißesturm” in der Überschrift mal weggelassen.

Viele hat der Scheißesturm schon getroffen, viele haben inzwischen Angst davor. Unternehmen, Künstler, Schriftsteller, Politiker, Sportler, Journalisten…

Im Netz ist der Pöbel los. Aus einer legitimen Protestform wird immer öfter Cyber-Mobbing, Netzhatz, indem Zielpersonen Pest und Cholera an den Hals gewünscht werden, mit beliebigen Verleumdungen überzogen, nicht selten gewürzt mit Gewaltphantasien, kaum verhüllten Aufrufen zur realen Selbstjustiz, ohne Maß und Grenze.

Bleibt wohl zunächst kaum etwas anderes, als mit einem Antischeißesturm zu reagieren, wenn man nicht tatenlos bleiben will, da auf juristischem Wege oft wenig bis nichts und selbst das noch zu langsam zu erreichen ist. (weiterlesen…)

Kurios: Killerspiel soll nicht so heißen

Freitag, 27. April 2012

Ein Egoshooter-Spiel namens “Crysis 2″ hat eine politische Kontroverse entfacht, da es den Deutschen Computerspielpreis 2012 erhielt. Das ganze Gelaber dazu ist hier gut zusammengefasst.

Der Knaller an der ganzen Debatte ist, dass die FDP jetzt gegenüber Kritikern der Vergabe von “Killerspiel-Rhetorik” spricht, die nicht hilfreich sei, die SPD die Verwendung des Begriffs “Killerspiel” als zweifelhaft bezüglich einer differenzierten Debatte bezeichnet, die Grünen gar von einem Rückfall in “alte Schützengräben” reden.

Ja Jeu! Wo kommen wir denn da hin, wenn böse Konservative ein Spiel, in dem man sich durch sämtliches Gesindel eines neosteinzeitlichen Manhattans ballert (das ist, soweit ich’s verstanden habe, Sinn und Reiz des Spiels) in altgestrig-diskriminierender Art  ein “Killerspiel” nennen, also fieserweise das, was es ist. (weiterlesen…)

Weltnetzerfolg

Mittwoch, 18. April 2012

Ich darf von einem weiteren durchschlagenden Weltnetzerfolg dieses Blogs berichten. Denn bei Terras größter Suchmaschine behaupten wir uns unter dem Suchbegriff “dumme Texte” nicht nur beharrlich auf der ersten Seite, sondern erscheinen daselbst einzig gleich mit zwei Beiträgen, so dass wir, von einem gewissen moralischen Blickwinkel aus gesehen, zum Thema sogar den Platzhirsch für uns reklamieren können.

Diese erhöhte Rangstufe ist natürlich Ergebnis einer minutiösen Planung; es gibt schließlich Suchbegriffe, die man getrost anderen überlassen kann, aber auch solche, um die es mit allen legitimen Mitteln und Tricks zu kämpfen gilt. Dieser hier lag denn auch auf einer der höchsten Prioritätsstufen des Hauses.

Man stelle sich mal vor, jemand gibt ganz ernsthaft strebend und eifrig bemüht “dumme Texte” ein, und findet diesen Blog nicht auf Anhieb. Der müsste sich dann, wenn schon nicht betrogen, wenigstens als schlecht sortiert informiert worden seiend empfinden, sobald er gewahrt, was der Suchmaschine entsprechend zu positionieren nicht gelang oder gelingen wollte. Der Ansehensverlust für den Anbieter wäre enorm. (weiterlesen…)

Du Hitler! – Selber Nazi!

Mittwoch, 18. April 2012

Eben stieß ich zufällig auf eine Seite namens shoah.org.uk

Das ist eine ziemlich grelle Kiste, denn unter “Shoah” versteht man dort offenkundig (es erscheinen diverse professionell gemachte Artikel), was derzeit mit den Palästinensern geschieht, und so heißen die entsprechenden israelischen Schufte denn “Zio-Nazis”, oder kurz bloß “Nazis”, und der Judenstaat “IsraHell”.

Da kratzt man sich, obzwar der NS-Israel-Vergleich im Netz nicht neu, schon am Kopfe. Was versprechen sich diese Leute davon? Sind die nie auf die Idee gekommen, dass sie ihrer propalästinensischen Sache damit eher schaden als nützen könnten?

Jedenfalls steckt ein – wenn auch vielleicht nicht ganz nüchternes – Kalkül dahinter. (weiterlesen…)

Iranlüge: Vom medialen Faktotum der Kriegstreiber (II)

Montag, 16. April 2012

Seit ich den Erstartikel von fünf Tagen verfasste, ergibt sich bezüglich der Verbreitung der Iranlüge aufgrund gegenläufiger Tendenzen ein uneinheitliches Bild.

Einerseits scheint die Iranlüge an manchen Stellen schon vorsichtig heruntergefahren zu werden, andererseits wird sie andernorts umso agressiver hochgehalten und vor sich hergetragen. Letzteres mal eher kalkuliert, mal eher reflexhaft.

Da wirft es auch nur einen kleinen Schlagschatten, dass mir ein Leserkommentar mit Hinweis darauf kassiert wurde.

Man muss wohl davon ausgehen, dass viele Journalisten das Problem zu verdrängen trachten, oft in etwa so, wie als ob es egal sei, was im Iran wirklich gesagt wurde, da man ja getrost davon augehen könne, dass es so gemeint gewesen, wie es Reuters & Cie verfälschend übersetzten. Immerhin meinen das ja alle anständigen Leute.

Aber der anständige Journalist weiß natürlich auch, dass er womöglich ziemlich schnell am existentiellen Ende landet, wenn er hier für Aufklärung sorgt. So schaltet er sich dann lieber passiv oder aktiv gleich. Und unterdrückt jeden eventuellen Impuls zur Selbstprüfung. (Ich weiß, warum ich jetzt keine Namen nenne. Wer dies liest, mag sie erkennen, und selbst wer nur heimlich hier liest, vielleicht sich selbst.) (weiterlesen…)

Radiospreeech

Montag, 26. März 2012

Eben habe ich sie wieder gehört, diese seltsame Radio-Intonation, die zumal bei vorbereitet eingespielten Berichten und Reportagen immer häufiger vorzukommen scheint und mich mitunter gewaltig nervt. (weiterlesen…)

Von den verlogenen Säuslern

Sonntag, 25. März 2012

Ich will jetzt mal etwas sehr Wichtiges ansprechen. Ich rede so leise und sanft und unaufhörlich, dass mich kein anständiger Mensch damitten unterbrechen darf. Man darf nur Redner unterbrechen, die laut und deutlich reden und auch mal eine Pause machen. Ich bin aber nicht laut und deutlich und Pausen mache ich auch nicht. Denn ich habe allerhand moralische Forderungen, was den anständigen Umgang unter Menschen anlangt. (weiterlesen…)

Indirect False Flag / Indirekte Falsche Flagge

Samstag, 24. März 2012

Ich meine, das im vorhergehenden Beitrag aufgebildete Rätsel wurde von Leser Dude auf denkbar einfache Weise gelöst. (weiterlesen…)

False Flag Reloaded

Freitag, 23. März 2012

Schauen wir uns den Ausdruck “False Flag” / “Falsche Flagge”, der in den letzen Jahren stark in Mode gekommen ist, mal genauer an:

Wikipedia Englisch:

“False flag (aka Black Flag) operations are covert operations designed to deceive in such a way that the operations appear as though they are being carried out by other entities.”

Auf Deutsch (nicht ganz deckungsgleich):

“Er (der Ausdruck “Falsche Flagge”, Anm. von mir) bezeichnet eine Unternehmung, die zur Verschleierung der Identität und der Absichten des tatsächlichen Urhebers vorgeblich von einer dritten Partei durchgeführt wird.”

Gut, wozu Operationen unter falscher Flagge dienen, was klassische solche sind, versteht jeder.

Was aber ist mit einer Variante, die inzwischen von vielen ebenfalls darunter subsumiert wird: nämlich, dass, beispielsweise, ein Geheimdienst ein politisches Attentat, Terroranschläge usw. nicht selbst ausführt und die Sache einem Gegner in die Schuhe schiebt, sondern noch viel risikoloser, hintertriebener, geschickter vorgeht. (weiterlesen…)

Yale-Ökonom Chen: Sprache bedingt Denken und Handeln

Freitag, 16. März 2012

Nun, wenn ein chinesischstämmiger US-amerikanischer Forscher aus Yale, der Heimstatt des Gutmenschengeheimbundes Skull & Bones, das sagt, was ich mich so leicht nicht getraut hätte, die altehrwürdige FAZ es bringt (Titel: “Warum die Griechen mit Deutsch als Landessprache weniger Schulden hätten”), darf ich es jetzt wohl auch aufgreifen.

Keith Chen meint nämlich herausgefunden zu haben, dass die jeweilige Sprache, Sprache überhaupt, einen großen Einfluss auf das Denken habe. (Wer hätte das gedacht.) Was an sich ja irgendwo zwischen egal und faschistoidem Diskriminogefasel anzusiedeln wäre, beträfe es nur Nutzloses, also Kulturelles. Er aber ist von Haus aus Ökonom und sieht eine Korrelation zwischen Sprache und rationalem wirtschaftlichem Handeln und damit langfristigem Erfolg. (weiterlesen…)

Google wird semantisch

Freitag, 16. März 2012

Eben vernahm ich – das Thema wird hier wohl noch vertieft werden, je nachdem, was aufkommt bzw. sich noch eruieren lässt – , dass Google jetzt sukzessive eine “semantische Suche” in seine Maschine einbauen will.

Noch weiß ich nicht, ob ich darüber bald zum Milliardär werden werde, oder obsolet. (weiterlesen…)

Endfitz und Silbenmüll statt Helden

Sonntag, 11. März 2012

Vor ein paar Tagen geriet ich in ein Kneipengespräch, in dem mein Thekenkollege und ich über Umwege auf den Begriff des “Helden” kamen.

Mein Gesprächspartner meinte, er könne mit diesem Begriff überhaupt nichts anfangen bzw. der sei völlig verlogen und aufgesetzt, außerdem rieche er immer irgendwie nach Faschismus, wenigstens faschistoidem Denken.

Etwas überrascht fragte ich, wieso? – dass doch ein Held traditionell gerade derjenige sei, der sich leicht davonmachen könnte, aus der Verantwortung stehlen, keine Not leide, sich dann aber in außergewöhnlichem Maße, bis hin zur Selbstaufopferung für andere, die sich alleine nicht zu helfen wüssten, einsetze.

Indes, er gab nicht nach. “Held” habe eben stets dieses Geschmäckle, für ihn sei das Wort alleweil belastet. Er wollte das dann auch nicht mehr genauer begründen.

Ich krutz mich dann hinterher aber doch noch weiterhin am Kopfe. Denn es handelte sich nicht um einen ungebildeten, verkniffenen, zukurzgekommenen, verwahrlosten Jungspund, der da so redete, sondern um einen mir durchaus als gestanden wie gesetzt und humorvoll bekannten Mann. (weiterlesen…)

Denkt! Schafft! Redet!

Freitag, 09. März 2012

Ich danke hiermit mal auch meinen Deutschlehrern der neunten und zehnten Klasse, dass sie mir, zwar nicht soherum beabsichtigt, sondern genau anders, eine gewaltige Wut gegen jedes hohle Geseich und Geschwätz anerzogen, die, wie jeder hier öfter Lesende weiß, auch heute noch gelegentlich aus mir bricht.

Wider Willen und Absicht haben mir diese beiden mit am besten geholfen. Mich, sich selbst als avantgardistisch wähnend, mit zu dem Revoluzzer gemacht, der ich heute erst recht bin. Denn sie waren schon politisch korrekt, als es diese Chiffre noch gar nicht gab und ich noch linksrum dachte. Aber nicht linksrum genug für meine Deutschlehrer! Danke!

Die Emanzen – gab es damals schon – die dann im selbstverwalteten Jugendhaus ein Bierverbot erließen, gaben mir den vorläufigen Rest. Da hatte Nietzsche hernach, wenn auch ein paar Jahre und ein paar Professoren später, ein leichtes Spiel mit mir. Auf den konnte ich nur gewartet haben.

Der, außer Cervantes und einer Amerikanerin, die mir eindringlich nahebrachte, ich sei sprachbegabt – das hatte ich praktisch verdrängt und vergessen, ihr gebührt mein ewiger Dank darob – führte mich, außer meinem bislang unübertroffenen Lehrer Wilhelm Pötters, schließlich nämlich dahin, wieder auf die Kraft der Sprache, auch meiner eigenen, vertrauen zu lernen.

Es gibt die “positive Traumatisierung” (siehe Suchfunktion oben rechts, schon davon geschrieben) eben doch. Gerade der, der einen, im Falle des Zehntklasslehrers nicht einmal gänzlich inkompetent, jener der Neunten war eine Quadratsnull, mal richtig ungerecht, nein, besser gesagt, von der Enge und Einseitigkeit seines zeitgeistig verprägten Denkens geplagt, mag einem den Weg gerade dahin weisen, wohin er das als Hinterletztes vorhatte, eingerichtet war, dies zu tun.

Hätte mir mit Fünfzehn einer gesagt, dass ich mal Spachwissenschaftler würde, den hätte ich noch nicht einmal zu verlachen mir normalerweise Zeit genommen. Erst auf heftigste Insistenz hin hätte ich ihm erklärt, dass all diese Deutschfritzen erwiesene Laberaffen seien, deren Gewerk eines, das nur von sinnlosen Backenaufbläsern betrieben werde.

So ändern sich Ansichten und Zeiten. Heute liebe ich kaum noch etwas mehr als meine Kinder, mich selbst, meinen Salbei und meinen Rosmarin, meinen Wein auch, denn diese unsere herrliche deutsche Sprache, die uns jederzeit Labsal, Trost, Ansporn und Erhebung zu spenden vermag, wie sie die Naturwissenschaften, die ich immer noch nicht, trotz mancher Verleidung dahingehend, irgend verachte, zumindest momentan mir nicht zu geben vermögen.

In der Sprache nämlich schlägt sich alles, schlägt sich der ganze Mensch nieder. Oder vielmehr, sie vermag ihn in ihrer ganzen Kraft auch aufzurichten. Sie ist unser größter Schatz. Gold, Geld, selbst Raketen und Raumschiffe, sind nur erschmolzene oder auch erlogene Stoffe, lediglich Artefakte im Vergleiche. (weiterlesen…)

Bald verloren, Atheisten!

Freitag, 09. März 2012

Ich habe es mir nochmal überlegt.

Nachher gehe ich raus und drehe im Stadtwald (die Polizei ist in Stuttgart wegen des Bahnhofsbaus immer noch etwas nervös, und ich will als harmloser Deist nicht gleich mit auf die Wache) einfach mal ein bisschen religiös durch.

Ob ich einen der riesigen Lebensbäume umarmen werde oder bloß einen wohlgeratenen Weißdorn, weiß ich noch nicht; ich weiß auch noch nicht, wie ich meinen Gott nennen werde. Vielleicht bringt er seinen Namen ja sogar selbst mit. Wahrscheinlich wird er mit Y anfangen, weil er dann im Lexikon leichter auffällt.

Wie er mir allerdings erscheinen soll, habe ich noch nicht raus. Eine Stichflamme aus der Erde wäre zu abgeschmackt, auch wegen des verkokelten Mooses, das ich liebe. Eine Lateralheranfuhr bis auf etwa dreißig Fuß wäre mir da schon genehmer. Nur, wie soll er aussehen? Darf er sprechen? Muss ich mir eine Nachtkappe aufziehen, damit er mich nicht blende?

Egal, ich habe einen Auftrag. Den Atheisten mal so richtig einzuheizen. (weiterlesen…)

Heil den Atheisten!

Freitag, 09. März 2012

Um es gleich vorauszuschicken: Ich bin kein Atheist.

Atheist zu sein setzte nämlich voraus, dass es von all dem, was Leute sich zu Gott und Göttern ausgedacht oder geglaubt haben, meinen gesehen oder erfahren zu haben, alles gesichert irreal sei.

Wie sollte ich das wissen? (weiterlesen…)

Pages: Prev 1 2 3 ...7 8 9 10 11 12 13 ...23 24 25 Next