Archiv für die Kategorie ‘Schönes’

Von unseren Wegweisern (den Tapferen)

Sonntag, 20. Oktober 2013

Friedrich Nietzsche erfuhr, wie auch Miguel de Cervantes Saavedra, endlich das große Glück, völlig am Geschwätze der Leute vorbei, Gewissheit bezüglich des eigenen Werkes, des Geschaffenen zu haben.

Heinrich von Kleist hatte dies vielleicht auch, verzweifelte aber an all den Niederlagen allzufrühe, erschoss sich schließlich selbst, wofern es so war, wie behauptet.

Friedrich Schiller starb plötzlich, ins Massengrab hinein, kaum dass er den Ruf gen Berlin hatte.

Was man mit Giordano Bruno machte, einem, den die Freimaurer, für die er wohl nur Verachtung übriggehabt hätte, als dem Nachfahrergesindel der katholischen Kirche und des ganzen Restes des von ihm so verachteten Obskurantismus’, als einen der Ihren hochhalten (hochhielten?), ist einigermaßen bekannt.

Zu tilgen war am Ende aber keiner dieser fünf Tapferen.

Konfuzius zog zeitweise mit nur noch wenigen Getreuen, alle halbverhungert, durch die Hinterwelten Chinas.

Leonidas wusste nicht, dass man sich heute noch seiner erinnern werde: und das war auch sicher nicht sein Behuf: das wird ihn nicht bekümmert haben.

“Was trachte ich denn nach Glücke? Ich trachte nach meinem Werke!”

Cervantes, der seiner Nation schon als junger Mann zwar nicht sein Leben gegeben hatte, aber, dies immer wieder riskierend, alles davor, ward endlich noch, zuhause, viele Jahre später, in den Kerker von Sevilla geworfen, hatte schon wieder so gut als keine Chance mehr, also wie weiland in Kriegsgefangenschaft in Algier.

Heraus kam am Ende der Quijote.

Nein: Bevor der Ohngeist, die Perversion, die Gier und alles daraus folgende Kranke die Welt erdrücken, werden deren Perpetratoren noch eine Menge zu tun haben.

Ich setze gar, dass sie es am Ende nicht schaffen werden.

Dafür muss ich nicht glauben.

Es gibt belastbare Hinweise.

 

Wie auch Goethe handwerklich sauber gefällt

Samstag, 19. Oktober 2013

Der Sturz Goethes als freimaurerischer Säulenheiliger für oder besser gegen alle ist sichtbar in Arbeit. Zwei Bohrlöcher, zwei gut gesetzte doppelte Führungskeile, dann genau die richtigen Hiebe, die Anzugshiebe, den guten Eineinhalber ganz hinten genommen, bis die Eisen darinnen sirren, dann nochmal den Moment gewartet, man will ja gerade fällen, hernach in Ruhe, am Ohre gemessen, auch der Rückschwingung in der Führhand und dem Hiebarme, die Sprenghiebe, noch dreißig Sekunden, vielleicht zwei Minuten, es kommt darauf nicht mehr an, man weiß es, dreht sich eine, macht ein Bier auf, und dann hört man erst das Knirschen, endlich das Krachen, und schließlich liegt er.

Es wird reichen, dass die Eisen sirren. Singen müssen sie für den nicht.

Lasst Euch das, liebe Freimaurer, von einem sagen, der das Handwerk noch tatsächlich gelernt.

Goethe ist endgültig fällig

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Den Wilhelm und den Heinrich zu den eigentlich dauerndzu irrseligen Freimaurerweltbürgern als Sinnbilder des Deutschen, schon nicht mal nur mehr schlafmützigen Michels, nein, auch noch Volldeppen, vorsätzlich gemacht, im urersten “Bildungsromane” und auch noch in unserer vorgeblichen “Nationaldichtung”, beides blanke Schande, weltweit von Deinen Kumpanen, von Japan bis Kolumbien, also eifrig verbreitet: Das setzt nun die notwendige Folge.

Vom Herbste und der Kunst des kalten Schmiedens

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Es ist mir selten so aufgefallen, wie dieses Jahr.

Von vorgestern auf gestern so viele Blätter auf der Straße.

Zeit, als Motorradfahrer nicht zu hart in die Kurve hineinzubremsen.

Selbst die hübsche Sahra von den Linken sahe ich, schon etwas verkrumpelt, gestern, da, wo in Stuttgart der zauberhafte Westen anfängt, in einer städtischen Blumenrabatte liegen, gar armselig.

Den ESM-Rabatt sozusagen.

Vielleicht gar einen Verfassungslosigkeitsrabatt?

Da mag man doch ein wenig an unseren Till denken, der bergauf ein Liedchen pfeift, im Herbste sozusagen, während er bergab, des Lenzes gewahrend, eher verdrießlich dreinguckt.

Andere, ich kannte einen Studenten, der darauf schwor, er verliebe sich immer im Herbste (ein Oberpfälzer, der dies merkwürdigerweise nicht auf die jahreszeitlich bessere oder schlechtere Qualität des Bieres gründete), treibt die Freude am Aufstiege wohl etwas weniger philosophisch, als sie denken. Er jedenfalls hatte keine Erklärung dafür, weshalb das bei ihm so verlässlich so sei.

An dem sich ein Beispiel zu nehmen rate ich nun aber nicht nur deshalb keinem.

Klar, schenkt einem eine beim Lidl im April ein Lächeln, so mag das wirkungsschwächer sein als in der anbrechenden zweiten Hälfte des Oktobers. Wo die Hormone schon schwächeln, wird das Hirn – auch das, welches dem Bauche – zum Ausgleiche umso eifriger.

Sich gegen die dräuende Schwarzgalligkeit einfach anverlieben. An sich ja keine grunddumme Idee. Lediglich eine saublöde.

Das Pech einfach mit dem Schwefel austreiben. Dem alten Eisen nochmal zeigen, dass es eben doch einst nicht nur zum Herumliegen und wenig Bescheids zu wissen allein geschmiedet ward.

Ja, jetzt wäre von der sich entwickelt habenden Geschichte her wieder einmal die Zeit, etwas von singenden Eisen zu erzählen. Von Eisen, die sich daran erinnern, wer sie schon einmal waren. Die erst werden, was sie immer sein wollten. Die ganze Geschichte vom Schmieden.

Das mit den singenden Eisen begriffe in diesem Zusammenhang aber wohl erst recht noch dreimal kaum einer, der nicht Schmied noch Steinmetz allzumal, also, dass diese Betrachtung von Schwingungsverhältnissen, eingängiger angestellt, vielleicht bis auf einen Vollmond nach der Wintersonnwende vertagt werden muss.

Kalt schmiedet man nunmal am besten bei guter Kälte.

 

Vom Loben und der Lehrerei

Montag, 14. Oktober 2013

Vielleicht sollte ich hier nicht so viel loben. Vielleicht habe ich mir ein Stück Berufskrankheit bzw. Betriebsblindheit zugezogen.

Leuten, die es nicht wissen: Ich bin seit über 16 Jahren (nicht nur, aber überwiegend) Privatlehrer.

Da bleibt es nicht aus, dass man viel loben muss.

Egal, ob es einer endlich geschafft, zwei Drittel durch drei Viertel zu teilen, oder ob er endlich das Prinzip beschissener American Short Stories verstanden.

Irgendwann ist man so weit (man verzeihe mir diesen kleinen Zynismus, oder eben halt auch nicht), dass man noch die Ameise lobt, wenn sie ihre Blattlaus ordnungsgemäß ausgetragen hat.

Zum Glück habe ich zur Zeit ein paar Schüler, bei denen das Loben oft leicht fällt. Vor allem bei denen, erfreulicherweise, die ich in ihrem beschissensten Fach aufs Abitur vorbereite. Sie scheinen sich wirklich zu freuen, es scheint sie wirklich zu motivieren, wenn ich mich freuen darf, sie ehrlich loben zu dürfen.

Es ist in der Tat ein wunderbares Gefühl und Erlebnis, wenn ein Achtzehnjähriger oder eine Achtzehnjährige beginnt zu begreifen, was Literatur eigentlich ausmacht. Manchmal denke ich, dass ich der Menschheit tatsächlich ein Stück Zukunft damit schenke. Das mag vermessen sein: Klar weiß ich das.

Ich weiß bei diesen jungen Erwachsenen aber auch, dass sie nicht so wahrscheinlicherweise wieder so schnell auf einen Lehrer treffen werden, der mit so viel Herzblut dabei ist. Der einen Scheißendreck auch einen Scheißendreck nennt. Der andererseits so offensichtlich ehrlich begeistert ist, wenn er demgegenüber seinen Kleist oder seinen Dostoijewski hochhält und von seinen spontanen Tiraden bei dem jungen Menschen etwas ankommt, was der vielleicht nie mehr vergessen wird.

Ja, ich unterrichte, fürs Brot, auch Mathe. Mit meist guten Erfolgen.

Aber: Wie unendlich langweilig ist, bis auf Ausnahmen, wenn man mal über die Null und Dimensionen zu reden Zeit hat, dieses Fach.

Immerzu nur eine oder keine oder soundsoviele Lösungen. Man kriecht gleich einem Wurme bis zum Doppelstrich. Furchtbar. Das macht nur, wer es muss.

Hingegen gibt es eben in den Sprachen immer etwas Neues, Inspirierendes, Geschichten, wieder ein neues Problem, wieder die Notwendigkeit einer Abwägung, das ganze pralle Leben.

Gut, wäre ich Mathematiker, ein Euler oder ein Gauss, ständig am Finden und Erfinden, ja, das wäre vielleicht was. Ich habe die Mathe aber nur bis zur Differential- und Integralrechnung, Reihen und Folgen usw. gelernt, damals im Biostudium noch zwei schäbige Scheine dazu gemacht. Da bin ich bloß ein Stümper, der halt macht, was gemacht gehört.

Demgegenüber eine Figur in Orwells Brave New World zu erfassen, sprachliche Symbolik zu erklären, grundlegende Philosopheme, meine Herrn, was kann das daran gemessen für eine Aufgabe und damit auch eine Freude sein!

Und wenn der Funke wirklich überspringt, ja, da tun sich immer wieder neue Welten auf.

 

 

 

An Open Letter to Jake Stratton-Kent

Montag, 14. Oktober 2013

Hi Jake!

We went through rough times then. Things were unclear here and there. Both sides misunderstood a lot of what was going on and happened. My wife, who later gave birth to our children, Andrea, is now with the gods, if there be such.

Then, at the selfsame time as I am experiencing some of the worst slander I have seen in my life, I find that YOU give Secret Societies what they deserve. Sheer contempt.

You are the man to stand for this. You have always been a stander. Our quarrels then have never befouled this my estimation of You.

I have though held up my disestimation of Secret Societies ever, not only since we then met.

Now, as I said to a good Swiss friend and colleague yesterday, it is much more important that You have taken up the feud.

I have never been a member of a Secret Society; thus they may call me a nitwit on the subject, they may ignore my word on that whatever I might say.

That they won’t be able to do to You.

People (of course most of my little readership as well) will not easily see what it means when YOU jump ship.

I certainly do.

The word is out.

And: You are twenty years older, just as I am. But the tough skinny Englishman stood his ground. I can’t speak for my lost wife, Andrea, but I’m quite sure that she would underwrite what I’m now saying.

The little sarcasm that was in my first post on this, as to the point that You have finally have come to this fundamental understanding I beg You to take lightly; what is at stake now counts.

For the first time in twenty years I have thought about taking up the subject of magick again; not that I had nothing at all to do with it over these years; some dumb asshole popped up now and then; I still know defense, of course, but besides that I mostly let things be.

There was one German (You know whom I’m talking about, Fraternitas Saturni and so forth) who seemed to be of Your caliber; but then, You may have a laugh on that, when Andrea and I discussed hypothetically who would win out in the end, him and You going against each other, we both said that Jake would make it, just for being the tougher one, even living for years in the last of pits before giving up if need be.

Enough laudatio. Let’s get down to business.

To me, Secret Societies have been the intellectual pest of the world since I’ve realized their power and importance. They cannot but cultivate the bad in man.

Here stands the scarfaced German widower; the artist that is till now not even (I know why, fuck’em!) recognized as one.

I’ll keep going working on this.

My word on that.

Greetings and my best wishes,

Magnus 

 

 

Panne mit Russen in Südschwitz

Sonntag, 13. Oktober 2013

Verdammt. Kaum hatten Boris und Sergej und ich einen guten Zug am Blonden getan, da verreckte, auf halbem Wege zwischen Freiberg und Buschhhausen, ein Reifen.

Es geht zwar die Kunde, dass der Russe, wenn er keinen Sprit mehr hat, einfach in den Tank pinkelt.

Ich traue Russen natürlich prinzipiell auch zu, dass sie ebensoeinfach in einen Reifen pinkeln, um ihn wieder flottzumachen. Immerhin haben die in nur etwa zehnfacher Übermacht, zusammen mit Engländern, die ja bekanntlich was von Krieg verstehen, Amis, Franzen, Ichweißnichtwemnoch den letzten Krieg gegen uns, zwar mühselig, am Ende aber doch, unzweifelhaft gewonnen.

Es war zum Glücke nicht mein Wagen, ich stellte mich also einfach dumm, sog weiter an meinem Biere.

Das verdammte Ersatzrad erzeigte sich als nicht aufgepumpt, hiemit ebenso nutzlos wie der Platten, und eine Luftpumpe war nicht an Bord. Nichtmal Reinpinkeln ward noch versucht. Bei Reifen scheint das nicht zu funktionieren. (Spezialausbildung, zweifellos, bei beiden. Sie kannten offenkundig ihre Grenzen.)

Zum Glück kann ich kaum Russisch. Damit auch nicht die Flüche übersetzen, die jetzt fielen. Es heißt, dass der Russe fast so schlimm zu fluchen wisse wie der Ungar. Also ist das hier wohl eher gut so.

Ich wusste natürlich, dass es nicht über zehn Minuten dauern werde, bis dass einer der Lastkraftwägen vorbeikommen werde, in dem ich mit Sicherheit eine Weiterfahrt nach Buschhausen fände. Einfach nur winkend, den Fahrer wohl schon kennend, und wenn nicht, so leicht als der Magnus ausgewiesen.

Da ich gegen Boris und Sergej zusammen fraglos keine Chance gehabt hätte, sowieso nicht auf Schlägereien mit wütenden Russen oder sonstwem ausbin, verkniff ich mir mein Grinsen so gut als möglich.

Nach drei oder vier Minuten kam der LKW, den ich auf gut südschwitzerisch zum Anhalten veranlasste. In der Wüste hilft man sich.

Und, tatsächlich, wie es das Schicksal wollte, Egon, dessen Sohn ich eben erst durchs Abi gebracht hatte, saß am Steuer.

“Magnus, mit was für Verlierern bist du denn heute unterwegs? Soll ich die etwa auch mitnehmen?”

Boris schien auf diese Ansage hin kurz davor zu sein, seine Makarow oder sonst eine -off herauszuholen, besann sich aber. Auch Russen können, zumindest, wenn es sein muss, sehr vernünftig sein.

“Ach, Egon, jetzt mach’ kein sonen Geschieß, nimm uns halt einfach mit, und lass’ die ihren Gammelkarren ein andermal aufsammeln.”

“Na gut”, meinte Egon, “die zwei Gestalten da sehen mir zwar nicht sehr vertrauenswürdig aus, aber wenn es Deine Kumpels sind, dann haben sie natürlich auch Platz auf der Pritsche. Nicht aber, dass sie dort anfangen, anständige Südschwitzerinnen anzufummeln, oder sowas. Kannst Du mir das garantieren?”

An Sergejs Stirne platzte schier eine Ader, aber er hielt sich zurück.

“Egon, die Zwei da stehen sozusagen unter meinem Schutz. Eben haben sie mir noch ein kühles Blondes ausgegeben. Sie wirken zwar etwas merkwürdig, waren aber ansonsten bislang habbar.”

Egon runzelte zwar ein wenig die Stirn, hieß uns dann aber mit einem Winke alle aufsitzen.

Nachdem wir zwischen den üblichen Kisten mit Baumaterial und den anderen Mitreisenden (es war keiner der Nachtfeier-LKWs) fünf Minuten schweigend gesessen waren, meinte Boris zu mir: “Warum habe ich dich nicht einfach umgebracht?”

“Na, lieber Boris, das mag wohl daran liegen, dass du das hier in Südschwitz selber bestimmt nicht lange überlebt hättest.”

“Magnus hat recht”, meinte Sergej schließlich versonnen, und wir tranken zusammen unser Bier aus.

So rumpelte die Kiste bis nach Buschhausen, und ich musste doch mit etwas Neid feststellen, wie in dieser restlichen halben Stunde einige der Mitfahrerinnen recht freundliche Blicke auf Boris und Sergej warfen anstatt auf mich. Dies gewahrend, ging es ihnen aber immerhin wieder sichtlich besser. Den Wagen hatten sie ja nicht aus eigener Tasche bezahlt.

“So, Jungs, ich sage euch jetzt mal eins. Freiberg ist eins. Buschhausen ist was anderes. Dort werdet ihr lernen, euch zu benehmen. Mir ist vollkommen klar (die dubiose schwere Kiste und das restliche Gepäck war anstandslos mitgenommen worden), dass ihr beide so ungefähr den 23. Dan in Karate habt, wahrscheinlich Bruce Lee schon in der Haschpfeife geraucht, da hinten drinne womöglich Ichweißnichtwas. Trotzdem rate ich euch an, euch in Buschhausen zu benehmen. Bis Stalinorgel und Kalaschnikow und Abtschüssulski bei euch sind, seid ihr nämlich im Zweifelsfalle trotzdem längst alle. Habt ihr das klar verstanden?”

Sie nickten nur. Aber das war immerhin was. Russen sind, mal abgesehen von ihrer grundsätzlichen Liebenswürdigkeit, zum Glück in der Regel überdies nicht doof.

Ich war jetzt fast froh über die Reifenpanne. Jetzt hatte ich ihnen viel leichter klarmachen können, dass man mit den Hintlingen lieber nicht übers Maß anbindet. Nichtmal als Russe.

Dann, schon so gut in Fahrt, drückte ich ihnen noch rein, dass Mr. Fong ein durchaus verträglicher Zeitgenosse sei, wofern man ihn richtig zu nehmen wisse, und dass ich zumal sehr wohlwollend registriert hätte, was für eine Sorgfalt er auf ein gepflegtes Deutsch lege, also Respekt vor der hiesigen Kultur.

Das reichte ihnen dann. Wir kamen an, und ich verschaffte Sergej und Boris erstmal Quartier.

Danach ging es in die Blonde Gazelle. Wohin auch sonst. Es war ja noch immer weit vor Mitternacht.

Davon, was sich dort dann zutrug, wird im nächsten Kapitel erzählt.

 

Jake Stratton-Kent gegen Geheimgesellschaften

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Gerade stieß ich durch eine Suchmaschinenschleife, die mich über Aleister Crowley weiterführte, mal wieder auf Jake Stratton-Kent, einen der härtesten von drei Glocken westlicher Magie.

Und, siehe da: Inzwischen wendet sich selbst ein Jake (!!!) generell gegen (die Bildung von) Geheimgesellschaften.

(Ich weiß nicht, wie er mich damals ausgelacht oder auch nur milde belächelt hätte, hätte ich ihm prophezeit, er werde wohl auch noch zu so viel Gnosis hinansteigen, irgendwann, bei seiner Intelligenz womöglich noch in dieser Inkarnation. Vielleicht habe ich das sogar mal getan, aber daran erinnere ich mich jedenfalls nicht genau.)

http://aaronleitch.wordpress.com/2013/07/27/jake-stratton-kent-vs-magickal-lodges-pt-1/

Wer mit dem ganzen Crowleyanischen Kram, Thelema, Golden Dawn, Ritualmagie usw. nichts am Hut hat, mag sich trotzdem dafür interessieren, was dieser zähe, alte, mit allen Wassern gewaschene Knochen heute dazu sagt.

Ein Auszug:

“The whole Secret Society model is not only unhelpful, but actively counter-productive. It is the principle reason why so much energy is expended fighting tiny little wars between factions (between witch groups, between rival Golden Dawns, between thelemic groups etc etc). Energy that could be better spent elsewhere – like incorporating the real advances in recovering our tradition made possible by *non-secretive* sources like academia.”

“Das ganze Geheimgesellschaftsmodell ist nicht nur nicht hilfreich, sondern aktiv kontraproduktiv. Es ist der prinzipielle Grund, weshalb so viel Energie beim Ausfechten winzig kleiner Kriege zwischen Fraktionen verbraucht wird (zwischen Hexengruppen, zwischen rivalisierenden Golden Dawns, zwischen thelemitischen Gruppen etc. etc.). Energie, die besser anderweitig verwendet wäre – wie auf die Inkorporation der wirklichen Fortschritte bei der Rückgewinnung unserer Tradition, die durch ‘nicht-verschwiegene’ Quellen wie akademische möglich gemacht.”

Man kann die Hexen usw. weglassen, und die Kriege fallen zwischen großen Geheimgesellschaften bisweilen auch etwas größer aus als zwischen den Anhängern neocrowleyanischer Splittergruppen und Winzorden.

Ja, lieber Jake, für eine gute, einfache Einsicht ist es eben nie zu spät.

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Comments in English are welcome

 

Ein bisschen Bloggerei (II)

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Hier muss sich weiterhin keiner anmelden, um seine Meinung sagen zu dürfen.

Jetzt raten Sie mal, weshalb.

Ich muss mir ohnehin jeden Kommentar anschauen, bevor ich ihn freischalte.

Wozu sollte ich ihn dann noch angemeldet haben?

Um den Meinenden besser überprüfen zu können?

Bin ich die NSA?

Und wäre ich die, so bräuchte ich so einen Firlefanz erst recht nicht.

Wer seinen Laden im Griff haben will, dafür auf Anmeldungen pocht, zeigt schon gleich seine Schwäche, wenigstens sein mangelndes Selbstbewusstsein.

Und er droht natürlich auf besondere Art mit Verwarnung und gar Sperre. Armer Tropf, der das nötig hat.

Er folgt also wiederum einer aufwendigen Strategie, oder er beweist damit erneut seine Angst vor seinen Lesern.

Er setzt sich erhöht, vorsätzlich eine Distanz.

Die Dümmsten von allen aber sind jene, die nachzensieren, wenn ihnen eine Sache aus dem Ruder gelaufen ist. Am schlimmsten dabei noch, wenn manche Teile stehen bleiben dürfen, andere nicht. Was für eine Angst vor dem Leser! Was für eine Düpierung des ernsthaften Lesers!

Und gar die zensierthabenden nachträglichen Entzensierer, die dann entzensieren, wenn sie dies, nach Entlarvung anderwo, für klüger halten, ihren Ruf zu schützen, denn stur zu bleiben, dann, neuer Gipfel, vielleicht noch darauf hoffen, den Zensierten als Verleumder oder Wichtigtuer herabzusetzen, indem er sich sein Zensiertsein doch offenkundig nur eingebildet oder dies böswillig vorgegaukelt habe!

Ja, da sind inzwischen schon besondere Sorten Käsper unterwegs. Manchmal nervt es, aber manchmal nehme ich es auch nur noch mit Humor.

Vom Jammern und der Nichterlösung des Teufels

Freitag, 27. September 2013

So: Jetzt jammere ich auch mal.

Wenn ich mir meine letzten drei Artikel anschaue, bloß die, dann muss ich mich doch fragen, welcher Teufel von meiner Seele so umfassend Besitz nahm, dass er mich seit nunmehr über einem Vierteljahrhundert in die Sprachwissenschaft trieb und seitdem nicht mehr daraus losließ.

So eine Drecksau. Ich hätte ein anständiges bürgerliches Leben aufbauen können, hätte dieser Erzschuft, der das offenkundig unter keinen Umständen zulassen wollte, mich nicht derart ins gesellschaftliche Abseits geführt.

Systematisch machte er mich zum Denkkranken, zum Misfit. Dosis um Dosis machte er mich zum verworfenen Subjekt, er lehrte mich Etymologie und Semantik, und immer wieder Semantik.

D (weiterlesen…)

Halbkaiserwetter am Nichtwahlsonntag: ein Zeichen?

Sonntag, 22. September 2013

Was für ein Sonnenscheinmacher war da am Werke?

Wie viele UFOs brauchte der?

Waren es Schiffe von Reptilischen oder von Reichsdeutschen oder von Mantiden?

Spottet der unser, oder ist das eine Belohnung?

Eine Belohnung für wen und für was?

Sollten wir lediglich begreifen, dass es die Sonne nicht kratzt, wenn unter ihr ein Trauerspiel veranstaltet wird?

In all den Schleierwolken, die uns Sols Licht zu verschatten trachteten, sahe ich magische Zeichen und Weltformeln, alles war kosmischer Code.

Ogott. Ojessas. Da schwoben Timur Lenk und Nebukadnezar in einem Nachen, versuchten mir mit verzweifelten Ruderbewegungen und unter Zurufversuchen, die vom Äther in einem pulsenden Sirren verschluckt, näherzukommen, was ihnen aber offenkundig jener gestrenge giftgrüne Engel verwehrte, das kleine Gefährt schaukelnd, unter Gelächter, alswie’s ihm beliebte.

Doch, Schemhamphorasch und Heilandsack aber auch!

Eine unsichtbare Stimme erhob sich – sie klang ein wenig nach Kastrat, aber das können die atmosphärischen Verhältnisse oder Interferenzen durch die vielen Tachyonenantriebe gewesen sein – und schnitt durch das ganze Getümmel, da oben, das ja noch erst in Ansätzen beschrieben: “Magnus, wir sind alle nur Projektionen deiner Seele auf das Innere deines Schädels! Glaube nicht, was du siehst und hörst.”

“Pah”, antwortete ich, “das kann ja jeder sagen. Scharlatane wie dich kenne ich gleich raus. Mag aber auch sein, dass du vor allem neidisch bist, mir diese ganze höhere Schau nicht gönnst. Spaßverderber gibt es immer ein paar. Das wird bei euch nicht anders sein.”

Es folgte nur noch ein erst lautes, dann schnell verlöschendes Zischen als Antwort.

Derweil erscholl etwa von Nordnordost her ein mächtiges Getöse und Gebrüll: Gewaltige Ritter auf siebenbeinigen Rossen prallten widereinander, Schwerter, Hellebarden, Morgensterne, Steitäxte, ja selbst Riesenhämmer aus Titanit fuhren zu wildesten Streichen, mancher wankte auch mal nach höllischem Hiebe, doch, sapperlot, diese Jungs vertrugen wirklich eine Menge, so dass keiner fiel.

Woher diese Kampfeskraft rühren mochte? Oh, siehe da, etwas schemenhaft im Hintergrunde reckte sich eine Tribüne, woselbst die – na, nennen wir sie mal Damen – sich in ihren Logen amüsierten, wohl dessen wartend, was von den tapferen Degen für sie übrigbliebe. An Gemmen, Diademen und golddurchwirkten Kleidern fehlte es ihnen immerhin jetzt schon nicht.

‘Heilandsbimbam!’, dachte ich bei mir, ‘die hauen sich doch tatsächlich wegen ein paar Edelnutten auf die Rübe, dass der Saft rausläuft, was machen diese Idioten, wenn einer das Schießgewehr erfindet?’ (weiterlesen…)

Merkel-Inkantation gechannelt!

Freitag, 20. September 2013

O Mampfa Giermania!

O Angelallah: Wie hassest Du das Tand beglüget!

Verarmt wahr einmal streich

Und äh schon barm wisst es gewohnt

Wes der Stasi dar ist nun der NSA

Uns aller fest Du siebst

Und magst Ese

Simmer better und noderner

Schlerk zerriebst

Dass jetzo mich’s gicht dicht’

Liecht stur van dat mir

Und wollt’ auch pur zwei Bier

Ahn Dir triegt et nicht

Vällt irgendwo

Gar unfroh

Inloh

Anhiero

Trost durch den Rost

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Ja: Ich darf, nein SOLL! diese Heilige Schrift hier veröffentlichen.

Trotz der teilweisen Störung der Übertragung durch Empfängerrauschen (siehe die Passage mit den zwei Bier) hieß man mich den Text so niederschreiben, wie er mir in die Feder kanalte.

Die Botschaft stammt von einer diskarnierten Wesenheit, die sich als Neuenelferekziona vorstellte, indem sie loslegte.

Kein Buchstabe dürfe verändert werden, kein Zeichen, denn hier seien tiefe Geheimnisse, die kommenden drei Äonen bestimmend, für die wahren Adepten verschlüsselt.

Mehr erklärte sie nicht. Sie antwortete mir auch nicht auf die Frage, weshalb ich denn für diese weltumwälzende Offenbarung zum irdischen Sprachrohre auserwählet worden sei. (Ich vermute fast, man hat es ihr auch nicht gesagt.)

Am besten aber hat mir beim Schreiben gefallen, dass ich mal wirklich nichts dabei denken musste. Was für eine Erholung, was für ein Privileg!

Und dann noch, noch besser: Ich bin dadurch für diesen Text in allerkeinster Weise verantwortlich. Immerhin ist er klaritsterster nicht von mir.

Ich hätte mich, ehrlich gesagt, auch niemals alleine getraut, so etwas loszulassen, das auf meine Kappe zu nehmen. Ich habe zwar nicht überall den besten Ruf, aber schließlich bin ich derzeit nunmal inkarniert, kann also nicht beliebig aus dem Äther auftauchen und dann einfach wieder in ihn ab.

So lose hätte ich auch mal Lust, schreiben zu können, ohne dass die Leute begönnen, mir Ersatzrädchen und -muttern fürs Oberstübchen hinterherzutragen, gnadenlos.

Wenn ich aber mal diskarniert bin, dann leiste ich mir auch solche Sachen, jedenfalls, wenn man mich lässt.

Mir schwant nämlich durchaus, dass es auch nicht jeder diskarnierten Wesenheit so ganz beliebig erlaubt wird, sich irgendeinen beliebigen Loser herauszusuchen, um ihn die Unbilden der nächsten 6 000 Jahre kodifiziert aufsagen zu lassen. Wahrscheinlich muss man sich da eine ganze Weile hochdienen. Adeptus Diskarnatus Mediokrus dürfte der mindeste Grad sein, den man erlangt haben sollte.

Egal. Ich bin und bleibe stolz darauf, dass Neuenelferekziona jetzt gleich, sobald ich “Veröffentlichen” gedrückt habe, durch mich der ganzen Welt für 200 bis 300 Generationen den Weg gewiesen haben wird.

 

 

Von der Bugwelle der Omega-Klasse

Donnerstag, 19. September 2013

Heute weiß ich, immerhin, mindestens zwei Dinge, von denen mir nicht immer schon üblicherweise zu schweigen angeraten und vielleicht ratsam wäre.

Das erste ist die Zensur, die ich heute erfuhr. Keine große Sache. Die Zensoren wird es mehr gekostet haben als mich.

Das zweite Ding, hartverdaulicher, war’s, kürzlich, als mich unversehens eine schwere Kreuzerin der Omega-Klasse seitschiffs traf.

Völlig unvorbereitet. Einfach mittels Liebreizes.

Schwer erwassernden Nachens fand ich gerade noch an die Mole.

Da war, bei aller doch vorhandenen Geschicklichkeit des ansonsten eher dem Treideln holden Gefährtwächters, bei allem noch so angestrengten Heimrudern, doch mangelnde Fahrtüchtigkeit festzustellen.

So ist der Seekrieg.

Der kleine Philosoph sitzet, den Elementen voll ausgeliefert, in seinem Einhandleichter, schwippschwapp; ja, er ist es gewohnt, auch einmal ein bisschen nass zu werden; die Schwerkraft hält aber im Ganzen zum Lote: Und wusch rauscht die Bugwelle eines Vollschiffes in die Nussschale des jetzo tropfnassen Toren der Tiden!

Das schwere Gefecht doch glücklich überlebt habend, vertäuete der frohe Fahrensmann die Schaluppe, selbst sein Notbündel noch gerettet, frug sich, noch vor dem steifen Grog, ob nicht dauerhaft verlässlicherer Seetüchtigkeit ernsthaft zu denken sei.

Indem der Schiffer wieder zu Kräften gekommen, er erkennet, dass er den Kahn nur zu überwältigt-unachtsam seitwärts gehalten, die Welle nicht einfach ruhigen Kurses gebrochen habe.

Noch einmal würde er sich noch nicht einmal von der Omega-Klasse dergestalt ans Gestade wischen lassen. Von einer Bugwelle allein.

Allerdings schämte sich der Holonaut auch ein wenig: Denn teils hatte er seiner navigatorischen Nachlässigkeit auch noch genossen. Daher auch das Heftige der Bugwelle.

Schließlich sagte er sich aber, dass er ohnehin nur über ein Dingi verfüge, die Omega-Klasse so selten vorbeikäme, dass er in Auskostung dieser Gelegenheit doch nicht ganz falsch getan.

Kurzum: Es kam zum Entscheidenden, alswelches in solchen Fällen die Selbstverzeihung.

Außerdem: Die Omega-Klasse ist nunmal die Omega-Klasse.

Tanja Krienen preist die AfD

Donnerstag, 19. September 2013

Liebe Tanja,

ich hatte eben, indem ich Martin Lichtmesz’ jüngsten Artikel zur AfD betreute, selbstverständlich auch im Hinterkopfe, wie schäbig es Dir bei diesem Verein erging.

Da suchte ich Deiner nochmal nach und stieß auf dieses wunderbare Video von Dir:

Besonders gefreut hat mich eben bei der Erstschau auch Deine Fröhlichkeit beim Vortrage des nicht eben jedem leichtgängigen Textes.

Mir schenkte mal ein Freund zum Geburtstag einen Bierkrug, auf dem stand (blau, kitschig abgebildete altdeutsche Zecher dazu): “Wer lange trinkt, lebt lange!”

Nun, wer lange kämpft, der lebt nicht unbedingt kürzer.

Allein Dein Mut zu derart herrlich schräger Darbietung ist zu preisen.

Wer von den ganzen Schlappsäcken hat Format und Traute für sowas?

Meine Anerkennung und meine besten freundschaftlichen Grüße!

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Hier noch zwei Interviews zur Sache:

http://www.blauenarzisse.de/index.php/anstoss/item/4005-beliebt-ist-der-farblose-parteiuntertan

http://brennpunkt-politik.de/afd-gegen-transsexualitaet-interview-mit-tanja-krienen/

 

Wahldag en Schduegerd (Rond om d’Leonhardskirch)

Donnerstag, 19. September 2013

Der Emil on der Karle hän am Sehmschdich Obed em Schiller doch noh mächdig oin naiglassa on dreffed sich derwäga der Wedd am andera Middag vorra sellichdem Wahllokal.

“Jo, Karle, du hosch geschdern em Schiller dia grause Goscha khet, da de noh heit ajedara, die wo mer mid emma Schubkarra no fordbrengd, an Heiradsohdrag machsch, wann se bloß ed en dui Wahlbaiz naigohd.”

“Doh war i abber bsoffa.”

“Des isch doch egal, des wara mer boide.”

“Ond due hosch gmoind, du weddeschd dohanda middema Blagadohzuag derherladscha, wo druffschdohd: ‘En dr Leonhardsdroß geit’s gnuag Hura, wa ganged ihr noh do nai en den bleda Puff?’”

“Vielleicht hämmer’s geschdern em Schiller z’ernschd gmoind, mid dera Daggel. Gugg se der amol oh, wia dia do nairenned. Dia sen meh wia bloß bsoffa.”

“Rechd hosch. Wemmer sich des Drauerspiel ohguggd, des kohsch faschd ed mai wegspieala. Abber trogga sellene verschrombelde Weiber ond selbschdwichdiche Viertelskerle ohgugga, dees miaßa mer drodsdem beschdemmd ed an halbe Dag lang verdraga.”

Karl und Emil waren darin schonmal schnell eins.

“Em Amadeus, doh bediened ganz ohsehnliche Mädle, on solang se ons a Bier brenged, kenned se au noh ed wähla ganga”, meinte Emil endlich.

Karl war es aufgrund dieser schlagenden Argumente sofort zufrieden.

(Nachtrag 9.10.14)

Eben erst gemerkt, dass ich Leonhardtskirche usw. geschrieben; es heißt Leonhardskirche. Bitte den peinlichen Fehler zu verzeihen.

Ohohohosten!

Dienstag, 17. September 2013

Jetzt habe ich Lust auf ein Gedicht asiatischen Gleichmuts.

Die Gier bohrt in den Wassern

Die Enten schwimmen

Der Krieger Nass zu seinem Schwertstein

Zum Weisen er sitzet

Feind wird fern

Essen und Trinken

Aus irdenen Schalen

Nachtruh

Erkräftigung

Entschluss

 

Beiholz, Kernstämme, Durchbrennäste

Dienstag, 17. September 2013

Ich war grade daran, einen Beitrag über Jürgen Trittin, die Grünen, die Nato, Kinderschänder und legalisierte Geschlechtsteilverstümmelung und noch mehr Kulturbereicherung im freiesten Deutschland aller Zeiten zu schreiben: da hatte ich plötzlich einfach keinen Bock mehr.

Eine Art Gelassenheit überfiel mich.

Lieber davon schreiben, wie man, in tiefer, befreiter Anschauung und Übung, noch in dem zu erweiterter Meisterschaft gelangt, was man schon wie im Schlafe zu beherrschen wähnte. (weiterlesen…)

Vom neuen – weiblichen – Esoteren

Sonntag, 15. September 2013

Wir brauchen wieder ein Esoteren, das einfach Spaß macht.

Seit die Wünschbewegung auch mit dem frühen Tode ihrer Begründerin Bärbel Mohr nicht eben weitere Beförderung erfuhr – wer weiß, zu welchen Höhen hinan sie es noch geschafft hätte, weilte die Erstvorstreiterin noch unter uns – , scheint sich am Esomarkt kein rechter Ersatz gefunden zu haben.

Was not tut, ist eine Esoterik für junge Frauen, die über das Schmerzphon betrieben werden kann.

Das Esoteren muss so praktikabel werden, dass die Esotererin beim Esoteren am Schmerzphon gefahrlos über die Kreuzung gehen kann. Hieran hapert es noch mächtig. Manche Esotererinnen trauen sich nicht oder werden einfach überfahren. (weiterlesen…)

Weibsrunen und mein Therapeut

Sonntag, 15. September 2013

Ich habe hier schon nicht wenig von den mutlosen, korrupten, feigen Männern geschrieben, also, dass ich auch die mutlosen, korrupten, feigen Weiber ins Visier nehmen darf. Dürfen sollte wenigstens.

Die mutlosen, feigen, korrupten Weiber sehen zunächst besser aus, als die mutlosen, feigen, korrupten Männer.

“Schwäche, dein Name ist Weib!”, sagen sich viele, gehen damit am weiblichen Anteile der Korruption einfach vorbei, wie als ob er nur Folge, daher nicht betrachtungsrelevant: über böse, selbstvergessene, korrupte, psychopathisch machtversessene männliche egal welche Sonstnochwasartigkeiten umfassende Psychen und Strategeme gibt es derweil umfangreiche Literatur.

Die Dekadenzmoderne hat also insgesamt das männliche zum relativ klar böseren Gechlecht gemacht. Was für ein schäbiger, doch sehr umfässlich wirkender schlechter Witz.

Woher das, nun? Und: wozu?

Woher: Das sage ich nicht.

Wozu: Das sage ich auch nicht.

Denn ich weiß wenigstens im Groben woher, wahrscheinlich viel klarer, wozu. Beides ist aber teils noch unaussprechlich. Oder: Besser, Sie denken mal darüber nach.

Andeutungen meine ich aber, mir doch leisten zu können.

Und sei es nur in Form von Fragen , die den Interessierten der Sache gedanklich näherbringen könnten.

Auf welche Männer, auf welche Frauen zielt das wohl vorzugsweise ab?

In welche Meme hat man das eingebettet, die vorzugsweise wo wirken?

Wer könnte solches so wollen?

Was ist dessen Ziel? (weiterlesen…)

Vegane Wahnsinnsburger und Wahnsinnswürste

Sonntag, 15. September 2013

Gestern sahe ich auf einem eher mickrigen Stuttgarter Stadtteilfest Würste und Burger im Angebot:

“Wahnsinnswurst 3.50 Euro – vegan”

und

“Wahnsinnsburger 3.50 Euro – vegan”

Ich wagte nicht zu fragen, was wohl eine vernünftige Wurst kosten möge, die selbst für hiesige Verhältnisse mit 3.50 Euro schon recht teuer wäre.

Auch frug ich nicht, indem ich mich einen Steckrüben-Lauch-Sellerie-Brätling auch selbst durchaus hinzubringen in der Lage sehe, in welchen veganen Darm denn die Wurst gefüllt  sei. Wahrscheinlich war es eine Art Wollwurst, also nur der Brätling, hüllenlos, in zylindrischer Form ausgebacken.

Nachdem es seit geraumer Zeit schon fleischlose Fleischsoße im einschlägigen Handel gibt (“Vegetarische Bolognesesauce”), frage ich mich, wer wohl als erster die vegane Ochsenschwanzsuppe auf den Markt werfen wird, veganen Gänse- und Schweineschmalz. Vegane Kaliningrader Klopse.

Veganen Spießbraten. Veganes original Ungarisches Gulasch. Veganen Rosmarinschinken. Vegane luftgetrocknete italienische Salami. Vegane Flugentenbrust. Vegane Dorade und vegane Scampis.

Der Wahnsinn kann auf Dauer ja nicht nur dem Plebejertum allein gewidmet werden, mit veganer Wahnsinnswurst und veganen Wahnsinnsburgern. Auch veganer Kaviar und veganer Roquefort müssen her. Vegane Wachteleier und vegane Schildkrötensuppe.

Alles andere wäre ja Diskriminierung. Man käme sonst irgendwann glatt auf die Idee, die Veganer ließen sich irgendwie unterkriegen. (weiterlesen…)

Südschwitz: Lavieren mit Russen und Chines’

Mittwoch, 11. September 2013

Nach der eher unergiebigen Begegnung mit Hartholtz begab ich mich in Didis Café, denn dort gibt es nicht nur einen hervorragenden Kaffee, sondern führt er auch, so zeitnah wie möglich, echte nationale und internationale Zeitungen zum Schmökern, und bietet überdies ein kleines Nebenzimmer, in dem Gäste auf sechs Plätzen, niemanden störend, im Weltnetz wühlen können.

An die gewünschte Ruhe und Entspannung und möglicherweise etwas Recherche war aber zunächst nicht zu denken; denn Boris und Sergej saßen gleich am Eingang an einem kleinen Tisch, zum Biere Salzmandeln und Pistazien mampfend und mir erstmal kein Entkommen gewährend.

“Magnus! Alter Freind! Komm, wir missen uns noch einmal bei dir bedanken!”, rief Sergej, dass man es im ganzen Lokal hörte, und ich sah mich wohl oder übel errusst, mich zu setzen.

“Wofür wolltet ihr euch noch bedanken? Ihr habt mir zwei Bier ausgegeben, bloß dafür, dass ich euch in eine Kneipe begleitet habe. Da kann man schlechter davonkommen.”

Ich betrachtete derweil bei Tageslicht die keineswegs schwer muskelbeladenen, umso sehnig-stähleneren Leiber der beiden, die jedem Hintling Ehre gemacht hätten.

“Magnus, wir wirden gerne ganz Sidschwitz kennenlernen. Man hat uns erzählt, dass du hier fast jeden kennst. Auch bei den – wie sagt man noch? – Hintlingen.” Also kam Boris gleich zur Sache.

“Nun, ich bin derzeit ziemlich beschäftigt, habe also keine Zeit, mit euch herumzufahren. Aber ich kann euch natürlich zwei oder drei gute Adressen geben.”

“Gucke mal, Sergej, der arme Magnus muss immer arbeiten. Was fir ein Jammer. Wahrscheinlich bereitet er jetzt gerade nebenher Unterricht in Kopf vor.”

“Ja, Magnus sieht ein bisschen erholungsbedirftig aus. Warum kommst du nicht heite Abend mit uns nach Buschhausen? Wir kennen den Ort noch nicht, haben Auto gemietet, du könntest mitfahren und uns mit nach Goldene Gazelle nehmen.” (weiterlesen…)

Deutsch-Südschwitz: Hartholtz bleibt undurchsichtig

Dienstag, 10. September 2013

In Freiberg die Herberge eines Chinesen auszumachen, war erwartungsgemäß keine große Kunst. Ich hinterließ in seinem Hotel eine Nachricht mit Ollis Nummer, er möchte ihn anrufen, könne wohl schon heute Abend auf eine Einladung zum Weine rechnen.

Gegen zwei rief ich in der Kommandatur an, bat, Oberst Hartholtz sprechen zu dürfen. Ich wurde gleich durchgestellt.

“Herr Göller, was wollen Sie?”, “etwa bei mir heute Nachmittag gut ventiliert ein Weißbier trinken?”

“Ich denke, eins schaffe ich”, bejahte ich.

“Um drei?”

“Drei.”

Zwei Minuten vor drei stand ich am Tor, pünktlich zum Plopp in Hartholtzens Dienstzimmer.

Die Gläser standen, vorgekühlt, schon bereit, ploppplopp, wir schenkten uns ein. Je ein guter Zug, und wir stellten erstmal ab.

“Und, Herr Göller, wieder ein bisschen bei Besinnung? Frau Nagel berichtete mir von nicht unerheblichen Impertinenzen Ihrerseits. Und das mit den Telefonaten war ja wohl das Letzte. Sind Sie so blöd, oder tun Sie nur so? Wollen Sie lieber den MAD zurück?”

“Wenigstens hat der MAD, als er noch echt schien, zwar vielleicht mal mein Telefon abgehört, aber er hat nie versucht, mich anzuwerben, mir irgendwie auch nur latent gedroht. Da ich beim Verscheuchen durchaus mein Scherflein beigetragen habe…”

“Das ist Schnee von gestern!”, fiel er mir ins Wort, “erstmal wüsste ich gerne, was Sie mit dem Chinesen und den Russen besprochen haben.”

Oha. Ich hatte nicht bemerkt, dass man mir gefolgt war, aber das war wohl auch nicht unbedingt nötig gewesen. Keine Kneipe schließlich in Freiberg, jedenfalls von den von mir aufgesuchten, in der Freitag Nacht nicht ein Soldat säße oder sonst jemand, der mich kennte. Hartholtz nahm es sorgfältig.

Ich beschloss, ihn jetzt nicht gleich ob seiner Impertinenz zu rügen, den Ball ruhig aufzunehmen.

“Der Chinese meinte, er sei sowas wie ein Botaniker, es gehe ihm um Landbau in ariden Gebieten. Und er fragte, wo es denn hier einen anständigen Wein gebe. Ich sagte ihm, dass er den gegebenenfalles hier bei Ihnen oder beim Olli fände, wofern er sich entsprechend benähme, und da ich ihn ja schlecht hierher einladen konnte, legte ich bei Olli ein gutes Wort für ihn ein. (Es war klar, dass Hartholtz es eh mitbekäme, wenn Herr Fong bei Olli zum Umtrunk aufschlüge.) Der internationalen Verwicklungen eingedenk, die es Südschwitz kosten könnte, wenn ein Beamter vom Landwirtschaftsministerium mit einem Helikopter der rotchinesischen Armee vor dem Verdursten gerettet werden müsste, weil der hartherzige Standortkommandierende der Bundeswehr ihn davor nicht erretten wollte, hielt ich dies dringend für geboten.”

Hartholtz war ob meiner Ausführungen wenig amüsiert, knurrte aber nur, leise: “Und die Russen?”

“Naja, die Russen. Wie Vergnügungsreisende sahen sie nicht aus. Eher ein bisschen so wie Sie.”

“Was soll das heißen?”, donnerte Hartholtz.

“Naja, ich bin ja nicht vom Fach, aber…”

“Labern Sie nicht, Göller!” (weiterlesen…)

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