Archiv für die Kategorie ‘Schönes’

Huld gen Hammelburg

Montag, 29. März 2010

Aus einem Freitag-Blogkommentar zitiert (Autor/in) “borntobmild”:

“Wenn der Kühn seinen Senf nicht mehr dazugeben will, kann nur noch Hammelburgerfett das Abendland retten.”

(Ein Großkommentator namens Kühn hatte sich eben schnaubend aus der Diskussion verabschiedet.)

Hokkaido

Sonntag, 28. März 2010

Heute Nacht reiste ich im Traume nach Hokkaido, Japans großer Nordinsel, und wunderte mich, weshalb sie so flach und schmal verausläufert war und ihre Umrisse wie Höhengliederung damit so gar nicht meinem Gedächtnisbilde entsprachen.

Genauer gesagt war es nur eine Flugreise, denn ich schaute mir das seltsame Eiland zunächst nur aus der Luft an.

Es gab sogar einen Kartenmaßstab, über den ich Entfernungen abgleichen konnte, der mich dadurch aber nur noch umso mehr irritierte.

Die Vegetation erschien eher schottisch-hochmoorig, wie auf den Hebriden, das Landschaftsbild ebenso.

Also landete ich lieber nicht und flog mit ungewissem Ziele weiter.

Also

Dienstag, 23. März 2010

Das Folgende erschien ursprünglich auf freitag.de:

http://www.freitag.de/community/blogs/carl-gibson/wert-und-ehre-deutscher-sprache—wort-schoepfungen/?searchterm=Carl+Gibson

21.03.2010 | 11:29
“Wert und Ehre deutscher Sprache” – Wort-Schöpfungen
sprache sprachreinhaltung wortwarte hugo von hofmannsthal wortschöpfung wandel veränderung linguistik dialekt neologismen

Es ist ein Verdienst von Freitag , auf dieser Plattform freie Geister unzensiert argumentieren zu lassen.

Diejenigen, denen man in den Online-Ausgaben der ZEIT, der FAZ, des SPIEGEL etc. das “Wort” abschneidet, finden sich hier wieder – und sie reden hier so, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, frei, wobei die Grenzen des kategorischen Imperativs doch noch respektiert werden.

So fand ich hier zufällig einen geistigen Mitstreiter wieder, den ich vor 20 Jahren das letzte Mal gesehen und gesprochen hatte. Ich stieß dann auch auf seinen Blog und auf seine Eigenheit, nicht nur frei zu reden, tacheles, wie man so schön sagt, sondern auch individuell.

www.unzensiert.zeitgeist-online.de/

Magnus Göller betätigt sich – undeklariert und vielleicht nicht zur Freude des Bibliographischen Instituts in Mannheim (dort wird der Duden herausgegeben) – als Sprachveränderer und Wortschöpfer. (weiterlesen…)

Freiheit

Montag, 22. März 2010

Die ersten Balzgesänge erklingen.

Am liebsten packte ich jetzt meinen Rucksack, marschierte erstmal die vier Kilometer zur Autobahnauffahrt, hinge den Daumen in die Frühlingsluft, mich erst dort entscheidend, ob ich’s wohl zunächst gen Süden oder Norden versuchen wolle, wohin denn vielleicht, völlig dazu bereit, wo ganz anders herauszukommen, wenn dies denn ein längerer “Lift” mit einem interessanten Fremden ergäbe, mich einfach zwei Wochen durch die Republik treiben zu lassen, dort zu biwakieren, wo es sich ergibt, unter freiem Himmel zu schlafen, wo immer möglich mit Lagerfeuer und frischem Wildbärlauch im Alutopfe, einer Bouteille einfachen Roten dabei, nur mit Block und Stift ein wenig zu dichten, morgens von der Feuchte des Taus und dem Rufe der Singvögel geweckt zu werden, den Ranzen aufs Neue zu schnüren, an einem besonders schönen Orte einfach drei Tage Lager aufzuschlagen, durch die Gegend streifen, ausrücken, in einem nahegelegnen Dorf neues Material zu fassen, also bescheiden wie frei, abends mit Blick auf die verlöschende Glut einzuschlafen, alles und nichts zu tun, ohne Telefon und Ebriefkasten, verloren in der Niederlausitz an einem See oder oben auf einem Mittelgebirgsrücken, am Morgen selbstversunken in flache Wasser- oder Talnebel blickend, sinnend auf neue Taten und Zukünfte, mit einem jähen Ruck in plötzlichem Entschlusse das Wenige aufzubuckeln, dem Gedanken, jetzt zöge es mich für zwei Tage nach Berlin oder Mailand, sofort folgend, lachend (weiterlesen…)

Vom Wundersamenkraut

Sonntag, 21. März 2010

Das Wundersamenkraut gehört zur Pflanzenfamilie der Miraculaceae und gedeiht ähnlich dem Hanf und den Rosengewächsen fast überall auf der Welt.

Es kommt sowohl einhäusig als auch zweihäusig vor, kann sich also selbst befruchten oder von anderen Pflanzen befruchtet werden: Dass so wenige Menschen es noch kennen, liegt daran, dass es nicht leicht zu erkennen ist und Gebiete, in denen Banken, Bigotterie und Bußprediger das Sagen haben, meidet.

An solchen Orten zieht es sich in die Gärten von Dichtern und Freien Geistern zurück, daselbst es seine ökologische Nische findet und aussamt.

Aus seinem frischen Kraut, den Blüten zumal, lässt sich ein Zaubertrank herstellen, der nicht nur als Aphrodisiakum wirkt, sondern auch Kopfgrind, Blähungen, das Aufmerksamkeitsdefizithyperaktivitätssyndrom und andere weit verbreitete Gebrechen wie krankhafte Gier, Bulimie, Alzheimer, Demenz, Angstzustände, Ohrensausen, Antriebsschwäche, Depressionen, Mundgeruch, Hysterie, Aberglaube, Drogensucht, akute und chronische Vergiftungen aller Art, Lethargie, Anenzephalie, Agnathie usw. wirksam heilt.

Bänker, Ärzte, Psychologen, Pfaffen, Politiker und Advokaten versuchen es daher seit Jahrhunderten auszurotten (weiterlesen…)

Miguel de Cervantes Saavedra

Mittwoch, 17. März 2010

Erst im Gefängnis von Sevilla, ob vorgeblicher Veruntreuung, als für damalige Verhältnisse schon Greis, kam Cervantes die Geschichte des Don Quijote.

Dies sei keine Verherrlichung des Leidens zum Behufe der Steigerung der Schaffenskraft; vielmehr jedem Ermutigung, sich an Solchem ein Beispiel zu nehmen, ob der Unbilden und zumal Ungerechtigkeiten des Lebens niemals nachzulassen, so hart es wirkt, selbst noch daraus Erkenntnis für eine aufbauende Kunst zu ziehen.

Der Geist Cervantes’ überlebte selbst dann, wenn die Erde morgen von Außerirdischen pulverisiert würde.

Sancho der Getreue

Mittwoch, 17. März 2010

Sancho Pansa, der Diener Don Quijotes, ist der Treueste der Treuen.

Indem er manches Mal den Anweisungen seines Herrn eben nicht so genau folgt, anstatt edel sein, lieber satt werden will, oder bei all der Mühsal zum Ausgleich auch mal einen trinken, hält er die Welt im Gleichgewicht.

Er weiß ganz genau, dass sein Herr verrückt ist: aber er weiß eben auch, dass sein Herr ein ganz besonderer Herr ist, den er niemals eintauschte; er liebt ihn einfach; er begreift schließlich sogar, dass sein Herr auf eine Art und Weise verrückt ist, wie vielleicht keiner vor ihm und wohl keiner so schnell wieder nach ihm und so die Welt zu seiner Welt machend.

Don Quijotes Weistum

Mittwoch, 17. März 2010

Don Quijote, der Tapferste und Erhabenste der Mutigen, starb nach mannigfachen Abenteuern schließlich friedlich im Bett.

Er zog auf Rosinante los, einem alten, gemachen Gaul, nahm einen Diener mit, der den überlebenswichtigen Dingen wie Käse und Wein mehr zugeneigt war, als allem Heldentum, und bewies hiemit seine allen überlegene Klugheit von Anfang an.

Schach

Montag, 01. März 2010

Wer Lust hat, eine skurrile Männerversammlung feierlichsten Ernstes zu besuchen, in der die Frauenquote so gut wie gar nicht angekommen ist, in der seltsame Manieren herrschen und eine ganz eigene Sprache nebst einem sehr speziellen Humor gepflegt wird, gleichwohl nicht in eine Freimaurerloge eintreten will, der ist bei Turnierschachspielern gut aufgehoben.

Nach fast 25 Jahren Abstinenz habe ich mich jetzt wieder darauf eingelassen, einige Sonntagnachmittage in diesem Ambiente zuzubringen, nachdem mich in meiner frühen Studentenzeit die Vormittagstermine doch zu sehr geschlaucht hatten, ich doch auch sah, dass ich es mit noch mehr Mühe allenfalls in eine Liga schaffen könne, wo immer noch kein Discounterbrot unter die Margarine käme.

Es macht aber doch wieder einigen Spaß (weiterlesen…)

Festbier

Samstag, 27. Februar 2010

Heute Mittag frugen mich meine Söhne mal wieder neckisch, weshalb ich denn Bier tränke (nachdem ich erklärt hatte, ich koche hier ja Nudeln für alle, putze für alle etc. und etwas Gegenleistung einforderte: das täte ich ja nur für mich alleine!).

Recht unbedacht antwortete ich, das sei in der Tat richtig, aber Bier sei nunmal das Flüssigbrot für Erwachsene, für Papas zumal, wenigstens für den Ihrigen.

Alsbald kippte die Sache ein bisschen, indem ich ihnen erklärte, Brot sei sozusagen ihr alkoholfreies Festbier.

Franken kocht

Dienstag, 23. Februar 2010

Ich stand heute fassungslos vor dem seit langem sichtbarsten Zeichen der Erderwärmung: Die digitale Temperaturtafel der örtlichen Sparkasse, also eines Etablissements, das ich als Geldwechsleranstalt auch aus persönlicher Erfahrung heraus zwar nicht grundsätzlich traumatisiert, aber dennoch mit gemischten Gefühlen betrachten muss, zeigte sage und schreibe s i e b e n magische Grad Celsius an, also einen Wert, der zwar kaum glaubhaft erschien, aber gefühltermaßen durchaus der Realität entsprechen konnte.

Sogleich ergriff denn auch meine eingeborene Faulheit, gepaart mit dem dazugehörigen altschwäbischen Geiz, Besitz von mir (weiterlesen…)

Rosenmontag

Dienstag, 16. Februar 2010

Soeben fuhr ein Rosenmontagskarren etwas verspätet an mir vorbei.

Auf dem Kutschbock saß Al Gore und grinste, wie Jack Nicholson das nimmermehr fertigbringen wird; neben ihm gewahrte ich einen weiteren Friedensnobelpreisträger, der in großen Lettern “Let’s Nuke Iran Now” auf sein Wams genäht hatte; hinten auf dem Wagen lümmelten sich allerlei Puppen und Pappnasen, unter anderem eine Närrin, die sich einen Riesenplastikphallus mit der Aufschrift “Alles muss ab, FDP!” umgebunden hatte, eine Art Satyr, der Prinz Charles zum Verwechseln ähnlich sah, ein Hitler, der fortlaufend schrie, “ich will meinen Goebbels wiederhaben!”, ein Frankenstein, skandierend, “das Klima gehört mir!”, sowie knapp gegürtete Parzen, kichernd, die riefen, “Kölle, Kölle, Kölle, oh Mölle, Möllemann!”

Zwischen all diesem frohen Treiben (weiterlesen…)

IPCC-Blues

Montag, 25. Januar 2010

Wir haben nur wieder ein bisschen gelogen

Die Daten ein wenig verbogen

Oh Schreck oh Speck

Die Gletscher sind weg

Natürlich bleiben die dort

Doch ohn Lug ist’s nicht zu zeugen

Wir wären sonst selber fort

Dass wir die Leugner beugen

Eigentümlich linksfrei

Sonntag, 27. Dezember 2009

Nachdem ich zum einen keinen meiner derzeitigen Lieblinge benachteiligen will und der Anlass zum anderen überdies glücklich gegeben ist (ein Teil des Weihnachtsrätsels vom 23. 12. lässt sich so leicht als gelöst verifizieren oder jetzo vollends lösen), will ich heute auch den “Freitag” bzw. Herrn Augstein, dessen Herausgeber, billigerweise nicht zu kurz kommen lassen.

In gewisser Weise hat der erklärte Linke Augstein seine ebenfalls ganz eigentümliche Art Vorstellung von frei, indem er über die Netzwelt, “seine” (meist unfähigen) Blogger, sein Projekt vor Hamburger Studenten dahersalbadert und die ganze Chose ohne Korrektur, geschweige denn Lektorat, geschweige denn auch nur mit einem rudimentären Layout ausgestattet, dann auf seiner Seite als Blogger im eigenen Blatt zur Diskussion hochjagt.

Das ist aber noch nicht das eigentümlichste Lustige: Ein Blogger aus seiner “Community” hat sich eines Teils der Aussagen Augsteins flugs angenommen und dem lieben Chef lesenswert liberal eingeheizt.

Etwas für Liebhaber, ein kleines Sammlerstück: freitag.de / blogs / Autor: oranier / Titel: “Zu: Jakob Augstein, Die Zukunft der Zeitung 1/2″

(Linksfunktion streikt leider, also bitte von links nach rechts mit Links durchklicken)

Nachtrag, 29. 12., 1.14 Uhr: Inzwischen hat Herausgeber Augstein seinem Kritiker geantwortet und bekannt, dass er dessen brisantesten Satz (extra nachzitiert) irgendwie nicht verstanden habe. Mit “Äh” und der Bitte, das doch noch einmal einfacher erklärt zu bekommen. Schwer zu sagen, ob es sich dabei um eine schwache Finte, tatsächliche Überforderung in Punkto Lesfähigkeit oder eine Mischung aus beidem handelt.

Weihnacht

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Ich erfuhr heute, dass der Bruder eines meiner ältesten Freunde mich mit jenem zusammen zum Nüsse und Oliven knabbern und wohl auch auf das eine oder andere gepflegte Weinchen zu sich nach Hause zum ersten Weihnachtsfeiertage hin einlud.

Was ist daran das Besondere? (weiterlesen…)

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