Archiv für die Kategorie ‘Schönes’

Rechner und Weiber

Mittwoch, 13. März 2013

Grade ergab sich ein kleines Späßle.

Sohn hat einen neuen Prozessor bekommen, sehnsüchtigst begehret, auf dass sein Rechner auch bei Spielen der 33sten Spaßgeneration in 666facher Schärfe läufig.

Kam er, erklärte mir, sein Elektrokastenmentor habe ihm bedeutet, da müsse man vor Einbau irgendeine Paste draufstreichen, am besten mittels einer Kreditkarte(!).

Ich entgegnete, dass er das mit jenem ausmachen solle, ich verstehe, wie er doch wisse, so ziemlich von allem etwas, außer von Computern. “Ach so, ja, vielleicht noch vom Weiber aufreißen; davon verstehe ich in der Tat auch nicht allzuviel.”

Er lachte nicht, bloß ich. (weiterlesen…)

“Peinliche Romantik” (meine Schreibe)

Dienstag, 12. März 2013

Vor einigen Tagen hagelte es – lachende – Kritik von einem guten Freunde, der weit entfernt wohnt, so dass ich ihn selten sehe, am Telefon.

Er habe sich mal wieder meine Seite angeschaut, und, ganz abgesehen von der Themenauswahl, die ihn nun wirklich nicht sonderlich anspreche, ätzte er über meinen Sprachstil.

Der sei ja heillos romantisch; alles lese sich so, wie als ob ich zweihundert Jahre zurückwolle; das sei schon etwas lächerlich; ob ich mich denn etwa wirklich in eine Zeit zurücksehne, in der man in irgendwelchen engen Katen, wofern man überhaupt Heizmaterial hatte, also nicht erfror, am Qualm erstickte, wenn man nicht, ganz normal, schon verhungert, an irgendwelchen üblen Krankheiten leidend, verschimmelnd, Lebenserwartung dreißig. Bloß, weil das mit dem Kutschefahren so idyllisch sei, an hellen rauschenden Bächlein durch Wiesengründe an Narziss und Goldmund und Taugenichtsen vorbei. (Er ist ein begnadeter Spötter; ich habe nur ein bisschen dazugedichtet.)

Das sei doch total Scheiße gewesen damals; er kenne mich ja ansonsten als einen, der nicht nur spinne, normalerweise einigermaßen bei Trost sei: was das denn solle? (weiterlesen…)

Eine Philosophin ist schon da

Dienstag, 12. März 2013

Es ist hier nicht meins zu beurteilen, wie viel ich als Philosoph tauge. Ich maße mir aber an, sagen zu können, dass es im deutschen Sprachraume mindestens eine veritable Philosophin gibt. Denn es ist wenig wahrscheinlich, dass Leserin Lisa mich so lange genarrt hat und in Wirklichkeit doch ein Mann.

Ja, Lisa, damit musst Du nun leben, ich auch, wer weiß, wer mich darob auslacht, dass ich dies jetzt äußere. Ich schriebe es aber nicht hierhin, wäre ich mir nicht sehr sicher, dass Du das verkraftest. Und nicht als Schmeichelei nimmst. Es ist keine. Es geht um anderes. Auch nicht nur um das, was im nächsten Satze steht, die meisten einigermaßen leicht erfassen werden.

Für mich persönlich ist Dein Wirken eine Befreiung. Nicht nur, da meine Frau auch nicht eben die Dümmste war, nervte mich schon jahrelang das Geschwätz anderer Männer, Frauen seien zur Philosophie nicht tauglich, einfach nicht dafür angelegt. Ich vermochte nie einen vernünftigen, gar zwingenden Grund dafür zu erkennen.

Wieso sollte eine Frau nicht in die Tiefe denken können, wollen?

Und sei es selten (wie häufig ist das denn bei Männern?), warum nicht?

(weiterlesen…)

Den Göller fernmündlich wiedergetauft

Sonntag, 10. März 2013

Eben rief, indem ich noch am Vorgängerartikel arbeitete, entweder ein Spaßvogel oder ein Durchgedrehter mit Berliner Nummer bei mir an, erklärte mich als im Namen Jesu Christi getauft, hub sogar, zwar nicht übermäßig gekonnt, schließlich, in katholeskem Stile, mit einem “im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes”-Gesange an.

Der Clown oder Depp frug mich noch, ob es mir gutgehe, was ich bejahte, wohinzu ich setzte, dass ich gleichwohl nie etwas wider gute Wünsche habe, da die ja kaum je schaden könnten.

Daraufhin schwieg ich, wartend, was noch käme. Nach einigen fünf Sekunden legte der fernmündliche Sonntagsgast, sich ebenso gruß- und namenlos verabschiedend, wie er das Gespräch begonnen, einfach auf.

Nun bin ich also, abermals ungefragt (an meine lutheranische Ersttaufe erinnere ich mich nicht mehr; sie hat aber wohl stattgefunden), womöglich ein ernstlich fernmündlich Wiedergetaufter. (weiterlesen…)

Konstantin doch schon in München

Samstag, 09. März 2013

Wien war Konstantin doch zu langweilig.

Allzuleicht sei dorten jeder Hofrat, Magister, Doktor, Minister: Doch zu wenig Reiz habe die Stadt ihm diesbezüglich gespendet.

Zwar reizten ihn das nahe Pressburg, auch Budapest gar; seinen Leichter hatte er noch gut vertäut; flussab ist nicht schwer, hatte er sich gesagt; aber, so sehr er sich’s gerne mal wohl ergehen lässt, so sehr juckt es ihn doch immer wieder, auf die dicksten Bierbäuche zu klopfen.

Da es heutzutage keine Treidelpferde mehr gibt, die Konstantins Leichter die Donau und schließlich die Isar hinangezogen hätten, das Hinaufpaddeln nicht immer seins, die dummen Wiener ihm Reisegelds genung spendiert, reiste er bequem mit der Eisenbahn.

Wo er nun erwartet hatte, massenweise gemütliche, bierbäuchichte, selbstzufriedene altmünchener Ochsenseppl und Gschaftlhuber vorzufinden, ergab sich doch weithin ein ganz anderes Bild: Fast die ganze Stadt schwurr und schwirrte von jungen, schlanken, gut angezogenen Marketendern und deren ebenso schmucken Hilfsmägden; kein Eck, an dem, bei hochwichtigen Verkaufsgesprächen, nicht des Italiäners Kaffee und Tresterbrand gereicht, nicht Scharen adretter Nießbraucher Volkes Arbeit säßen.

“Ja”, sagte er sich, “in dieser Stadt gibt es auch brave Leute. Aber im Grunde ist diese Stadt ein einziges Hurenhaus. Schlimmer noch, als gar Berlin.”

Er beschloss also, den eitelsten Gecken auszufinden, jenem einen Streich zu spielen. (weiterlesen…)

Aphorismenpraxis

Freitag, 08. März 2013

Fasste man den Aphorismus, indem man ihn als Textsorte anerkannt? Kaum. Er ist aalglatt.

Vorm Weibe wieder kläglich versagt

Donnerstag, 07. März 2013

Vermaledeit aber auch.

Ich habe mir vor einiger Zeit fest vorgenommen, keine noch so erlesene Frau mehr öfter als zwei Mal anzugraben: es ab da, bei Desinteresse, damit gut sein zu lassen.

Keine schlechte Idee. Hat einige Zeit sehr gut geklappt. (weiterlesen…)

Mit meinem Traume

Donnerstag, 07. März 2013

Ich saß mit meinem Traume auf einer Anhöhe, rundum alles duster und schwer, und er grinste frech.

“Was grinsest du so freche?”, frug ich ihn, ungehalten.

“Freche?”, versetzte er, “ich lächle nur über deine Torheit.”

“Du lächelst meiner Torheit? Wer bist denn DU, meiner Torheit zu lächeln? Trägst du nicht diese schwangeren Wolken die Anhöhe hinan, versperrst damit die Sicht auf weite, fruchtbare Lande?  Wer bist du überhaupt?”

“Ich komme nur, das zu schaffen, was du sehen willst.”

“Rede dich nicht heraus! Du hast mich ein ums andere Mal betrogen!”

“Ich betrog dich nie”, meinte er ruhig und bestimmt.

“Doch! Du spottest hier meiner, wie als ob ich dein kleiner ungebärdiger Diener sei! Dabei: Du bist MEIN Spross! Was wärest du ohne mich?”, donnerte ich.

Der Traum verzog das Gesichte und seine Keckheit schwand. “Aber du brauchst mich!”

Derweil begann es zu tröpfeln. Wir schwiegen. Ein halbwarmer Regen, schließlich folgte ein lauer Guss. Die Erde um uns herum dampfte.

“Weißt du, Magnus”, sagte der Traum zu mir, “ich bliebe einfach nur gern bei dir. Es gefällt mir so gut bei dir. Bei dir wird es mir nie langweilig.”

Eine leichte Brise hub an. Die Luft roch nach frischen Kräutern, die Täler rundum fanden in gebrochenes, schließlich klares Sonnenlicht.

“Komm, Freund, lass dich umarmen”, sagte ich zum Traume, und wir hielten uns lange.

“Wieso, Freund, bist du nicht immer so gut zu mir? Weshalb immer wieder die grausen Schatten?”, frug ich ihn.

“Nähmest du mich ohne grause Schatten denn noch ernst und mit dir?”, antwortete der Traum mit Tränen in den Augen. “Schau, da unten, wiegende Kornfelder, schöne Frauen allenthalben, der Schenken Gärten unter Kastanien, blühende Wiesen, freundliche, lichte Haine, alles, auf dass Du mich im Stiche lassest.”

Ich hatte noch einen Trunk Weins dabei, und so tranken wir Brüderschaft.

Und wir versicherten uns, dass ich ihm meine Geheimnisse vom Wachen, er mir seine vom Schlafe anvertrauen werde.

Er wischte sich noch eine Träne aus dem Gesichte, lachte dann gleich einem neckischen Schulbuben, herzte mich noch einmal und sagte: “Wir sehen uns wieder. Jetzt geh hinaus in die Welt dort.”

Ehe ich noch Dankes zu erwidern vermochte, erwachte ich. Und ich hatte tatsächlich auf jener Anhöhe genächtigt. Ich machte mich fröhlich zu Tale.

 

 

 

Es braut sich was zusammen in Deutsch-Südschwitz

Mittwoch, 27. Februar 2013

In Deutsch-Südschwitz, jener merkwürdsamen, hessengroßen deutschen Enklave am Südrande der Sahara (inzwischen hat selbst der Sonderwirtschaftszonenoberkommissar den Begriff “Enklave” verwendet), gehen rasante gesellschaftliche Umwälzungen vor sich.

(Letzter Bericht: “Kriegen wir keine kleine Kolonie? Deutsch-Südschwitz”?)

Seit der OK in Berlin erwirkt hat, die exorbitante Biersteuer aufzuheben, da diese zu einem Schmuggelwesen babylonischer Dimension geführt habe, sind die Margen im Biergeschäft zwar etwas geringer (es zahlte eh so gut wie keiner die Steuer), aber dafür steigt der Umsatz desto kräftiger. Keiner jammert.

Immerhin ist die Bevölkerung innert kurzer Zeit von 80 000 auf geschätzte 120 000 Einwohner angewachsen, und es kommen zu weit über 90% sehr durstige Deutsche. (Man sagt hier: “Wer in Deutsch-Südschwitz das Trinken nicht lernt, dem lehrt die Wüste sein Ende.”)

Das Hartzamt weiß nicht mehr, was es machen soll.

Mal kippen ein paar frisch hereingebrandete Punks aus Berlin direkt vor dem Amt um, des frühen Abends, endsturz vom ersten Gelde, um am anderen Morgen daselbst gröhlend zu erwachen und angemessene Loblieder auf die geliebte Bundesrepublik anzustimmen.

Der Renter-Olli ist in dem Teil von Freiberg, der Hauptstadt, den man scherzhaft “die Altstadt” nennt, der unangefochtene König. Nicht einmal die Abschaffung der Biersteuer (sie hatte schon einiges an Freibier gekostet), die ihn ja wirtschaftlich doch hätte gefährden können, hinterließ einen sichtbaren Schrammen in seinem kleinen Imperium. Im Gegenteil. Freiberg hat jetzt 40 000 Einwohner (viele sagen, in Wirklichkeit 50 000) und sozusagen schon eine Altstadt, für deren Funktionieren er zuvörderst sorgt.

Durch den ständigen Durst ist es zu allerlei Folklore gekommen. Teilweise scheint es, ich deutete es am Schlusse des ersten Berichts an, kommt schon eine Art identitärer Geist auf; es entstehen eigene Redewendungen und Sprichwörter; ein paar Hintlinge haben sich gar den Spaß gemacht, ein Lied aufs Land zu singen und eine Art Nationaltanz dazu aufzuführen. Man gab ihnen reichlich Bier. (Bier ist, neben dem Euro, Zweitwährung. Man kann es auch umgekehrt betrachten. Bier wird nämlich immer genommen.)

Eine Combo, von der noch nie einmal einer etwas gehört und auch im Weltnetze keinerlei Kunde zu finden, fand sich plötzlich in einem von Rentner-Ollis Clubs ein und trällerte, hardrockstyle, also los: “Los, los, los! Los von Nord-Doof!”

Den Refrain kann man sich denken.

(“Nord-Doof” ist hier nicht ungeläufig für die Berliner Regierung, die Bundesrepublik insgesamt, manche, ganz Boshafte, sagen auch “das Altreich”.)

Ja, man hat einiges vor, hier unten. (weiterlesen…)

Kriegen wir keine kleine Kolonie? Deutsch-Südschwitz?

Mittwoch, 27. Februar 2013

Nachdem wir nun, nach Afghanistan, in Mali einen also klaren Kolonialkrieg unterstützen, frage ich, ob uns nicht auch wieder wenigstens eine kleine Kolonie in Afrika zustehen sollte. Immerhin mal 30 000 Quadratkilometer, überwiegend Dornbuschsavanne, gerne ohne Uranmine.

Da könnte der Deutsche doch wieder stolz auf seinen vom Bundespräsidenten eingeforderten europäischen Patriotismus sein, wenn er da ein eigenes Sozialentwicklungsgebiet hat.

Sobald alle Einheimischen und jene, die sich als solche ausgaben, in Deutschland mit Hartz 4 und diversen zusätzlchen Eingliederungshilfen versorgt, wird das Gebiet repopuliert.

Man hat jetzt an einem Orte, wo die Heizung nie etwas kostet, ein Gebiet, das sich für Ferienlager für mindervergesellschaftete Jugendliche prächtig eignet; die Hitze macht schon so müde, dass es dafür erst recht kein Bier mehr braucht.

Da das Gebiet – es muss sauber zugehen, demokratisch – frei bereisbar ist, ansonsten so menschenleer, kommen natürlich allerlei Abenteurer, Verrückte und Geschäftemacher der windigsten Sorte.

Zunächst nennt der Volksmund das Gebiet scherzhaft “Deutsch-Südsahara”; schließlich aber bürgert sich, offenkundig angelehnt an “Deutsch-Südwest”, “Deutsch-Südschwitz” ein.

In Deutsch-Südschwitz wird das Konterbanditentum natürlich bald zum großen Problem. Denn die Bierschmuggler machen ein Riesengeschäft. (weiterlesen…)

Konstantin doch in Knokke?

Sonntag, 24. Februar 2013

Konstantin scheint tatsächlich gen Österreich hinuntgeleichtert zu sein. Denn aus der Donau rechts isarauf, zu München, wäre er längst aufgefallen; dort auch nur mehr als einige Stunden zu hinterlassen, in der jetzigen Lage, hätte ihm, mit einiger Sicherheit, wohl nichts Gutes eingebracht; er wird den Münchenern schon noch kommen. Wahrscheinlich bei Isarhochwasser, aber von der anderen Seite her.

Ein bisschen was hat er immerhin erzählt.

Er halte, meint er, Wien für einfach, weil man da, wie er mehrfach glaubhaft berichtet bekommen habe, nur mit den richtigen Leuten Wein trinken müsse und etwas beredt sein.

Von beidem verstehe er was, und von daher sei ihm in Wien nicht bange.

Er äußerte lediglich die Befürchtung, dass er zum Zwecke seiner Beratungsgeschäfte im Sinne auch einer bezahlten Beherbergung, der Zeche zumal, mit den entsprechenden Wienern so viel Wein trinken müsse, dass die Sache mit dem stillstehenden Riesenrad erstmal zu vergessen.

Wo aber, meint er, der Wein erstmal zum Guten hinkreise, da könne das Größtsonstmögliche und -denkbare auch noch bequem ein Momentchen warten.

Schließlich ward er doch geschwätziger. (Ich vermute, inzwischen, er ist, jawohl! – : schon in Wien.)

So sagte er denn, selbst die gelahrten Leute in Wien wüssten eigentlich gar nicht, dass es Berlin gebe, jedenfalls wie, wo er ja grade, vor der notwendigen Kurzeremitage unter der Schwäbischen Alb, ebenda gesehen habe, dass dort so gut wie keiner mehr einen guten konstantinischen Spaß versteht.

Seine Rede werde gut angenommen. Es habe sogar schon wieder für gute neue Stiefel und nicht wenig Wiener kräftig Essen gereicht. Er fühle sich gut gestärket.

Ich vermute allerdings, dass Berlin Konstantins Treiben in Wien nicht lange untätig zuschauen wird; und Konstantin wird das wissen; es wird also wohl kein ewiger Wein in Wien werden.

Ob er rüber nach Südtirol macht, weil die Italiener dort eh keinen halbwegs deutschsprachigen Narren von einem anderen scheiden können, selber schon Schafsnarren sind, und zuwenigst die meisten angestammten Tiroler derartige Zuzügler nicht von vornherein verachten?

Naja. Ich könnte mir vorstellen, dass er nach Wien, dem ganzen Kalb- und Rindfleisch, jetzte noch einen Aufflug in gleichzeitig feinstwürstigste und -schinkendste alswie edelkäsigste Bergländer anzunehmen, wo des Weines auch nicht immer geschont und dessen ebenfalls genung vorhanden.

Immmerhin. Ich wünsche ihm mal Erholung. Es kann auch in Wallonien sein. Da kann man es sich mächtig gut sein lassen. Dort essen sogar die Frauen noch freiwillig und ordentlich. Wobei man es in Flandern schon so krachen lässt, zumal ein Faible für schräge Käuze hat, dass er sich auch dort seiner Regenereszenz widmen könnte.

Ich vermute fast, er ist doch in Knokke. (weiterlesen…)

Konstantin noch unter der Alb?

Freitag, 22. Februar 2013

Konstantin hat sich klandestin von der Schwäbischen Alb her bei mir gemeldet.

Die Bundestagsverwaltung habe erklärt, die Reinigung der Reichstagskuppel habe 3000 Milliarden Euro gekostet. Es sei erstmal nicht mehr lustig. Alle Büttel von Freiburg bis Usedom seien hinter ihm her. (weiterlesen…)

Konstantin in Berlin

Donnerstag, 21. Februar 2013

Konstantin wanderte über Erfurt, alswo sein Bruder Till das Fliegen vom Dome also erfolglos wie dazu lachend geübt, gen Berlin.

Man hielt daselbst gewaltig Hof. Man aß beim Italiäner, beim Japanesen, nichts war den Herren nicht feil.

Da sahe Konstantin, obdrein, die Glaskuppel des Reichstages.

“Hei, das wäre mal ein Spaß, da obendrauf herumzurutschen und dabei etwas Farbe zu verteilen, während die da drinnen Volkes Gut an die Geldwechsler wegprassen!” (weiterlesen…)

Otfried Preußler: Man kann eben doch!

Donnerstag, 21. Februar 2013

Otfried Preußler war vielleicht der bedeutendste Schriftsteller deutscher Zunge nach dem Kriege.

In einer Zeit hemmungsloser Dekonstruktion hielt er unsere Sprache hoch; wunderbar, klar, und das für unsere Kinder.

Die Kraft der menschlichen Liebe durchdringt sein ganzes Werk.

MAN KANN EBEN DOCH! (weiterlesen…)

Vom Arbeiten im Traume

Dienstag, 12. Februar 2013

Inzwischen weiß ich, dass man auch noch im Traume sehr gut weiterarbeiten kann.

In gewisser Weise ist es sogar müheloser, denn im Wachen. (weiterlesen…)

Habe ich mir runterkanalt

Dienstag, 12. Februar 2013

An den Vorartikel zu der Weiber Eifersucht denkend, fiel mir gerade ein, dass ich noch ein paar altmagische Orte kenne. Wie verwunschen liegen sie da, und sind es scheinbar nur Wirtshäuser.

Man darf dort zu Frauen freundlich sein, nett, ihnen Komplimente machen, scharwenzeln, auch mal einen schlüpfrigen Witz streuen, und man wird, sagenhaft, dafür doch nicht als Sexist, Macho, Wüstling (gut, letzteres Wort kennen die GenderInnen meist eh nicht mehr), Chauvinist, Frauenverächter, Fascho, Wichser, ekelhafter Schwätzer übelster Anmache, Perverser oder derlei mehr bezeichnet.

Da denke ich dann manchmal, dass alles noch gut werden könne auf dieser Welt. (weiterlesen…)

Von der Weiber Eifersucht

Dienstag, 12. Februar 2013

Lustig ist’s, zwar nicht immer, aber manchmal doch, wenn Weiber gar recht grundlos eifersüchtig sind.

Ich kennne einen P. (Anfangsbuchstaben aus Sicherheits- und Diskretionsgründen von mir geändert), dessen V. sofort auf hundertachtzig, wenn er den Namen der berüchtigten Anderen nur ausspricht, ach was, wenn nur ein Wort mit dem Anfangsbuchstaben ihres Namens beginnt, einem im Deutschen nicht seltenen Anfangsbuchstaben, da steigt ihr Adrenalinspiegel wohl schon um 200 Prozent.

Obschon V. sonst sehr patent und intelligent, hat sie irgendwie immer noch nicht gemerkt, dass ihr Alter sich schon lange einen gezielten, praktisch stets treffsicheren Spaß daraus macht, jene irgendwie in Erwähnung zu tun. (Ja, auch Männer können boshaft und manchmal fast grausam sein.) (weiterlesen…)

Blöde Schießprügler

Sonntag, 10. Februar 2013

Das Schönste, Erhebenste an der Sprachwissenschaft ist vielleicht, dass es darinnen nichts Unwichtiges gibt.

Wenn ich mir dagegen jene Quantenquantler angucke, wie sie herumquanteln, ohne auch nur zu wissen, was ein Quant denn sei, sind wir schiergar Kollegen.

Betonung auf schiergar.

Ein Laut ist nämlich ein Laut. Weiß jeder, der hören kann. (weiterlesen…)

Von der Angst vor Kleist

Montag, 04. Februar 2013

Dass fast alle Angst vor Friedrich Nietzsche haben, ist bekannt. Es ist auch klar, warum.

Vor Heinrich von Kleist aber, so habe ich im Laufe der Jahre herausgefunden, haben so ziemlich dieselben Leute Angst, die sich vor Nietzsche in die Hose machen.

Nun hat sich Kleist nie so revolutionär philosophisch geäußert, alswie Nietzsche zweifellos. Was also hat der, nur weil er sehr gute Theaterstücke und überragende Novellen schrieb, denn so Schlimmes getan?

Ich denke, ich weiß, was. Er hat mindestens zwei Kardinalsünden begangen. (weiterlesen…)

Wie man wieder wird, was man ist (II)

Montag, 04. Februar 2013

Wieder zu werden, was man ist, bedarf es, was wunder, da dies ja paradox, zweier gegenläufiger, sich normalerweise ausschließender Anstrengungen, genauer, einer gewaltigen Anstrengung und einer gewaltigen Nichtanstrengung.

Einerseits härteste Arbeit, Konzentration, bis dass das Hirn raucht, andererseits der Erwerb einer beinahe traumseligen Gelassenheit.

Kommt beides richtig zusammen, so wächst wieder echtes Selbstvertrauen. Also: Der Kern selbst beginnt, wieder zu gesunden.

Jetzt beginnt die Phase zweifelhafter Angebote. Geschäftlicher, sozialer, sexueller Natur. Leicht macht man jetzt die größten Fehler. Man wird noch einmal verführbar. (weiterlesen…)

Vom Weinschlumpf

Sonntag, 03. Februar 2013

Der Weinschlumpf ist ein ganz Lieber.

Erst kürzlich bekam er, soweit ich weiß, diesen ihm gebührenden Spitznamen.

Er lachte, freute sich in seiner unnachahmlichen Art darob.

Vor vielleicht einem Jahr sagte mir einer, der jetzt nicht mehr lebt, der C. habe früher noch zwölf Trollinger weggemacht, jetzt schaffe er nur noch acht.

Neulich sahe ich den Weinschlumpf aber mal wieder, er meinte, heute sei es doch schon genung für ihn, worauf er, wie immer, ruhig, lachend, freundlich, seine grobe Ledertasche an sich nahm, den Weg zur U-Bahn nach Hause.

Er hatte zehn Trollinger. (weiterlesen…)

La nature, c’est moi!

Dienstag, 29. Januar 2013

“La nature, c’est moi!”

(Also Leserin Lisas Spruch.)

Pages: Prev 1 2 3 ...7 8 9 10 11 12 13 ...32 33 34 Next