Archiv für die Kategorie ‘Satire’

Warum nur “Das Dritte Geschlecht”? – Vom Fünften!

Sonntag, 08. Dezember 2013

Zwitter zu sein, also unfruchtbar, hiemit nicht so menschheitsbedrohlich wie Männlein und Weiblein, das ist sinnigerweise gefördert, gefeiert, als Modell der Zukunft.

Was aber, wenn einer das vierte Geschlecht hat?

Oder mindestens das fünfte, so wie ich?

Ich bin nämlich gendermäßig wenigstens ein Pentagrammaton.

Ja, wie als ob ich ein Unaussprechlicher wäre: Mein Geschlecht ist nicht nur eines, das Weibliches und Männliches und Sächliches bärge und vereinte, nein, es gründet sich darüberhinaus auch noch auf geistige Verwandtschaft und Herkunft im weiteren Sinne.

Mit dem Fünften Geschlecht zieht man das mir bislang bekannt schwerste Los.

Man braucht so viel Verständnis für sich selbst, dass einen deshalb erst recht keiner mehr versteht.

Die fünf Geschlechter müssen stets in ein harmonisches Pentagramma, damit in den Goldenen Schnitt gebracht werden, und doch darf man nie was abschneiden, nicht einmal seine Vorhaut.

Ich fühle mich überschwerstdiskriminiert.

Keine Lobby für meine Minderheit.

Alle, jene der Mehrheitsgesellschaft (Heteros, Homos, Zwitter, TransgendererInnen, Unentschlossene), gehen gnadenlos über uns weg.

Es wird nichts helfen, als dass ich beim EU-Menschenrechtsgerichtshof eine geharnischte Klage auf Anerkennung meiner sexuellen Identität einlege.

Pharmaindustrie retten! (II)

Donnerstag, 21. November 2013

Wir müssen auch diese dummen Religionen reformieren. Es muss klar sein, dass in die Hölle kommt, wer nicht wenigstens alle vierzehn Tage zum Arzt geht.

Da, wo an Reinkarnation geglaubt wird, muss deutlich gemacht werden, dass im nächsten Leben allenfalls ein Kakerlak mit angeborenem multiplem Hüftschaden und chronischer Bronchitis wird, wer sich an diese Regel nicht hält.

Lauchgewächse gehören generell verboten. Bei den Glühbirnen ging es schließlich auch. Endlich Quecksilber in den Lampen. Vorbildlich.

Unabdingbar ist auch, dass schon in der Grundschule gelehrt wird, Eltern, die bei Bauchweh oder Durchfall ihre Kinder nicht sofort zum Arzt schicken, sofort bei den Behörden zu melden.

Außerdem muss der totale Grippeimpfzwang her. Und: Kein Impfmittel mehr ohne Thiomersal und Squalen.

A propos Kinder: Jedes Kind hat ADHS. Oder haben Sie schonmal ein immerzu braves Kind gesehen?

Es gehört auch endlich mehr Polonium in die Tabakwaren. Wozu rauchen die Leute denn?

Wichtig bei allen sinnvollen Maßnahmen ist aber, dass die Lebenserwartung nicht zu sehr sinkt. Jede chronische Krankheit sollte möglichst lange halten. Das Nachhaltigkeitsprinzip muss alleweil gelten.

Benzoesäure gehört in alle Lebensmittel. Auch gut Emulgatoren. Und Benzodiazepine.

Glasflaschen sind zu verbieten. Unwirtschaftlich. Weichmacher gehören in PET-Flaschen.

Wer – zum Beispiele – seinem Kinde gegen Bauchgrimmen einen Fencheltee macht, gehört wegen unberechtigter Ausübung eines Heilberufes vor Gericht, das Sorgerecht folgerichtig entzogen.

Krankenkassen müssen endlich ihrer Pflicht nachkommen. Es darf für Gesunde keine Beitragsrabatte mehr geben. Nochmal: Wozu haben wir eigentlich die EU?

Das Wort “gesund” ist zum Unwort zu machen. Es muss jedem klargemacht werden, dass das nur ein sinnloses semantisches Konstrukt ist.

Wer nicht zum Arzt geht, wenn er sich den Fuß verstaucht hat oder Kopfschmerzen, ist ein potentieller Selbstmörder. Was sonst. Also Geschlossene.

Auch das Wort “Unwohlsein” gehört getilgt. Niemandem ist einfach mal so bloß unwohl.

Wer es doch wagt, sich lediglich unwohl zu fühlen, der ist als paranoider Verschwörungstheoretiker zu medikamentieren.

Sowieso muss jeder als paranoider Verschwörungstheoretiker gelten, der seine Ernährung nicht auf Mikrowelle umzustellen bereit ist. Mikrowelle tötet schließlich Keime. Wer das nicht weiß, akzeptiert, auch dem ist nur in der Geschlossenen zu helfen.

Ohja.

Der nötigen Angänge sind viele.

Noch fehlt es aber am rechten Engagement.

Selbst manche Ärzte nehmen nicht ihre Pillen nicht.

Die gehören auch alle gleich in die Geschlossene.

Und sei es nur des Exempels halber.

 

 

 

 

Pharmaindustrie retten! Totenabgabe und Strafsteuer für Gesunde!

Donnerstag, 21. November 2013

Fast noch mehr Mitleiden als mit den armen Banken, die wir regelmäßig retten müssen, um zu überleben, habe ich mit der Pharmaindustrie.

In Deutschland zum Beispiel hat man den Verkauf von Antidepressiva – wie ich eben las – zwischen 2007 und 2011 nicht einmal ganz um die Hälfte steigern können. Trotzdem nicht einmal zwei Milliarden Tagesdosen im Jahr.

Immerhin beim Amphetamin – der Kinderdroge – Methylphenidat kam man in den letzten 15 Jahren wohl von Kilos auf Tonnen. Ein Tropfen auf den heißen Stein, gleichwohl.

Wirklich schändlich, dass man in dieser bedenklich tristen Lage das Bier und den Wein noch nicht verboten hat.

Millionen mehr gingen zum Arzte, wo sie schließlich hingehören, würde diese überfällige Maßnahme endlich umgesetzt. Wozu haben wir denn eine EU?

Manche psychiatrischen Krankenhäuser, auch die, sind chronisch unterbelegt, selbst die verdammten Patientenrechte, zumal gegen Medikation, wurden wenigstens theoretisch gestärkt. Das kann einem schon Angst machen.

Selbst die Novartis-Aktie schwächelt inzwischen. Sie ist im letzten Jahr grade mal von 46 auf 58 Euro gestiegen! Wer, sackaberauch, soll davon leben können?

Werden die Leute nicht endlich zügig kränker, so könnte das gerade den kleineren Herstellern bald den Todesstoß versetzen.

Immerhin, ein kleiner Lichtblick, hält das Hanfverbot noch einigermaßen. Nicht auszudenken, was geschähe, wenn das auch noch fiele. Hanf ist viel zu billig, als dass man den Leuten ihn anstatt wirtschaftsförderlicheren Drogen gewähren dürfte. Hanf ziehen ist einfacher als Kohl oder Tomaten. Fürchterlich, denkt man nur daran, dass das jeder dürfte.

Wie viele Ärzte wären da von Arbeitslosigkeit bedroht? Wie viele Apotheken gingen Pleite?

Und erst die Psychiater. Am Schlusse würden sie vor lauter Verzweiflung noch Scientologen. Oder Schlimmeres gar. Womöglich gleich Terroristen. Recht fähige wohl obendrein.

Selbst die Kampagnen, jede Woche zu einer Vorsorgeuntersuchung zu gehen, greifen, zumal bei Männern, nicht wie sie das sollten. Wo man doch bei jedem, wenn man nur gut sucht, etwas findet!

Die Leute, viele jedenfalls, sind schon ein arges Gesindel. Tut mir leid, dass ich so deutlich werden muss. Sie lassen die Wachstumsindustrie an sich einfach gnadenlos verrecken.

Knoblauch fressen die, Olivenöl, saufen einfach Rotwein. Saboteure. Volkswirtschaftsvernichter.

Manche von denen waren gar jahrelang nicht beim Arzt. Denen scheißegal, wenn Ärzte unter der Brücke leben müssen, Sprechstundenhilfen auf den Strich. Sozialschmarotzer. Drecksgesocks.

Ja, die Situation ist zum Verzweifeln.

Wie soll die Industrie denn von etwas Pflaster, Panthenol- und Jodsalbe leben? Das reicht nicht einmal für die beiden ersten Wochen im Jänner. Deibel aber auch.

Wenn es was brächte, wäre das ganze Geschmeiß abzuschaffen.

Dummerweise aber ist wer tot ist nicht krank.

Da hat die Natur einen verhängnisvollen Fehler gemacht.

Es braucht daher eine permanente Totenabgabe.

Und eine Strafsteuer für Gesunde.

Anders geht es nicht.

Valium und Ritalin in die Krippen!

Haldol in die Kindergärten!

Kein Schulbesuch ohne Antidepressivum!

Kein Job ohne wöchentlichen Arztbesuch!

Keine Verbeamtung ohne medikamentöse Psychotherapie!

Verdammt nochmal!

Irgendwie wird das doch hinzukriegen sein!

 

 

Vom Aphorismus als Therapeutikum

Dienstag, 12. November 2013

So mancher Aphorismus hat schon etwas mit der Heilung geistiger Spukphämonene zu tun. (Siehe den letzten: “Von Linguisten und Quantofanten”)

Manches Seltsame mag schon über Jahre in einem rätteln, um einen herumrätteln, bis dass es endlich an jenem Schopfe gepackt, den der Aphorismus bekanntlich meist selber nicht hat.

Nicht selten fühlt man sich nach diesem merkwürdigen Akt trotzdem irgendwie besser.

Und sei es in eine noch so amorphe Form gegossen: Das Numinose schwindet.

Es mag zwar nicht besiegt sein, aber das Rätteln lässt immerhin nach.

Zudem findet sich von da aus, wo man immer noch nicht weiß, wes man ist, auch immer wieder ein Ausgangspunkt für ein schönes Gleichnis oder eine Satire.

Das tut der Seele, von der ja auch nicht bekannt ist, was sie sei, ob überhaupt einer eine habe, dann doppelt gut.

Die wirkliche Dreieinfaltigkeit erreicht man, wenn man daraus schließlich einen großen Roman abzuleiten weiß.

Das “Un” vom Unfug ist ja auch nur wegen des Fugs da. Ohne Fug bedürfte es schließlich keines Uns. Oder haben Sie schonmal ein “Un” gesehen?

Allerdings habe ich, um auf die Quantofanten und Quarkomaten zurückzukommen, ohne weiteres schon Unquanten und (Gottlob auch den!) Unquark gesehen und gehört und geschmeckt.

Ein Unquant (manche sagen auch, aber das ist sehr süddeutsch-umgangssprachlich, “Unsquant” dazu) ist zum Beispiel ein anständiger Eineinhalbkilo-Fäustel oder eine große Kettensäge von der Firma Stihl. Da kommen keine Fragen mehr auf. Hier im Schwäbischen heißen ja auch Füße Quanten, zumal wenn sie groß sind und entsprechend stinken.

Unquark ist noch einfacher definiert: Das ist alles, was kein Quark ist, also genießbar.

Auf die Frage, was genau ein Ungott sei, will ich hier nun aber nicht mehr eingehen. Man verletzt ja der Leute religiöse Gefühle nicht ohne Not.

 

 

Wie vom Goldman und vom Sachs erstmal nur noch der Sachs blieb

Freitag, 08. November 2013

Der Goldman traf den Sachs.

Der Goldman hatte wie immer das Gold gehütet, und der Sachs verwahrte die Axt.

“Goldman”, meinte der Sachs, “ich brauche die Hälfte vom Gold, denn ich muss zum Schleifer.”

“Was? Die Hälfte vom Gold für den Schleifer? Bist du verrückt?”

“Die Preise beim Schleifer haben extrem angezogen. Muss ich dir noch erklären, dass alles teurer wird?”

“Trotzdem! Ein Zehnt im Jahr hat doch bisher immer gereicht!”

“Er will aber jetzt ein Viertel. Und ich will lieber mal schon fürs nächste Jahr vorsorgen. Wenn der Schleifer nicht mehr schleift, dann sind wir bald perdu. Das weißt du ja wohl so gut wie ich.”

“Jetzt mal, wir wollen uns ja nicht streiten. Wie begründet er den Preisanstieg?”

“Er sagt, dass die Chinesen so viel nachfragen, und die Russen auch. Er habe schon kaum noch gute Steine.”

“Arschloch.”

“Ja, aber was hilft’s?”

“Hast du Trottel denn keine langfristigen Verträge mit ihm abgeschlossen?”

“Na klar. Aber er hat sie einfach einseitig gekündigt.”

“Und das lässt du dir bieten?”

“Er meinte nur, ich könne es ja lassen. Ohne meine scharfe Axt sei dann schnell das ganze Gold weg. Da kämen bald welche, auch noch Japs und Brasilianer und der Rest vom ganzen Gesindel, sich den Rest zurückzuholen. Keine Nachverhandlungen, nada, niente.”

Widerwillig führte Goldman den Sachs ins Magazin, gab ihm die Hälfte.

Das war dem Sachs, dem schon immer die Hälfte gehört hatte, natürlich zu wenig, und drum erschlug er den Goldman, denn dafür war seine Axt noch gut genug.

Also wähnte er nach dem diesjährigen Schleifen immerhin noch drei Viertel vom Schatze besitzen zu können. Und nächstes Jahr wenigstens noch seine ihm vereinbarungsgemäß zustehende Hälfte.

 

 

Biotriazine

Samstag, 02. November 2013

Gegen die Biotriazine – der bekannteste Wirkstoff ist Thiomercaptanal – sind selbst sämtliche Benzodiazepine Krippenkram.

Selbst LSD oder Muscarin sind daran gemessen zum Lachen.

Sie haben, einerseits, eine Wirkung wie hochprozentiger Alkohol, kurzfristig und im Übermaß eingenommen, führen aber dabei in damit in keiner Weise vergleichbarer Wirkung zu akuter Persönlichkeitsspaltung, mentalem und sprachlichem Kontrollverlust.

Der Patient (also: der Erleidende, Erduldende) wird (soll) genau das tun, worauf er sich normalerweise nie einließe.

Idealerweise dreht er richtig durch, liefert sich selbst ein oder begeht gleich Selbstmord. Heilt sich also, jedenfalls für alle, die nicht an Reinkarnation glauben, für immer.

In der Regel werden diese Drogen nur bei Leuten eingesetzt, die so paranoid sind, dass sie glauben, dass die NSA existiere und HAARP kein harmloser alaskanischer Radiosender sei.

Also bei Allerschwerstgestörten.

Bislang ist nur ein Fall von relativer Therapieresistenz bekannt geworden.

Dieser Wahnsinnige trank, als er sich gar unerklärlichst sonderbar fühlte, einfach so viel, dies Tier, dass er sich seinen Zustand von daher zu erklären wusste.

Dass die Medikation dergestalt ausgetrickst werden könne, damit hatte kein Therapeut gerechnet.

Man macht sich dessenthalben in der Industrie schon heftigst Gedanken: Alkohol zwar nicht direkt, aber indirekt als Antidot.

Alkohol gibt es in den Ländern, die ärztlich wesentlich zu betreuen sind, jederzeit überall: hiemit überall das potentielle Quasi-Antidot.

Nicht einmal die Biotriazine wirken also, wie gewünscht, todsicher.

 

 

Kickt der Göller 2022 in Katar?

Freitag, 01. November 2013

Man hat mir angetragen, ich solle doch 2022 in Katar mitkicken.

Man entsorge dort, da das Unheil leider nicht mehr abzuwenden, statt noch brauchbarer teurer Bundesligaspieler, lieber alte Seckel wie mich, die keiner mehr braucht.

Ich frug darauf, was denn dann wohl für mich dabei herausspringen könne. Ganz nüchtern.

99 Jungfrauen werde ich nicht annehmen, nichtmal im Jenseits, denn das wären mir schon als jungem Kerl zu viele derer gewesen.

Außerdem kickte ich nicht mehr, ohne vorher mindestens ein Bier zu trinken. Der Flüssigkeit, der Energie und der Mineralstoffe halber. Wenigstens 10 Minuten solle ich ja wohl durchhalten.

Wie sie mir denn mein Bier ins Stadion schmuggeln wollten. Da bräuchte ich nun schon Garantien. Vom Franz unterschrieben, mindestens, nicht von einem verlogenen, dekadenten Scheich, der in seinem Leben wohl noch nicht mal einen halben Bossenstein umgedreht habe.

Da wurden die Leute von der Fifa doch etwas nervös. Ich sagte ihnen nämlich, dass ich nicht nur das Bier wolle, überdies vom Mossad garantiertes freies Geleit, sondern auch noch die Prämie, selbst wofern ich hienieden doch noch weiterzukrabbeln wüsste.

Golds also genung, ob tot oder lebendig.

Da meinten sie, sie müssten sich erstmal nochmal mit dem Sepp und dem Michel beraten.

Schließlich seien die Filmrechte an meinem Verröcheln schon verkauft, und damit ergäben sich so doch rechtliche Komplikationen.

Sie meinten, ich höre wieder von ihnen.

Ich glaube kaum, dass sie Wort halten.

 

 

 

I pee on Tor

Montag, 28. Oktober 2013

Ja, das Motto ist ein bisschen vulgär. Der Sache damit aber angemessen.

Schnellentschlossene können mich heute Abend im Stuttgarter Theater Rosenau in meinem anteiligen Kurzchaos (“Open Stage”) von etwa zehn Minuten versinken sehen.

Ich hoffe, dass mindestens noch einer außer mir so blöde ist, dass er auch mal lacht.

Der Auftritt wird in sauberem Zentralschwäbisch, leidlichem Schriftdeutsch und natürlich auch etwas ausgezeichnetem Englisch abhegen.

Wer kommt, ist selbst schuld, wenn er hinterher nicht mehr glaubwürdig bestreiten kann, mich ein wenig zu kennen.

Dafür wird er dann wissen, weshalb die Merkelin keine Zwiebel ist, sondern eine Artischocke.

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Nachtrag

Wenn ich richtig durchdrehe, kömmt vielleicht sogar noch ein wenig Unterfränkisch hinzu.

 

Altersmilde? Wat?

Sonntag, 27. Oktober 2013

Ach du meine Scheiße.

Es fiel mir schon einige zeitlang auf, und es ist einigermaßen erschröcklich.

Altersmilde musst’ ich feststellen.

Einsetzende Altersmilde.

Jeder weiß, dass das normalerweise die Vorboten der einsetzenden Demenz sind.

(Man sieht es klariter: Plural und Singular sind schon nicht mehr sauber zu halten.)

Ich finde das gar nicht lustig.

Allein schon, dass das allein nicht für eine echte oder vorgetäuschte psychische Vollkrise reicht, macht mich schon mittelprächtig fertig.

Meinem rechten Arm geht es immer besser, und dafür zahlt wohl das Hirn.

Scheißendreck aber auch.

Man kann doch, mag man auch älter und schwächer werden, körperlich wie im Geiste, nicht alle Banditen, Bilderberger und Bundesnichtverfassungsschützer einfach so laufen lassen alswie ein Gretchen mit vielleicht etwas zu kleinem Busen.

Wo kämen wir da hin?

Ja, böse Frage.

Nur dämmernde, halbschimmelige, übelst abhängende, vielleicht gerade noch ihr Restschmerzphon Bedienfähige lümmeln um den letzten ausgebrannten Ofen, der in solch einer Republik noch nach Endwärme riecht.

Will ich da wirklich hin?

Nein.

Ich werde mich mit meiner Milde mal ernsthaft unterhalten müssen. Selbst Milden müssen sich einigermaßen tragbar menschlich benehmen. Schließlich sind wir es, die sie überhaupt erst erfunden haben.

Genug.

Selbstmitleiden ist auch nicht besser als demenzgesteuerte Altersmilde.

 

“Truther”: Gemeinsam daneben ist auch vorbei

Dienstag, 22. Oktober 2013

Mir ist eben aufgefallen, indem Leser Dude zu http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2011/07/06/truther-mit-dem-begriff-lauft-es-nicht/comment-page-1/#comment-239586 einen Link einstellte, einen “Trutherlink” - https://www.youtube.com/watch?v=xVZRgKZefCk - auf eine stimmlich angenehme Jasinna, die ihr Konterfei aber auch eher diabolisch anlegt, dass ich jetzt schon lange keine dieser blöden Guy-Fawkes-Masken mehr auf der Gasse gesehen habe. (Wie soll man da zu seinen Kindern sagen: “Guck mal, die sehen zwar wie die übelsten Mafiosi aus, aber in Wirklichkeit sind es die Guten!” – ?)

Entweder haben ein paar Leute was dazugelernt, oder die sind halt einfach mal wieder genauso durch wie andere Moden. (Letzteres hat wohl mehr Gewicht.)

Von “Anonymous” habe ich auch nicht mehr viel mitbekommen, was natürlich daran liegen kann, dass ich so viel arbeite und schlafe.

Piraten? Gab es nach Captain Morgan noch Piraten?

Idioten gibt es aber mit Sicherheit noch. Um das zu wissen, muss ich nichtmal auf die Gass’.

Immerhin sehe ich selber auch ohne Augenklappe und rotes Kalottentuch, ohne Lippenpiercing und Banditenmaske wenigstens ein bisschen so aus, wie als ob ich ein paar weniger glorreiche Tage überlebt hätte. Am Kindererschrecken liegt mir trotzdem nichts. Nicht einmal dann, wenn das gerade mal wieder “in” ist.

Man geht jetzt wohl wieder in den angesagtesten Club und tut dort so lange so, oder redet es sich wenigstens ein, dass man sich gerade nicht langweilt, bis dass die nächste Sau durchs Dorf getrieben.

Was, andererseits, an Fasching, meinetwegen auch an Allerheiligen, bei Kindern ein lässlicher Spaß, kann ich im Sinne ernsthafter gesellschaftspolitischer Arbeit bei Erwachsenen immer noch nicht nachvollziehen.

Meinen die etwa, dass ein Kissinger und ein Brzezinski sich vor ein paar derartigen, im Grunde infantilen Kapriolanten ob deren Äußerem ein Bonbon ins Hemd drücken?

Die Energie verpufft mit dem Spaße an der Provokation.

Der Verdacht liegt nahe, dass man derlei Gestalten und Aufzüge zeitweise gar noch fördert. So ist der Protest Party, eine Party, bis die eben auch, mit mehr oder weniger Kater abgefeiert.

Ich will damit weder die Bemühungen jener Jasinna, noch wohl auch mancher Anonymous-Leute, noch gar einiger Piraten der ersten Stunde insgesamt abtun; trotzdem verbindet die drei Beispiele ein irrseliges Konzept.

Ich neige, wie jeder weiß, der mich kennt, keineswegs nur zu intellektualistischer Miesepeterei, bin für einen derben Spaß und für dionysische Abende alleweil ohne weiteres zu haben.

Ich störe mich auch nicht an Grufties und ähnlichen Gestalten. Alles aber an seinem Orte.

Ich sah auch schon aus, wie ein Schornsteinfeger. Nichtmal so selten. Mancher Ofen und manches Ofenrohr war schon zu reinigen.

Deshalb fiele es mir aber nicht ein, ernstlich eine Partei der Rußverschmierten oder der Satanas-Zombies aufzumachen. So etwas macht man auf der Theaterbühne, in der Satire, mal zum befreienden Lachen. 

So etwas bindet man allenfalls in ein Konzept, in Konzepte gut dosiert ein, wenn man etwas erreichen will, warum nicht: Man macht es aber nicht zum tragenden Konzept.

 

Vom Herbste und der Kunst des kalten Schmiedens

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Es ist mir selten so aufgefallen, wie dieses Jahr.

Von vorgestern auf gestern so viele Blätter auf der Straße.

Zeit, als Motorradfahrer nicht zu hart in die Kurve hineinzubremsen.

Selbst die hübsche Sahra von den Linken sahe ich, schon etwas verkrumpelt, gestern, da, wo in Stuttgart der zauberhafte Westen anfängt, in einer städtischen Blumenrabatte liegen, gar armselig.

Den ESM-Rabatt sozusagen.

Vielleicht gar einen Verfassungslosigkeitsrabatt?

Da mag man doch ein wenig an unseren Till denken, der bergauf ein Liedchen pfeift, im Herbste sozusagen, während er bergab, des Lenzes gewahrend, eher verdrießlich dreinguckt.

Andere, ich kannte einen Studenten, der darauf schwor, er verliebe sich immer im Herbste (ein Oberpfälzer, der dies merkwürdigerweise nicht auf die jahreszeitlich bessere oder schlechtere Qualität des Bieres gründete), treibt die Freude am Aufstiege wohl etwas weniger philosophisch, als sie denken. Er jedenfalls hatte keine Erklärung dafür, weshalb das bei ihm so verlässlich so sei.

An dem sich ein Beispiel zu nehmen rate ich nun aber nicht nur deshalb keinem.

Klar, schenkt einem eine beim Lidl im April ein Lächeln, so mag das wirkungsschwächer sein als in der anbrechenden zweiten Hälfte des Oktobers. Wo die Hormone schon schwächeln, wird das Hirn – auch das, welches dem Bauche – zum Ausgleiche umso eifriger.

Sich gegen die dräuende Schwarzgalligkeit einfach anverlieben. An sich ja keine grunddumme Idee. Lediglich eine saublöde.

Das Pech einfach mit dem Schwefel austreiben. Dem alten Eisen nochmal zeigen, dass es eben doch einst nicht nur zum Herumliegen und wenig Bescheids zu wissen allein geschmiedet ward.

Ja, jetzt wäre von der sich entwickelt habenden Geschichte her wieder einmal die Zeit, etwas von singenden Eisen zu erzählen. Von Eisen, die sich daran erinnern, wer sie schon einmal waren. Die erst werden, was sie immer sein wollten. Die ganze Geschichte vom Schmieden.

Das mit den singenden Eisen begriffe in diesem Zusammenhang aber wohl erst recht noch dreimal kaum einer, der nicht Schmied noch Steinmetz allzumal, also, dass diese Betrachtung von Schwingungsverhältnissen, eingängiger angestellt, vielleicht bis auf einen Vollmond nach der Wintersonnwende vertagt werden muss.

Kalt schmiedet man nunmal am besten bei guter Kälte.

 

Leugner als Beruf

Samstag, 12. Oktober 2013

Kann man Leugner eigentlich schon als Beruf erlernen?

Kann man vom Leugnen leben?

Die zweite Frage war fast so dumm wie die erste. (weiterlesen…)

Wir freien Autoren sind Nichtse (III)

Freitag, 04. Oktober 2013

Es ist schon erstaunlich, dass man uns noch nicht verboten hat. Beziehungsweise, dass noch kein Dekret existiert, das uns als rechtlos erklärt. Und vogelfrei. Wo sind die Fehmgerichte?

Schließlich gilt es ja, uns nicht nur zu marginalisieren und lächerlich zu machen. Wir sind der Pferdeapfel auf der weißen Tischdecke. Wir wagen es noch, zu maulen. Was für eine unerträgliche Frechheit.

Wir sind zu tilgendes Gesindel. Es reicht nicht, bei uns nicht zu lesen. Denn solange wir publizieren dürfen, könnte das ja doch einer tun. Und: Man kann uns auf unseren Seiten nicht einmal kurzerhand zensieren oder sperren. Ein unerträglicher Zustand, fürwahr.

Auch Klarnamen sind zu untersagen, jedenfalls uns. Diese nämlich suggerieren, frech, hinterlistigst, dass es uns tatsächlich gäbe.

Wahrscheinlich müssen auch, von Nichts kommt Nichts, Kopfgelder her.

Totschweigen reicht schließlich nicht. Davon krepiert keiner von uns so schnell.

Das Bösartigste an uns ist, dass wir teilweise sogar spott- und verleumdungsresistent sind. Und dass uns – welcher Teufel dazu helfen mag? – immer wieder Dinge einfallen, auf die die Guten und Gerechten selber nicht kommen. Asozialer geht’s nicht.

Irgendwelche Arschlöcher haben die Gesetze immer noch nicht zielführend gegen uns geändert. Da fragt man sich schon, welche Verschwörung dahintersteckt. Harmlose Glühbirnen werden verboten, und wir dürfen immer noch frei herumlaufen. Ein gesellschaftlicher Skandal erster Güte.

Übel auch, dass noch keiner so richtig offen über die gebotenen Maßnahmen zu reden wagt. Eine fast schon pervers zu nennende Hemmung scheint da vorzuliegen. Wovor hat man Angst?

Steinigung ist doch sonst ganz normal, Knast für Meinung auch. Wieso traut sich hier keiner recht heran?

Ich habe keine Ahnung, weshalb man diese Volksschädlinge nicht einfach eliminiert. Da teilweise sogar Patrioten dabei, bedürfte dies doch keinerlei weiteren Federlesens.

Ja, die Welt ist schlecht. Vor allem aber ist sie feige.

 

 

 

Vom Jammern und der Nichterlösung des Teufels

Freitag, 27. September 2013

So: Jetzt jammere ich auch mal.

Wenn ich mir meine letzten drei Artikel anschaue, bloß die, dann muss ich mich doch fragen, welcher Teufel von meiner Seele so umfassend Besitz nahm, dass er mich seit nunmehr über einem Vierteljahrhundert in die Sprachwissenschaft trieb und seitdem nicht mehr daraus losließ.

So eine Drecksau. Ich hätte ein anständiges bürgerliches Leben aufbauen können, hätte dieser Erzschuft, der das offenkundig unter keinen Umständen zulassen wollte, mich nicht derart ins gesellschaftliche Abseits geführt.

Systematisch machte er mich zum Denkkranken, zum Misfit. Dosis um Dosis machte er mich zum verworfenen Subjekt, er lehrte mich Etymologie und Semantik, und immer wieder Semantik.

D (weiterlesen…)

Vom Testosterone und von deliranten Selbststerilanten

Dienstag, 24. September 2013

Vor ein paar Tagen kam es zu einem, wenn man so will, typischen Männergespräch.

Dieser lesenswerte tragikomische Beitrag über sich medikamentös-hormonell unfruchtbar machende Jugend- und Muskelprotze regte mich dazu an, davon zu berichten.

http://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin/anti-aging-juenger-und-muskuloeser-aber-auch-unfruchtbar-12577292.html

Wieder einmal die Probleme der Welt wälzend, waren wir auf das Thema männliche Aggression gekommen, wozu mein (humanmedizinisch hochgebildeter) Gesprächspartner meinte, diese borde doch in sehr vielen Fällen deshalb über, da es an Triebabfuhr zum Testosteronabbau fehle, da tue die Damenwelt einfach zuwenig für den modernen Mann. (Homoerotik ließ er außen vor; er ist ein Konservativer.)

Er hatte schon öfter von jenem ominösen Testosteronproblem gesprochen, und mir war, wohl aus Unachtsamkeit, nie aufgefallen, was mir jetzt plötzlich durch den Kopf schoss.

“Wieso denn eigentlich Testosteron-ABBAU? Ich will doch von einer Frau, wenn schon, dann Testosteron-AUFBAU! Wozu Abbau? Bin ich denn blöd?”

Es war schon spät, wir kamen also nicht mehr dazu, der Sache genauer zu erörtern.

Ich habe ehrlich gesagt auch keine Ahnung, ob ein erfülltes Sexualleben eher zum Testosteronauf- oder abbau führt. Wahrscheinlich beides, allerdings mit mehr Aufbau, der abzubauen. Vermute ich jedenfalls.

Lustig – naja, wenn man den Humor dafür mitbringt jedenfalls – , dass, wofern ungefähr stimmt, was in dem FAZ-Artikel steht, frau sich, wenn sie einen schon leicht angejahrten Begatter sucht, lieber auf einen etwas schrumpeligen Typen einlässt, der zwar nicht so hormonzusatzbegabt straff und jugendlich aussieht, bei dem es aber dafür noch mit der Spermienproduktion (hoffentlich auch der Ausgabe derselben) klappt. Und: Bodybuilder sollten schon in jungen Jahren als sehr zweifelhafte Kindszeuger ausgemacht werden.

Ob sich ob dieser Befunde wohl eine neue – postmoderne – Form der Anmache für gesetztere Männer entwickeln wird?

“Ey weißte ey, ich hab’ zwar nicht den Riesenbody, so wie zum Beispiel diese zwei Lutscher da drüben, aber dafür bringe ich es im Zweifel noch. Was die in den Oberarmen haben, das habe ich dafür im Sack.”

Ja, so direkt muss man natürlich nicht gleich rangehen. Man kann es sicher auch eleganter anbringen, je nach Weibstypus.

Und man kann selbstverständlich auch noch auf den minden Verstand, eine möglicherweise genetisch bedingte Hirnschwäche bei jenen hinweisen, die sich, um attraktiver zu sein, potenter auch, ihre Fruchtbarkeit wegmedikamentieren.

Décadents. Ausschuss.

Halbkaiserwetter am Nichtwahlsonntag: ein Zeichen?

Sonntag, 22. September 2013

Was für ein Sonnenscheinmacher war da am Werke?

Wie viele UFOs brauchte der?

Waren es Schiffe von Reptilischen oder von Reichsdeutschen oder von Mantiden?

Spottet der unser, oder ist das eine Belohnung?

Eine Belohnung für wen und für was?

Sollten wir lediglich begreifen, dass es die Sonne nicht kratzt, wenn unter ihr ein Trauerspiel veranstaltet wird?

In all den Schleierwolken, die uns Sols Licht zu verschatten trachteten, sahe ich magische Zeichen und Weltformeln, alles war kosmischer Code.

Ogott. Ojessas. Da schwoben Timur Lenk und Nebukadnezar in einem Nachen, versuchten mir mit verzweifelten Ruderbewegungen und unter Zurufversuchen, die vom Äther in einem pulsenden Sirren verschluckt, näherzukommen, was ihnen aber offenkundig jener gestrenge giftgrüne Engel verwehrte, das kleine Gefährt schaukelnd, unter Gelächter, alswie’s ihm beliebte.

Doch, Schemhamphorasch und Heilandsack aber auch!

Eine unsichtbare Stimme erhob sich – sie klang ein wenig nach Kastrat, aber das können die atmosphärischen Verhältnisse oder Interferenzen durch die vielen Tachyonenantriebe gewesen sein – und schnitt durch das ganze Getümmel, da oben, das ja noch erst in Ansätzen beschrieben: “Magnus, wir sind alle nur Projektionen deiner Seele auf das Innere deines Schädels! Glaube nicht, was du siehst und hörst.”

“Pah”, antwortete ich, “das kann ja jeder sagen. Scharlatane wie dich kenne ich gleich raus. Mag aber auch sein, dass du vor allem neidisch bist, mir diese ganze höhere Schau nicht gönnst. Spaßverderber gibt es immer ein paar. Das wird bei euch nicht anders sein.”

Es folgte nur noch ein erst lautes, dann schnell verlöschendes Zischen als Antwort.

Derweil erscholl etwa von Nordnordost her ein mächtiges Getöse und Gebrüll: Gewaltige Ritter auf siebenbeinigen Rossen prallten widereinander, Schwerter, Hellebarden, Morgensterne, Steitäxte, ja selbst Riesenhämmer aus Titanit fuhren zu wildesten Streichen, mancher wankte auch mal nach höllischem Hiebe, doch, sapperlot, diese Jungs vertrugen wirklich eine Menge, so dass keiner fiel.

Woher diese Kampfeskraft rühren mochte? Oh, siehe da, etwas schemenhaft im Hintergrunde reckte sich eine Tribüne, woselbst die – na, nennen wir sie mal Damen – sich in ihren Logen amüsierten, wohl dessen wartend, was von den tapferen Degen für sie übrigbliebe. An Gemmen, Diademen und golddurchwirkten Kleidern fehlte es ihnen immerhin jetzt schon nicht.

‘Heilandsbimbam!’, dachte ich bei mir, ‘die hauen sich doch tatsächlich wegen ein paar Edelnutten auf die Rübe, dass der Saft rausläuft, was machen diese Idioten, wenn einer das Schießgewehr erfindet?’ (weiterlesen…)

Merkel-Inkantation gechannelt!

Freitag, 20. September 2013

O Mampfa Giermania!

O Angelallah: Wie hassest Du das Tand beglüget!

Verarmt wahr einmal streich

Und äh schon barm wisst es gewohnt

Wes der Stasi dar ist nun der NSA

Uns aller fest Du siebst

Und magst Ese

Simmer better und noderner

Schlerk zerriebst

Dass jetzo mich’s gicht dicht’

Liecht stur van dat mir

Und wollt’ auch pur zwei Bier

Ahn Dir triegt et nicht

Vällt irgendwo

Gar unfroh

Inloh

Anhiero

Trost durch den Rost

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Ja: Ich darf, nein SOLL! diese Heilige Schrift hier veröffentlichen.

Trotz der teilweisen Störung der Übertragung durch Empfängerrauschen (siehe die Passage mit den zwei Bier) hieß man mich den Text so niederschreiben, wie er mir in die Feder kanalte.

Die Botschaft stammt von einer diskarnierten Wesenheit, die sich als Neuenelferekziona vorstellte, indem sie loslegte.

Kein Buchstabe dürfe verändert werden, kein Zeichen, denn hier seien tiefe Geheimnisse, die kommenden drei Äonen bestimmend, für die wahren Adepten verschlüsselt.

Mehr erklärte sie nicht. Sie antwortete mir auch nicht auf die Frage, weshalb ich denn für diese weltumwälzende Offenbarung zum irdischen Sprachrohre auserwählet worden sei. (Ich vermute fast, man hat es ihr auch nicht gesagt.)

Am besten aber hat mir beim Schreiben gefallen, dass ich mal wirklich nichts dabei denken musste. Was für eine Erholung, was für ein Privileg!

Und dann noch, noch besser: Ich bin dadurch für diesen Text in allerkeinster Weise verantwortlich. Immerhin ist er klaritsterster nicht von mir.

Ich hätte mich, ehrlich gesagt, auch niemals alleine getraut, so etwas loszulassen, das auf meine Kappe zu nehmen. Ich habe zwar nicht überall den besten Ruf, aber schließlich bin ich derzeit nunmal inkarniert, kann also nicht beliebig aus dem Äther auftauchen und dann einfach wieder in ihn ab.

So lose hätte ich auch mal Lust, schreiben zu können, ohne dass die Leute begönnen, mir Ersatzrädchen und -muttern fürs Oberstübchen hinterherzutragen, gnadenlos.

Wenn ich aber mal diskarniert bin, dann leiste ich mir auch solche Sachen, jedenfalls, wenn man mich lässt.

Mir schwant nämlich durchaus, dass es auch nicht jeder diskarnierten Wesenheit so ganz beliebig erlaubt wird, sich irgendeinen beliebigen Loser herauszusuchen, um ihn die Unbilden der nächsten 6 000 Jahre kodifiziert aufsagen zu lassen. Wahrscheinlich muss man sich da eine ganze Weile hochdienen. Adeptus Diskarnatus Mediokrus dürfte der mindeste Grad sein, den man erlangt haben sollte.

Egal. Ich bin und bleibe stolz darauf, dass Neuenelferekziona jetzt gleich, sobald ich “Veröffentlichen” gedrückt habe, durch mich der ganzen Welt für 200 bis 300 Generationen den Weg gewiesen haben wird.

 

 

Wahldag en Schduegerd (Rond om d’Leonhardskirch)

Donnerstag, 19. September 2013

Der Emil on der Karle hän am Sehmschdich Obed em Schiller doch noh mächdig oin naiglassa on dreffed sich derwäga der Wedd am andera Middag vorra sellichdem Wahllokal.

“Jo, Karle, du hosch geschdern em Schiller dia grause Goscha khet, da de noh heit ajedara, die wo mer mid emma Schubkarra no fordbrengd, an Heiradsohdrag machsch, wann se bloß ed en dui Wahlbaiz naigohd.”

“Doh war i abber bsoffa.”

“Des isch doch egal, des wara mer boide.”

“Ond due hosch gmoind, du weddeschd dohanda middema Blagadohzuag derherladscha, wo druffschdohd: ‘En dr Leonhardsdroß geit’s gnuag Hura, wa ganged ihr noh do nai en den bleda Puff?’”

“Vielleicht hämmer’s geschdern em Schiller z’ernschd gmoind, mid dera Daggel. Gugg se der amol oh, wia dia do nairenned. Dia sen meh wia bloß bsoffa.”

“Rechd hosch. Wemmer sich des Drauerspiel ohguggd, des kohsch faschd ed mai wegspieala. Abber trogga sellene verschrombelde Weiber ond selbschdwichdiche Viertelskerle ohgugga, dees miaßa mer drodsdem beschdemmd ed an halbe Dag lang verdraga.”

Karl und Emil waren darin schonmal schnell eins.

“Em Amadeus, doh bediened ganz ohsehnliche Mädle, on solang se ons a Bier brenged, kenned se au noh ed wähla ganga”, meinte Emil endlich.

Karl war es aufgrund dieser schlagenden Argumente sofort zufrieden.

(Nachtrag 9.10.14)

Eben erst gemerkt, dass ich Leonhardtskirche usw. geschrieben; es heißt Leonhardskirche. Bitte den peinlichen Fehler zu verzeihen.

Vom neuen – weiblichen – Esoteren (II)

Montag, 16. September 2013

Das Telefon steht seit gestern nicht mehr still.

Ich soll den neuen Eso-Apps Namen geben, verkaufsfördernde Slogans dazu raushauen, gnadenlos.

Besonders gefragt ist, man wundert sich nur auf den ersten Blick, die “Yoni-App”, die die Kanzlerin höchstselbst inspiriert hat.

Ich musste zwar selbst manchen Nichtinder darüber aufklären, dass die magische Symbolik der “Yoni-App” einerseits durchaus als eine freimaurerische angesehen werden kann, andererseits eine runische. (weiterlesen…)

Vom neuen – weiblichen – Esoteren

Sonntag, 15. September 2013

Wir brauchen wieder ein Esoteren, das einfach Spaß macht.

Seit die Wünschbewegung auch mit dem frühen Tode ihrer Begründerin Bärbel Mohr nicht eben weitere Beförderung erfuhr – wer weiß, zu welchen Höhen hinan sie es noch geschafft hätte, weilte die Erstvorstreiterin noch unter uns – , scheint sich am Esomarkt kein rechter Ersatz gefunden zu haben.

Was not tut, ist eine Esoterik für junge Frauen, die über das Schmerzphon betrieben werden kann.

Das Esoteren muss so praktikabel werden, dass die Esotererin beim Esoteren am Schmerzphon gefahrlos über die Kreuzung gehen kann. Hieran hapert es noch mächtig. Manche Esotererinnen trauen sich nicht oder werden einfach überfahren. (weiterlesen…)

Weibsrunen und mein Therapeut

Sonntag, 15. September 2013

Ich habe hier schon nicht wenig von den mutlosen, korrupten, feigen Männern geschrieben, also, dass ich auch die mutlosen, korrupten, feigen Weiber ins Visier nehmen darf. Dürfen sollte wenigstens.

Die mutlosen, feigen, korrupten Weiber sehen zunächst besser aus, als die mutlosen, feigen, korrupten Männer.

“Schwäche, dein Name ist Weib!”, sagen sich viele, gehen damit am weiblichen Anteile der Korruption einfach vorbei, wie als ob er nur Folge, daher nicht betrachtungsrelevant: über böse, selbstvergessene, korrupte, psychopathisch machtversessene männliche egal welche Sonstnochwasartigkeiten umfassende Psychen und Strategeme gibt es derweil umfangreiche Literatur.

Die Dekadenzmoderne hat also insgesamt das männliche zum relativ klar böseren Gechlecht gemacht. Was für ein schäbiger, doch sehr umfässlich wirkender schlechter Witz.

Woher das, nun? Und: wozu?

Woher: Das sage ich nicht.

Wozu: Das sage ich auch nicht.

Denn ich weiß wenigstens im Groben woher, wahrscheinlich viel klarer, wozu. Beides ist aber teils noch unaussprechlich. Oder: Besser, Sie denken mal darüber nach.

Andeutungen meine ich aber, mir doch leisten zu können.

Und sei es nur in Form von Fragen , die den Interessierten der Sache gedanklich näherbringen könnten.

Auf welche Männer, auf welche Frauen zielt das wohl vorzugsweise ab?

In welche Meme hat man das eingebettet, die vorzugsweise wo wirken?

Wer könnte solches so wollen?

Was ist dessen Ziel? (weiterlesen…)

Vegane Wahnsinnsburger und Wahnsinnswürste

Sonntag, 15. September 2013

Gestern sahe ich auf einem eher mickrigen Stuttgarter Stadtteilfest Würste und Burger im Angebot:

“Wahnsinnswurst 3.50 Euro – vegan”

und

“Wahnsinnsburger 3.50 Euro – vegan”

Ich wagte nicht zu fragen, was wohl eine vernünftige Wurst kosten möge, die selbst für hiesige Verhältnisse mit 3.50 Euro schon recht teuer wäre.

Auch frug ich nicht, indem ich mich einen Steckrüben-Lauch-Sellerie-Brätling auch selbst durchaus hinzubringen in der Lage sehe, in welchen veganen Darm denn die Wurst gefüllt  sei. Wahrscheinlich war es eine Art Wollwurst, also nur der Brätling, hüllenlos, in zylindrischer Form ausgebacken.

Nachdem es seit geraumer Zeit schon fleischlose Fleischsoße im einschlägigen Handel gibt (“Vegetarische Bolognesesauce”), frage ich mich, wer wohl als erster die vegane Ochsenschwanzsuppe auf den Markt werfen wird, veganen Gänse- und Schweineschmalz. Vegane Kaliningrader Klopse.

Veganen Spießbraten. Veganes original Ungarisches Gulasch. Veganen Rosmarinschinken. Vegane luftgetrocknete italienische Salami. Vegane Flugentenbrust. Vegane Dorade und vegane Scampis.

Der Wahnsinn kann auf Dauer ja nicht nur dem Plebejertum allein gewidmet werden, mit veganer Wahnsinnswurst und veganen Wahnsinnsburgern. Auch veganer Kaviar und veganer Roquefort müssen her. Vegane Wachteleier und vegane Schildkrötensuppe.

Alles andere wäre ja Diskriminierung. Man käme sonst irgendwann glatt auf die Idee, die Veganer ließen sich irgendwie unterkriegen. (weiterlesen…)

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