Archiv für die Kategorie ‘Satire’

Lustiges Hessenhampeln

Donnerstag, 14. Mai 2009

Ich möchte alle Leser, die sich für das folgende Thema en Detail interessieren, nicht mit einer Reihe von Zitaten aus der FAZ heutigen Datums behelligen und verweise dazu auf den Artikel “Ein deutsches Trauerspiel” von Lorenz Jäger auf “faz.net”.

Ich fasse daher die postmoderne Komödie inhaltlich kurz zusammen und rezensiere sie nebenher.

Das Kuratorium, welches über die Verleihung des jährlichen “Hessischen Kulturpreises” entscheidet, kam auf die besonders originelle Idee, dafür einen Katholiken, einen Lutheraner, einen Juden und einen Moslem zu erwählen.

Alle wurden über ihre Mitpreisträger im vorhinein in Kenntnis gesetzt (!), damit auch ja keiner beleidigt sein könne.

Alles erschien geritzt, doch dann erregte sich der Moslem über die Kommentare des Juden zum Gaza-Krieg und erklärte, mit dem zusammen werde er den Preis nicht annehmen.

Unangenehm zwar, aber natürlich fand man einen Ersatzmoslem, gegen den zunächst keiner der anderen Einwände hatte.

Alles schien nun glücklich ausgekungelt. (weiterlesen…)

Traum und Offenbarung

Sonntag, 10. Mai 2009

Neulich träumte ich von einer Sitzung, genauer Liegung, bei einem berühmten Reinkarnationstherapeuten, den ich konsultierte, da mir der Wein nicht mehr schmecken wollte.

Ich war sozusagen auf einer bedenklichen Art von Goethe-Jammer-Trip (“nur noch der Würzburger will mir schmecken…”) und wusste mir, da ich sonst nichts Krankes an mir finden konnte, einfach nicht anders zu helfen.

Der Rückführungsspezialist war auch, wie bei seinen Stundensätzen (die ich mir im Traume locker leisten konnte) kaum anders zu erwarten, zunächst sehr freundlich und zuvorkommend.

Dann aber gab er mir die volle Kante. (weiterlesen…)

Wünschen und Dichter (III)

Samstag, 18. April 2009

Es gibt eine Ausnahme von den Ausnahmen.

Joanne K. Rowling wurde durch ihr Werk reich, sogar bevor sie alt wurde, obwohl sie eine herausragende Schriftstellerin ist.

Dies sollte die Dichter hoffen lassen, dass sie durch Schreiben trotz des meist aussichtslosen Wünschens, auch nur soviel zu verdienen wie ein kleine Filialbankschl… eines Tages nicht zwangsläufig im Armenhaus landen müssen.

Möglich erscheint natürlich, dass eine Frau, die so viel von Magie versteht wie Rowling, das Universum einfach übertölpelt haben könnte.

Das Universum war vielleicht so verhext von der narbigen Sieg-Rune auf Harry Potters Stirn, dass es gar nicht merkte, wie ihm geschah (weiterlesen…)

Wünschen II

Freitag, 17. April 2009

Gestern Abend habe ich mir gewünscht, heute Morgen ohne Kater aufzuwachen.

Stellen Sie sich vor, ab jetzt glaube ich an die Kraft des Wünschens, denn es hat wundersamerweise auf Anhieb geklappt.

Und dies obwohl ich, um das Universum einmal ernsthaft und gründlich auf seine Großzügigkeit hin zu testen, deutlich mehr als die übliche halbe Flasche 2005er Chateau Margaux in mich eingoss, und dies vom billigsten Aldi-Stengelheimer, damit im Erfolgsfalle keinerlei Zweifel aufkämen.

Nun frage ich mich, was man überhaupt gegen die eigene Gesundheit ausrichten kann, wenn man sich gesund wünscht (weiterlesen…)

Wünschen statt Beten

Donnerstag, 16. April 2009

Offenkundig habe ich bis vor kurzem übersehen, welche Dimension die “Wunschbewegung” angenommen hat. Bis ich einen “Beseelten” traf, den ich schon länger kenne, aber nicht mehr so oft sehe.

Er stieß mich nicht nur darauf, wie viele Leute heute wünschen statt wie früher üblich zu beten, sondern auf mehr.

Die Tatsache, dass in meinem Leben nicht alles glatt gelaufen ist, kann nur daraus zu erklären sein – er sagte es nicht, ich folgere so – , dass ich bisher ein zu schlechter Wünscher war.

Da fühle ich mich natürlich gleich nicht so gut, oder, wie man heute sagt, suboptimal.

Jetzt aber kann ich mit dem Wünschen ja so richtig anfangen, dies zu tilgen und alles zu bekommen.

Keine Sorge, ich wünsche nicht, Bundeskanzlerin zu werden oder einen bestimmten Weinkeller in meinen Besitz, ich wünsche mir nur, die Gunst eines Supermodels zu erwerben.

Dummerweise sagt mir mein Verstand, dass dieser hehre Wunsch auch anderen Zeitgenossen eignet, ich mit diesen beim Wünschen also genauso in zwangsläufige Konkurrenz trete wie bei anderen banalen Wünschen, die sich auf knappe Güter beziehen (weiterlesen…)

Schreiburlaub

Dienstag, 07. April 2009

Über Ostern, dem Frühjahrsvollmond- und Fruchtbarkeitsfest unserer Ahnen, an dem Jesus Christus jedes Jahr an genau einem anderen Tage gestorben sein will oder eher soll, meinetwegen, lege ich Schreiburlaub ein.

Lassen Sie sich Haseneier, Fischkeulen, Zickleiner, LämmerInnen, Googelhupfe und Hammelkäse schmecken!

Am Osterdienstag bin ich wieder im Dienste an den ernsthaften Sachen.

Ungeniert – Unzensiert

Sonntag, 29. März 2009

Reden wir mal kurz über das Motto dieser Seite.

Ob sie ungeniert ist, mögen Sie beurteilen.

Unzensiert ist sie jedenfalls in der Hinsicht, dass ich bisher keinen Literaturpreis für sie  gewonnen habe und man sie noch  ungehindert aufrufen kann.

Inwieweit ich sie jedoch  selbst zensiere, davon will ich Ihnen jetzt der Redlichkeit halber einen kleinen Einblick geben.

Ich schreibe prinzipiell nicht kritisch über gefährdete Minderheiten wie Männer, Christen, Moslems, Kinder usw., wenn ich nicht unbedingt muss.  Der Krieg in Afghanistan ist auch mir fast heilig. Der Euro erweist sich als eine derartige Missgeburt für Griechen, Iren, Deutsche und den Rest, dass ich nur nachtrete, wenn ich ob meiner Chronistenpflicht nicht anders kann (weiterlesen…)

Heute positiv

Donnerstag, 26. März 2009

Ich bin heute einmal positiv. Ja, ich glaube daran, dass ich als Radler den Erwerb neuer Autos über die Abwrackprämie mitfinanzieren sollte. Ja, ich glaube, dass ich für das 235-Milliarden-Loch der HRE geradestehen sollte (weiterlesen…)

Arg

Mittwoch, 25. März 2009

Meine geschätzte Kollegin Friederike Beck regte an, ich könne doch mal den Fachwortschatz unserer überaus geachteten Oberfinanz-”Neocons” noch etwas näher unter die Lupe nehmen, da sie sich gerade mit der Vita des neuen Wirtschaftsministers zu Guttenberg umfässlich beschäftige.

Also:  “Shareholder Value”, “Outsourcing”, “Lean Management”, “Credit Default Swaps”, “Derivate”, “Stop-Loss-Option”, “Short-Selling”, “Master of Business Administration”, “Chief Executive Officer”, “Key Account Manager”, “Market Analyst”, “Art Director”, “Creative Director”, “Sales Manager”, “Auditor”, “Bachelor”, “Senior Partner”, “Trendscout”, “Trainee”, “Win-Win-Situation”, “Consultant”, “Equity”, “Underperformance”, “Broker”, “Rating-Agenturen”, “Human Capital”, “Risk Manager”, “Franchisenehmer”, “Hedgefonds”, “Crossborder-Leasing”, “Privatinsolvenz”.

Ich gebe unumwunden zu, dass mir so relativ einfache Begriffe wie z. B.  Wert, Gewinn, Verlust, Bankrott, Verkaufsleiter, Aktie, Praktikant,  Händler, Leerverkauf, Auslagerung, Berater, Vertragshändler, Mitarbeiter, Vorstand, Geschäftsführer, Buchprüfer, Bargeld und Besitz leichter eingehen, obschon ich des Englischen leidlich mächtig bin.

Allerdings weiß ich jenseits aller Freude, meiner Muttersprache, zumindest wenn ich Deutsch reden oder schreiben will, den grundsätzlichen Vorzug zu geben, dass genau mittels dieser angelsächsischen Nebelkerzen nicht nur mancher Betriebswirtschaftsstudent auf den Pfad des Machbarkeitswahnes von “High Finance” geführt wurde sondern auch Politiker, Landesbänker und Stadtkämmerer republikweit. (weiterlesen…)

Vom Gesindel und dem Gender

Montag, 23. März 2009

Das Gesindel erkennt man heute daran, dass es den Strick schon freiwillig um den Hals trägt. Eine anständige Seidenkravatte hält selbst den 150-Kilogramm-Mann bequem überm Stuhl baumelnd.

Im Sinne des Gender-Mainstreaming bin ich allerdings vehement dafür, dass auch Frauen in den Gesindelberufen zwingend den Vorsorgestrick um den Hals tragen sollten. Es ist geradezu diskriminierend, dass diese Kleiderordnung für sie nicht auch als verbindlich gilt. (weiterlesen…)

Grell

Sonntag, 22. März 2009

Es wird immer greller.  Die amerikanische Notenbank kauft amerikanische Staatsanleihen und Schrottpapier aller Art für tausend Milliarden Dollar. Das heißt nichts anderes, als dass einer sich seine eigenen gigantischen Schulden auf  Pump selbst abkauft. Die Sache ist so absurd, dass sie wohl kaum noch ein normaler Mensch begreifen kann, zumal in ihren Implikationen.

Ein Staat kauft seine eigenen Anleihen auf! Genial! Demnächst schraubt sich eine vorpommersche Seifenkiste ihre eigenen Räder an, die sie sich aus Mist im Strohofen selber gebacken hat! (weiterlesen…)

Lasst sie doch!

Donnerstag, 19. März 2009

Ich schäme mich für meinen Tschänder. Er hängt und lümmelt herum, als sei er als ein halber Hartz geschaffen.

Mit diesem Tschänder muss ich meinen Söhnen traurig vermitteln, täte es euch nicht einmal hülfen, wenn ihr wie andere anfinget, eure Lehrerinnen erschössen euch zu wünschen.

Das ginge euch nur in die Hose, meine lieben Knaben; gehet stolz am bebänderten Gender vorbei in eure angewiesene Suhle. Ihr wisst doch: Männer sind Schweine! (weiterlesen…)

Gemäßigte Taliban II

Mittwoch, 18. März 2009

Nachdem nun offizialisiert wurde, es gäbe “gemäßigte Taliban“, wage ich selbstverständlich die Frage nach “gemäßigten Nazis” noch lange nicht zu stellen.

Immerhin drängt sich mir in dem Zusammenhang aber die Frage danach auf, ob denn nicht wenigstens der eine oder andere Investmentbänker oder amerikanische Präsident vielleicht unter eine solche Kategorie fallen könne, d. h. als verantwortlich red-, unter- und handlungsfähig erachtet.

Einen solchen US-Präsidenten mir vorzustellen, erlaubt mir meine Imaginationskraft immerhin, wenn auch nur mit Mühe. Wie aber bitte sieht ein “gemäßigter Investmentbänker” aus? (weiterlesen…)

Parteipolitik (ausnahmsweise)

Samstag, 14. März 2009

Die kecke FDP senkt Steuern ohne Ende und baut dadurch die astronomischen Staatsschulden ab; die liebe Linke gibt jedem Hartzi doppelt soviel, als wenn er arbeiten ginge; die moderne SPD bürgert Obamas Weib ein (weiterlesen…)

Gemäßigte Taliban?

Donnerstag, 12. März 2009

Inzwischen gibt es anscheinend so etwas wie gemäßigte Taliban, sagen zumindest der neue amerikanische “Yes we can”-Präsident und unser dessen Stiefelknecht, der deutsche Verteidigungsminister.

Das seien also in ungefähr so honorige Leute wie die Saudis, nur etwas ärmer, das heißt, sie hacken zwar ebenfalls eifrig Hände und Köpfe ab usw., aber greifen die Amerikaner wenigstens in den schönen USA nicht an. (weiterlesen…)

Arme Sau

Dienstag, 10. März 2009

Der Kapitalismus ist eine arme Sau. Fast alle prügeln derzeit auf ihn ein, obwohl er doch grundgut ist. Nur weil einige ihn nicht richtig verstanden haben, wird er zum Sündenschweinsbock gemacht. Dabei kann er überhaupt nichts für die ganze Misere: Er sieht Menschen schlichtweg als Vieh, mithin als das, was sie sind.

Ihn jetzt für seinen Realismus abzustrafen, bedeutet in der Tat die pure Gemeinheit. Edel, hilfreich und gut, wie sein Charakter dem Menschen stets zu Höherem leiten will, wird er nun geradezu verfehmt von all jenen, die seine unbegrenzte Freigiebigkeit aus kleinen, persönlich-grindigen Gründen schlicht nicht begreifen wollen. Mit jedem Berggorilla, Koala, jedem Eisbären zeigen die Leute dieses Mitgefühl, nur nicht mit ihm als bedrohte Art (weiterlesen…)

Gott ist …

Sonntag, 08. März 2009

Gott ist ein Derivat. Ein “Credit Default Swap” sozusagen, zu Deutsch eine Schuldnerausfallversicherung. In dieser Funktion ist Gott höchst nützlich, denn er ist der Gläubiger der Gläubiger. (weiterlesen…)

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