Archiv für die Kategorie ‘Philosophie’

Dem Nachwuchse XXIII

Dienstag, 21. August 2012

Wir kommen jetzt zum gleichzeitig Offenkundigsten wie oft lange Verborgensten.

Der Leitsatz dazu ist denkbar einfach: Gesagt ist gesagt.

Scherzhaft könnte man das als die “Oberste Direktive” bezeichnen.

Will heißen, dass man sich als Autor mit Haut und Haaren dem zu Sagenden verschreibt, irgendwelcher kurzfristigen Akzeptanz, der Verständnisunfähigkeit der allen oder weitaus meisten nicht achtend.

Es ist unsinnig, einen guten Gedanken zurückzuhalten. Außer man wird dafür voraussichtlich inkarzeriert oder erschossen, oder er ist halt noch nicht ausgereift.

Sonst gibt es keine Ausrede. (weiterlesen…)

Freiheit

Montag, 20. August 2012

Da hier nur wenig bis nichts gilt, was sonst gilt, geht es bereits jetzt weiter.

Nein, dem Nachwuchse Teil XXII gibt es noch nicht: der schmort noch glücklich, erst goldgelb, in der Pfanne.

Dafür gibt es jetzt schon einen Schlag anarchischer Freischau satt.

Hier gewahren wir unter anderem, dass die Blasenblubberer der “Kritischen Theorie” nichts anderes als Apologeten einer in Wirklichkeit nicht kritisierten Praxis sind.

Auch, denn wir leben an Rosenhängen und betten uns unter Lilienhecken, dass wir längst das Fliegen gelernt.

Wir sind die ganze Welt. (weiterlesen…)

Teufelchen entkraft (II)

Montag, 20. August 2012

Die Teufelchen sind natürlich noch nicht ganz entkraft.

Einerseits tanzen sie noch, andererseits überdies falschherum.

Manche von ihnen haben gar eine Art Eigenleben entwickelt: das macht der zweite Hauch. (weiterlesen…)

Teufelchen entkraft

Montag, 20. August 2012

Es gibt eine Gruppe Leute, und denen dackeln immer noch mehr National- und Internationalidioten hinterher, die uns unter anderem vorgeben, wie viel und was wir wider eine andere Gruppe von Leuten sagen dürfen.

Da eh keiner rauskriegt (Denken ist zwar noch nicht offiziell verboten, es wird beinahe von selbst ausgestorben), wer die beiden Gruppen sind, kann ich befreit aufschreiben.

Witzigerweise sind nämlich beide Gruppen eng verwandt, sich, auch wenn die meisten ihrer Mitglieder dies vehement bestritten, sehr ähnlich, quasi von einem Holze, dabei zu erheblichen Teilen schwerst verfeindet.

Das ist aber, tiefer geschaut, nur Schein. (weiterlesen…)

Dem Nachwuchse XXI (Professionell korrupt)

Sonntag, 19. August 2012

Einer der spannendsten Pfade in unserem Medienzirkus tut sich auf, wenn eine Sache von der einen Seite her ständig an die Wand treibend aufgebracht wird, von der anderen aber nicht kritisch thematisiert werden darf.

Die Sache sei durch, zum Vergessen, kein Thema mehr, ausgelutscht, nicht mehr relevant, egal, sinnlos, selbst noch anzufassen: währenddem sie einem selber Tag für Tag, ohne Unterlass, unter die Nase, scheißendreckshaft und systematisch ins Gesicht gerieben wird. (weiterlesen…)

Dem Nachwuchse XX

Sonntag, 19. August 2012

Anlässlich der im Vorartikel “Feminasmus: Kegelstumpfichter Gendersumpf” beschriebenen Geschichte ergibt sich, nochmals angeregt durch das Nachgespräch mit zwei lebenserfahrenen gesetzten Herren, eine weitere Fragestellung bzw. Lehre.

Denn einer der beiden, der ungeachtet seines sonst sehr sonnigen Gemütes seinerseits noch mit der intransigenten Lady aneinandergeraten, dabei wider seine glaubwürdig beteuerte Gewohnheit nicht an deutlichen Worten zu sparen sich veranlasst sah, erklärte, er kenne jede Menge (zumal arrivierte) Leute, die sich mit Figuren wie jener Genderistin nach Nullkommabeinahenix gar nicht mehr auch nur noch zwei Sätze lang weiterunterhielten.

Ich entgegnete, dass ich das wohl verstehen, kaum verurteilen könne, dass ich aber, immer wieder, wenn auch nicht stets, einen anderen Weg wähle, indem ich, bis zu einem gewissen Punkte, gerade erst recht mit Leuten spräche, deren Wirrnis so oder ähnlich auffällig. Denn: Wie sonst sollten sie denn je zur Räson gebracht werden? (weiterlesen…)

Jahwe in den Pfuhl

Freitag, 10. August 2012

Ich habe immer wieder über die Invektiven von Leserin Lesezeichen dahingehend nachgedacht, dass die ganze Philosophie eine Art Luxus aus dem gefüllten Bauche sei, während der Gottesglaube hinwiederum nicht nur dem Saturierten Halt und Richtung gäbe, sondern ebenjenem, der in echter Not.

Für mich persönlich zumindest muss ich diesen Ansatz deutlichst verweisen; zwar war ich nie dem Hungertode nahe, sosehr sich die Nonnen nach meinem schweren Unfall mit acht Jahren auch dahingehend mühten, denn ich schlürfte ihren Schweinseimerfraß eben doch; was mir dabei half, war aber kein Gottesglaube, sondern frühe kindliche Philosophie.

Diese bildete sich schlicht so auf, dass ich verzweifeln, einem Psychiater, noch nach der körperlichen Schwerstangefressenheit und klinischen Fehl- sowie Unterernährtheit in einem Zustande, der Aufbaufutters dringendst bedurft hätte, darob schließlich ausrastend, zum letzten Possen der geistigen Zwangsumnachtung zugeführt werden könne, alswelche Möglichkeit mir sehr klar vor Augen geführt ward, täte ich nicht „gut“, oder aber mir eine Geisteshaltung aufbauen, die diese unsinnigen Monster dergestalt ruhigzustellen gleichzeitig so effektiv sei, wie dass ich die boshafte Quälerei irgendwie zu überleben mich in die Lage versetze.

Ich wünsche keinem Gläubigen, das schlundverbundene zynische Bauchrednergelächter gehört zu haben, das allein auf dessen Geschwätz hin, und wenn es mir auch nochmal übel wehgetan hätte, erschollen wäre, da Gott so eindeutig nirgends war, und am allerwenigsten bei jenen, die ihn ständig im Munde führten, wie er das nur sein kann, ertragen haben zu müssen.

Es ging so weit, dass ich teils sogar ein gewisses Mitleiden gegenüber jenen Gläubigen entwickelte, die jederzeit bereit waren, mich jenseits aller unnötigen Pein, derer sie mir nicht wenig zuzufügen sich befleißigten, da ich sah, dass es diese erbärmlichen guten und gerechten Erwachsenen offensichtlich einfach nicht besser wussten.

Ich hegte gleichwohl, beinahe gänzlich hilflos, ausgeliefert, als ich da war, auch große Wut, aus praktischer Vernunft fast immer in mich zurückgepresst, gegenüber diesen reflektionslosen Zeitgenossen und jenen, die sich aufgrund der zementierten Machtverhältnisse nicht wider sie zu stellen wagten.

Nein: Philosophie gebiert sich nicht nur aus der Langeweile und dem lammfiletvollen Bauche heraus. Sie kann auch schwerstverletzt, den Flüssigschlunz aus dem Zusammengekochten des Resteeimers chancenlos, schließlich stoisch ertragend, erstehen.

MEIN Zugang zur Philosophie jedenfalls wurde dort geöffnet, wo es der von außen kommenden Freuden keine gab; wenn man so will: in der Hölle.

Unsäglich viel dummes Geschwätz; zudem Zwangsbeten am Abend (morgens um Fünf erstmal das blöde Thermometer in den Arsch), was ich mitmachte, die gottesfürchtigen Furien nicht zu weiteren Untaten wider mich aufzureizen: Ja, so ward ich im zarten Kindesalter zum heimlichen Philosophen.

Ich hatte nämlich bald spitzgekriegt, dass ich die Sache, wenn auch entstellt und als halber Krüppel, überleben werde, wofern die mich nicht in ein Kinderirrenhaus zu bringen sich durch eine meinige Unbedachtheit gerechtfertigt sähen; und da ich doch noch nicht lebensmüde war, beschloss ich, das irre Treiben über mich ergehen zu lassen, mir die Welt noch etwas länger anzuschauen. Immerhin wusste ich ja, dass es noch etwas anderes gab, setzte darauf, dass das Leben späterhin auch anderes für mich bereithalten könne, denn grause Bigotterie, haltloses, in Brutalität einvermischtes, hohles Mitleidensgeschwätz der, hätte ich dazu lachen können, lächerlichsten, perversesten Sorte.

Mir wird immer klarer, dass ich all das schon damals sah. Ich verfügte nur noch nicht insgesamt über das Wort und derart strukturierte Gedanken, dies so darzulegen, wie es mir heute zu tun nicht mehr schwerfällt.

Man hat viel Zeit, nachzudenken, wenn man zwei Wochen bewegungsunfähig in einem Gipsbette verbringt und dazu einen Fraß eingeflößt bekommt, nebst guten schlechten Worten, dass man eine angehungerte gesunde Ratte noch mit Peitschenhieben dahintreiben müsste, sich solch einen Endabranz einzuverleiben.

Nein, liebes Lesezeichen: Die Philosophie gebiert sich nicht nur aus dem fröhlichen vollen Bauche heraus, dem Überschwang, dem Überflusse.

Das mag es wohl geben, wie übrigens, was die Religion anlangt, wenn der Pfaffe Geld und Macht riecht und schmeckt, nicht selten auch. Ein allgemein zutreffendes Paradigma aber ist das definitiv nicht. (weiterlesen…)

Dresdener Philosophie-Festival „Denkfiguren“: Nachlese

Donnerstag, 09. August 2012

Der Wettergott spielte bis zur Schlussdiskussion unter meiner Beteiligung wunderbar mit, da er noch einen warnenden Gruß in Form eines heftigen Regengusses sandte: das Konzept ging entlang des Glückes der Tüchtigen auf.

So musste selbst der Brigadegeneral, der sich für militärische Werteverteidigung in die Höhle des Neustädter linken Löwen, die Scheune, gewagt hatte – er ward auch nicht mit Eiern beworfen – nicht einmal ein spöttisches Transparent der Szenejünger ertragen.

Das Spektrum der Veranstaltungen war beachtlich. Noch besser: Ich sah keinen einzigen Kravattenträger. Es ging insgesamt fröhlich zu, aber im Sinne der Sachen auch durchaus ernst; nur eben nicht bis zum Strick um den Hals.

Von Gender über General bis Göller: im Sinne der Vielfalt der erlebbaren Perspektiven wie der unprätentiösen, liebevollen Organisation ein wegweisender Erstling. (weiterlesen…)

Vom Buddhawäscher zum Trilliardär

Dienstag, 31. Juli 2012

Als ich vorhin mal wieder ob der übertriebenen Computerdaddelei meines älteren Sohnes etwas ungehalten war, fragte ich ihn, ob er denn sein Hirn etwa schon bei lebendigem Leibe selber kompostieren wolle.

Der Spruch war ihm natürlich ziemlich egal.

Eine Stunde später aber geschah ein Unvorhergesehenes.

Auf dem Rückwege vom notwendigen Einkaufe kamen wir nämlich an einem vielleicht fünfzigjährigen, sehr gepflegten Manne, etwas indisch aussehend, vorbei, der doch tatsächlich mitten auf der Gasse im Gerberviertel sorgsam, mit Schwamm und Eimer, seine 30 bis 60 Zentimeter hohen Buddhastatuen wusch, also andächtig wie gründlich, und die Sache ergab auch Sinn, denn die noch nicht gewaschenen Buddhas waren in der Tat teils etwas weißlich-trübe anverfleckt (Der Stein oder Guss war von einem mattdunkelblau-gräulichem Tone), sahen nach der ihnen angediehenen Ganzkörperpflege schon wieder viel besser aus.

Meine Niederlage von vorhin noch nicht gänzlich verwunden habend, sprach ich, fast gleichzeitig, meinen Sohn allda keck darauf an, ob er nicht vielleicht Buddhawäscher werden wolle, den leicht überrascht aber weiterhin freundlich reagierenden Meister, ob er denn wohl noch einen Stift, äh, einen Lehrling einstellen wolle, der das bei ihm lernen könnte. (weiterlesen…)

Heilandsack!

Dienstag, 31. Juli 2012

Heilandsack!

Jetzt musste ich diesen zumindest für mich schwäbischen Urfluch mal selbst überschriftsweis heranziehen.

Ich bekomme tatsächlich, indem ich doch eher alles kritisiere, was sich selbst schon nicht mehr bewegt, immer wieder kritisch zu hören, woher ich denn meine fröhlichen Aussichten hernähme, dahingehend, hier einen Silberstreif, dort schon helleres Leuchten zu gewahren, woher ich denn meinen unerklärlichen Optimismus (und das ist für mich schon ein hartes Schimpfwort!) nähme.

Liebe Leute, egal woher und welche die Motivation für derlei. Ich bin weder Udo Ulfkotte noch Gerald Celente noch Jesus noch ein gelernter Spökenkieker hinterm Deich; ich verfüge weder über heilige Leichentücher noch speziell verwahrte Vorhäute, sammele nicht Rabenkot noch Abwurz, allenfalls Hirnwurz, bevorzugt auf meinem Hain und wenigen anderen, woselbst diese zu finden.

Der Weise sagt nicht weis. Er zeigt Möglichkeiten auf. Und selbstverständlich wird er seinen Schützling nicht nur in Warnungen und erdrückenden Bildern künftiger Fährnisse jedes Mutes berauben, sondern ihm, klar, unverstellt, hart, einige wahrscheinliche Formen der Prüfungen und Herausforderungen benennen, die seinen Weg kreuzen mögen, ihn darauf vorbereitend, ihm alles Selbstvertrauen zum Bestehn derselben oder auch anderer mitgebend. (weiterlesen…)

Denkfiguren: Wo ist die Stoa?

Sonntag, 29. Juli 2012

Trifft man mit der Stoa das Tor besser?

Ist der Samurai, gar der Ninja, in Wahrheit ein Stoiker?

Der Steinmetz, der Schmied?

Die Gebärende beim Geburtsschmerz?

Sind nicht alle Tapferen Stoiker?

Kann man ohne Stoa überhaupt leben?

Kann eine Philosophie taugen, die dem Menschen seine Leidenschaften nehmen will?

Wie stoisch ist der Schlaf selbst?

Kann man nicht erst Stoiker sein, wenn man gründlich tot ist?

Ist der vollkommene Stoiker nicht schon lebicht tot?

Ein Untoter?

Darf der Stoiker ein Glas Wein trinken, aber keine zwei?

Was darf der Stoiker überhaupt?

Doch auch mal begehren, Spaß am Sex haben?

Sich freuen, wenn er im Schach gewann?

Kann man so einen in eine schlagende Studentenverbindung schicken?

Wie langsam raucht der Stoiker? So langsam, dass ihm dabei seine Tugend nicht erlischt?

Bin ich selber ein Stoiker, weil ich die stoische Lehre so gelassen sehe?

Wie laut darf ein Stoiker lachen, wie ungebärdig sich freuen? (weiterlesen…)

Dem Nachwuchse XIX

Samstag, 28. Juli 2012

Wir kommen jetzt zu einer der schwierigsten Anforderungen an den menschlichen Geist überhaupt.

Diese besteht darin, Prozesse im nachhinein nicht zu einseitig vom Ergebnisse her zu betrachten.

Allzu leicht nämlich sehen wir, wenn etwas – womöglich gegen große, schier unüberwindlich wirkende Widerstände – gelang, die Sache so, wie als ob wir alles, zumindest das Entscheidende, richtig gemacht haben müssten.

Andersrum, im Falle des Scheiterns, sind wir geneigt, selbst dort verhängnisvolle Fehler zu sehen, wo vielleicht gar keiner gemacht wurde.

Das ist allzumenschlich, trübt aber das Denken. (weiterlesen…)

Gott, Es, Gaia: Wer will falsch’ Zeugnis?

Mittwoch, 25. Juli 2012

Wie es scheint, häufen sich Themen, die grob als esoterische zu umreißen sind, im sogenannten Sommerloch: und es wirkt – oh Entsetzen! – , wie als ob ich mich in diesen Trend einreihte.

Jede Menge Religiöses (für mich fällt das darunter), Crowley, Todesartenweissager, Rückführungsspezialisten, Gottesworte, ach, auch um das Überleben im Quantenkolosseum kämpfende Elementarteilchen, der Katechismus der theoretischen Physiker, Geheimgesellschaften, selbstverständlich die Jesus-Frage, archaisch-magische Initiationsriten: allerlei nicht eigentlich klassisch Wissenschaftliches kam hier jüngst dazu.

Bis zu einem gewissen Grade finde ich das lustig, und manchmal, das nicht zuzugeben wäre töricht, fordere ich derlei ja im Sinne einer weiterführenden Debatte auch frech heraus.

Ärgerlich wird es aber, wenn weder ein geistiger oder theoretischer Fortschritt erzielt wird, noch gar einer, der konkret auf das Jetzt passte.

Sich also alles nur im Kreise dreht, allzuwenig Weiterführendes erkennbar. (weiterlesen…)

Dem Nachwuchse XVIII

Mittwoch, 25. Juli 2012

Wann soll man sich in schwieriger Lage gerade erst recht nicht beraten lassen, um Rat fragen?

Ach, kann es etwa unvernünftig sein, sich, wenn man der Zeit dafür hat, gewogener Leute Rats anzuhören?

Ja, das kann es.

Nicht nur, dass die Zeit am Ende verschwendet sein könnte, nicht nur, dass Defätismus an Seele und Gedank wirken mögen, nur, dass doch die falschen Ohren etwas hören könnten: schon die blanke Ablenkung, das Hypotetische der Situation, die sich daraus unter Umständen ergebende unmerkliche sprachliche Deviation, der Kommunikation, der Erklärung dem Gegenüber, auch wohl dessen Intentionen geschuldet, führen mitunter eher vom Ziele weg, denn dahin.

Hier können Vertraute, ohne dies zu wollen, zur größten Falle für einen werden: andererseits Fremde zu Zeigern. (weiterlesen…)

Dem Nachwuchse XVII

Dienstag, 24. Juli 2012

Jetzt kommen wir zum Königswege.

Ich sage nicht, dass ich ihn wie notwendig zu beschreiten wüsste.

Er besteht darin, dass man noch selbst das wunderlich Ärgste in einen Quell der Inspiration und Erkenntnis und wegweisenden Kunst zu verwandeln voranschreitet.

Solches entwickelt viele Ebenen der Kraft, die ich in diesem Kapitel nicht eingehend beschreiben will.

Hier geht es darum, dies vom Grunde her zu begreifen. Weshalb Beispiele leicht nur schaden könnten.

Der Königsweg ist derjenige der schöpferischen Verwandlung des Äußeren über das Innere ins Äußere.

Selbstverständlich nicht nur das.

Viel Äußeres muss im Innern zusammengeflossen sein, bis dass der Königsweg auch nur am Horizonte sichtbar erscheint.

Die Verwandlung des Äußeren kann nicht herbeimeditiert werden.

Solches behaupten die Weltabgewandten, die Feigen.

Es bedarf – und sei es “nur” der geistigen – dafür der Tat.

Sonst bleibt man ein Schwamm mit etwas Spülmittel. (weiterlesen…)

Philosophie: Crowleys Kognak

Samstag, 21. Juli 2012

Wahrscheinlich gefällt mir die Philosophie auch deshalb besser als die Religion, weil sie üblicherweise den höheren Ehrenkodex hat.

Denn wer als Philosoph wider die Vertreter einer anderen Schule auch nur zu so etwas Ähnlichem wie einem Heiligen Kriege aufruft, disqualifiziert sich damit schon, bevor die Nacht hereinzubrechen sich verwagt.

So etwas macht man als Philosoph einfach nicht: Denn man liebt ja die Weisheit als sein Schwert.

Geistige Auseinandersetzung, das Ringen um genauere Gedanken entscheidlich den Handgreiflichkeiten des Pöbels anheimstellen: das wollen wir nicht.

Es mag uns ja kaum einer verstehen: Dann fördern wir es aber erst recht nicht, dass ausgerechnet die Dümmsten sich dazu berufen sehen, zu unserem selbsternannten Gesinde zu werden.

Ja, da sagte der Nazarener was, leider wieder nur halb: Unser Reich ist nicht NUR von dieser Welt!

Denn wir reden oft mehr mit Toten, als mit den Lebichten.

Ganz einfach deshalb, weil Erstere uns nicht selten mehr zu sagen haben, als Letztere.

Sowohl für und über diese Welt wie für und über andere Welten. (weiterlesen…)

“Helden”: Wo seid Ihr geblieben?

Samstag, 21. Juli 2012

Helden in Hohen Hallen?

Wo taugt der Begriff “Held” heute noch?

Ist er nichts stets verdächtig?

Gut, in US-Amerika pflegt man jeden gefallenen Soldaten als “hero” zu bezeichnen, selbst wenn er nur feige Hochzeitsgesellschaften bombardiert hat, sein Vogel aufgrund eines technischen Defektes mit ihm abstürzte.

Dazu muss nicht mehr gesagt werden.

“Helden der Arbeit” gab es in der DDR: Heute nennt man sie Niedriglöhner in prekären Beschäftigungsverhältnissen. Oder Zeitarbeiter.

Und Helden des Alltags, die für ihr mutiges Eingreifen von mehreren Jugendlichen krankenhausreif oder zutode geprügelt werden, von denen meinen viele, sie seien ja selbst schuld (!): damit hätten sie rechnen müssen.

Befinden sich unter den Leuten, die sich hinter einer Guido-Fawkes-Maske verbergen, immerhin ein paar heimliche Helden? (weiterlesen…)

Kindern Philosophie?

Mittwoch, 18. Juli 2012

Man mag meinen, es sei lächerlich, Kindern mit Philosophie zu kommen.

In Wahrheit tut dies jeder gute gebildete oder auch weniger gebildete Elter, wenn er nicht immerzu den Herrgott im Munde führt, ob bewusst, ob unbewusst, jeden Tag.

Allein schon ob wenigstens vierer Dinge: einen erweiterten Blickwinkel zu schaffen, das Selbstbewusstsein zu stärken, das Urteilsvermögen zu schärfen und den jungen Menschen als soziales Wesen zum Verständnis des Ganzen hinzuführen.

Als ich schon über dreißig Lenze zählte, mich wieder einmal in schwieriger Lage befand, sagte meine lebensweise, überaus tapfere Oma wie zu einem Kinde zu mir: “Magnus, em Läba goht emmer widder a Dierle uff!” (Magnus, im Leben geht immer wieder ein Türlein auf!)

Das gab mir, doch schon halbwegs erwachsen, einfach so, viel Mut und viel Kraft.

Und genau hierher gehört wiederum mein (eines von zweien) spanisches Lieblingssprichwort: Me he quebrado el brazo, quizás por bien! (Ich habe mir den Arm gebrochen, mag sein zum Guten!)

Noch persönlicher: Meine geliebte verstorbene Frau, mit der ich zwei prächtige Buben gezeugt habe, meinte einmal zu mir, was mich dauerhaft und tief berührte (gut, das ist jetzt nicht unbedingt direkt “Philosophie für Kinder”, ich erlaube mir das Abschweifen hier aber), dass ich sie ohne meine schweren Verletzungen, heute noch als Narben überdeutlich sichtbar, vielleicht nie angesehen, gar genommen hätte. (Ich wusste lange nicht, wie ich Mädchen bzw. Frauen überhaupt ins Gesicht schauen könne.)

Will, auf Kinder bezogen, heißen: Ein Blick auf die Dinge über den Augenblick, die momentane Lage hinaus, Höheres, kann nicht früh genug vermittelt werden!

JETZT hast du es nicht geschafft, ja! Heißt das etwa, dass du es nie schaffen kannst? Pustekuchen!

Man kann Mädchen von Hildegard von Bingen erzählen und Jungs von Miguel de Cervantes Saavedra.

Und es geht eben nicht nur um Lebenshilfe in ungünstigen Lagen. (weiterlesen…)

Dem Nachwuchse (XIV)

Donnerstag, 12. Juli 2012

Da Ihr – es wäre die Ausnahme – , nicht schreiben wollt, was Ihr sollt, müsst Ihr, wie der Kaufmann das formulierte, in Eure eigentliche Leistung zu den tausenden unentlohnter Stunden Arbeit auch Eure finanziellen Investitionen “einpreisen”.

Dies wurde so oder etwas anders schon tausende Male von anderen gesagt: Ich beginne diesen Teil aber trotzdem damit, denn man verdrängt diese Tatsache immer wieder allzuleicht, lässt die Vernunft fahren, sich Hoffnungen hingebend, die nur Energie abziehen.

Schaut Euch nur die letzten drei deutschen Literaturnobelpreisträger an: Soweit ich weiß, hat von denen nur einmal einer ein ziemlich gutes Buch geschrieben.

Sie bekamen den Preis eben nicht, weil sie besonders gut schrieben, sondern weil sie schrieben, was sie sollten. (weiterlesen…)

Dem Nachwuchse (XIII)

Sonntag, 08. Juli 2012

Die Sache kann, in drei Grundkategorien gefasst, in der hier gebotenen Knappheit, natürlich nur etwas grob beschrieben werden.

Es geht um die Behandlung der literarischen Idee.

Es gibt die Idee, die man lange mit sich herumtragen, in sich reifen lassen muss, bis der richtige Tag kommt, die eigene Verfassung dafür stimmt, sie der Welt zum Bedenke vorzusetzen.

Weiterhin gibt es die Idee, zu der man, wenn sie grundsätzlich erstanden, sich ein paar Notizen machen kann, um sie drei oder vier Tage oder auch noch etwas später verlustfrei bearbeiten zu können.

Drittens gibt es die Idee, die keinen Aufschub duldet. (weiterlesen…)

Über die Sublügen zur Kernlüge (II)

Samstag, 07. Juli 2012

Wir gehen wiederum davon aus, dass es irgendeine Kernlüge gäbe, um die herum sich große Sublügen gruppierten.

Ich will die Sache jetzt aber, nach dem ersten, etwas theoretischen Teile, etwas menschlich-anschaulicher erläutern.

Selbstverständlich muss eine solche Kernlüge alle anderen Lügen um Dimensionen überragen.

Das heißt, dass sie in fast alle Menschen als vermeintlich absolute, unumstößliche Wahrheit eingesenkt ist.

Wird man also nun einen, der an so manchen größeren Lügen doch ein wenig das Zweifeln begonnen, die eine oder andere gar nicht mehr glaubt, gleich auf diese hin ansprechen, so wird sich der wahrscheinlich nur empören, womöglich gar, im Selbstangstbisse, wieder auf ein Denken vor seinen ersten Zweifeln zurückziehen.

Dann hat man die Sache komplett vergeigt. (weiterlesen…)

Über die Sublügen zur Kernlüge

Samstag, 07. Juli 2012

Ich sprach mit einem, der meint, dass hinter allen modernen Lügen (9/11, Lichtgeschwindigkeit usw.) eine Kernlüge stünde, ohne deren Entlarvung es wenig bis nichts brächte, eine der, sozusagen, Sublügen, Trabantenlügen aufzudecken.

Ich sage jetzt nicht, was er für jene Kardinallüge hält, denn das ist für die folgende grundsätzliche Betrachtung unerheblich.

Ich bin nicht seiner Meinung.

Setzen wir mal den Fall, es gäbe eine Kernlüge, um die sich alle anderen größeren Lügen herumgruppierten, auch nur bestehen könnten, solange erstere hält.

Dann löste man die Sache natürlich am elegantesten, indem man gradaus die Kernlüge sprengte und damit den Rest fast wie von selbst mit.

Setzen wir nun aber des weiteren den Fall, dass an die Kernlüge praktisch nicht dranzukommen ist, sie viel zu gut, gerade eben auch durch die Begleitlügen, vor der Wahrheit geschützt ist.

Dann, meine ich, sollten die Trabantenlügen eben doch in konzentrischen Kreisen angegangen werden, bis dass die Kernlüge immer nackter und schutzloser wird, schließlich eine trockene, runzlige, rissige Haut bekommt, darob endlich aufknackt. (weiterlesen…)

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