Archiv für die Kategorie ‘Kunst’

L’art pour l’artiste

Sonntag, 25. März 2012

Kunst erwächst oft nur, erst, gerade erst recht dann, wenn der Künstler, indem er sein Werk schafft, nicht mehr an den Rest der Welt denkt, sondern (fast) nur noch an sich selbst.

Er ist sich selbst Arzt, indem er schafft. Der einzige Arzt, der ihm wider das Wortgift der Wucherer und das daran angeschlossene Geschrei deren Schreiber und der Massen zu helfen vermag.

Dessen angesichtig ist er oft hilflos: es sei denn er hilft sich selber. (weiterlesen…)

Vom Wundersamenkraut (II)

Montag, 05. März 2012

In Stuttgart, wo der Lenz sich früher zeigt, als auf der Alb, im Bayerischen Wald oder in der kalten Baar, hat das Wundersamenkraut schon wieder angefangen zu treiben.

Und es offenbart jedes Jahr neue Heilsamkeiten: Manchmal spricht es sogar zu dem, der es hegt. (weiterlesen…)

Talkshows immer dümmer?

Dienstag, 28. Februar 2012

Ich verfüge über keine selbst gesicherten Kenntnisse, ob das Niveau der meisten Talkshows wirklich so viel schlechter ist als früher, da ich seit Jahren keine mehr anschaue.

Ich beobachte aber seit einiger Zeit die Tendenz – denn Kritiken von dummen Fernsehsendungen sind zuweilen sehr vergnüglich zu lesen – , dass die TV-Schwätzer immer schlechter wegkommen. Mitunter wird das richtig bissig, hämisch, boshaft.

Nun passiert es mir, nur zwei Tage, nachdem Michael Hanfeld in der FAZ Markus Lanz und Philipp Rösler ob ihres Auftritts im ZDF runterließ, dass es eine Lust war, eben schon wieder, dass ich eine Idiotieabservage präsentiert bekomme, diesmal in der SZ, Plasbergs gestrige Laberrunde in der ARD, sich den Gefahren des Ruhms (wie korrekt angemerkt wird, war nur einer in der Runde berühmt, nämlich Gottschalk, und der auch lediglich in Deutschland) widmend, auf Korn nehmend.

Ziemlich am Anfang lesen wir dann das:

‘ “Man hatte plötzlich die Möglichkeit, allen alles zu sagen, aber man hatte, wenn man es sich überlegte, nichts zu sagen.” Bertolt Brecht. ‘

Gleich anschließend: ‘Ein Satz, achtzig Jahre. Und doch so aktuell.’ (weiterlesen…)

Wulff: Nachfolgerin Petra Roth? (II)

Sonntag, 19. Februar 2012

Nun, wenn Petra Roth Bundespräsidentin wird, durften Sie – soweit ich weiß – hier zuerst von dieser Möglichkeit lesen. Mindestens mal hatten die großen Schafsmedien sie bis heute nicht im Visier. (weiterlesen…)

Globaler Krieg und Hungerporno auf dem Weg nach Fat City

Freitag, 03. Februar 2012

“Global War and Hunger Porn on the way to Fat City”: Was diesen Text anlangt, so ist es mir zunächst gleich, wer ihn tatsächlich verfasst hat.

Ein “must read”, wie der Angelsachse zu sagen pflegt.

Ich will mich in diesem Falle kommentarlos darauf beschränken, ein paar Passagen zu zitieren und meine deutsche Version hinzuzufügen.

“Were you up for it anyway, you who bring the unwilling world to the doorstep of global war? You who are arranging the tableau, like a dinner table for the damned, ferrying ships bound for salvage, to be evidence in yet another false flag, waving blood red above the burning bodies of the duped and deluded who went into combat for bankers. The pens move and the weapons fire. Iran has done nothing to you. Their restraint has been admirable. In the mountains, ordinary human beings are skiing. They are walking through the pistachio orchards. They are dreaming their individual dreams, within the parameters of the collective dream. They are people like you and I. They have children, families and friends. They are not making war. We are.”

(Hattet ihr es ohnehin vor, die ihr die unwillige Welt an die Schwelle weltweiten Krieges bringt? Die ihr die Tafel bereitet, gleich einem Nachtmahltisch für die Verdammten, der Rettung bestimmte Schiffe aussendend, wiederum beweiseshalber unter falscher Flagge, die blutrot über den brennenden Leibern der für Bänker ins Gefecht gezogenen Betrogenen und Getäuschten weht. Die Federn bewegen sich, und die Waffen feuern. Iran hat euch nichts getan. Deren Zurückhaltung ist bewundernswert. In den Bergen laufen gewöhnliche Leute Ski. Sie spazieren durch die Pistaziengärten. Sie träumen ihre persönlichen Träume, innerhalb des Rahmens des allen gemeinen Traumes. Sie sind Menschen wie Sie und ich. Sie haben Kinder, Familien und Freunde. Nicht sie führen Krieg. Sondern wir.)

“The most powerful agency for calculated death and destruction is the fundamentalist, Christian right. Their sanctimonious, demagogic preachers, whip them into a lather of self righteous hate, manipulated and inspired by the very ones who committed the crimes that others are blamed for.”

(Das mächtigste Organ für berechneten Tod und Zerstörung ist die fundamentalistische christliche Rechte. Ihre scheinheiligen, volksaufhetzenden Priester peitschen sie in ein Schäumen selbstgerechten Hasses, betätigt und eingeflößt von ebenjenen, welche die Verbrechen begingen, deren andere bezichtigt werden.)

“Their missionaries go off to Africa, where they paint sugar water under the eyes of starving children, so that the flies will land there during the photo op. They are the merchants of Hunger Porn.”

(Ihre Missionare gehen nach Afrika, wo sie Zuckerwasser unter die Augen hungernder Kinder streichen, damit die Fliegen während der Fotosession dort landen. Sie sind die Händler der Hungerpornographie.) (weiterlesen…)

Hammelburg opfert seinen Oberschafsstall

Freitag, 13. Januar 2012

Die kommende Woche birgt für Hammelburg ein tragisches Ereignis und ein Stück weit gleichzeitig auch für mich.

Denn die Schafgasse 1, die edelste Adresse, die ein Nietzscheaner nur je sein Eigen nennen konnte, wird einem japanischen Bagger zum Opfer fallen, dem Erdboden gleichgemacht werden, um darauf schnöde Parkplätze zu errichten.

Zugegeben, das Hexenmeisterhäusle war so schon etwas runtergekommen; primitive Holzheizung, mangelnde Dachisolation, alte Ziegel, Kellertreppe ziemlich mitgenommen, Dachrinnen, die wohl nicht nur in Mailand oder Paris so leicht keinen Schönheitswettbewerb mehr gewonnen hätten, naja, lassen wir das, alles wäre zu richten gewesen…

Obschon ich aber, wie treue Leser längst wissen, dieses gleichwohl vornehmste aller Hammelburger Domizile vor gut einem Jahr gen Stuttgart verlassen habe, wird das Motto dieser Seite “Neues aus Hammelburg” weiterhin nicht aufgegeben werden, denn, my home is my castle, also, wo immer ich lebe, steht meine Burg, und allzusehr weniger hammelicht als früher bin ich unter Schwaben auch nicht denn unter Franken.

Außerdem bin ich ein ziemlich sentimentaler Typ, der unter anderem nicht so leicht vergisst, (weiterlesen…)

Die Schaffenden werden siegen

Samstag, 07. Januar 2012

Heute kriege ich, vielleicht gerade da baustellenhalber etwas müde, ob der “Kopimistenkirche” in Schweden, also jener Leute, die sich für besonders spiri halten, weil sie die Erzeugnisse von Künstlern als Gemeingut ansehen, Kopieren als reliheldenhaft, tantiemenfrei überall deren Erzeugnisse mitzunehmen, in beliebiger Form, wie als ob die dann auch ihre Hosen geschenkt bekämen, dito, wirklich die Türe nicht mehr zu.

Nach dem Erfolg der Piraten braucht es jetzt offenkundig auch noch das.

Ich finde das insofern gut, als dass man sich nun wirklich nicht darüber beklagen kann, dass kulturell nichts los wäre. (weiterlesen…)

“Seriös” schreiben

Freitag, 06. Januar 2012

Ich will jetzt mal ein bisschen Schreiberlingsstriptease betreiben: Man gönnt sich ja sonst nichts. (weiterlesen…)

Das originellste Impressum der Welt

Freitag, 30. Dezember 2011

Viele “hosten” ihre Netzseiten, um – oft Fragwürdiges – zu “posten” (so ein sprachlicher Abranz!), bekanntlich gerne in Ländern ohne Impressumspflicht, geben für den Fall nur einen – vielleicht sogar real vorhandenen – Winkeladvokaten in Istanbul oder Singapur an, um eifrig Texte klauen und verleumden, mitunter auch, um Sachen veröffentlichen zu können, die in Deutschland nicht zur absoluten Meinungsfreiheit passen.

Nun habe ich aber durch einen wundersam damit im Zusammenhange stehenden Zufall (ich befragte die Suchmaschine nach dem Eintrag “Staatsschutzkammer”, anlässlich dessen, dass der Bundespräsident höchstpersönlich einen armen Zittauer “Verunglimpfer”  - gemäß § 90 StgB – demnächst vor die Dresdener laden lässt, Konsequenz schlimmstenfalls 5 Jahre Kiste für den armen Tropf)  eine Seite aufgegabelt, die auch inhaltlich ganz lustig erscheint (der neueste Artikel lacht sich über die Simpel von der SZ einen Ast, die von also arglistig wie verhängnisvoll bewusst mit Marihuana gepanschten Cannabisprodukten schreiben!), aber in seinem deutschen Impressum für mich bislang wirklich den Vogel abschießt.

Denn dort ist unter anderem zu lesen:

“Diese Website steht unter der inhaltlichen Verantwortung von Elias Schwerdtfeger, zurzeit ohne Anschrift, da obdachloser Bettler.” (weiterlesen…)

Intelligenz besatzt das Netz

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Ich darf Ihnen hierzu noch keine Einzelheiten nennen: einerseits, weil meine Bratkartoffeln gerade fertig sind, aber anderererseits auch, weil man mitunter nicht zu früh verraten darf, wie bestimmte Dinge funktionieren.

Vom Kreuze des Literaten

Montag, 26. Dezember 2011

Am häufigsten bedauerlich an der schriftstellerischen Tätigkeit empfinde ich, dass man so oft nicht unmittelbar und offen von Dingen erzählen kann, die einen selbst oder einem Nahestehende betreffen.

Man sieht und empfindet die jeweilige Sache so genau, wie sonst kaum, Wichtiges, durchaus allgemein auftretende Dinge, Mitteilenswertes, verfügt über die höchste Anschaulichkeit, und kann doch nichts oder nur wenig sagen, da man sich selbst oder ebenjene im Umfeld möglicherweise dem Spotte, der Häme, jeder Art Bosheit aussetzte oder sonstwie schädigte. (weiterlesen…)

Nietzsche: Vom Freien Geiste

Sonntag, 25. Dezember 2011

Nietzsche ist eben doch der bislang Größte.

Ich werde mich jetzt nicht einmal unterfangen, das Zitat anzubringen, das mir gerade wieder ins Hirn rauschte, auch nur ein wörtliches Beispiel von ihm zu geben.

Er irrte und lief in sich selber nicht nur den bekannten Erdball ab, erlangte nicht nur eine Sprachmacht, die selbst Wenigste dann doch nicht einmal annähernd erlangen: Er sezierte bis auf die letzten Gedankenknörpelchen und schuf ganze neue Geisteswelten. (weiterlesen…)

“Herumkulturt?”

Freitag, 23. Dezember 2011

Vorhin schrieb ich einem hochgeschätzten Kollegen einen E-Brief und meinte darin, in einem hier nicht zu entdeckenden Zusammenhange, dass ich auf dieser Seite ja auch “herumkulture und -kalauere”.

Diese Art der selbstherabsetzenden Flapsigkeit bereue ich jetzt doch ein bisschen: Ersteres klingt an “herumhure” an (ich wusste das schon, als ich’s eintippte), wohl auch “herumtreibe”, letzteres an “herumlauere” oder gar “-lungere”.

So ist das, wenn man schräge Witze macht: Schneller als man denkt, haben sie einen umzingelt. (weiterlesen…)

Alb-Leisa

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Wenn ich durch die Stuttgarter Markthalle schlendere, die Linke fast stets titaniumfest auf dem Beutel, ereilt mich jedesmal beinahe das, was wir aus der Flipper-Generation den “Schwarztilt” nannten. (Für die Computergeneration: Das bedeutet, dass das Gerät, da gar zu sehr malträtiert, nicht nur den gerade gespielten Ball durch Standardabstellung verloren gibt, sondern – in der Regel vorübergehend – seine ganze Anzeige ausfällt und jede Funktion.)

Ich versuche dann, all den San Daniele- und Iberico-Schinken mental wie real wieder ebenso zu entkommen wie den Rohmilchkäsen und eingelegten Riesenoliven und den Perlhühnern und den … und mit mich dem Kauf eines Beutelchens Premium-Kreuzkümmels oder Bengalischen Pfeffers zu begnügen und meine Ess- und Kauflust also unruinös zu befriedigen.

Gestern aber stachen mir an einem Gewürzstand jene legendären “Alb-Leisa” (Linsen) direkt ins Gesicht, und ich konnte nicht anders, denn die Hand doch in die Börse zu stecken und für satte Vierfünfundneunzig ein Päckchen zu erwerben. (weiterlesen…)

Meine Tiere

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Oh um wieviel geht es mir jetzt schon besser, da ich mich endlich wieder von der Leine ließ!

Endlich wieder von Quarks und Bosonen, Mechatronen, Metaphotonen, Tachyonen, Memen und Nonen salbadern, ohne mich noch die Welt zu schonen!

Einem Kettenhunde gleich barkte ich vor der Türe der Vernunft.

Asselartig schlich und huschte ich durch die Keller der dingfesten Lügen.

Nein, kein kanines Hunzhofsäugetier bin ich mehr, kein Gliedertier mehr, der Guten und Gerechten Abfall zu devorieren und regurgitieren.

Jetzt fliegen zwei Raben um mich. (weiterlesen…)

“Sind Gedanken unser Feind?” – Nachlese

Samstag, 03. Dezember 2011

Die Veranstaltung gestern Abend war vielleicht die beste, die ich im Rahmen von zeitgeist bisher abhielt. (weiterlesen…)

Poetische Prosa

Samstag, 26. November 2011

Ganz wenige finden je den Weg zur poetischen Prosa.

Sie ist die höchste Form.

Die gibt es nicht umsonst.

Wir wissen um uns

Dienstag, 22. November 2011

Ich weiß, dass ich ein paar sehr gute Kollegen habe.

Ich nenne sie jetzt ganz bewusst nicht.

Einerseits, um sie nicht zu kompromittieren.

Andererseits, da sie sowieso wissen werden, dass sie gemeint sind. (weiterlesen…)

Kleist steht ewig

Montag, 21. November 2011

Eigentlich wollte ich heute ja einen Urlaubstag einlegen.

Keine Chance.

Nicht nur Sohnes wegen, sondern auch, weil heute Kleisttag ist. (weiterlesen…)

Kleisttag

Montag, 21. November 2011

Ich hatte daran gedacht, zum Kleisttag hier wenigstens ein Zitat aus dem Kohlhaas und dem Käthchen einzustellen.

Nein!

Beispiele wären heute ein Hohn auf diesen wirklich Großen!

Heinrich von Kleist wurde im Sinne des deutschen Satzbaus allenfalls von Friedrich Nietzsche übertroffen.

In der Erzählgeschwindigkeit wohl bislang von keinem.

Popoppkultur

Sonntag, 13. November 2011

“I guess it’s the woman in you that brings out the man in me.”

Diese bemerkenswerte Sentenz entnahm ich gerade einem wohl recht erfolgreichen Pop-Song, bzw. meinem Küchenradio.

Da dachte ich mir wieder, wie weit wohl eine deutsche Combo käme, die da trällerte: “Ich denk mir mal, es ist die Frau in dir, die den Mann in mir rausbringt”. (weiterlesen…)

Göllers Hausmarke

Donnerstag, 20. Oktober 2011

“Hyper Tera Beyond Imaginable Ultimate Sudden Instant Enddeath”

(Meine Chilisoße in mildwürziger, weltmarktfähiger Beschreibung)

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