Archiv für die Kategorie ‘Bildung’

Vom Strategeme des Übermächtigen (Gott-Strategem) (Nr. 50)

Dienstag, 06. August 2013

Das Strategem des Übermächtigen oder Gott-Strategem ist das Strategem, das in seiner Anwendung wohl mehr Unheil über die Menschheit gebracht hat, als irgendein anderes.

Der Mensch wird Untertan nicht nur unter einem Fürsten oder Reicheren, nein, da ist noch eine unerklärliche Übermacht. So ist er auf körperlicher wie geistiger Ebene ein Unterworfener.

Es ist das Strategem der Pfaffen und ganz großen Beutelschneider und Kriegshetzer.

Das Strategem wird aber auch wider jene angewandt. Oft von deren Möchtegernnachfolgern oder Agenten, dann scheinbar. Irgendein kosmisches Gesetz, also eine zumindest den Pfaffen und den großen Beutelschneidern nicht geheuere, entgegenerklärte Übermacht, so Widersacher, werde sie ihre Bubenstreiche schon noch spüren lassen.

Besonders effektiv sieht man es gerade wieder am Werke, indem es mit dem Strategem der Beleidigtheit und jenem der fremdverschuldeten Wut im Sinne der Beförderung des Islams eingesetzt wird.

Das Übermächtige unterwirft nämlich nicht nur auf der geistig-seelischen Ebene, sondern begründet auch in jenen, die daran glauben, einen Unantastbarkeitsanspruch, der schließlich auf die so gefangene Menschengruppe dergestalt zu übertragen ist, dass sie darin ihre Identität findet, indem die Gruppenmitglieder immer mehr individuelle Identität verlieren, die Gruppe, zumal entsprechend aufgepeitscht, möglicherweise bis zum Äußersten gehen wird, ihre Besonderheit jedenfalls immer aggressiver vertreten.

Das Gottstrategem kann sich aber ohne weiteres auch auf den Glauben an die unerklärliche Heilsamkeit bestimmter Mittel, Außerirdische, beliebiges unerklärlich Mächtige, nicht nur für Gruppen, sondern auch ganz einzeln angewendet, beziehen.

Das Gottstrategem ist mit dem Strategem des Schweigens (Nr. 49) kombiniert gewissermaßen das zweieige Zwillingsstrategem der Kirchen und der meisten Geheimbünde, die über gewöhnliche Kriminalität hinaus sich organisieren. (weiterlesen…)

Vom Strategeme des Schweigens (Nr. 49)

Samstag, 03. August 2013

Zunächst kennt man die Giftvariante des Strategems: Geheimbünde, okkulte Gesellschaften, Mafia, Blutgeldler.

Das Strategem des Schweigens kann aber heilsamer eingesetzt werden als beim Betrügen. Und Sichwichtigmachen.

Es kann, wie bekannt, nicht nur direkt in einer Rede, sondern auch etwas länger eingesetzt den anderen mehr zum Nachdenken bringen denn noch mehr Rede.

Es ist auch ein Strategem zur selbstüberlistenden Selbstveränderung.

Viel genauer und zielgerichteter und in genau der richtigen Länge Schweigen.

Schon jede Tonpause ist ein kleines Schweigen. Schweigen ist elementarer Teil der Redekunst, wird in dieser selbst regelmäßig strategemisch eingesetzt.

Schweigen kann die vorangegangene Implikation enorm verstärken. Ebenso eine Emotion. Es kann alsowohl demütig ergriffen wie herrschaftlich selbstsicher wirken.

Schweigen ist natürlich auch dann als Strategem besonders gut angewendet, wenn ein Beschuldigter so lange an den richtigen Stellen schweigt, bis er endgültig heraus, was die anderen schon wissen, wenn weit über das hinaus, was sie ihm schon gesagt.

Dieser Schweiger wird eben nicht nur schweigen, aber an den richtigen Stellen doch, selbst wenn er beim Schweigen weiterredet.

Zum Schweigen als Strategem in Liebesdingen ist nicht viel zu sagen, das kennt jeder.

Wer das Strategem wirklich versteht, weiß, dass dies im tiefen Sinne ein Strategem der richtig gesetzten Pausen und damit Harmonie ist. Schweigen ist das angemessene Dazwischen. (weiterlesen…)

Klagt nicht, schimpft! (II)

Donnerstag, 01. August 2013

Die Schimpfbewegung könnte selbstverständlich auch eine Schimpfdemonstration mit anschließender Schimpfkundgebung anständig beim Ordnungsamt anmelden, also, dass, wie sonst auch, wer beim Schimpfen Rechtsverstöße beginge lediglich einzelverantwortlich sei und die Veranstalter ausdrücklich dazu aufrufen, auch noch der engagierteste Schimpfer solle im Rahmen der Gesetze schimpfen.

Mit welcher Begründung wiese das Ordnungsamt bzw. wiese die kommunale Polizei diesen Antrag ab?

Schimpfen ist schließlich zumindest ein Teil der meisten sonstigen Demonstrationen, oft wird auch fast nur geschumpfen. Wieso sollte nicht jeder mündige Bürger schimpfen dürfen können, wie er will?

Das möchte allerdings ein Umzug werden, gegen den ein Christopher Street Day sich ausnimmt alswie ein Geriatrieaushumpeln, eine halbblinde Schlafmützenveranstaltung auf Stöcken und an Rollatoren.

Das möchte richtig lustig werden. Ich wäre ganz sicher dabei und achtete auf eine gut geölte Stimme, also, dass man mich je nach Windstand und Wetterlage einzeln bis auf die Halbhanglagenbalkone der Schwabenmetropole hören könnte.

Gute Kollegen dabei, lautstarke Gesellen, das befeuert natürlich noch und hebt den Busen zusätzlich, dessen Ausschallvermögen.

Mindestens ich zöge mir da wohl auch einen Sonderfrack über. Womöglich einen sehr grellen Einmalsonderfrack. Bongos, zur rhythmischen Unterstützung lässig umgehängt, eine grobe Rassel dabei.

Oh Herr, was schümpfe ich! (weiterlesen…)

Handyoten

Montag, 29. Juli 2013

Vorhin kommentierte ich auf Jermains Seite

http://ultimativefreiheitonline.wordpress.com/2013/07/19/das-betreten-meiner-wohnung-mit-einem-aktiven-mobilfunktelefon-ist-ab-heute-untersagt/

wie unten nachzitiert:

“Diese Mobiltelefone sind wirklich eine Pest. Ich weiß nicht, wie schädlich die ausgesendete Strahlung ist, dass sie die Leute massenweise zum Spinnen bringen aber ist glasklar. Neulich erlebte ein Kumpel von mir, wie ein junges Mädchen (vielleicht siebzehn), daddelnd, Vollkante gegen einen Laternenpfahl lief, kurz vor der einfahrenden Trambahn. Ein Schüler erzählte mir, als ich ihm das berichtete, dass es inzwischen eine App gebe, die einem auf dem Display vom Idiotenteil per Vorwärtskamera beim Laufen zu den anderen Sachen den Film vom Voraus einblendet, also, dass Aufschauen, nicht überfahren zu werden, nicht mehr nötig. Was natürlich eine Illusion ist. Wahrscheinlich sterben in Deutschland jährlich mehr Menschen an Mobiltelefonunfällen als in zehn Jahren an Terroranschlägen. Wie viele Kinder gleich gar nicht gezeugt werden, weil die möglichen Eltern es lieber mit ihren Handys treiben, das dürfte Legion sein. Stürbe man an Verblödung schnell, was leider meist nicht passiert, so gingen die Opferzahlen in die Millionen.”

Was macht man mit Leuten, die nicht einmal mehr die Straße vernünftig entlanggehen? Derartigen Selbst- und Fremdgefährdern?

In meinem Stammwirtshause immerhin geht jeder auf die Gass’, wenn ein Anruf reinkommt oder er einen absetzen will.

Das ist schonmal ein Anfang.

Besser noch ist das, was Jermain ansetzt: Wer reinwill, muss ausmachen.

So ist es schon in der Oper und in Schulen.

Wir brauchen immer mehr handyfreie Zonen. Eine Graswurzelbewegung der freiwillig handyfreien Zonen.

Nicht nur in Krankenhäusern, wo direkt Leben gefährdet werden kann.

Gerade auch in Wirtshäusern, wo verständige Menschen verkehren, sollte Ausschalten Komment sein.

Und, eben, wie Jermain es anführt, in privaten Wohnungen.

Ich überlege mir, das auch zu machen. Wobei ich nicht weiß, wie meine halbwüchsige Schülerkundschaft – es ist eben meine auch eine Geschäftswohnung – darauf reagieren wird, ob ich da Schlaganfälle und Kündigungen in solcher Reihe provoziere, wie ich mir das nicht leisten kann.

Bei uns ist jedenfalls die ganze dreiköpfige Familie (die Kinder wissen schon lange, was ein Handy ist) handyfrei. Jedenfalls so gut wie. Nur in seltenen Notfällen grubbele ich mir irgendsoein Teil heraus (ist schon lange nicht mehr passiert).

Ich hatte einen Elektroingenieur als Englischschüler, das ist schon bald zehn Jahre her, der als deutscher Vertriebschef eines amerikanischen Konzerns sehr viel mit dem Handy telefonieren musste. Es ging einfach nicht anders. Den, ein totaler Nichtesoteriker, hätten Sie mal fluchen hören sollen.

“Kriegst einen an der Klatsche. Ab einer Stunde am Tag eiert dir die Rübe. Das erste, was ich nach diesem Job (er ging schon aufs Rentenalter zu) mache, ist dieses verdammte Scheißhandy in den Müll schmeißen. Erste Amtshandlung.”

Im Auto installierte sich der Ingenieur sein Handy stets im Kofferraum, hatte sich eine Leitung zur Sprechanlage nach vorne ins Cockpit gelegt, um das Scheißding nicht nur nicht am Ohr haben zu müssen, sondern nicht einmal in sechzig oder achtzig Zentimetern Entfernung. Diesem wackeren Manne musste keiner erklären, dass die Strahlungsintensität mit dem Quadrate der Entfernung abnimmt, also jeder Millimeter zählt.

Wenn ich einmal einen nichtparanoiden Menschen kennengelernt habe, so war es dieser, der sich über die Hauptschule und Spätfachabi und Studium bis in Führungspositionen der Industrie hinaufgekämpft hatte. Er war auch fest davon überzeugt, dass er nicht übermäßig empfindlich sei, auch bezüglich dieser Sache nicht, dass die anderen Idioten nur nicht wüssten bzw. merkten, was sie sich antäten.

Man bedenke, dass man, wenn man sich so ein Scheißding ans Ohr hängt, den Emitter gerade mal wenige Zentimeter vom Hirn entfernt hält. Härter wäre es nur noch, steckte er mittendrin. Das Hirn als eine Art Dockingstation fürs Handy. Apart. Da strömen die Hirnströme nur noch so, wie die Sau.

Und: Wieso eigentlich soll ein Privatmensch “immer erreichbar” sein?

Was für einen Wahn haben sich die Leute denn da reingebraten?

Bin ich denn die Feuerwehr oder die Polizei? Der August von der Seppeline?

“Smart”, was wirklich vom Worte Schmerz abstammt, dann aber (nicht im Verb!) adjektivisch einen bemerkenswerten Bedeutungswandel hin zu “clever” (Kleber), geschickt, wief, intelligent genommen hat, kehrt beim Smartphone zu seiner Urbedeutung zurück.

Das Smartphone ist der Turbo für die Rast- und Ruhelosigkeit, der, “multiple tasking” ist “cool”,  fürs Hirnabsterben im Sauseschritt sorgt.

Man reflektiert nicht mehr, man krattelt und lallt und daddelt.

Das Gemeine daran ist, dass die entstehenden Schmerzen irgendwie, auch erst langfristig, eintreten, überdies nicht dem Schmerzphon zugeordnet werden, denn das kann ja nicht Verursacher sein.

Je mehr es also wehtut, um desto mehr werden über das Schmerzphon Leute angerufen werden und Daten gesucht und Entspannung, die Suchtkrankheit nimmt nur noch zu. Und die Strahlendosis.

Da sollen die Leute lieber mal, wie Jermain, ein Zigarettchen rauchen, oder auch einen Joint, mal ein bisschen denken, statt sich mit dieser perfidesten aller privat verfügbaren und verbreiteten Elektrokasterei noch die letzte intakte Leitung aus dem Oberstübchen zu blasen.

 

Norbert Blüm für Familie

Sonntag, 28. Juli 2013

Hier hat der fast vergessene Norbert Blüm ein altersweises Stück vorgelegt, endlich einer in meinem Sinne geredet.

http://www.faz.net/aktuell/politik/familienpolitik-falsches-glueck-12307991.html

Ich will jetzt nicht einmal Zitate anbringen: Es möge die ganze Wucht des Textes ungebrochen wirken.

Der Wahnsinn unseres Kapitalismus’ wird hier schonungslos offenbart, dass er auch, glitzernd bemäntelt, nicht einmal mehr vor Kleinstkindern halt macht, das Programm heißt, ihm schon diese bedingungslos zu opfern.

Eltern sind gerade noch dumm genug, Nachwuchs zu zeugen und diesen unterm Strich dabei über jedes Maß als Selbstzahler der weiteren Verwertung zuzuführen. Von Erziehung verstehen sie sowieso weniger als die staatlich approbierten Erzieher, die immerhin gleich sechs oder acht der Nachwüchsigen politisch korrekt zu erziehen wissen, anstatt nur vielleicht zwei nicht ganz in diesem Sinne, was mehr als untererwünscht.

Den Frauen – sind die doch alle blöd? – verkauft man dies Rezept als ihre Befreiung; absurder könnte man es kaum treiben.

Und in der Wirtschaft sind viele so unglaublich doof, dass man es nicht glaubte, sähe man’s nicht. (weiterlesen…)

Vom Strategeme des unausgesprochenen oder unaussprechlichen Wortes (Nr. 48)

Freitag, 26. Juli 2013

Das bekannteste “unaussprechliche” Wort ist natürlich jenes des JHVH.

Hier soll aber nicht vorzüglich in jener speziellen Judengeschichte herumgestochert werden, sondern das Phänomen, das Strategem strukturell angegangen.

Es kann zu überaus bösartigem Einsatze verwendet werden. Der Strategemanwender lässt ständig oder immer wieder, gut dosiert, durchblicken, was er sagen könnte, aber nicht sagt, so lange, bis der Angegriffene es selbst ausspricht oder es um ihn herum die Spatzen über ihn von den Dächern pfeifen.

Beidenfalls hat er es selbst nicht gesagt: So edel war er, die anderen kamen von selbst darauf.

Es kann aber auch da notwendig zum Einsatz gebracht werden, wo etwas einfach noch nicht zu sagen klug ist, indem man es ständig anklingen lässt, oder bestimmte Dinge gar bei Strafe zu sagen verboten, der Büttel käme.

Hier besteht die Kunst dann darin, dass das im Raum stehende Wort, die Wendung, die Konjektur, beständig von der Peripherie her aufgeladen werden, die Gedanken und schließlich Worte anderer zum Kerne konzentrisch und spiralförmig hingeführt.

Indirekte Verleumdung, Verführung in Liebesdingen, Unterhöhlen eines Tabus ohne dessen offenen Bruch zu begehen: die Anwendungen des Strategems sind vielfältig.

Es kann bei der Strategemanwendung selbstverständlich am klügsten sein, das Misswort langsam zu schüren, auf dass sich ein besonders verbreiterter, plötzlich zur Lohe zu bringender Schwelbrand ergebe. Das Strategem ist vom Wesen her ein eher langfristig zum Einsatz kommendes. Obschon es auch in einem Gespräche binnen dreißig Sekunden oder fünf Minuten gefragt sein kann.

Der Opponent hat, wenn das Unaussprechliche das Auszusprechende ist, der Strategemanwender dies sich klug zunutze macht, langfristig sehr schlechte Karten. Immerhin hantiert desfalls der Strategemausführende mit der Wahrheit.

Das kann ihn dann, mal wieder, auch den Hals kosten. Aber nicht ganz so leicht, weil sein Hals mittelbar auch dem anderen den seinen kosten könnte.

Aus sprachwissenschaftlicher Sicht ist dieses Strategem fast ebenso, wenn nicht doch ebenso interessant wie jenes des günstigen Witzes. (Nr. 47)

Die beiden Strategeme werden natürlich oft verkettet angewandt. Das muss nicht weiter erklärt werden.

 

 

Offener Brief an Merkel wegen Prism: Sind die 32 Unterzeichner so blöd?

Freitag, 26. Juli 2013

32 Schriftsteller fordern von der Bundeskanzlerin Aufklärung in der “Prism-Affäre”.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ueberwachung/offener-brief-an-angela-merkel-deutschland-ist-ein-ueberwachungsstaat-12304732.html

Ich habe “Prism-Affäre” bewusst in Anführungszeichen gesetzt, weil der Begriff hier eigentlich doppelt daneben. Denn es dreht sich im Kern weder um ein Computerprogramm noch um eine Affäre.

Diese Helden deutscher Sprache werfen weder die Frage bezüglich wirklicher deutscher Souveränität auf, noch jene nach 9/11, treffen auch keine Aussage desbezüglich, dass das ganze Terrorgedöns ein reiner Vorwand ist.

In letzter Zeit üben sich manche in der Kunst, unsere Regierenden als halt etwas überschießende Leute darzustellen, in deren Köpfen sich der Wahn der Terrorabwehr etwas zu sehr eingenistet habe. Nichts liegt ferner der Wahrheit.

Wer sich immer noch nicht traut, die Dinge beim Namen zu nennen – Schriftsteller sollten bei so einfachen und klaren Sachverhalten dazu wenigstens sprachlich in der Lage sein – , den kann ich nicht achten, muss ich gegebenenfalls, zumindest im weiteren Sinne, als Teil der Kabale betrachten.

Es hätte sich normalerweise wenigstens bis zu einem der Unterzeichner herumgesprochen haben müssen, dass sich die Verfassungsfrage stellt, und zwar nicht allein jene nach der Aushebelung des Grundgesetzes, unserer behaupteten Scheinverfassung, sondern die eigentliche Verfassungsfrage.

An der aber surft diese sogenannte Intelligenz einfach mal bequem vorbei. Warum? Sind die so blöd? (weiterlesen…)

Vom Strategeme des günstigen Witzes (Nr. 47)

Donnerstag, 25. Juli 2013

Das Strategem des gunstverschaffenden Witzes begegnet uns praktisch überall, auf Schritt und Tritt. Werber, Politiker, Redner, Buhlende, Lehrer, Schreiberlinge: Es ist allgegenwärtig in Anwendung.

Schwierig wird es aber, was wunder, in gefährlicher Lage.

Da mag es sich dann sowohl um in der Not ad hoc zu findende tragfähige Witze drehen, als auch langfristig und verschlüsselt angelegte. Und halbverschlüsselte angelegte sowie dergestalt verschlüsselte, dass der speziell damit belegte Lachende nicht eigentlich weiß, weshalb er lacht, dass, wenn dies anliegt, viele oder die meisten oder fast alle nicht wissen, weshalb sie lachen.

Und es geht um jene Witze, zu denen die Leute sich nicht trauen zu lachen, vor sich selbst wie vor anderen, wo zunächst nur ein innerer Lachreiz erzeugt werden soll. Womöglich als Anfang oder Zwischenglied einer strategemisch aufgestellten Reihe von Witzen. Als Vor- bzw. Begleitwitz sozusagen. Als Weichkochwitz.

Und natürlich scheinbare wie wirkliche Ablenkwitze, die erst recht weiter in die gewünschte Richtung lenken.

Ohnehin kann der Strategemausübende vor einer so schwierigen, langfristig zu betreuenden Aufgabe stehen, dass er die meisten Witze gar nicht auch nur als dahingehende klare Versuche zutage treten lassen darf, sondern sie irgendwo in seiner Prosa so einzubetten, dass sie, wenn wahrgenommen, wie zufällig wirken, jedenfalls nie unzweifelhaft dingfest zu machen, bei den meisten ohnehin, meist, eher unterschwellig wirkend. Ja, anderen aber schon hörbar.

Der Punkt, so banal das klingt, ist auch schlicht der, dass die meisten Menschen lieber mehr lachten, als sie es tun, dass Lachen bekanntlich befreiend wirken kann, weshalb es auf verschiedensten Ebenen, eben auch unterbewusst oder halbbewusst nachgesucht wird. Wer also mit dem Strategeme des günstigen Witzes, als sich wiederholendes, mehrdimensionales Kettenstrategem, umzugehen weiß, kann sehr wohl im Großen wirken.

An bestimmten Stellen kann es sein, dass der Strategemanwender plötzlich gezwungen ist, den Narren zu spielen oder, es kann auf dasselbe hinauslaufen, eine ganze Witzkaskade abzusondern. Viele Leute stehen einfach stupefakt, wenn zu schnell zu viel Schräges auf sie einstürmt, halten allein deshalb inne, sehen vielleicht gar von schon fest geplanten oder spontan ins Hirn geblitzten übelsten Vorhaben und Taten ab. Die Witzkaskade kann ganz unmittelbar Leben retten. (weiterlesen…)

Vom Strategeme des vorgeblich verlorenen Interesses (Nr.46)

Mittwoch, 24. Juli 2013

Das Strategem des vorgeblich verlorenen Interesses beruht auf Irritation und der Geltungssucht des anderen.

Man interessiert sich an einer Sache vorgeblich oder tatsächlich merklich sehr (das Strategem eignet sich besonders zur Eroberung von Frauen: Ich sage das, obschon ich in dieser Disziplin nicht besonders gut, achwas, erbärmlich, weil ich es theoretisch verstanden habe), wendet sich dann, scheinbar enttäuscht oder einfach nicht mehr interessiert, gar etwas angeödet, ab.

Das Opfer des Strategems wird sich fragen, zunächst geschmeichelt ob des Begehrs (geschäftlich oder amourös), weshalb es denn plötzlich so sehr an Attraktivität verloren habe.

Es wird an sich zweifeln. Sich fragen, was es denn falsch gemacht habe. Weshalb das doch erst große Interesse des anderen so plötzlich verlorengegangen sei. Auf den Strategemanwender womöglich, sich erst rar gemacht habend, auf einmal, oder nach und nach, zugehen, ihn als wichtiger empfindend als vordem. Ihn mindestens bedeutender, spannender finden.

Der wird dann nicht gleich wieder für das (die) Angestrebte entflammen, sondern diesem (dieser) mit einer gewissen, allerdings nicht zu kühlen Distanz begegnen. Er weiß schon noch, zeigt das auch, dass er mal was wollte, aber die Wichtigkeit, das Interesse, hat sich scheinbar verflüchtigt.

Der Strategemanwender bleibt verbindlich; freundlich; er tut aber keinen sichtbaren Schritt mehr in Richtung der anderen Partei.

So lockt er sie zu sich; ihre Eitelkeit, ihre Selbstwichtigkeit, tun ihr Werk.

Endlich pflückt er sie einfach gleich einer reifen Frucht.

 

Vom Strategeme der Ehrlichkeit (Nr. 45)

Mittwoch, 24. Juli 2013

Das Strategem der Ehrlichkeit ist das eleganteste aller Strategeme.

Man wendet es an, indem man gewissermaßen gar kein Strategem anwendet: in dem Sinne, dass man durch Nichttäuschung täuscht.

Der Gegner legt jedes gesagte Wort, alles redlich, auf die Goldwaage, wird dadurch verwirrt, dass man sich ständig offenbart. Er kann es gar nicht glauben, dass man kein Strategem verwende, so dumm könne der andere ja gar nicht sein, spinnt allerlei Verschwörungstheorien desbezüglich, was der andere für Strategeme anwende, wird ganz irr darüber.

Er sucht immerzu nach einer dingfest zu machenden Lüge, Täuschung, und er findet keine. Selbst seine Berater beginnen, an ihrem Heerführer zu zweifeln, da dieser hinter jedem Busch Gespenster sieht, ersinnt, einfach nicht glauben mag, dass da ein so gescheiter Mann, der einfach nur redliche Rede führe.

Der andere verstrickt sich in immer mehr Irrungen. Er klagt den seinen Widersacher der Lüge an, wo dieser zweifelsfrei sauber herauskommt. Schwächt sich also selbst.

Das Reden der Wahrheit ist ein wahrhaft königliches Strategem.

Es ist allerdings auch dabei darauf zu achten, wie viel Wahrheit man wann wo rede.

Ein bloß unbedarftes, jederzeit unbedacht offenes Maul taugt selbst hier nicht.

Natürlich lässt sich, wo dies endlich vielleicht doch noch not tut, ein anderes Strategem, eine echte Täuschung, dann am besten unter den gesetzten Bergen von Wahrheit verbergen.

Insofern kann das 45. Strategem auch als ein Vorbereitungsstrategem dienen.

Vom Strategeme der vorgespiegelten strategemischen Überheblichkeit (dem 44.)

Dienstag, 23. Juli 2013

Das 44. Strategem der vorgespiegelten strategemischen Überheblichkeit bedarf in seiner Ausführung einer ganz besonderen Finesse.

Ein Tölpel ist ein Tölpel, wird strategemisch ohnehin nicht weit kommen.

Hier geht es aber darum, dass der Ausübende des Strategems ständig wachsam und fintenreich erscheint, damit sein vor dessen Listenreichtum durchaus gewarnter Opponent jederzeit glaubt, jener sähe wirklich nicht, was er ausführe und vorhabe.

Der selbst zu Überlistende muss seinen Gegner als einen wahrnehmen, der immerzu wachsam, überaus gewieft, aber dann doch zu selbstgefällig, so dass er die Strategeme des anderen sämtlich meint, zu erkennen, er deshalb ein entscheidendes, oder auch mehrere, übersähe.

So wird der Gegner seine Strategeme, in immer mehr Sicherheit gewogen, umso fahrlässiger ansetzen, darüber immer mehr von seinen Plänen verraten.

Irgendwann wird er sich gar vor seinen Kumpanen dessen rühmen, wie er den anderen hinters Licht geführt habe.

Wichtig bei der Ausübung dieses Strategems, das sehr häufig sehr lange nicht entdeckt und zum sichtbaren Vorteile gebracht werden darf, ist äußerste Selbstdisziplin und Geduld.

Der Verdacht, man habe doch etwas von den sinistren Machenschaften der Gegenseite bemerkt (dieses Strategem ist ein echtes Verteidigungsstrategem), darf meist nur sehr unterschwellig und leise, wenn überhaupt, ab und an, gestreut werden. Andererseits hat man, gerade dadurch, wie gesagt, nicht so unachtsam zu wirken, dass es auffällt. Das würde bemerkt, verdürbe alles.

Man muss also dem Gegner auch einmal offen ein bisschen auf die Schliche kommen. So bemerkt er nicht, dass das 44. Strategem angewendet wird, meint er, dass er letztlich doch voll im Sattel säße, zumal der andere ja noch so dumm, seinen Verdacht nicht zu verbergen.

Ein sehr schwieriges, komplexes Strategem. Denn es umfasst regelhaft ganze Strategemverkettungen.

Seine schönste und fruchtbarste Anwendung findet dies Strategem natürlich in der Anbahnung einer dauerhaften Liebesbeziehung.

Aber auch dann, wenn es ums Überleben geht und um nachhaltige, große Veränderungen für viele.

 

Aufruf zum Boykott der Bundestagswahl (X)

Dienstag, 23. Juli 2013

“alfhasolis” hat Nägel mit Köpfen gemacht, Dateien für ein Wahlkampfboykottflugblatt graphisch wie textuell sauber ins Netz gestellt.

http://alfhasolis.wordpress.com/

Mein Dank und meine Hochachtung hierfür.

Seine Idee, das Wählen, wo es keine Wahl gibt, mit dem Grüßen des Gessler-Hutes zu vergleichen, ist so einfach wie überzeugend.

Runterladen, verlinken, weiterverbreiten, ausdrucken, drucken lassen, massenweise verteilen, überall besingen!

 

Aufruf zum Boykott der Bundestagswahl (IX)

Montag, 22. Juli 2013

Wir brauchen einen echten Dichter- und Denkerwettbewerb.

Der Sieger wird mit der Ehre belohnt, den eingängigsten Spruch vorgelegt zu haben.

Der Graphiker, der das beste Flugblatt vorlegt, ist der Größte.

Splatter-Videos müssen her.

Die Schmerzphone der Jugend müssen glühen von unseren Ideen.

Pornos? Was sind Pornos? Aktiver Wahlboykott ist geiler.

Aufstand der Checker!

Urnen sind Särge!

Kontrolliertes Durchdrehen!

Wahlzettel? Arschkarte!

Wählen ist sich selber pfählen!

Nicht ein Blatt Papier für die!

Der wählt sich selber quält!

Wählen? Bin ich bescheuert?

Du gehst wählen? Dir ist nicht zu helfen.

Wählen ist Selbsterniedrigung.

Du wählst DAS Gesindel?

Du wählst DIESE Schwachmaten?

Du wählst deinen eigenen Ausverkauf?

Du wählst Luftgeld?

Du wählst Drohnenmord und FEMA-Camps?

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Du wählst Bilderbergerspacken?

Du WILLST von denen auch noch regiert werden?

Bist du beim Bundesnachrichtenundienst?

Wie lügst du dich zur Wahl?

Du gehst noch freiwillig hin, zu lauter stinkenden Fischen?

 

Aufruf zum Boykott der Bundestagswahl (VIII)

Montag, 22. Juli 2013

Die Tonnen Asche streue ich schonmal auf mein Haupt: Ich habe auch heute noch keinen fertigen graphischen Entwurf für ein Flugblatt zum aktiven Wahlboykott.

Aber immerhin Grundideen dazu, fünf Sprüche. (Weitere sind den Vorartikeln zu entnehmen, möchten wie bereits vorhanden oder abgewandelt taugen. Fallen mir zusätzliche ein, kommen sie in einen Nachtrag. Leser sind aufgerufen, sich zu beteiligen, weitere zu kreieren.)

Die Blume der Wahl der Nichtwahl ist die Wegwarte.

Diese sehe ich, mit ihrem zauberhaften Blau, oben links.

Der Hintergrund der Vorderseite könnte blassgelb sein, die Sprüche in nicht zu dunklem Lila kommen.

Wer wählt, weiß nicht, was er tut!

Wählen ist Unterwerfung!

Wer wählt, wählt NSA und Mord!

Wählen ist antideutsch!

Wer wählt, enteignet sich!

Auf der Rückseite stelle ich mir, Schwarz auf Orange, den folgenden Text vor.

Deutschland hat keine Verfassung, keinen Friedensvertrag, ist immer noch besatzt, UN-Feindstaat. Keine Partei mit einer realistischen Chance auf Einzug in den Bundestag stellt sich dawider. Damit ist diese Wahl keine. Und damit legitimiert jeder, der wählen geht, diese perverse Situation. Wer will, dass das Volk wieder gehört werde, wählt nicht, und das laut und aktiv. Das Stimmgewicht Deutschlands in der EU ist jenes Maltas. Im Europaparlament zählt eine maltesische Stimme so viel wie dreizehn deutsche. DAS soll Demokratie sein? Der Vertrag von Lissabon wurde gebrochen, die Deutschen wieder, wie zu Maastricht, nicht gefragt, kaum dass die Tinte trocken. Wer wählt, wählt seine Unterwerfung.

 

Vom Strategeme der ständigen Enttäuschung (dem 43.)

Sonntag, 21. Juli 2013

Das Strategem der ständigen Enttäuschung ist fast immer mit einem nicht unerheblichen Aufwande verbunden.

Man wendet es an, wenn ein Gegner nicht einfach zu besiegen ist, man den Gegner nicht direkt fassen kann, nicht offen gegen ihn auftreten will.

So wird man z.B. jemandem ständig Aussichten auf geschäftliche Aufträge, auf Weiber, auf den von ihm angestrebten Durchbruch irgendeiner Art machen, um dann immer wieder am Schnürchen zu ziehen, immer wieder, bis zur Erschöpfung, Frustration, Lächerlichmachung des anderen zu enttäuschen.

Im Idealfalle wird der andere sein Vorhaben als sinnlos erachten, aufgeben, sich gar selbst dafür verachten, es je angesonnen zu haben.

Allerdings hat auch dieses Strategem, wie jedes, wenn es erkannt wird, seinen Haken: Erkennt es der Gegner, so wird er immerzu, oder meist, auf die Angebote eingehen, aber, die Sache durchschaut habend, nur noch einen minimalen Aufwand darauf geben, während der Strategemausübende ständig weitaus mehr Mühe daran zu setzen hat, also zumindest energetisch relativ verliert.

Zudem kann das “Opfer” des Strategems dabei immer klüger werden; klüger desbezüglich, weshalb es eigentlich mit solchem Aufwande belagert; klüger bezüglich der schwachen Punkte des Strategemausübenden; klüger bezüglich der Sache selbst.

Das Strategem Nr. 43 wird daher fast nur aus einer sich gefährdet fühlenden, noch ressourcenmäßig klar überlegenen Übermacht heraus ausgeführt. (Natürlich auch in Liebesdingen, den Begehrenden loszuwerden oder ihn zum Behufe einer Sache, dass er noch mehr sinnlos renne, weichzuklopfen.)

Im großen Stile organisiertermaßen wird dieses Strategem, es ist ziemlich hinlänglich erforscht, des Aufwandes halber nur selten angewandt. Dafür aber erst recht, wenn es um Dinge von großer Tragweite geht. Da ist es nicht selten das Strategem der Wahl. (weiterlesen…)

Wiederholungen endemisch

Sonntag, 21. Juli 2013

Ich schrieb eben als Kommentar, auf einer Qualitätsseite, auf den Vorwurf hin, ich wiederhole mich hier immerzu, extern:

“Ja, es tut mir sehr leid um meine Leser, dass sie immerzu meine Wiederholungen lesen müssen, um mich auch ein bisschen, da ich sie ja alle selber schreiben muss. Kann höchstens mal sein, so alle paar Monate, dass ein Gast sich die Mühe macht, etwas zu wiederholen.
Fällt einem nichts Neues ein, so wiederholt er sich eben. Wenn er’s nicht einfach lässt.
Wenn man nun aber, so wie ich, nur schreibt, um sich selber wieder zu hören, nur ein klein wenig anders, so ergibt sich die Motivation ganz anders. Da ist es einem auch egal, dass man keine sonderliche Qualitätsproduktsdichte hinkriegt. Der einzige Leser, der zählt, ist eh der Schreiber.”

Vom verlogenen Toleranzschiet und Wahnkrampfe

Samstag, 20. Juli 2013

Der Wahnkrampf dauert an. Kein Wunder, denn so soll es sein.

Ich fange mal mit dem Wort “Diskriminierung” an.

Damit wird inzwischen jede Art der Unterscheidung im Menschenbrei bezeichnet, negativ, als böse.

Alle seien irgendwie gleich gut, nur jene, die unterscheiden, die seien böse.

Ich soll jede kranke Religion widerspruchslos “tolerieren”, “akzeptieren”, gutheißen, auch wenn diese aussagt, ihren Anhängern lehrt, dass ich als Ungläubiger in die Hölle gehöre, lebicht, oder nach meinem Tode.

Ich soll Homosexuelle nicht diskriminieren, also von Heterosexuellen unterscheiden. Wie denn das? Nicht nur, dass sie anders sind, sie stellen sich, zumindest vom Wesen her, gegen die Fortpflanzung. DAS soll ich als gleichwertig ansehen? Den Deibel werde ich tun.

Ich respektiere Homosexuelle als Menschen individuell. Ich habe sehr nette kennengelernt. Ich bin strikt gegen jede Verfolgung von Homosexuellen. Es ist ihre Wahl. Aber ich bin ebenso strikt dagegen, sage das auch jedem Homosexuellen, dass ihre Lebensform als gleichwertig angesehen werde. Das ist sie nämlich nicht.

Ich habe auch nichts gegen Juden. Ein Jude aber, der, wie ein Moslem auch, glaubt, was in der Thora steht, respektive dem Koran, den diskriminiere ich inalsoweit, dass er selber in krassester Weise Menschen in die Guten und die Bösen, die Gläubigen und die Nichtswürdigen, scheidet. Jahwe und Allah: Für mich gibt es nichts als Unterwerfung und die Hölle.

Nein: Davor habe ich keinerlei Respekt. Bin ich denn ein Volldoof, noch zu respektieren, dass man mich in dieser Weise als verdammt sieht?

Den Einzelmenschen, wenn er anständig, respektiere ich sehr wohl. Aber nicht die Religion, die mich grundsätzlich verdammt. Bin ich denn ein Endblöd? (weiterlesen…)

Freie Energie? – Vernunft zuerst!

Donnerstag, 18. Juli 2013

Ich weiß nicht, ob das mit der sogenannten “Freien Energie” so eine gute Idee wäre, wenn die bald jeder zur Verfügung hätte.

Vieles wäre einfacher, keine Frage. Es gäbe weniger Abhängigkeit, der Petrodollar wäre Geschichte. Viele Kriege lohnten sich gar nicht mehr.

Wenn ich aber daran denke, was die Leute alles an Unfug anrichteten, oh je, oh jemineh.

Jeder Seppel bretzelte, hemmungslos, in irgendwelchen Fahr- und Fluggeräten immerzu von hier nach dort, Hinz und Kunz heizte im Herbste noch den Balkon, donnerte mit Monsterhäckslern und -laubsaugern durch seinen Garten, die ganzen jetzt schon Zerschmerzphonten sausten von Date zu Date, ein einziges Schwirren und Brummen höbe an, überall. Jeder Idiot würde unbändig lose.

Keine ruhige Minute mehr, nirgends, auf dem ganzen Planeten.

Der einzige, der noch zu Fuß ginge und mit dem Rad führe, wäre wohl ich.

Bald hätte jeder Nashornwilderer in Afrika was er nur braucht, um sich nicht mehr anstrengen zu müssen. Jeder hätte wider seinen Nachbarn im Zweifel ein kleines HAARP. Laserkanonen. Niedrigfrequenzwaffen. Der Teufel was. Wir hätten eine Energiekrise, wie sie die Menschheit noch nicht gesehen.

Immer noch mehr Menschen, ernährt aus begrünten Wüsten, machten immer noch mehr Radau, ob mit Mohammed oder ohne.

Nein, liebe Leute: Vernunft zuerst.

Sobald wir über 70% vernünftige, verständige Leute auf diesem Planeten haben, mag es was werden mit der Freien Energie.

Vorher sehe ich ziemlich schwarz damit.

 

Den Runophoben

Donnerstag, 18. Juli 2013

Mit das Lächerlichste, was mir im Laufe des Betreibens dieser Seite entgegenschlug, war, dass mir im Kommentarstrang zu “Warum Zeitreisen möglich sind (Gastbeitrag)” unterstellt wurde, ich wolle eine (germanische) Religion begründen, da ich lediglich erwähnt hatte, dass die Runen für mich keineswegs ein idiotischer esoterischer Krimskrams seien.

Dabei ist der dies vorbrachte weder ungebildet noch grunddumm noch dass er keinerlei Ahnung davon hätte; es scheint eine Art morphogenetisch antrainierter Reflex zu sein, vom Interesse an den Runen auf eine Art sinisterster Religiosität zu schließen.

Das ist gesetzt alswie ein Bollwerk. Doch ich bohre. (weiterlesen…)

Stottern, Schwäbeln, Hochdeutsch

Donnerstag, 18. Juli 2013

Kürzlich lernte ich einen wirklich merkwürdigen Kauzen kennen.

Sein Hochdeutsch (es war tatsächlich akzentfrei, obschon, wie ich nachher erfuhr, er Schwabe) war perfekt, dabei von einer derart eigentümlichen, schneidenden, schnarrenden Art, dass ich mich dessen wunderte. (Ich höre Hochdeutsch sehr genau.)

Mein Thekennachbar schließlich, als der andere ein paar Tage später wieder zugegen, am Stammtische schnarrte, erzählte mir, als ich ihn auf jenes merkwürdige Diktion ansprach, dass er den seit 25 Jahren kenne, der sei früher ein Stotterer gewesen. Das habe er sich erfolgreich abgewöhnt. Und jener sei so gebildet, von solch umfässlichem Wissen, mit einem derartigen Gedächtnis ausgestattet, dass es ihm wohl manches Mal selbst nicht gut täte. Meine Thekennachbarin zur Rechten sagte mir später noch, der sei ein Dichter.

Da ich nun nur des Schriftdeutschen mächtig, aber nicht des Hochdeutschen, man also, wenn ich Vorträge halte oder Geschäftsgespräche führe, wo dies angezeigt, oder in Norddeutschland mit Norddeutschen rede, immer meinen schwäbischen Akzent mühelos durchhört, egal, wie sehr ich mich anstrenge, kam ich auf dem Nachhauseweg auf die Idee, es jenem Manne versuchsweis einmal nachzutun, ob ich es tonal denn so besser zum Hochdeutschen brächte.

Und, siehe da, es gelang sofort, würde gewiss nicht ohne weitere Übung, über längere Passagen perfekt, aber wesentlich sauberer als sonst, da bin ich mir, obschon ich kein Tondokument davon habe, sicher.

Leider, nun, will ich mir einen derartigen Tonfall ganz bestimmt nicht angewöhnen.

Interessant aber, dass Stottern möglicherweise mittels genau jener Methode zu heilen ist, wie ich dahin könnte, meinen Akzent zu verbannen.

Es wird wohl auch keiner ernstlich behaupten, dass ein schwäbischer Akzent dem Sprechenden wie dem Hörenden quasi eins mit Gestottere; die Beobachtung, oder eher Erhörung, ist gleichwohl bemerkenswert.

Ich habe jedenfalls noch nie etwas von diesem auf den ersten Blick seltsamen Phänomen gehört.

Aber ich habe eine recht plausible Erklärung dafür. (weiterlesen…)

Von den Meistern deutschen Satzbaus

Mittwoch, 10. Juli 2013

Ja, ich wiederhole mich, aber mit Absicht. Und nicht nur.

Friedrich Nietzsche und Heinrich von Kleist sind für mich die Meister der deutschen Syntax.

Ich weiß von unseren Ahnen keinen, der je so viel so klar, sinnig, vielschichtig und dabei geschmeidig in einen Satz zu bringen wusste wie diese beiden.

Manchmal ist es, wie als ob die Erde von einem Satze beben müsste.

Alles greift ineinander und ist am richtigen Ort. Nirgend ein Stocken, ein Bruch der Rede. Vollausgeführte Geisteskraft.

Eine Tonalität und Rhythmik, die mit Bach zu vergleichen; nirgend ein störendes Element, eine Silbe zuviel; es fließt und fließt und fließt und steht dann wie in Stein gemeißelt. (weiterlesen…)

Wo sind die Novellen?

Mittwoch, 10. Juli 2013

Ich weiß nicht, ob ich je in der Lage sein werde, eine Heinrich von Kleists Novellen auch nur annähernd vergleichbare zu verfassen.

Sollte ich auch nur eine halbwegs anständige zusammenbringen, so werde ich sie jedenfalls ihm widmen.

Die Novelle ist eine scheinbar einfache literarische Form: im Wesentlichen ein Handlungsstrang bis hin zum Höhepunkt, ein klarer Ausgang.

Und doch, mich eingeschlossen, bislang zumindest, schreibt praktisch keiner mehr gute Novellen.

Es gilt daher einmal der Frage nachzugehen, weshalb das so ist. (Es liegt wohl nicht daran, dass man heutzutage nicht einmal mehr seinen Sohn, selbst wenn er schon größer, als man selber, noch ein Schreiberbier holen schicken kann, was jetzt gerade wieder einmal ärgerlich.)

So, das Bier ist bey, die Frage damit aber nicht beantwortet.

Kann es sein, dass gerade die Einfachheit die Sache so schwierig macht? (weiterlesen…)

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