Grüße gen Mountain View

Wenn ich mir nur vorstelle, ich wäre so ein Abhörmaschinennachgleichrichter, so ein halbgebildeter hochbezahlter Netzstenz beim Google oder gleich bei der NSA, da finde ich ü, ä und ö bald schon nicht mehr auf meiner eigenen Zerzasteratur.

Jeden als Bösen aussieben, der noch ein Gran Verstand bei sich zu tragen wagt, seine Vermutung, dies sei so, gar mitteilig werden lässt.

Was für ein erbärmlicher Scheißjob.

Dann noch, wie als ob der Selbstdemütigung so nicht schon genung, dem Abteilungsleiter unter Verrenkungen klarmachen müssen trachten zu müssen, dass da ein besonders verdächtiger, potentiell gefährlicher Vogel aufgespürt sei, der zwar nicht einmal wisse, wie man ein Streichholz anbrennt, aber doch mit recht bedenklichen Worten einherkäme.

Wie hält man es in so einem Puff länger als sechs Wochen aus?

Kokain? Whiskey? Besser beides, und genug davon, und nur vom Besten?

Nein, keine Joints. Schon nach dem ersten setzt es nämlich einen Weinkrampf. Oder einen Burnout. Oder sowas.

Wider so ein Leiden helfen nichtmal masse loser, leicht verfügbarer Weiber. Keine Chance. Die haben keine Ahnung.

Schnell dräut, will man nicht kündigen oder in einen Graben fallen, was im Ergebnis leicht dasselbe, der Stall.

Im Stall nämlich dann arbeitet man nicht nur selbst kameramäßig und über den Rechner totalüberwacht, sondern hat man überdies jede Stunde seine “five minutes”.

Zwei oder drei oder auch mal vier gegen einen. Fortschritte oder auch Nichtfortschritte werden abgefragt. Ganz entspannt. Man nennt sich schließlich beim Vornamen.

Nicht keine eine Nase. Man schläft inhouse. Nur ein Leichtbier im Kühloschranko.

Das reicht aber nicht.

Denn auch hier, wie sollte es heutzutage anders sein, kömmt die Psych.

Die will aber gar nicht spielen. Der Junkie, der sie mal flachgelegt hat, den hat sie sich gemerkt. Nix mehr. Jetzt ist ernst mit Psych.

Wie es sich denn ergeben habe, dass derartige Inkonsistenzen ins Leben eines doch nicht nachweislich Minderbegabten getreten seien?

Man möchte nicht ausweichend antworten. Ob man etwa latent, vielleicht unbewusst, Sympathien zur Gegenseite hege? Habe man sexuelle Probleme? Wäre ein Alkoholentzug zu erwägen? Trete fallweise Vergesslichkeit auf? Hygienische Nachlässigkeit?

Ja, man weiß spätestens ab da, dass man und frau sich um einen kümmern.

Immerhin das. Ob der Leichenwagen schon wartet, das weiß man allerdings aus gutem Grunde nicht.

Plötzlich ist der Hausschlüssel weg, und im Beutel fehlt eine Scheckkarte. Das ist der klassische kleine Stresstest. Beim großen fehlen zudem plötzlich Uhr, Schuhe, auch noch ganz andere Sachen.

Dann wieder zur Psych. Ob man denn heute etwas entspannter sei als gestern? Wie die Frühstückseier geschmeckt hätten? Ob man gut geschlafen habe? Alpträume?

Dann wieder ran und lesen. Gnadenlos. Berichte. Eine Stunde später wieder die Psych.

Nein, diesmal sitzt die Psych nur dabei. Es ist der Abteilungsleiter, der den Hauptabteilungsleiter kurz vorstellt. Alswelchletzterer sich nach dem Befinden des Probanden gar höflichst erkundigt.

“I’m fine.”

“Yes, we know that. But you are not one fuckin’ bit more than perfect!”

“Really not?”

“Really not.”

Da ist es erst zehn Uhr am Morgen, und die ganze Scheiße hebt erst richtig an.

Dann nämlich muss er diesen Text lesen, denn dummerweise kann er leidlich Deutsch, und er weiß, dass er um Elfe schon wieder der Psych von seiner Verdauung zu berichten hat.

Und dann, noch vor der nächsten Psychrunde, muss er dem Abteilungsleiter erklären, weshalb der kein Deutsch kann.

Jaja, Grüße gen Mountain View.

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