Weg mit den Schmerzphonen! (II)

Resozialisierung.

Der was in der Rübe hat, trägt so ein Schmerzphonding nicht ohne Not herum.

Kein normaler Mensch muss stets erreichbar sein.

Bin ich denn ein Funkhampel, wo immer je? Wie bitte? Was?

Inzwischen (nicht dass ich es je so hatte) wäre das für mich, käme mir mein Weib damit (grade ist keines da), ich müsse ein Schmerzphon herumtragen, um immer erreichbar zu sein, ließe sie nicht nach, ein klarer Trennungsgrund.

Darf ich nicht einfach mal durchs Städtle latschen, auf der Wiese sitzen, mit zwei Kumpels ein Bierchen einlöffeln, also, wie es mir gefällt?

Bin ich der Affe beliebiger Erreichbarkeit?

Darf ich einfach auch mal leben, alleinsein, dortsein, mit welchen sein, wo ich will, ohne Überwachung? — ?

Drei reife Männer feiern im Jänner, spontan, einfach so, im Freien.

Erst kürzlich.

Etwas Musik, die guten alten Stones, das Bier kühlt sich selbst, man tanzt schon ob der Kälte.

Kein Klingeln.

Nein.

Nicht einmal zu befürchten.

Es kann nämlich gar nicht kommen.

Denn keiner hat ein Schmerzphon dabei.

Wir sind jetzt hier.

Und spricht uns einer nett an, so sind wir genauso freundlich.

Weg mit der Erreichbarkeitssklaverei!

Klar: Wir sind irgendwo in der Stadt.

Wer aber etwas will, der muss uns erst finden und dann selber antreten.

Ansonsten sind wir’s, einfach so, und es ist die wirkliche Welt um uns, derer wir gewahren.

Geschichten herunterbrechen und Ernstwerden und Lästern und Kalauern und Lachen.

Frei.

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“Spende nie an eine Organisation, die in einem größeren Haus wohnt, als du selber.” (A.C.)

Wir drei leben auf 81 Quadrat – wegen des Unterrichtsraumes eigentlich neun weniger.

Haben Sie mehr als 24?

Magnus Göller – Volksbank Stuttgart – BLZ 600 901 00 – Kto. 580 280 13

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6 Antworten zu “Weg mit den Schmerzphonen! (II)”

  1. Dude sagt:

    Sehr schöner Zweiteiler, danke Dir!

    “Inzwischen (nicht dass ich es je so hatte) wäre das für mich, käme mir mein Weib damit (grade ist keines da), ich müsse ein Schmerzphon herumtragen, um immer erreichbar zu sein, ließe sie nicht nach, ein klarer Trennungsgrund.”

    Von meiner Seite wär’s das nicht, aber wenn sie drauf bestünde, dass ich so ein Teil benütze, wär’s wahrscheinlich von ihrer Seite her einer. ;-)

    “Darf ich einfach auch mal leben, alleinsein, dortsein, mit welchen sein, wo ich will, ohne Überwachung? — ?”

    Das dürfte heutzutage schwer werden. Kennst Du abgelegene, tiefe Höhlen? ;-)

    Ps. Du hast übrigens die Werbung vergessen. *grins* ;-)

  2. Holzschnitt sagt:

    Wo du recht hast hast du recht. Finde es toll dass Du sowas tust. “Forever Young!”. Beneide Dich ein klein wenig……

  3. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Holzschnitt

    Du weißt, wovon ich rede…

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Unter der Alb gibt es solche Höhlen.

    Es ist aber auch schon schön, ohne Schmerzphon mitten in Stuttgart mit ein paar Spezis auf der Gass’ unter Gelächter zwei Biere zu trinken.

    Machen das mehr und mehr Leute…

  5. Holzschnitt sagt:

    @Magnus Wolf Göller

    Selbstverfreilich Fratello, fast scheint mir als ob meine schwächliche Erscheinung beigewohnt hätte. Wie die pläisierhafte Verfestigung und Bildung des Kerns einer dereinst sagenumwobenden Künstlervereinigung. Neue Wege braucht das Land und der Planet. Der Sprachgewaltige, der listige Narr und vor allem der unwiderstehbare Trendsetter. Bald ein rotierender Magnet der Kreativität der andere geistig schaffende faszinieren und anziehen wird…….

  6. Dude sagt:

    @Magnus

    Würdest Du den ganzen Elektrosmog rund um Dich herum mit den Augen sehen können, würdest Du aber selbst in tiefster mondscheinloser Nacht ohne künstlichem Licht massiv geblendet…
    https://dudeweblog.wordpress.com/2013/03/19/elektrosmog-und-handystrahlung-als-zerstorer-des-lebens/

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