Kiffen ist konservativ (II)

Über hundert Strafrechtsprofessoren erklären öffentlich, dass die prohibitive, Konsumenten kriminalisierende Drogenpolitik ihrer Einschätzung nach gescheitert sei.

Portugal ist längst weiter, Uruguay legalisiert den Hanf teilweise, Holland verfolgt Kiffer schon lange nicht mehr, in den USA läuft in Kalifornien eine mittlere Farce von wegen “medizinischer” Anwendung (die problemlos jeder für sich reklamieren kann), Colorado hat eben freigegeben, Wahsington State will folgen.

In Berlin aber Schweigen im Walde. Ebenso in den Schafsmedien. Man berichtet zwar, regt aber keine Debatte an. Keiner traut sich. Oder hat einer was gesagt, ich es nur nicht vernommen?

Man duckt sich mal wieder feige weg. Man will offensichtlich schon die Debatte an sich vermeiden.

Dass sich CSU und CDU nicht vordrängeln, verwundert wenig. Denn sie sind auch längst keine konservativen Parteien mehr. Da der Rest erst recht dekadent, hört man auch sonst nichts.

Wovor haben die alle Angst?

Angst vor dem Volk kann es kaum sein. Gegen dessen vitale Interessen regiert und agitiert man ständig, regelmäßig, trotz medialem Dauerfeuer, gegen große Mehrheiten. Hier wäre das, bei ausgewogener Berichterstattung in den Medien zumindest, sicherlich anders.

Oder sind die wirklich alle davon überzeugt, es sei sinnvoll, Millionen harmlose Kiffer zu verfolgen?

Wenn ja, weshalb?

Erlaubt es der Große Bruder hinterm Teich nicht?

Nun, es mag einfacher sein, man weiß ja via NSA genug über unsere Parlamentarier, Deutschland einen vernünftigen Weg zu untersagen als eigenen Bundesstaaten.

Die mächtige Pharmaindustrie, wie schon im Erstartikel erwähnt, wird natürlich nicht begeistert sein, damit auch Ärzte und Apotheker. Baumwolle wächst in Deutschland ja glücklicherweise nicht. Aber man liefert Agrochemikalien dafür, nicht wenig.

Die Textilbranche mag auch ein Hemmnis sein. Hosen und Hemden und Jacken und Taschen aus deutschem Hanf hielten einfach zu lange, wären zu nachhaltig. Konservativ eben. Gelle, liebe GrünInnen?

Ich denke aber, dass sich das so nicht mehr lange wird halten lassen.

Denn die Sache ist auf noch mehr Ebenen absurd, zumal, wenn man an die Umwelt, an den Energieverbrauch denkt.

Denn inzwischen wird ein großer Teil des deutschen Drogenhanfbedarfs im Inland, stromintensivst, auch unter Verwendung von nicht wenig Chemie, unter Kunstlicht gezogen. Was für eine Verschwendung! Konservativ wäre es, die Sonne und den Acker bzw. Garten zu nutzen.

Dass, nebenbei, auch noch die noch immer nicht geringen Importe zurückzufahren wären, also prinzipielle Autarkie zu erreichen wäre (klar: Wer es sich leisten will, wird weiterhin Importware aus Marokko usw. kaufen), tausende sichere legale Arbeitsplätze im Inland entstehen könnten, mit entsprechendem Aufkommen an Steuern und Abgaben, ja, auch das erscheint – wem? – zu konservativ.

Vielleicht ist das ja das letzte Argument (das man sich natürlich auszusprechen hüten wird): Hanf ist konservativ.

Den Schimpf, konservativ zu sein, will sich eben keine unserer progressiven Parteien aufladen.

Konservativ zu sein ist schließlich das Letzte.

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