Kiffen ist konservativ

Alles läuft auf die Hanffreigabe zu; sie scheint nicht mehr aufzuhalten.

Was wird geschehen, wenn der Prohibitionswahnsinn endlich endet?

Leute, die von den Eigenschaften des Hanfs so wenig wissen wie ein Amazonasindianer vom Brotbacken, befürchten bereits, dass US-Konzerne das Geschäft mit dem Drogenhanf quasi monopolisieren könnten.

Eine lächerliche Annahme. Wer Tomaten pflanzen kann, kann es auch mit dem Hanf. Er braucht nur entsprechendes Saatgut, um gute Ergebnisse zu erzielen. Gute Sorten gibt es hunderte, wenn nicht tausende, und binnen zwei oder drei Jahren hat jeder gute Züchter eine neue Varietät.

Also wäre der Drogenhanf nur unter einer Welthanfdiktatur zu oligopolisieren. Das ist sicherlich einer der Gründe, weshalb man ihn nicht freigeben will. Monsanto wird es nicht freuen.

Auch die Pharmaindustrie wird lange Gesichter machen. Chronische Schmerzpatienten werden massenhaft umsteigen, sich ihr Medikament billig beim Bauern kaufen oder selbst ziehen.

Viele spekulieren auch darauf, dass die Freigabe indirekt erhebliche positive politische Konsequenzen haben werde. Das mag ein Wunschtraum sein, ist aber keineswegs auszuschließen.

Immerhin könnten Millionen bislang Kriminalisierte ihr Leben unbeschwerter leben. Der kiffende Staatsanwalt müsste vor seinen Kollegen keine Angst mehr haben, ebenso wie der kiffende Polizist oder das kiffende Vorstandsmitglied. Mit einem Schlage vier Millionen Gewohnheitskriminelle weniger im Land. Noch mehr Millionen Gelegenheitskriminelle. Eine gewaltige Entlastung für Polizei, Justiz und zumal die Ex-Kriminellen.

Kriminell ist in der Tat in Wirklichkeit, dass man Konsumenten dieser Droge immer noch kriminalisiert. Sie in den Schatten treibt. Damit auch und gerade Jugendliche in die Hände jener, die üble Chemodrogen oder gar Heroin an den Mann bringen.

Mit dem Hanf hat man sich nun auch wirklich einen üblen Feind eingehandelt. Er ist nämlich die vielseitigste und über fast alle Klimazonen hinweg wüchsigste Nutzpflanze überhaupt. Die Saatgutselbstzucht ist problemlos, für jeden Standort sind schnell eigene Sorten adaptiert. Ein Alptraum nicht nur für die Baumwollindustrie, die Hersteller von Herbi- und Fungi- und Insektiziden. Selbstversorger überall. Was für eine Teufelei.

Achtzig Jahre lang zu einer der großen Menschheitsbedrohungen erklärt, kehrt die vielleicht älteste Nutzpflanze ebenjener Menschheit auf die Weltbühne zurück. Man muss diese achtzig Jahre als Jahre der aberwitzigen Hetze abtun.

Das mag dann durchaus eine massenpsychologische Wirkung haben. Verbot die Moderne doch, was unaufhaltsam wiederkehren musste. Diese Erkenntnis mag den Geißfuß des Hinterfragens mittelbar auch unter andere Lügen unserer Epoche setzen.

Man kann durchaus in mehrerlei Hinsicht sagen (ja, liebe Konservative, das mag manchen von Euch nicht schmecken), dass Kiffen konservativ sei.

Dekadent ist allein das Verbot.

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“Spende nie an eine Organisation, die in einem größeren Haus wohnt, als du selber.” (A.C.)

Wir drei leben auf 81 Quadrat – wegen des Unterrichtsraumes eigentlich neun weniger.

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Magnus Göller – Volksbank Stuttgart – BLZ 600 901 00 – Kto. 580 280 13

 

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9 Antworten zu “Kiffen ist konservativ”

  1. Anonymus sagt:

    Ich gestehe es: Ich habe nie gekifft ! (Ich weiss, ein Skandal und so was will studiert haben. Zu meiner Entschuldigung kann ich nur anführen es waren Naturwissenschaften, die an einer richtigen “Alma Mater” ohnehin nur am Rande geduldet werden)

    Ich war, bin und bleibe überhaupt Nichtraucher!

    Aber zur Sache. Die Menschen sind offenbar unterschiedlich resistent gegen Rauschsucht aller Art. Bei uns ist der Verkauf von Alkohol frei und jeder kann sich beliebig oft einen antüteln. Trotzdem sieht man bei uns im Strassenbild kaum mal einen Besoffenen herumtorkeln, in den skandinavischen Ländern scheint das dagegen häufiger zu beobachten zu sein. Andererseits ist in Australien der Verkauf von Alkohol an die Eingeborenen verboten (Rassendiskriminierung, aber von der UNO unbeanstandet) weil die sonst ununterbrochen alkoholisiert sein würden und sich alle zu Tode saufen. In Südostasien scheint das Opiumpfeifchen dagegen in der Monsunzeit normal zu sein und wenn der Regen aufhört, nüchtern auch alle wieder aus.

    Wo stehen wir Europäer? Ich weiss es nicht, aber wenn morgen in jedem Supermarkt zwischen Pflaster und Vitaminpillen Opium und Heroin angeboten würde, glaube ich nicht, dass Europa untergehen würde. Sicher würde es ein paar Opfer geben, wahrscheinlich würden aber wesentlich mehr Staatsdiener, die den Konsum verhindern, arbeitslos werden. Ansonsten können wir den Rausch sowieso nicht verhindern und wenn die Interessierten an Lack- und Klebzeugdosen mit Lösemitteln schnüffeln, bis Ihnen die Sinne schwinden.

    Wie war das eigentlich früher bei uns in Deutschland, als noch Hanf angebaut wurde, weniger als Dichtungsmaterial für Klempner, als mehr zur Gewebegewinnung angepflanzt wurde. Strassennahmen wie “an der Hanfrötze” geben Hinweis, dass das in grossem Stil geschah. Haben sich unsere Urgrosseltern nebenbei auch an dem Cannabis berauscht? ich weiss es nicht!

  2. suspect1 sagt:

    Das ganze Delirium der Räusche entspringt den MainStreamMedien.
    Jede Gesellschaft schafft ihre Gelegenheiten und auch jede Seele schafft ihren eigenen Rausch. Egal mit welchem Hilfsmittel sie den Weg der Erkenntnis sucht.
    Ein Pfund Wurst aus dem Supermarkt schafft mehr Delirium als Hanf, obwohl ich den auch probiert hatte, aber leider nicht vertrug oder dann auch betrug.

  3. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ suspect1

    Ja, ich vergaß zu erwähnen, dass Kiffen zwar nicht fruktarisch, aber immerhin vegan ist.

  4. Thomas sagt:

    Bis Siebzehn- oder Achtzehnhundertirgendwas war es in Amerika unter Geldstrafe verboten, Hanf auf seinen Feldern bei Verlangen der Behörden NICHT anzubauen. Dann irgendwann lobbyierte die Papierindustrie…

    @Anonymus: Du kannst auch Kekse draus backen ;p

  5. suspect1 sagt:

    Manchmal auch bewußtseinserweiternd für die, die eine Bewußtsein statt Rinde haben.

  6. Holzschnitt sagt:

    Freewheelin Franklin sagte: “mit Hanf kommst du besser durch Zeiten ohne Geld als mit Geld durch Zeiten ohne Hanf!” Es macht (nicht nur) gesunden Appetit sondern ist auch ein Aphrodiasakum… (wurde mir zumindest berichtet). Und für alle dir gerne mehr wissen wollen: “Von Hanf ist hier die Rede” von Behr lesen!

  7. Anonymus sagt:

    @ Thomas

    >>>> @Anonymus: Du kannst auch Kekse draus backen ;p

    Richtig, ich erinnere mich an ein Interview mit dem prominenten Kommunarden Fritz Teufel, der zu berichten wusste, dass seine Mutter auch nicht rauchte und man die dann mit Hasch-Keksen abgefüllt hätte. Die hätte zwar steif und fest behauptet nichts zu merken, aber auffälliger Weise die ganze Zeit albern herumgekichert…

    Ich will doch keine Kichererbse werden, das lasse ich also besser mal!

  8. Anonymus sagt:

    Sachfremde Benutzung von psychoaktiven Substanzen.

    Irgendwo habe ich mal gelesen, dass jemand in einer öffentlichen, “gemischten” Sauna anstelle eine Aufgusses eine Tüte voll Bilsenkrautsamen auf den Ofen ausgeleert hätte… Das hätte eine “tolle” Wirkung auf die Saunierenden gehabt….

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