Die Ballade von der Tirade

Ohne Tiraden wär’ die Welt missraten.

Alles schleimte und reimte und schlunzte und verzwunzte nur so vor sich hin, in der Lämmer Dämmer.

Die Säfte mischen sich wieder richtig. Es haut die ganze Schlacke raus. Zu Schwindlers Graus.

Der gerade noch von der traurigsten Gestalt, gibt der Welt einen neuen, eigenen Dreh.

Den Maden ohne Gnaden.

Die Maid reibt sich die Augen, der Platzhirsch wird unwirsch, der Kwass blass.

Die Wirtin versucht noch die Hirtin.

Der Tiradeur indes, welch Malheur, er hält nicht inne, diese Springspinne, verwirrt übers Gehör die Sinne.

Und mit etwas Glück und Geschick der wackere Ritter, kriegt keins aufs Gegitter.

Das Volk endlich zerstreuet und freuet sich, dass der Tiradeur nun Ruhe schenkt, seines frischen Schicksals gedenkt.

Zum Glücke, und zum Verrücke, ist der Kwass nicht allwo blass, das Bier bleibt blond, die Wirtinhirtin, also neu, wird von Durste nach dem Furste treu besonnt.

Ein Leben ohne Tirade, das wäre wirklich schade.

 

 

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Eine Antwort zu “Die Ballade von der Tirade”

  1. Holzschnitt sagt:

    Gut geschrieben, du alter sympathisch-scharfsinniger Haudegen. Unsere Triole strebt gegen Unbesiegbarkeit. Einer bügele in Liebe die Unvollkommenheit des anderen aus…….

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