Dem Großen Georg Christoph Lichtenberg

Lichtenberg meinte, dass ihm nie langweilig werde, denn er schaue im Zweifel einfach in die Gesichter der Leute.

Damals gab es noch kein Netz, nur die Leute auf der Straße.

Deren Gesichter mögen ausdrucksstärker gewesen sein als jene der Leute heute. Ich weiß es nicht.

Vielleicht habe ich es zu einfach.

Ich muss nur SPON aufmachen, und es ist fast garantiert, dass ich grandiosen Blödsinns gewahre, oft so stark, dass er wirklich die Langeweile vertreibt, gar noch länger als ein Viertelstündchen.

Es ist auch ähnlich dem Aphorismus, oder der Beobachtungen, die Lichtenberg im Winter vom Fenster seines Hauses machte, wie die Leute in gar merkwürdigem Verhalten den morgendlich frisch verschneiten Platz erst nach Voreingewöhnung schräg queren, dann folgsam.

Er siehet schon, immer wieder verwundert darob, wie wenig vernünftig der Mensch doch. Zumal in der Herde.

Und mit welcher Menschenliebe und doch allem Wohlwollen er das sieht!

Er ist der Dummheit der Leute nicht böse. Sie verwundert ihn nur, und dessen tut er Ausdruck.

Einer unserer Großen, aus der Zeit, als die noch aus jedem deutschen Winkel sprossen.

 

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