Und wieder ein merkwürdiger Künstler

Gestern habe ich mal wieder jemanden kennengelernt, der erschien, als könne er nur einem etwas überdrehten Drehbuch entstammen, in der Wirklichkeit kaum so existieren.

Natürlich ist er ein Künstler.

Nein, keine Angst, er ist nicht ich und auch kein Schriftsteller.

Als wär’s, wie gesagt, vom Film, haust er mitten in der Stadt in einer Kate, einer Klause, wie ich sie vordem kaum gesehen.

Praktisch alles steht einfach so herum.

Und wiederum wie aus einer Fiktion: Ein schwerer Schlag beraubte ihn lange seiner praktischen Möglichkeiten als Musiker. Es geht aber wieder. Ich habe es gehört.

Und es eignet dem völlig friedsamen Manne (wieder?) eine Physis, mit etwa sechzig, dass ich keinem frechen Zwanziger anraten möchte, zwanghaft mit ihm anzubinden.

Und immer noch so viel Schwäche neben all der Kraft!

Ich weiß nicht, ob wir uns wiedersehen werden. Jedenfalls vorsätzlich. Vielleicht war ich ihm schlussendlich zu anstrengend. Es liegt an ihm.

Kann man, darf man so einem Manne überhaupt zu helfen suchen?

Was wird er, außer an dionysischem Abende, noch hören wollen, können?

War ich überhaupt dort? Waren es wirklich wohl zwei Stunden?

Ich habe mir, ganz absichtlich, nicht nur da ich Weins etwas beladen, die Adresse nicht gemerkt. Ich weiß nur noch ungefähr, wo seine Kate.

Wie als ob mich die merkwürdigen Künstler verfolgten. Oder ich sie.

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