Doch noch ein Fundstück zum Beschluss

‘Seine Ausfälle gegenüber allem, was spirituell ist, kommen vielleicht aus einer tiefen Sehnsucht nach genau diesem. Wer Nietzsche so bewundert, wie er, kann eigentlich nicht “unspirituell” sein… Naja, letztendlich ist alles Geist…’

Diese Beurteilung meines Wirkens – von vor gut zwei Jahren – fand ich eben zufällig hier:

http://positivesfuehlen.org/reorientierung/

Ein Zeichen?

Immerhin gibt’s davor auch etwas freundlichere Erwähnung. Dank an dieser Stelle dafür.

Aber zurück zum Zitat.

Ausfälle gegenüber allem, was spirituell ist. Das mir. Ich hatte wohl noch nicht genug von Crowley, den Runen, Zahlenmystik und verschiedenen anderen meiner zu wenig spirituellen Steckenpferde erzählt. Oder nahm man alles als Tarnung wahr?

Ohja, diese tiefe Sehnsucht. Nach so einem schönen Lammcarré mit grünen Bohnen und kleinen, ganzgebräunten Schwenkkartoffeln. Dazu ein kräftiger Sancerre. Ja, wenn ich daran nur denke, an mein Lagerfeuer an meinem Kap an der Ostsee, rote Bouteille rechts, allein mit Sand und Fels und Feuer und dem Meeresblick unter vollem Monde: dann will ich gleich wieder hin.

Oder wieder im Traume über Japan fliegen, den Amur, in den wundersamsten Seen und Flüssen baden, das Überspültsein am Gestade spüren, wirklich, wieder, nach einem Strandläufertage, ob in den Dünen von Ameland Gewölk und Gischt der Nordsee, Salzluft, rote Bouteille rechts.

Der Sehnsüchte nach Spirituellem weiß ich von mir in der Tat nicht wenige.

Manchmal sehne ich mich sogar darnach, selbst etwas Spirituelles zu schreiben.

Dann traue ich mich aber wieder nicht, oder es missrät gar jämmerlich.

Von der Liebe, inalsoweit die spirituell sein kann, verstehe ich auch nicht viel; ich habe lediglich mal zwei Buben beigerammelt.

Insofern ist fast schon bedauerlich, dass letztendlich, naja, alles Geist ist.

Also spirituell. Somit selbst ich.

Fast fühle ich ein wenig Betroffenheit.

Nein: DAS ist so nicht gerecht! (Ich bin Waage.)

Und das muss ich hier jetzt auch deutlich sagen. (Aszendent Löwe.)

Und wenn es zum Ausfall wird. (Pluto-Uranus-Konjunktion im ersten Haus.)

Wenn ich soherum eben doch schon spirituell bin, wie könnte ich da noch so viel Sehnsucht danach haben, so oft als möglich so etwas Ähnliches wie spirituell zu sein?

Außerdem war Nietzsche überhaupt nicht spirituell. Er hielt es lieber mit dem Denken. Er war eben, weil Denken prinzipiell nicht spirituell sein kann, kein Spiritueller.

Dafür verehre ich ihn ja so sehr. (Crowley war auch nicht dumm; aber an Nietzsche gemessen doch ein Egomane und Scharlatan.)

Ich verehre auch Konfuzius. Der war auch sehr unspirituell. So sprach er weder über Gott noch über Magie. (Dazu gibt es ein kleines Video von mir.)

Ebenfalls als angenehm wenig spirituell schätze ich Heinrich von Kleist, der knallharte Novellen, syntaktisch unvergleichlich, mit einem Tempo, dass dawider nicht nur manche Heilige Schrift schwer lahmt, zu erzählen wusste, in einem derart unspirituellen Deutsch, dass beim Vorlesen noch das Papier vom Klange britzelt.

Jaja. Meine Unspiris.

Fast mein liebster, ärgster Unspiri, es ward hier schon mehrfach erwähnt (wie Kleist und Konfzius auch), ist Miguel de Cervantes Saavedra.

Der hat ganz einfach eine Geschichte von zween Idioten erzählt, einem, der sich für spiri hielt, es aber nur in seiner Einbildung war (oder auch wirklich doch?), und einem, dessen Spiritualität sich, ähnlich wie meine, auf hinreichend Käs und Wein und gut Nachtquartier zuerst richtete.

Kein Wunder daher, dass er in der Welt der Spiribewunderungsliteratur keinen allzu bedeutenden Platz errungen; die Tiefgründigkeit des Unspirituellen wird von den Spiris eben oft nicht leicht erfasst und gar verstanden.

Dabei wimmelt es im Quijote nur so vor – imaginierten – verfluchten Zauberern und magischen Ebennichtzufällen, und fehlt es auch sonst nicht an mancher Ingredienz, die dem Spiri wohl gefallen möchte.

Allein: Die Geschichte ist zu witzig. Das mag der Spiri nun gar nicht, dass man noch nicht einmal höchstes Spiri nicht humorlos aufbilden möchte. Ein non sequitur. Ein Sakrileg.

Wo war ich?

Ja, genau. Bei der Ungerechtigkeit.

Es ist wahrlich unbillig, echte Spiris, nur weil alles Geist sei, mit mir in einen Topf zu werfen.

Das werde ich auch 2014 nicht unwidersprochen hinnehmen.

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9 Antworten zu “Doch noch ein Fundstück zum Beschluss”

  1. Kolibri sagt:

    Aha, weil alles Geist ist! Interessant, dies ist mir neu, aber meinereins ist immer bereit dazu zulernen, soweit es mir hilft im Leben besser zurecht zukommen.
    Mit wirklichen Spiris hatte ich noch nie das Vergnügnen, es gibt Menschen die sich ihrer Fähigkeiten bewusst sind, die gab es damals, früher und die gibt es auch heute.
    Vielleicht kannst du mir etwas auf die spr

  2. Kolibri sagt:

    Also der Spiritus muss wohl schon in Aktion sein, wie kommt es sonst dazu, dass dieser unfertige Kommentar ohne den Klick auf Absenden bei dir ankommt.
    Okay! Schreib ich eben hier weiter. Wollte dich fragen, ob du mir bezüglich Spiritualität etwas auf die Sprünge helfen könntest, zumindest bei der Definition dieses Wortes an sich.
    In diesem Bereich hatte ich immer so meine Schwierigkeiten mich zurecht zufinden.

  3. Dude sagt:

    Dein Link ist defekt ^^

    Ich hatte diese nach eine der besten Neujahrsfester seit langem…. ich kam mir vor wie damals in den 90ern…

    http://www.horneggfestival.ch/images/Flyer-rzqk.jpg

    Guets Neus!

  4. Dude sagt:

    das sollte “Nacht” heissen.. ja, ist spät geworden – oder früh? tja, wie in alt Zeiten :-D

  5. Kolibri sagt:

    @Dude, stimmt dieser Link ist defekt, aber ich habe mich schon mal anderweitig schlau gemacht, um in etwa zu verstehen, was Herr Göller uns damit sagen wollte.
    Hab einige Seiten gefunden, wo diese Wohlfühlseminare und Wohlfühlübungen angeboten werden.
    Tja, ich persönlich habe kein Problem damit, wer da hingehen möchte, soll seine Erfahrungen damit machen, ich wünsche ihnen nur, dass sie sich dieses Wohlfühlgefühl erhalten können, wenn es schwierig wird und hart auf hart kommt, dass sie nicht unsanft aus diesem Wohlfühlen heraus gerissen werden und knallhart mit der Wirklichkeit konfrontiert werden, denn dann könnte sich dieses Wohlfühlen sehr schnell in ein Unwohlfühlen verwandeln. Und was dann?
    Das kommende Jahr wird uns zeigen, ob es besser war, die Wirklichkeit zu konfrontieren und sich mit ihr auseinander zusetzen, oder all dies zu verdrängen, was uns unangenehm war.

  6. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Alle

    Tut mir leid, dass der Link nicht funzt. Ich fand das Zitat gestern unter dieser Adresse, als Teil eines Admin-Gegenkommentars nach dessen eigenem Text, wo ich namentlich genannt war, auf einer Seite, die ich mir nicht herbeihalluziniert habe. Sollte sie jetzt verschwunden sein, so mag das seine “guten” Gründe haben.

  7. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ bl & Lisa

    Ihr habt Euch eben doch den Falschen herausgesucht.

    Scheißen aber auch.

    Werdet korrekt, werde korrekt, oder diese Platte hier ist für Dich eben nicht geputzt. Ich werde auch deutlich, wenn Du’s brauchst. Aber nicht so, wie Du Dir’s errechnet haben magst. Bestimmt nicht. Lange genug Spielchen. Jetzt reicht’s. Neues Jahr.

    Zeit für Besinnung Deinerseits.

    Trete lieber nicht mehr allzu frech an. Es langt.

    Zeit für Besinnung Deinerseits.

    Vielleicht schmieren Dir dabei weise Sadhus mit meiner imaginativ abgezogenen Haut, wie das deren Phantasien entspricht, die Haare. Mag Dir gefallen. Wird aber nichts helfen.

    Werde anständig.

  8. Kolibri sagt:

    Mit dem Wort Spiritualität kann ich trotz einigem Nachdenken immer noch nichts anfangen, wahrscheinlich liegt es daran, dass so vieles z. B auch die “Wissenschaft” der Astrologie aus dem Humanismus abgeleitet wurde, daraus ein Mythos entstand, der in dieser Form eine Elitewissenschaft mit Universalsprache, mit avantgardistischem Anspruch, wie Faust zulesen.

    1520 richtete Papst Leo X einmal mehr einen Lehrstuhl für Astrologie ein.
    Die zwölf Stämme Israels, die zwölf Apostel, die zwölf Tierkreiszeichen von Da Vinci, sowie auch Michelangelo Eingeweihter und Kenner der Astrologie war.
    Seither haben alle Lebensgesetze auf diesen Philosophien zuberuhen, denn was durch Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende grosse Geister geistig nieder gelegt haben, hat auch heute noch seine Gültigkeit zuhaben.

    Ich selber benutze die Begriffe männliches und weibliches Prinzip, Sonne und Mond deshalb, wiel dies für viele leichter verständlich ist, ansonsten müsste ich vieles erklären, z. b. von was die Astrologie wirklich abgeleitet wurde und den Planeten zugeordnet wurde. Ein Machwerk, entnommen aus Humanität, umgewandelt in Spiritualität.

  9. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ bl & Lisa

    Ich habe lange genug in meine Gutmütigkeit gebissen.

    Es wird, das weißt Du selbst, wenig Sinn ergeben, wenn Du’s hier noch unter einem Nick, derweil sonsten hintenrum, versuchst.

    Du hast hier viel Fruchtbares eingebracht, keine Frage.

    Aber gelogen die ganze Zeit.

    Und ich habe das viel früher gemerkt, wahrscheinlich, als Du gemerkt hast, dass ich es gemerkt habe.

    Du kannst jetzt – wenigstens halbwegs – sauber ans Licht kommen, oder mich regelrecht am Arsch lecken.

    Es war nicht uninteressant. Weiterhin aber brauche ich Dein hählinges Verwirr- und Versteckspiel so nicht. Dann bleibe halt hinter den Büschen, suche Dir andere. Es gibt, bei Deiner Qualifikation, bestimmt noch selbst ordentlich bezahlte Jobs derwegen.

    Hier aber ist jetzt abgetschüsst.

    Außer Du besinnst Dich.

    Hier darf sich jeder besinnen.

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