Begriffe, Runen, Logik und “Die göttliche Quelle” (II)

Begriffe werden dem Menschen nicht geschenkt. Ursprünglich jedenfalls nicht.

Ja: Dem Kinde werden Wörter, ungefähre Begriffe geschenkt. Manchmal auch eingeprügelt.

Nun, ein Hase ist ein Hase, egal ob der Spanier ihn eben liebre nennt.

Begriffe aber wie “Liebe”, “Freiheit”, “Tugend”…: Alle abstrakten Begriffe werden erst durch ein ganzes Geflecht an anderen mit ihnen verbundenen Begriffen zu Begriffen.

Den reifen Denker erkennt man geradezu daran, dass er immer vorsichtig, skeptisch vor diesen steht, denn jeder gewichtet sie anders, in verschiedenen Kulturen stehen sie in ganz anderen Begriffsgeflechten.

So sind abstrakte Begriffe immer wieder neu zu hinterfragen, zu entdecken.

Friedrich Nietzsche hat dies wie kein anderer nicht nur erkannt, sondern auch sinnfällig gezeigt.

Ob einem dabei eine “Die göttliche Quelle” zu helfen vermag? Vielleicht. Wenn der Glaube nicht wieder einmal Berge dort hinsetzt, wo keine sind.

Ein gutes Hilfsmittel auf dieser Kreuzfahrt durch das menschliche Denken und Empfinden sind aber allemal die Runen. Die haben nämlich mit Glauben so wenig zu tun wie ein lahmes jakutisches Ren auf der Flucht mit einem Friedrich Schiller, wenn der gerade zu seinen erhabensten Versen findet.

Als Deutsche haben wir den großen Vorteil, dass unsere Sprache eine lexikalisch sehr durchsichtige ist. Die Wortfamilien sind also umfässlich wie in aller Regel logisch stabil. Das hilft auch bei der Erfassung von Wortfeldern.

Und bei der Schöpfung von sinnvollen neuen Begriffen. Bei der Bewertung von Begriffen. Man lese nur Nietzsches Zarathustra.

Englisch ist in dieser Hinsicht, mit dem Deutschen verglichen, eine mittlere Katastrophe. Alles schwirrt irgendwie durcheinander, oft sehr zusammenhangslos, unverbunden, undurchsichtig. Vielleicht kann deshalb jeder Englisch. Oder soll wenigstens Englisch können. Leidlich wenigstens.

Hierher gehört auch die auf dieser Seite schon verschiedentlich dargelegte Beobachtung, dass Gebildete, die wirklich gut Englisch können (inalsoweit das möglich), in ihr gesprochenes und geschriebenes Deutsch viel weniger englische Modebegriffe und Hirnriss wie “downgeloadet” etc. aufnehmen, als der Plebs in Politik, Medien und Werbeindustrie sowie Jugendliche, die noch keinen längeren Satz von Gehalt sauber zu formulieren wissen.

Es geht nicht um “Reinhaltung” der deutschen Sprache. Sprache entwickelt sich. Es geht darum, sie nicht graus zu entstellen, Unfug und Sülz und Halblug zur Richtschnur der eigenen Rede zu machen.

Ein Baguette ist ein Baguette, eine Pizza ist eine Pizza, und mag noch aus dem Mannequin ein Model geworden sein. Was liegt daran. Ich trinke auch gern mal einen Cappuccino. Lieber als einen Kaputtschino jedenfalls. Chuzpe, Schmock und meschugge gehören auch zu meinem angewandten Wortschatz.

Ich grade mich aber nicht vorsätzlich bis zur Lächerlichkeit down. So wie andere Leute. Toollose Underperformer. Das mache ich höchstens in der Satire und im Kabarett. Da gehört sowas hin.

 

 

 

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6 Antworten zu “Begriffe, Runen, Logik und “Die göttliche Quelle” (II)”

  1. Dude sagt:

    Köstlicher Artikel, danke! :-)

  2. Friedhelm sagt:

    ein lächelndes Denken ist hierbei wirklich angebracht.

    Danke Magnus.

    Englisch ist in dieser Hinsicht, mit dem Deutschen verglichen, eine mittlere Katastrophe. Alles schwirrt irgendwie durcheinander, oft sehr zusammenhangslos, unverbunden, undurchsichtig. Vielleicht kann deshalb jeder Englisch. Oder soll wenigstens Englisch können. Leidlich wenigstens.

    Sind womöglich die geheimnissvollen kaugummikauertypen.

  3. Thomas sagt:

    Interessante Gedanken… wenn – und da kann ich nur zustimmen – die Bedeutung eines Wortes, sozusagen das Innere, die Essenz eines Wortes so abstrakt ist, dass es anderer Wörter benötigt, um verstanden zu werden… was ist dann ein solches Wort wert?
    Und wie verdammt viele Wörter sind von dieser “Krankheit” betroffen? Was sind sie alle wert? Oder sind sie mehr wert, je abstrakter sie werden?
    Bedeutungsvoller?

    Pizza.

    Ist ein weniger abstrakter Begriff damit ursprünglicher, auch niederer? Vermutlich ja, in der Regel. Näher dran am Menschen.

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Thomas

    Sehr gute Fragen, auf den Punkt gebracht. Thomas, Du überraschst mich doch immer wieder. Liegt das an Deinem Großen oder an meinem Kleinen Libertarismus? Oder an beiden? Und wenn an beiden, in welchen veränderlichen Gewichtsanteilen?
    Frotzelei ab. Ich denke, Du hast mal wieder nicht nur verstanden, sondern auch schon weitergedacht. Wunderbar.

  5. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Friedhelm

    Es sind die Matricksianer.

  6. @ Magnus, o du großer, ehrlicher Mann

    Ich bin wieder unter die Klarnamenritter gegangen. Man kann ja dich und den Don Quijote nicht alles alleine machen lassen. Ich hoffe, du hast mir meinen Platz in der Tafelrunde noch freigehalten?

    “Ob einem dabei eine “Die göttliche Quelle” zu helfen vermag?”

    Ja, ich denke, das kann sie. Sofern man sie als das anschaut, was sie wirklich ist, nämlich ein unendlicher, sehr liebevoller Geist, der das wahre Licht ist.

    Markus:1123 Denn wahrlich, ich sage euch, wenn jemand zu diesem Berge spräche: Hebe dich und wirf dich ins Meer, und in seinem Herzen nicht zweifelte, sondern glaubte, daß das, was er sagt, geschieht, so wird es ihm zuteil werden.

    Das oben sagte Jesus Christus zu dem Mann, der links von ihm am Kreuz hing. Es gelang ihm aber selber nicht, so wenig Glauben hatte Jesus an sich selbst bzw. an seinen himmlischen Vater, daß dieser Berg von Mann (siehe Bild und lese dazu unten auch den verlinkten Artikel), sich erhoben und er sich ins Meer (der Feuersee, die Hölle, ist von Jesus gemeint!) geworfen hätte.

    http://anderssagen.wordpress.com/2013/12/12/in-einem-nu-dammerte-es-den-gottern-denn-sie-bekamen-ein-zeichen-also-sprach-zarathustra-zum-dritten-mal/

    Denn dieser Mann links von Jesus, der steht SINNBILDLICH für das wahre Licht der Welt.

    Du interessierst dich doch für Runen.
    Mache mal drei Kreuze und dann schreibe das Bild in Runen.
    Warte, ich mache es schon:

    + + +
    T O D

    ägyptisch: O – w -O (Wachtelküken Hieroglyphe), bed. T – Ou – T, Thouth, in deutsch: Der Tod. Und den gibt es nur EINMAL in unserer Welt. Oder gibt es zwei Tode? Es gibt ja auch keine zwei Erden. Und unseren Mond, den gibt es auch nur einmal. Was würde passieren, wenn der Tod aus unserer Welt einfach verschwinden würde, ja, das wirklich möglich wäre, das es aml so kommt? Oder anders gesagt, was wäre, wenn Menschen gar nicht richtig und für immer verschwinden – sterben? Ja, sie wirklich höchstens nur schlafen gehen. Warum sollte das unmöglich sein? Nur NICHTS ist unmöglich, aber aus NICHTS, daraus hervor soll unsere gesamte Welt, einschließlich uns entstanden sein. So ist doch die gängige Meinung. Vor dem Urknall soll NICHTS gewesen sein. Nichts ist aber nur deswegen nichts, weil es ABSOLUT nichts ist.

    In einer Folge der Serie Raumschiff Voyager, da wird von der Urquelle Omega gesprochen und dargestellt wird das so: O – I – O. Die wahre Bedeutung davon ist: Links, also aus Sicht von der Mitte, wäre das dann rechts, betrifft das die untergehende Sonne (Ägypten), Mitte wäre dann Is-Ra-El, undandere Seite dann, Richtung Babylon, da geht die Sonne immer auf, von da kommt das Tageslicht herauf.

    O – I – O
    Ist der:
    T – O – D

    Man dreht einfach die Wahrheit herum, so ist das!

    Die Runen dazu:

    T
    Tir/Tiwaz
    Bedeutung: Tyr (Der Kriegsgott)
    Der Kriegsgott – Paßt wie die Faust aufs Auge, und perfekt zusammen mit dem O weiter unten.

    Folgendes soll Jesus gesagt haben, und Besitztum und der Kriegsgott passen wunderbar zusammen. IST ANGEKOMMEN, WAS UND WER AUF UNSERER WELT DIE HAUPTROLLE SPIELT?

    Lukas 23:43 Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein!

    Fröhliche Weihnachten wünsche ich, ausgerichtet auf Besitztum (KONSUM) und viele, viel Kriege in der Welt, um für eine kleine Elite, das Geld noch immens vermehren zu können.

    O
    Othel/Othala
    Bedeutung: Besitz
    Wie paßt Besitz (etwas zu besitzen) mit Jesus zusammen, wo er doch auf der Welt nichts gehabt haben soll, wo er seinen Kopf hat hinlegen können?
    Die Rune an sich, sieht sie nicht aus wie ein Fisch? Was meinst du? Und man kann ihn auch verkehrt herum aufhängen. Ergibt zwei Wesen in einer Person bzw. zwei Seelen in einer Brust, si wie es auch in der Bibel steht: Jesus Christus und [Jesus (ho) Ho hebräisch/aramäisch = Der Weg] Barabbas (Sohn des Vaters). Der Sohn und der Vater in einer Person; wie Jesus auch sagte: “Ich und der Vater sind eins (Johannes 10:30)
    Also ich bin überzeugt, da stimmt etwas grundlegend nicht, in dem Sinne, als was sie versuchen, den Jesus der Welt zu verkaufen.

    D
    Daeg/Dagaz/Dagon – Lies mal selbst nach, was Dagon genau ist, bitte.
    Deutsche Entsprechung: D
    Bedeutung: Tag (Licht)
    Spirituelle Bedeutung: Licht

    (D wie Deutschland!)

    ——–

    PS: Lieber Magnus, ich habe vor demnächst noch etwas aus eigenem Denken heraus Entstandenes öffentlich zum Besten zu geben. Ich habe aber Angst davor, das mir das dann gestohlen werden könnte, betreffs Urheberrecht und so. Was bitte kann ich tun, damit das Erdachte bei mir sicher ist, obwohl ich es veröffentlichen möchte, da es für viele eine schöne Sache sein kann und es neue Wege im Denken eröffnen könnte, was dann zu einer völlig neuen Sichtweise, was die Welt betrifft, führen kann?

    LG

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