Warum nur “Das Dritte Geschlecht”? – Vom Fünften!

Zwitter zu sein, also unfruchtbar, hiemit nicht so menschheitsbedrohlich wie Männlein und Weiblein, das ist sinnigerweise gefördert, gefeiert, als Modell der Zukunft.

Was aber, wenn einer das vierte Geschlecht hat?

Oder mindestens das fünfte, so wie ich?

Ich bin nämlich gendermäßig wenigstens ein Pentagrammaton.

Ja, wie als ob ich ein Unaussprechlicher wäre: Mein Geschlecht ist nicht nur eines, das Weibliches und Männliches und Sächliches bärge und vereinte, nein, es gründet sich darüberhinaus auch noch auf geistige Verwandtschaft und Herkunft im weiteren Sinne.

Mit dem Fünften Geschlecht zieht man das mir bislang bekannt schwerste Los.

Man braucht so viel Verständnis für sich selbst, dass einen deshalb erst recht keiner mehr versteht.

Die fünf Geschlechter müssen stets in ein harmonisches Pentagramma, damit in den Goldenen Schnitt gebracht werden, und doch darf man nie was abschneiden, nicht einmal seine Vorhaut.

Ich fühle mich überschwerstdiskriminiert.

Keine Lobby für meine Minderheit.

Alle, jene der Mehrheitsgesellschaft (Heteros, Homos, Zwitter, TransgendererInnen, Unentschlossene), gehen gnadenlos über uns weg.

Es wird nichts helfen, als dass ich beim EU-Menschenrechtsgerichtshof eine geharnischte Klage auf Anerkennung meiner sexuellen Identität einlege.

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Eine Antwort zu “Warum nur “Das Dritte Geschlecht”? – Vom Fünften!”

  1. Josef Riga sagt:

    Ich habe ein ganz ähnliches Problem: ich bin ein ausgesprochener Linkshänder, der mit Gewalt von der intoleranten, weißen, heterosexuellen Männnergesellschaft auf Rechts umerzogen wurde. Ich überlege ernsthaft, Verfassungsbeschwerde gegen die dominante RechtshänderInnen-Kultur einzulegen und mir eine Professur für Linkshänderstudien zu erstreiten. Ich bin zwar nicht promoviert, aber was macht das schon, ich bin ja Betroffener … Das lasse ich mir als Habilitationsleistung anrechnen. Die Gesellschaft muss endlich ihre Verantwortung gegenüber den LinkshänderInnen erfüllen und uns entsprechend alimentieren.
    vielleicht sollte ich sogar eine Partei gründen, um im Bundestag mit dieser wichtigen Forderung mehr Gehör zu finden. Was meinst Du dazu? Auf jeden Fall werde ich schon mal ganz akribisch die Gleichstellungsbeauftragte des Bundes damit bombardieren. Freue mich bereits auf die amtlichen Antworten und Antwort_Innen.

    Mit Links!

    Josef Riga

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