Wie heißt die Büchs’ fürs abgelegte Handy?

Leser Dude kommentierte gerade auf meinen Artikel “Schmerzphonzombies” u.a.:

“Ich bin übrigens kurz davor bei mir zuhause ein radikales Handyverbot zu erlassen. Wer rein will, kann das Ding im Briefkasten deponieren.”

Und brachte auch diesen wichtigen Link noch dazu:

http://ultimativefreiheitonline.wordpress.com/2013/07/19/das-betreten-meiner-wohnung-mit-einem-aktiven-mobilfunktelefon-ist-ab-heute-untersagt/

Ich kann mir das leider so nicht einfach leisten, weil ich auch zuhause unterrichte, zumal Jugendliche.

Aber mir kam daraufhin eine spontane Idee, die ich jetzt zu entwickeln trachte, wie ich gesundheitlich wie sozial doch ein wirtschaftlich vertretbares Signal setzen könne.

Nicht unbedingt im Briefkasten auf der Gass’, auch nicht in einer Stahlkiste im Treppenhaus, auch nicht auf dem Scheißhaus, aber doch einige Meter vom Unterrichtsraum wie den Hirnen meiner Kinder (die Strahlung nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab) könnte ich eine Handykiste installieren, von woher man, wenn’s gar nicht anders geht, die Quälteile noch klingeln hören könnte, um sie notfalls dort abzunehmen und vor der Loserbox zu betreuen.

Allein, mir fehlt noch ein hübsches Behältnis, worein die Leute ihr Schmerzphon gerne tun, das vielleicht gar noch ganz lustig finden, und einen netten, vielleicht gar einen sexy Namen sollte es auch haben. (Sonst behalten die ihre Handys und ich habe keine Kundschaft mehr.)

Womöglich sollte das Teil sogar (damit der Witz ankommt, und wegen der Diskriminierung und so) drei Bettchen haben, eines für Männlein, eines für Weiblein und eines für Zwitter.

Ja, welche Größe, welche Farbe, außen wie innen, welches Material, das fragt sich auch noch.

Wenn ich es das “Handybettchen” oder das “Mobikörblein” nenne, lachen wahrscheinlich nicht alle. “Temporäre Schmerzphonverwahranstalt” ist hinwiederum nicht nur zu lang, sondern auch noch gleichzeitig zu konkret und hart.

Wie wär’s mit “Handyparkplatz”?

Oder: “Handystall”?

Oder: “Lümmeling”?

Naja. Wird mir schon noch was einfallen.

Wozu bin ich Philolog?

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Handykirche? – “Da darf es einfach mal beten!” – ? Äh.

Handybunker? Handyschatzkistchen? Handyasyl? Handyhaftanstalt? Handymoppel?

Nein, ich denke, das reißt es alles noch nicht.

Der Name muss ein magischer sein.

Nebeltruhe von Avalon kann ich den Verwahrkasten natürlich auch nicht nennen.

Elektrofix? Elektrotrix? Strahlnix?

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Einfach Fridolin? Fipps? Heimdall? Borgberger?

Schlummerland? Villa Elektra? Handysan? Abstahan?

Oh weh!

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Händihus? Holophonatora? Peilhalla?

Es wird schon noch.

Huginshag?

Ok. Versteht keiner. Viel erklären sollte nicht sein.

Oder?

Wozu den Namen erklären?

Umso eher denkt mal einer drüber nach.

So könnten gleich zwei pädagogische Ziele erreicht werden.

 

 

 

 

 

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9 Antworten zu “Wie heißt die Büchs’ fürs abgelegte Handy?”

  1. Jochen sagt:

    Wie wäre es mit Bethelbates “Haus des Bates”; Norman Bates; da wo das verrückte Ding schön wohnt.
    Oder Phonmotel; Geh und Tel(efoniere) später bzw. erst gehen, dann telefonieren.
    El-Tel; Gott hört mit – NSA Abklatsch.
    Hirnschoner
    Kuckucksnest
    Ohrigami
    Handy-Zoo
    Drop-In
    Handystiller; der männliche Weg des Stillens des weiblichen Phonhungers.

  2. Dude sagt:

    Leg Dir ne Kupfer- oder Aludose zu. ;-)

    Handybox?

    Elektrosmogkiste?

    Handyparkplatz oder Handystall sind von Deinen Vorschlägen meine Favoriten.

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  5. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Alle

    Dank Euch allen für Mitarbeit und Zuspruch.

    Ich komme grade erst wieder zum Nachdenken, denn der Tag ging mit Schach und Gekrattel und Unterricht dahin, aber jetzt, spontan, denke ich, dass der Dude es erfasst hat.
    Handystall ist zwar prägnant und eine Silbe kürzer, mag indes zu viele negative Assoziationen wecken.
    Handyparkplatz ist momentan mein Favorit.

  6. Mir gefällt von Deinen Kreationen am besten “Handybettchen” oder das “Mobikörblein”, bzw. MobiLkörblein. Soll es mystischer klingen, so sagt mir Dein “Peilhalla” zu. Die “Nebeltruhe von Avalon” hat ebenfalls was für sich, könnte dann aber eher Nebeltruhe von Echolon heißen.
    Auch den von Jochen so genannten “Hirnschoner” finde ich innovativ.
    Mir selbst fällt gerade außer einer profanen Funkschatulle nichts besonderes ein. Mobiles Konzentrationslager wäre vielleicht zu abwegig, und ließe sich wohl auch nicht so gut vermarkten… Falls Du Dir nach zufriedenstellnder Namensfindung überlegst, einen Prototyp herzustellen, um damit eine Marktlücke zu schließen, mußt Du Dich allerdings beeilen, denn andere Unternehmen sind schon fleissig dabei, (zumindest für die Spionageabwehr) geeignete Blechdosen zu entwickeln:
    http://www.wiwo.de/unternehmen/weissblech-im-test-blechdose-gegen-geheimdienst-wer-gewinnt/5300772.html

  7. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Jermain

    Ein paar Stunden später, jetzt, erscheint mir Handyparkplatz doch schon wieder zu profan, zu wenig elegant, zu platt.
    Und, ja, Jochens Hirnschoner ist fein.
    Peilhalla und die Nebeltruhe von Echelon gefallen mir selbstverständlich auch.
    (Mobiles Konzentrationslager: Lachlach, aber, Du weißt schon…)
    Vielleicht hast eben Du recht, und das Handybettchen oder das Mobikörblein wär’s.
    Interessanter, lustiger kleiner Wettbewerb.
    Ich probier’ jetzt noch was, spät ist es eh schon.
    Enttütteli. (Für Schweizer: “Tüttelig” heißt im Norddeutschen etwas betrunken oder halbsenil).
    Trühchen?
    Handykleinfeinlein?
    Lallab. (Zu hart, wiederum.)
    Erlösung. (Mir zu religiös.)
    Entbindeline. (Deutsch-englische Verwicklungen.)
    Gagel. (Nicht ganz schlecht.)
    Enttopf. (Auch nicht schlecht.)
    Naja. Ich rauche jetzt erstmal noch eine.
    LG

  8. Thomas sagt:

    Das Ding, was du suchst, gibt es schon, dem Markt sei Dank.
    http://www.ewall.eu/index.php/menu-types

    Handy rein, kein Empfang mehr. Also auch kein Klingeln mehr ;)

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