Vom Aphorismus als Therapeutikum

So mancher Aphorismus hat schon etwas mit der Heilung geistiger Spukphämonene zu tun. (Siehe den letzten: “Von Linguisten und Quantofanten”)

Manches Seltsame mag schon über Jahre in einem rätteln, um einen herumrätteln, bis dass es endlich an jenem Schopfe gepackt, den der Aphorismus bekanntlich meist selber nicht hat.

Nicht selten fühlt man sich nach diesem merkwürdigen Akt trotzdem irgendwie besser.

Und sei es in eine noch so amorphe Form gegossen: Das Numinose schwindet.

Es mag zwar nicht besiegt sein, aber das Rätteln lässt immerhin nach.

Zudem findet sich von da aus, wo man immer noch nicht weiß, wes man ist, auch immer wieder ein Ausgangspunkt für ein schönes Gleichnis oder eine Satire.

Das tut der Seele, von der ja auch nicht bekannt ist, was sie sei, ob überhaupt einer eine habe, dann doppelt gut.

Die wirkliche Dreieinfaltigkeit erreicht man, wenn man daraus schließlich einen großen Roman abzuleiten weiß.

Das “Un” vom Unfug ist ja auch nur wegen des Fugs da. Ohne Fug bedürfte es schließlich keines Uns. Oder haben Sie schonmal ein “Un” gesehen?

Allerdings habe ich, um auf die Quantofanten und Quarkomaten zurückzukommen, ohne weiteres schon Unquanten und (Gottlob auch den!) Unquark gesehen und gehört und geschmeckt.

Ein Unquant (manche sagen auch, aber das ist sehr süddeutsch-umgangssprachlich, “Unsquant” dazu) ist zum Beispiel ein anständiger Eineinhalbkilo-Fäustel oder eine große Kettensäge von der Firma Stihl. Da kommen keine Fragen mehr auf. Hier im Schwäbischen heißen ja auch Füße Quanten, zumal wenn sie groß sind und entsprechend stinken.

Unquark ist noch einfacher definiert: Das ist alles, was kein Quark ist, also genießbar.

Auf die Frage, was genau ein Ungott sei, will ich hier nun aber nicht mehr eingehen. Man verletzt ja der Leute religiöse Gefühle nicht ohne Not.

 

 

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Eine Antwort zu “Vom Aphorismus als Therapeutikum”

  1. Dude sagt:

    “Das tut der Seele, von der ja auch nicht bekannt ist, was sie sei, ob überhaupt einer eine habe, dann doppelt gut.”

    Wie sollte man etwas Immaterielles haben können? ^^

    “Oder haben Sie schonmal ein “Un” gesehen?”

    Jup. Allenorts. Leider…
    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/2f/Flag_of_the_United_Nations.svg/800px-Flag_of_the_United_Nations.svg.png

    Aber der UNfug ist ja sowieso längst die Regel… von daher spielt das keine sonderliche Rolle mehr…

    Und apropos Quanten, Quarks und sonstige Phänomene in der materiellen Existenz ( https://dudeweblog.wordpress.com/2013/04/07/bewusstsein-und-existenz/ ) hät ich auch noch was äusserst höhrenswertes anzubieten:

    https://www.youtube.com/watch?v=x-9vYumc1mk

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