Wie vom Goldman und vom Sachs erstmal nur noch der Sachs blieb

Der Goldman traf den Sachs.

Der Goldman hatte wie immer das Gold gehütet, und der Sachs verwahrte die Axt.

“Goldman”, meinte der Sachs, “ich brauche die Hälfte vom Gold, denn ich muss zum Schleifer.”

“Was? Die Hälfte vom Gold für den Schleifer? Bist du verrückt?”

“Die Preise beim Schleifer haben extrem angezogen. Muss ich dir noch erklären, dass alles teurer wird?”

“Trotzdem! Ein Zehnt im Jahr hat doch bisher immer gereicht!”

“Er will aber jetzt ein Viertel. Und ich will lieber mal schon fürs nächste Jahr vorsorgen. Wenn der Schleifer nicht mehr schleift, dann sind wir bald perdu. Das weißt du ja wohl so gut wie ich.”

“Jetzt mal, wir wollen uns ja nicht streiten. Wie begründet er den Preisanstieg?”

“Er sagt, dass die Chinesen so viel nachfragen, und die Russen auch. Er habe schon kaum noch gute Steine.”

“Arschloch.”

“Ja, aber was hilft’s?”

“Hast du Trottel denn keine langfristigen Verträge mit ihm abgeschlossen?”

“Na klar. Aber er hat sie einfach einseitig gekündigt.”

“Und das lässt du dir bieten?”

“Er meinte nur, ich könne es ja lassen. Ohne meine scharfe Axt sei dann schnell das ganze Gold weg. Da kämen bald welche, auch noch Japs und Brasilianer und der Rest vom ganzen Gesindel, sich den Rest zurückzuholen. Keine Nachverhandlungen, nada, niente.”

Widerwillig führte Goldman den Sachs ins Magazin, gab ihm die Hälfte.

Das war dem Sachs, dem schon immer die Hälfte gehört hatte, natürlich zu wenig, und drum erschlug er den Goldman, denn dafür war seine Axt noch gut genug.

Also wähnte er nach dem diesjährigen Schleifen immerhin noch drei Viertel vom Schatze besitzen zu können. Und nächstes Jahr wenigstens noch seine ihm vereinbarungsgemäß zustehende Hälfte.

 

 

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