Jake Stratton-Kent gegen Geheimgesellschaften

Gerade stieß ich durch eine Suchmaschinenschleife, die mich über Aleister Crowley weiterführte, mal wieder auf Jake Stratton-Kent, einen der härtesten von drei Glocken westlicher Magie.

Und, siehe da: Inzwischen wendet sich selbst ein Jake (!!!) generell gegen (die Bildung von) Geheimgesellschaften.

(Ich weiß nicht, wie er mich damals ausgelacht oder auch nur milde belächelt hätte, hätte ich ihm prophezeit, er werde wohl auch noch zu so viel Gnosis hinansteigen, irgendwann, bei seiner Intelligenz womöglich noch in dieser Inkarnation. Vielleicht habe ich das sogar mal getan, aber daran erinnere ich mich jedenfalls nicht genau.)

http://aaronleitch.wordpress.com/2013/07/27/jake-stratton-kent-vs-magickal-lodges-pt-1/

Wer mit dem ganzen Crowleyanischen Kram, Thelema, Golden Dawn, Ritualmagie usw. nichts am Hut hat, mag sich trotzdem dafür interessieren, was dieser zähe, alte, mit allen Wassern gewaschene Knochen heute dazu sagt.

Ein Auszug:

“The whole Secret Society model is not only unhelpful, but actively counter-productive. It is the principle reason why so much energy is expended fighting tiny little wars between factions (between witch groups, between rival Golden Dawns, between thelemic groups etc etc). Energy that could be better spent elsewhere – like incorporating the real advances in recovering our tradition made possible by *non-secretive* sources like academia.”

“Das ganze Geheimgesellschaftsmodell ist nicht nur nicht hilfreich, sondern aktiv kontraproduktiv. Es ist der prinzipielle Grund, weshalb so viel Energie beim Ausfechten winzig kleiner Kriege zwischen Fraktionen verbraucht wird (zwischen Hexengruppen, zwischen rivalisierenden Golden Dawns, zwischen thelemitischen Gruppen etc. etc.). Energie, die besser anderweitig verwendet wäre – wie auf die Inkorporation der wirklichen Fortschritte bei der Rückgewinnung unserer Tradition, die durch ‘nicht-verschwiegene’ Quellen wie akademische möglich gemacht.”

Man kann die Hexen usw. weglassen, und die Kriege fallen zwischen großen Geheimgesellschaften bisweilen auch etwas größer aus als zwischen den Anhängern neocrowleyanischer Splittergruppen und Winzorden.

Ja, lieber Jake, für eine gute, einfache Einsicht ist es eben nie zu spät.

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Comments in English are welcome

 

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3 Antworten zu “Jake Stratton-Kent gegen Geheimgesellschaften”

  1. Magnus Wolf Göller sagt:

    Eben finde ich eine sehr interessante Riposte auf Stratton-Kent, Geheimgesellschaften rechtfertigend:

    http://www.llewellyn.com/blog/2013/07/freemasons-webinars-and-the-golden-dawn/

    Soweit ich’s grade überflogen habe, fast eine eigene Betrachtung wert.

    (Jake lässt sich im Kommentarstrang ebenfalls nicht lumpen.)

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    Nachdem ich hier schon sozusagen ungefragt selbstkommentiert habe, passt auch dies nicht mehr in einen Artikelnachtrag.

    Das Gepfitzele zwischen irgendwelchen überwiegend anglo-amerikanischen Magiegläubigen bzw. -praktizierenden mag manchem hier gar keiner besonderen Erwähnung wert sein.

    Ich denke und lese aber, dass es mehr sein dürfte. Mr Stratton-Kent ist in entspechenden okkultistischen Kreisen, wie man an den Reaktionen sieht, ein geachteter Vordenker, auch heute noch. (Ich habe mich mit seinem Wirken die letzten zwanzig Jahre nur sporadisch befasst. Sein Einfluss ist aber, wie ich heute sah, offenkundig ungebrochen, ja, er scheint stärker dazustehen denn je.)

    Wie er selbst sagt (und ich weiß), war er führendes Mitglied diverser Geheimbünde. Und jetzt, derdaus, schwört er endlich dem ganzen Prinzip ab, von dem ich nie etwas hielt, weswegen wir – unter anderem – auch nicht wenig aneinandergeraten waren, als er diesbezüglich noch voll dabei.

    Für mich ist das, völlig ungeachtet der persönlichen Bekanntschaft und Verstrickung, per se ein Zeichen, na, ich mache jetzt lieber mal einen etwas schrägen Witz, Pathos aus, Pathos ein, der höchsten Ermutigungsklasse.

    Ich freue mich jedenfalls für ihn. Denn es ist mehr als unwahrscheinlich, dass er diese Fehde jetzt so nur simuliert.

    Ich weiß, dass er ein glänzender Stratege ist. So dumm finge er es jedenfalls aus freien Stücken nicht an, wenn er nicht wirklich dahintersteht.

    Man darf davon ausgehen, dass er es ernst meint.

    Und: Wer genauer hinguckt, der merkt leicht, dass die anderen schon zittern alswie Espenlaub.

    Bravo!

    (Diese Sorte Esos hat teils eine nicht unbeachtliche Strahlkraft; das meine ich ernst.)

  3. Magnus Wolf Göller sagt:

    Hi Jake,

    as it didn’t come through till now on Leitch’s site, I post my reply here:

    Your comment is awaiting moderation.
    Well, Jake, still livin’ (as a widower with two boys 14 and 12).

    Even not being much in touch with magicians anymore (I kept studying linguistics, philosophy, of course still runes, Class A Texts only amateurishly, with my focus mainly on their poetical clout, from time to time), now, as luck would have it (’twasn’t the devil, at least this time, was it?), I stumbled over Your heresy concerning Secret Societies. I deem that it was no small step for You to come out in the open with that. As yet, I see Your handling of things as very nimble, fitting, cool in the good sense of the word, Your circumstances given, and, as far as I can assess them, very courageous. Keep going! They are not in tatters, but shaken at least. You must have done some impressing work over the years. Otherwise Your opponents wouldn’t probably have taken up Your rattling “ranting” at all. At least not in the relatively respectful way that I have seen here as well as on Llewellyn’s page.

    Reply

    Magnus Göller
    October 11, 2013 at 2:12 pm

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