Ein bisschen Bloggerei

Ich denke, viele Blogger haben noch immer nicht begriffen, wie das Spiel weithin läuft.

Sie meinen, wenn sie viele Kommentare auf einen Beitrag bekommen, so wäre das ein Ausweis für gute geleistete Arbeit. Dabei kann dies ein Indiz für die Qualität des Erbrachten sein, durchaus: viel einfältiger aber noch der Gedanke, dass demgegenüber Artikel, die womöglich gar keiner kommentiert, dann wohl in den Wind geschossen.

Was für Trugschlüsse. Schaut man sich einmal die Nachhaltigkeit von manchen Beiträgen an, die möglicherweise nicht nur zunächst nicht oder nur kaum kommentiert wurden, sondern auch kaum gelesen, so werden diese evident.

Der erste Tag, ja selbst die ersten hundert Tage, mögen wenig sagen, auch tausend und mehr, was die Qualität anlangt. Noch nicht einmal im Sinne der langfristigen Wirkung, und, endlich, eines etwaigen beachteten Erfolges.

Dies gilt natürlich je weniger, um desto mehr ein Blog erstens ziemlich monothematisch aufgebaut und zweitens eine allemal treue Fangemeinde um sich herum aufzubauen angelegt: Da liegen die Gewichte etwas anders verteilt.

Nur einige wenige Einzelblogger haben im deutschen Sprachraum in den letzten Jahren auf hohem Niveau durchgehalten: wo es nicht ums Geranienzüchten geht. Ich meine echte Einzelblogger, Leute, die das meiste, was auf ihrer Seite steht, außer Kommentaren, in Eigenregie herausbringen und betreuen.

Die sehen es dann wiederum eher so, wie ich das für diesen Blog bzw. ähnliche sehe.

Man soll den Wind eines Themas gerne mitnehmen, wenn es sich aus tagesaktuellen Gründen oder deshalb, weil doch aus eher erklärlichen oder eher unerklärlichen Gründen auf einmal ein großes Interesse anhebt, diesen aber auch nicht übergewichten. Er mag ebensoschnell wieder verebben. Aber auch später wiederkehren, durch die hinterlassenen Spuren auf viel wichtigere Dinge hinführen.

Momentan sind Blogs groß in Mode, deren Betreiber sich darin befleißigen, ihre eigene Unfähigkeit zu besonderen Leistungen damit zu kaschieren, entschuldigen, dass sie das gute Wort anderer gewissermaßen als ihres, ach was, mehr als das, als dessen eigentlicher Gefundenhaber verbreiten.

Das liegt daran, dass Plagiatoren der selbst noch törichtsten Sorte gerade meinen, Oberwasser zu haben, indem ihnen kaum noch jemand nachkommt.

Mal sehen, wie sich das aussortiert. Es gibt jetzt schon viele gute Blogger, die anständig zusammenarbeiten und zunehmend Abstand von jenen Leuten nehmen, die zum Behufe ihrer Zwecke kein Grüß Gott kennen. Die kennt man nach einer gewissen Zeit, ihre Namen sprechen sich herum, wie auch ihre üblen Tricks.

Manche meinen auch, sie könnten mit einer modernen Form, einer eleganten Form der Zensur ihr Spiel mit dem Leser spielen, indem diese gerne mal – selbst präventiv auf bestimmte Begriffe oder Wendungen hin – angedroht wird, halb scherzhaft, halb ernst, um dann womöglich, ohne gewichtigen Grund, auch mal ausgeübt zu werden, oder, meistens, eben auch nicht.

Das sind nervöse Leute, die, abgesehen von der Fragwürdigkeit ihres Prozederes, nicht begriffen haben, wie angreifbar sie sich dadurch machen, wie unglaubwürdig, wie schnell entscheidende Andere das sehen, sich vielleicht nur, warnungslos, mach doch, was Du willst, abwendend.

Diese Leute, wenn sie nicht voll ausgekochte Profis, die damit ganz bewusst und eiskalt eine Agenda verfolgen, haben, anders ist ihr Verhalten schwerlich erklärbar, Angst vor ihren Lesern.

Sie werden dazulernen oder eben auch nicht.

 

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