Montag in Muttistan

Nun endlich auch mein Senf zum Wahlausgang.

Die größte Überraschung daran ist nicht, dass sich die Wahlbeteiligung nicht nur gehalten, sondern gar leicht erhöht hat. Man hatte sieben Parteien im Gespräch, was die Leute mobilisierte. Inwieweit die massive Nichtwählerbeschimpfung gegriffen hat, bleibt spekulativ.

Nein, die große Überraschung ist für mich das schlechte Abschneiden der Linken. Ich sah fast alle Parameter als günstig für die Linke an, traf hier in meinem Stuttgarter Biotop viele, die sie wählen wollten. Statt der Grünen. Oder der SPD. Als einzige Sachwalterin des Sozialen, einzige (vermeintliche) Oppostion (vielleicht war der Spruch “100% sozial” dann doch manchen zu sozial). Oder, dass sie sie um immerhin zur Wahl gegangen zu sein wählen würden, oder einfach, um die Merkel wegzuhaben.

Die Linke und die Grünen verloren zusammen 5,5%, nur die Hälfte davon gewann die SPD hinzu. Gut, rechnet man die Piraten als weitere Linkspartei, so machen deren 0,2% Zuwachs hier den Kohl gleichwohl immer noch nicht fett. Die Linke verlor ein Viertel ihrer Wähler, und ich Halbkopf hatte sie mindestens stabil, eher klar wachsend gesehen. Gerade eben auch, weil enttäuschte Grünwähler und SPD-Wähler doch wie überreife Früchte in deren Schoß fallen müssten. Und Piratenwracks sowieso. Pfeifendeckel.

Zählt man nun alle “Linksparteien” zusammen, so kommen diese auf circa 45%, alle “Rechtsparteien” (NPD und andere nicht eingerechnet) auf etwa 51%.

Die Linken haben jetzt aber, da ist es wundersam besser gelaufen, sozusagen zum Troste, die Mehrheit der Sitze im Reichstag. Was ihnen allerdings auch noch zu mehr Fluch als Segen gereichen könnte, hehe. (Die AfD war über drei Stunden lang bei 4,9%, während alle anderen nach hie und da schwankten, das muss ein echter Stress für die Anhänger gewesen sein, gesehen habe ich so etwas noch nie.)

Merkel hatte, indem sie die FDP verlor, jetzt gerade noch das Glück, dass sie nicht allein regieren muss. Beinahe hätte es sie erwischt. Mit einer absoluten Sitzemehrheit hätte sie schwer verständlich machen können, weshalb sie die SPD oder die Grünen ins Boot holen solle. Sie hätte den Ausverkauf des Landes plötzlich allein verantworten müssen. Diese Frau hat nicht nur Geschick, sie hat auch in der Not noch Fortüne.

Sie hat die Linksparteien (auch ihre eigene) ganz schön am Wickel. Wenn die es alleine probieren und die Sache miteinander vergeigen, was ihnen nicht schwerfallen sollte, überrollt sie die frechen Wichte bei vorgezogenen Neuwahlen wie eine Panzerin.

Und wenn einer mit ihr koaliert, wird der, für alles mitverantwortlich, in bewährter Merkelmanier niederkoaliert. So jedenfalls der Plan.

Lassen wir uns überraschen.

 

 

— Anzeigen —


Tags:

2 Antworten zu “Montag in Muttistan”

  1. Dude sagt:

    “Zählt man nun alle “Linksparteien” zusammen, so kommen diese auf circa 45%, alle “Rechtsparteien” (NPD und andere nicht eingerechnet) auf etwa 51%.”

    Runden wir auf fifty-fifty auf bzw. ab und spalten keine Rappen…

    Tja, euer dummes Wahlvieh fällt offensichtlich noch immer auf das olle Divide-et-Impera-Spielchen hinein – und wie.

    Und unseres auf die Berset’sche Pharmamafiapropaganda, juhee – ein Traumsonntag!

  2. Jochen sagt:

    Mein Fazit zur Bundestagswahl 2013:

    Auch wenn die Geburtenrate in Deutschland mal rapide absinken sollte, braucht man sich keine Sorgen um den Fortbestand des deutschen Volkes zu machen. Denn die Doofen werden nie aussterben.

    Ich hörte was von massivem Wahlbetrug und sogar von möglichen Neuwahlen.

    O Herrgott, nur das nicht. Nachher gwinnt die CDU noch vor den Roten (SPD) und den Grünen. Das wäre ja katastrophal, wenn nicht sogar ausschließlich bunter Gruppensex.

Eine Antwort hinterlassen