Bundestagswahlboykott: Ein köstliches Fundstück kurz vor knapp

Zur Bundestagsnichtwahl fand ich eben auf dem Blog “As der Schwerter” unter dem Titel “BTW 2013″ den folgenden Artikel, der das Nichtwählen in einer Weise als geistig-emanzipatorischen Akt gegen die moderne Wahlreligion aufzeigt, wie ich es bisher sonst nirgends – auch hier nicht – vorgefunden.

http://schwertasblog.wordpress.com/2013/09/19/btw-2013/

Man wirft gar die – durchaus ernstzunehmende – Frage auf, wie hoch die Wahlbeteiligung wohl wäre, böte man für den Verzicht am Unterwerfungsritual jedem 20 Euro bzw. eine Nichtwahlpizza nebst einer Flasche Nichtwählerroten.

Sehr gut wird auch dargelegt, weshalb und wie der Nichtwähler ständig denunziert wird, wie als ob ausgerechnet der damit das Land an alle möglichen Abzocker, Usurpatoren, an jede Sorte Gesindel ausliefere, damit selbst Gesindel sei.

Das Ganze ist auch schön bebildert: Am besten gefällt mir das Bildchen, auf dem man links auf ansprechend gedecktem Tische eine leckere Pizza vor einer Rotweinflasche gewahrt, rechts einen Bundestagswahlzettel, nunmehr im Geiste tatsächlich die Wahl hat, was man lieber hätte: Essen und austrinken oder den hässlichen Zettel ausfüllen und wegwerfen.

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Ich kommentierte dort vorhin wie folgt:

“Prima psychologische Analyse der Wahlreligion, die ich bei all meinen (bisher 13) Bemühungen des direkten Aufrufs zum Boykott der Bundestagswahl nicht so sauber herauszuarbeiten wusste, wie hier vorgefunden.
(Erstartikel: http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2013/07/04/aufruf-zum-boykott-der-bundestagswahl-wer-wahlt-wahlt-gegen-sich-selbst/)
Und auch die grandios einfache Idee mit den zwanzig Euro bzw. der Pizza nebst ordentlichem Roten kam mir nicht. Wenn ich die Pizza selber backe (ich kriege ja nur 20 Euro, die Pizza muss aber auch für zwiefachen adoleszenten Nachwuchs reichen), reichen fünf Euro (gut, viele Scampis kann ich dann nicht draufschmeißen, auch keine Büffelmilchmozarella), so dass ich mir am Sonntag Abend noch zwei Flaschen Nichtwählerroten je 7.50 reinlassen kann oder eben nur eine – hoffentlich – bessere um 15.
Stimmenkauf ist offiziell verboten. Aber Nichtwählerkauf? Vierzig Millionen Wähler je zwanzig Euro, 800 Millionen, das liegt bei den Bad Banks doch in der Portokasse.
Um 20 Euronen je Nase koche ich für fünf Erwachsene ein ganzes (garantiert nichtveganes) Nichtwählermenu, mit Weins der gemäßigten Preisklasse genung.
Das Gläschen Nichtwählersekt vor oder auch zu den kalten Vorspeisen wird um Punkt 18 Uhr angetrunken. Jetzt kann keiner mehr doch noch Hochverrat begehen. Die Nichtwählerparty kann beginnen.”

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6 Antworten zu “Bundestagswahlboykott: Ein köstliches Fundstück kurz vor knapp”

  1. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Vier Millionen Porto soll der Brief von Merkel gekostet haben?

    Heul. Schluchz. Was für eine Verschwendung.

    Das hätte 200 000 Nichtwählern für gut Weins und Pizza gelangt.

  2. [...] den ich, trotz des Verfassers Meinung zur NPD, → hiermit gerne verlinke (gefunden bei unzensiert.zeitgeist-online) – Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern dass er [...]

  3. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Alle

    Die eben oben verlinkte Zusammenstellung auf Ultimative Freiheit Online – von Jermain Foutre le Camp – ist sehr empfehlenswert.

  4. Jochen sagt:

    Meine Familie wählt geschlossen nicht.
    Zuerst wählte nur ich nicht, mit der Zeit zogen aber alle anderen nach.
    Früchte reifen eben langsam.

    Klar, werden die Nichtwähler auch diesmal wieder nur eine Minderheit bilden. Deshalb werden wir ja auch noch diskriminiert. Doch bei guter Bewässerung und viel Licht, werden es ganz bestimmt mit der Zeit immer mehr werden. Es geht den meisten einfach noch zu gut in unserem Land und da Menschen Gewohnheitstiere sind, trotten sie den politischen Großmäulern eben immer noch wie dumme Schafe hinterher, im Glauben, sie würden ihre Lügen wahrmachen.

    Die Pizzas (das Brot) und den Wein reichen wir gerne an den Nächsten weiter. Wir machen auch ohne solcherlei Umgarnung kein Kreuzchen fürs politische Gesocks.

    Herzliche Grüße an alle Nichtwähler

  5. [...] Daher, und damit ein jeder nochmal so richtig schön was an seinem Gewissen zu knabbern hat, folgt hier nun ein Link zu einem Artikel mit den (im Laufe des gesamten Artikels) besten Überlegungen zum Thema Nichtwählen, den ich, trotz des Verfassers Meinung zur NPD, → hiermit gerne verlinke (gefunden bei unzensiert.zeitgeist-online) [...]

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