Wahldag en Schduegerd (Rond om d’Leonhardskirch)

Der Emil on der Karle hän am Sehmschdich Obed em Schiller doch noh mächdig oin naiglassa on dreffed sich derwäga der Wedd am andera Middag vorra sellichdem Wahllokal.

“Jo, Karle, du hosch geschdern em Schiller dia grause Goscha khet, da de noh heit ajedara, die wo mer mid emma Schubkarra no fordbrengd, an Heiradsohdrag machsch, wann se bloß ed en dui Wahlbaiz naigohd.”

“Doh war i abber bsoffa.”

“Des isch doch egal, des wara mer boide.”

“Ond due hosch gmoind, du weddeschd dohanda middema Blagadohzuag derherladscha, wo druffschdohd: ‘En dr Leonhardsdroß geit’s gnuag Hura, wa ganged ihr noh do nai en den bleda Puff?’”

“Vielleicht hämmer’s geschdern em Schiller z’ernschd gmoind, mid dera Daggel. Gugg se der amol oh, wia dia do nairenned. Dia sen meh wia bloß bsoffa.”

“Rechd hosch. Wemmer sich des Drauerspiel ohguggd, des kohsch faschd ed mai wegspieala. Abber trogga sellene verschrombelde Weiber ond selbschdwichdiche Viertelskerle ohgugga, dees miaßa mer drodsdem beschdemmd ed an halbe Dag lang verdraga.”

Karl und Emil waren darin schonmal schnell eins.

“Em Amadeus, doh bediened ganz ohsehnliche Mädle, on solang se ons a Bier brenged, kenned se au noh ed wähla ganga”, meinte Emil endlich.

Karl war es aufgrund dieser schlagenden Argumente sofort zufrieden.

(Nachtrag 9.10.14)

Eben erst gemerkt, dass ich Leonhardtskirche usw. geschrieben; es heißt Leonhardskirche. Bitte den peinlichen Fehler zu verzeihen.

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