Aufruf zum Boykott der Bundestagswahl (XIII)

Dies ist vielleicht Ihre letzte Chance.

Denn es mag wohl sein, dass dies zu dieser Wahl der verbleibende von mir vor ihr zu ihr zu sagende Rest.

Es existiert nicht eine Partei mit Chancen, auch nur über zwei Prozent zu kommen, die klar die Interessen der Mehrheit der Deutschen vertritt.

Viele haben sich in letzter Zeit, wohl in letzter Verzweiflung, dahin verirrt, die Linke als Opposition stützen zu wollen, andere, nicht eben Gescheitere, die AfD. Und ein paar träumen noch von in Kommunen lebenden Piraten mit lila Latzhosen.

Über die Blockflöten will ich hier kein Wort mehr verlieren. Zu denen ist in den Vorgängerartikeln genug gesagt.

Die AfD ist nicht besser als die Piraten als die Linke oder umgekehrt.

Keine dieser Formationen hat auch nur ein halbwegs kohärentes Programm. Man ist nur auf unterschiedliche Weise unglaubwürdig. Je nach Klientel, der das egal.

Wo wird man wohl leichter hinausgemobbt: bei den Linken, bei den Piraten, oder bei der AfD?

Eigentlich eine fast einfältige Frage. Man muss es nur je mit der eigenen Meinung richtig bzw. falsch anfangen. Dann hat man’s.

Abständigkeit vom Islam genügte in allen drei Formationen. Abständigkeit vom Gendersprech in wenigstens zweien, wahrscheinlich schnell auch in allen. Die Frage nach dem Status Deutschlands im Sinne des Besatzungsrechts und der Feindstaatenklausel wurde zwar von Gregor Gysi lobenswerterweise im Zusammenhang mit der NSA-Snowden-Affäre aufgeworfen, doch bleibt sehr unklar, wohin da die Schalmei der internationalsozialistischen Freiheit tönen will.

Was soll es helfen, wenn die Linke und die Piraten Teile aus dem grünen und dem Sozenkadaver herausschneiden? Und die AfD aus jenem der FDP und der Union? Wer gewinnt da was?

Bedenken Sie endlich noch eins. Ich weiß schon, dass ich die Bundestagswahl in jedem Falle, ja selbst noch im unwahrscheinlichen Falle, dass die Wahlbeteiligung unter 50 % sänke, sicher verlieren werde. Keine Partei, die ich guten Gewissens unterstützen könnte, wird in den Reichstag einziehen.

Somit wird es für mich aber, egal, wie die Wahl ausgeht, auch keine Enttäuschung geben. Es gab keine Wahl, und damit hatte ich die Scheinwahl ohnehin schon verloren. Das Leben ist nicht nur Honigschlecken.

Ich werde diese Wahl aber nicht auch noch zum argen Possen wider mich selbst gleich zweimal verlieren, indem ich auch noch hingehe.

Wer doppelt verlieren will, mag wählen gehen.

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4 Antworten zu “Aufruf zum Boykott der Bundestagswahl (XIII)”

  1. @ Magnus Wolf Göller

    “Ich werde diese Wahl aber nicht auch noch zum argen Possen wider mich selbst gleich zweimal verlieren, indem ich auch noch hingehe.”

    Hey, ihr dort droben in der Hammelburg, der ihr den Helm des Mambrins für euch gehortet habet. Kommet heraus und stellt euch freiwillig dem Kampfe um diese goldene Kopfbedeckung, die einst man uns gestohlen hat. Oder wollt ihr, daß wir euch die Pforte eurer verruchten Heimstätte eintreten und euch an den Haaren zum von uns ausgewählten Kampfesplatz ziehen?
    Wir, das sind die Schwarzbesaiteten, die vom Pech laufend verfolgt, von ihm aber nicht eingeholt werden können, weil wir schwärzer als pechschwarz und um einiges unerbittlicher sind. Denn wir haben Waffen, gegen die keine Kreuzotter gewachsen ist. Unsere Schilde pfeffern wir mit roten Läusen ein, damit sie schon vorher blutrot sind und es dem Feinde vor Furcht schön jucken tut; unsere Lanzen buttern wir mit Margarine voll, damit sie gute Löcher stanzen. Unsere Rüstungen sind undurchdringlich, da hilft auch kein Stinkefinger. Unsere Schwerter sind schärfer als Löwensenf. Nur am besten Helm mangelt es uns, denn den habt ihr derzeit in eurem Besitz. Doch das nicht mehr lange! Wenn der Kampf vorbei ist, dann werdet ihr froh sein, euch noch eine dieser altertümlichen Kloschüsseln über den Kopf stülpen zu können als Schutz vor kosmischen Meteoreinschlägen. Völlig egal, ob euer Ding nun aus Gold oder aus Blech ist. Am Schluß rächt sich alles. Selbst auch die dümmste Dummdreistigkeit. Jeder Esel findet schließlich noch einen Pekinesen.
    Man sagt, ihr habt euch so in eurer Burg verschanzt, wil ihr nicht wählen gehen wollt. Doch wir wissen, es ist darum, weil ihr den Helm des Mambrins nicht mehr herausgeben wollt. Ein Zauberer gab uns davon Kunde und nun stehen wir hier. Wir werden nicht weichen, bis wir das Ding wiederhaben. Kommt bloß nicht auf die Idee, uns eine Wahlurne für den Helm des Mambrins verkaufen zu wollen. Den Unterschied würden wir sofort bemerken. In einer Wahlurne verbirgt sich nur nutzlos bekreuzigtes Papier. Aber unter dem Helm des Mambrins, da verbirgt sich…..na, jetzt haben wir glatt vergessen, was sich darunter verbirgt. Macht nichts! Wir schauen dann drunter nach, wenn er wieder in unserem Besitz ist. So und jetzt genug der Rede. Kommt heraus und stellt euch endlich. Euch zum Kampfe erwartet in Vertretung von uns allen, Zeihan Zohar, der Ritter der tausendjährigen Schlange an der Aldi-Kasse. Los, setzt euch auf euer Maultier oder auf euren Hammel oder was euch dünkt und kämpft wie einem echten Ritter von Stande es gebührt. Ihr wolltet doch nicht doppelt verlieren. Nun habt ihr die Wahl, entweder Kampf oder Verlust eures Ansehens. Denn wenn ihr auch ein Raubritter seid, so kämpfet gefälligst am Tage und nicht in der Nacht. Macht’s Tor auf endlich!

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Die Schwarzbesaiteten

    So leicht lockt man mich mittels eines Barbierbeckenstrategems nicht.

  3. @ Magnus Wolf Göller

    Verzeihung werter Burgherr, wir haben uns da wohl in der Burg geirrt und Eure Hammelburg mit Burg Schreckenstein verwechselt. Also nichts für ungut. Dennoch, die güldene Kloschüssel dürft ihr natürlich behalten. Sie wird schon den Zweck bei ihnen tun. Habt Dank für den freundlichen Empfang. Gehabt Euch wohl.

  4. Bur sagt:

    Ich will nicht im Sinne “kleineres Übel” argumentieren, auch wenn das meine eigentlich Ansicht ist. Daher: wer wirklich keine Partei findet die, wenn er sie schon nicht mag, er wenigstens lieber im Bundestag sehen würde als die anderen, der soll gerade dann auf jeden Fall zur Wahl gehen.

    Und dann auf dem Wahlzettel nichts ankreuzen. Möglichst unter Hinterlassen einer entsprechenden Erklärung, damit man nicht denkt hier hätte einer nur nicht gewusst, was er machen muss.

    Denn wer aus Protest zu Hause bleibt, der geht unter im Heer der Nichtwähler von denen der Großteil zu faul oder desinteressiert ist und sich lieber dem RTL2-Nachmittagsprogramm widmet. Dann wird kurz über das fehlende Demokratieverständnis gejammert, aber der Politikbetrieb geht unbeirrt weiter.

    Wenn sich aber bei der Wahl statt 30% Nichtwählern plötzlich 30% ungültige Stimmen ergeben würden, das hätte ein anderes Gewicht. Denn das kann man nicht einfach mit Faulheit oder Dummheit erklären, denn sowas ist ja eine aktive Entscheidung. Dann wären die Nichtwähler nicht ein bräsiger Haufen der sich dumpf durch den Sonntag dämmert, sondern Leute die bewusst keine Partei wählen und das deutlich zeigen.

    Ein Boykott macht nur Sinn, wenn er deutlich als solcher zu erkennen ist. Und das erreicht man nur, wenn man einen leeren Wahlzettel abgibt.

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