Weibsrunen und mein Therapeut

Ich habe hier schon nicht wenig von den mutlosen, korrupten, feigen Männern geschrieben, also, dass ich auch die mutlosen, korrupten, feigen Weiber ins Visier nehmen darf. Dürfen sollte wenigstens.

Die mutlosen, feigen, korrupten Weiber sehen zunächst besser aus, als die mutlosen, feigen, korrupten Männer.

“Schwäche, dein Name ist Weib!”, sagen sich viele, gehen damit am weiblichen Anteile der Korruption einfach vorbei, wie als ob er nur Folge, daher nicht betrachtungsrelevant: über böse, selbstvergessene, korrupte, psychopathisch machtversessene männliche egal welche Sonstnochwasartigkeiten umfassende Psychen und Strategeme gibt es derweil umfangreiche Literatur.

Die Dekadenzmoderne hat also insgesamt das männliche zum relativ klar böseren Gechlecht gemacht. Was für ein schäbiger, doch sehr umfässlich wirkender schlechter Witz.

Woher das, nun? Und: wozu?

Woher: Das sage ich nicht.

Wozu: Das sage ich auch nicht.

Denn ich weiß wenigstens im Groben woher, wahrscheinlich viel klarer, wozu. Beides ist aber teils noch unaussprechlich. Oder: Besser, Sie denken mal darüber nach.

Andeutungen meine ich aber, mir doch leisten zu können.

Und sei es nur in Form von Fragen , die den Interessierten der Sache gedanklich näherbringen könnten.

Auf welche Männer, auf welche Frauen zielt das wohl vorzugsweise ab?

In welche Meme hat man das eingebettet, die vorzugsweise wo wirken?

Wer könnte solches so wollen?

Was ist dessen Ziel?

Gut, es mag ja ein Hirngespinst sein, alles, was ich andeutungsweise angefaselt habe, gar nicht existieren, so, lediglich ganz zufällig in dem, was jeder jeden Tag sehen kann, zu hören bekommt. Im Dauerzufalle.

Es ist klar, dass ich hier nur öffentlich deliriere. Ich weiß schon lange, dass meine Wahrnehmung und die logische Verarbeitung meines Wahrgenommenen dahingehend defizient sind, dass ich zunächst sehe, was ich nicht sollte, hernach auch noch Schlüsse daraus ziehe, die nur dem Hirne eines verkrachten Möchtegerndichters entsprungen sein mögen, um nicht gleich zu sagen, eines Irren.

Wer mir jetzt noch folgen will, hat wirklich mein Mitgefühl. Denn jetzt gehet es um peinlichste Selbsterkundung.

Welche Krankheit mag mich plagen, dass ich mich derart untilgbar lächerlich mache? Was treibt einen Irren wie mich?

Ich weiß ganz genau, dass ich davon besessen bin, Dinge aufzubringen und zu sagen, die sich jeder allgemeinen Vernunft entziehen. Es ist alswie eine Sucht. Wie als ob eine dunkle Macht über meine Seele Herrschaft ergriffen hätte und mir unablässig beföhle, falscheste an Zeugnissen zu reden.

Wer impft mir das ständig ein? Welchen Teufeln diene ich? Wie kann es sein, dass ich doch in deren Sinne funktioniere, indem ich schon weiß, dass ich gar nicht weiß, warum ich für wen was sage?

Einstweilen tröstete ich mich darmit, dass die Teufel zumindest nicht merklich zahlen, mich also wenigstens pekuniär nicht korrumpiert haben können. Damit wird dass sie mich einfach so herumschicken natürlich noch auch nicht besser.

Inzwischen war ich beim Therapeuten. Der sagte mir, dass all die Teufel nur eine psychische Projektion meiner selbst seien. Sonnenklar zeigte er das mir. Aus meinem Verdacht ward so Gewissheit. Er bekam bei mir – Tauschgeschäft – eine Nachhilfeeinheit in Deutsch.

Ganz vermochte der wackere Mann mir meinen Wahn aber immer noch nicht zu nehmen, bei aller Linderung: er immerhin nahm sich überraschenderweise vor, vollmundig, sich mit Weibsrunen befassen zu wollen.

 

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