Vom neuen – weiblichen – Esoteren

Wir brauchen wieder ein Esoteren, das einfach Spaß macht.

Seit die Wünschbewegung auch mit dem frühen Tode ihrer Begründerin Bärbel Mohr nicht eben weitere Beförderung erfuhr – wer weiß, zu welchen Höhen hinan sie es noch geschafft hätte, weilte die Erstvorstreiterin noch unter uns – , scheint sich am Esomarkt kein rechter Ersatz gefunden zu haben.

Was not tut, ist eine Esoterik für junge Frauen, die über das Schmerzphon betrieben werden kann.

Das Esoteren muss so praktikabel werden, dass die Esotererin beim Esoteren am Schmerzphon gefahrlos über die Kreuzung gehen kann. Hieran hapert es noch mächtig. Manche Esotererinnen trauen sich nicht oder werden einfach überfahren.

Früher, im Altachtundsechzigerteestubennachfolgekral, da wussten die Yvettes und Sabinen noch gut zu esoteren, Bierbrüder machten einen zwar nicht unbedingt respektvollen, aber immerhin deutlichen Bogen um sie. Und der Rest ließ sich willig zuesoteren.

Die von damals sind jetzt aber meist etwas verschrumpelt, und die Bierbrüder von damals trinken immer noch Bier, vorausgesetzt, sie leben noch.

Es ist also Zeit für einen Neuanfang, denn sonst könnte man ja auf die Idee kommen, die ganze in Stinkwallkleider gehüllte Jasminteesauferei hätte gar nichts gebracht. Ein unerträglicher Gedanke.

Ich kann leider wenig helfen. Nicht nur, weil schon die damaligen Vorkämpferinnen mich als verhockten Mini-Macho oft nicht recht ernst nahmen, was mir, zugegeben, auch nicht selten ganz recht war, sondern weil ich wenig zielführenden Rats sicher weiß und auch schon erst recht nicht mehr als gute Hassprojektionsfläche taugen mag.

Ich versuche es, mit meinen bescheidenen Kräften, gleichwohl so gut als möglich. Schließlich zählt auch noch das kleinste Opfer.

Die keltisch-ätherische Esotererei ist zwar nicht vorbei, aber sie scheint ihren Zenit schon überschritten zu haben. Das neue Amazonentum schaffte es nicht einmal bis an eine moslemische frauenfeindliche Front. Es gelang noch nicht einmal, aus Jesus eine Jesa, aus Christus eine Christa zu machen.

Das, liebe EsoteranerInnen, sind schon bescheidene Ergebnisse. Das ist fast schon ein alarmierendes Zuwenig. Immer noch kein eindeutiges Gebärgebot für Männer. Knaben werden immer noch fast ausschließlich von Männern beschnitten und erstgelutscht. Die Diskriminierung hält gnadenlos an.

Nun, leider, ich weiß, Ihr mögt mich nicht, obwohl das ganz ungerecht ist, denn ich liebe Euch ja alle, weiß ich auch nicht mehr viel, dass wer Sinniges wahrzunehmen und zu wägen vermöchte, beizusteuern.

Ja, fürwahr: Dankbar ohnend!

Desso hohen Sinnes Ihr seiet, dass Ihr mich nicht einmal bettelnd annähmet!

O Hirn! O Lern! O Weib!

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2 Antworten zu “Vom neuen – weiblichen – Esoteren”

  1. Dude sagt:

    Köstlichst! :-)

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Ich kann mich vor Anfragen von App-Designern kaum noch retten…

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