War Hitler ein Grüner?

Ein hessischer FDP-Bundestagskandidat hat die Grünen ob ihres geforderten “Veggie-Tages” mit Nazivergleichen überzogen.

Das ist zwar nicht sonderlich originell, doch scheint es die Grünen mächtig zu ärgern. Schließlich haben sie ja Antideutschtum und damit Nazivergleiche in den Genen, während sie das Kriegstreiben vom Oberdeutschenhasser Fischer erst lernen mussten.

“Selber Nazis!” – möchte man da wohl gerne rufen. Nur, diesmal war die Gegenseite zuerst dran.

Die Grenzen politischer Auseinandersetzung seien hiermit überschritten, piepst man. Seit wann denn das? Haben die Grünen etwa ein Monopol auf anständige Nazi-Vergleiche?

Sie sollten das sogenannte Bundesverfassungsgericht anrufen und sich das höchstrichterlich bestätigen lassen, damit solche liberalen Volksverhetzer in eine Nachbarzelle Horst Mahlers verbracht werden können.

Immerhin könnten sie in Karlsruhe ins Feld führen, dass es in Deutschland nachweislich keine volks-, frauen- und kinderfeindlichere Partei gebe, als sie selbst. Nicht einmal die Piraten könnten da wirklich mithalten. Ein unerträglicher Skandal sei es, wenn die nachweislichsten aller Deutschenhasser sich Nazi-Vergleiche gefallen lassen müssten.

Schließlich werden derlei Vergleiche explizit untersagt, während der FDP-Mann wegen Verbotsirrtums zunächst freigesprochen wird. Ab da jedoch geht nichts mehr.

In der Nebensache ward verhandelt, ob man Araberfeinde als “Antisemiten” bezeichnen dürfe, oder ob dieser Begriff nur gegenüber Leuten lässig sei, die kein Geld fürs Ausheben von israelischen “Siedler”-Baugruben im Westjordanland spenden möchten. Die Entscheidung hiezu ist einstweilen vertagt. Ein sprachwissenschaftliches Gutachten soll Klärung bringen. Die Uni Köln, Vorreiter in Gleichstellungsfragen, ist beauftragt.

Der im Prozess federführende “Nichtmann” Erika Obsurdides-Kalimantour – sich Frau zu nennen, lehnt sie als sexistisch ab – argumentierte damit, dass Hitler, mit seinem Tierschutz und seinem Vegetarismus, lediglich perfide versucht habe, die Grüne Bewegung noch vor ihrem Entstehen zu unterwandern: Daran hänge sich der FDP-Nazi nun an.

Das Gericht beschied, dass Hitler in diesem Zusammenhang nicht wegen Volksverhetzung belangt werden könne, nicht nur, weil man seiner nicht mehr habhaft werden könne, er wahrscheinlich nicht mehr lebe, sondern auch, weil ihm, da keine beglaubigte Kopie eines Mitgliedsausweises der Grünen vorgelegt, “nach Ansicht des Gerichts keine vorsätzlichen, niederen Beweggründe in der Richtung, das Volk gegen die grüne Partei zu verhetzen, vorliegen, weshalb der Angeklagte nicht belangt werden kann.”

Man ist, selbstverständlich, empört. Jeder GrünIn hätte natürlich gerne Adolf Hitler als Urerzfeind bestätigt gesehen, und jetzt das. Hitler habe also gar nichts wider die Grünen getan. Ein kolossales Fehlurteil, welches das BVG sehr sinister erscheinen lässt.

Noch niederschmetternder: “Das Gericht vermag nicht generell, lediglich fallweise, zu entscheiden, gerade, da von Adolf Hitler keine glaubwürdigen Originalaussagen zur grünen Partei belegbar sind, ab wann Nazi-Vergleiche auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, hiemit lässig.” Aber, bzw. und: “Die offenkundige Tatsache, dass die grüne Partei das ganze deutsche Volk ausrotten will, alsomit in bester antifaschistischer Tradition steht, macht sie in der politischen Auseinandersetzung nicht automatisch sakrosankt. Der erklärte Ausrottungswille könnte auch ein reines Lippenbekenntnis sein, muss also auch in solch scharfer Weise hinterfragt werden dürfen.”

Jetzt sehen die Grünen ziemlich alt aus. Das  BVG hat erstmal gesprochen. So kurz vor der Wahl noch einen Ausrottungsvereidigungsparteitag abhalten, nein, davon lassen sich selbst die Scharfmacher unschwer abhalten. Zumal man ja nicht einmal weiß, ob sich das BVG von einem solchen Schritt entscheidend beeinflussen lassen ließe.

So tröstet man sich bei den Grünen einstweilen bei Tofu und Champagner damit, dass man immerhin nicht als NS-Wiedergängerpartei verboten wurde, den Nazis vom BVG wäre schließlich selbst auch noch das zuzutrauen gewesen, diesen faschistoiden Nachtwächtern.

Zweihundertzwanzig Prozent im Bundestag! – : Das ist die neue mutige Losung der “root-out-folks”. (Auf einen deutschen Begriff vermochte man sich nicht zu einigen, da zu unklar, zudem implizit im Verdachte des Verrats der guten Sache.)

Ein Sturm im Wasserglase also. Zeit, dass man als Grüner nicht nur rumpfitzt, sondern wieder einmal einen Angriffskrieg der alliierten Paten beklatscht.

 

— Anzeigen —


Tags: , ,

Eine Antwort hinterlassen