Konstantins Speichel-Alp

Konstantin war am Grunde seines Herzens wund. Er wusste, dass das mit Maike ziemlich schiefgelaufen war, und er wusste, dass er es beim Speichel nicht mehr sehr lange aushalten werde, bis dass er dann keine angemessene Lektion erteilt.

Im Schlafe saß er auf einmal an einem Konferenztisch, und alle sprachen ihn als Herr Chefredakteur an, und er wusste weder, was er verbrochen hatte, noch seinen Klarnamen, noch was er sagen sollte, als es um die von ihm vorgeschlagene grundsätzliche Redaktionsumbildung sowie strategische Neuausrichtung des Verlags ging. Maike brachte immerzu Kaffee. Fast alle tranken Milchkaffee. Ein Bier hätte notgetan. Nirgend ein Bier. Jetzt merkte Konstantin auch noch, dass man ihm ein ganz hinterlistiges Rauschmittel zugeführt haben musste, wahrscheinlich mit diesem Drecksaprikosensaft. Was ist das? – schoss es ihm durch den Kopf. Eine verdammt dreckige Mischung ist das. “Sie können mich alle…äh…Sie…!”, brüllte Konstantin im Schlafe, also dass er davon erwachte.

Das Bier war da, es war halb vier, und kühle es rann gar köstlich seine Kehl hinunt.

Tatsächlich, es sind gewissermaßen Untote, Vampire, und sie verabreichen unverschämt und ungefragt nicht leicht verträgliche Drogen. Was wirklich gespielt wird, dürfen sie sowieso, soweit sie es überhaupt wissen, nicht in ihre Gazette schreiben; etwas Abgedrehtes aber, das sie selbst abbildet, in dem sie sich deshalb noch besonders erlesen journalistisch auszuzeichnen gedenken, das möchte die Spur sein, auf die ich sie, nicht ohne Hinweis auf die Gefahren, aber auch die mögliche vorbildliche Katharsis, bringen könnte, ganz unverdächtig, als der Mann von außen, der zufällige Betriebsheilpraktiker.

Konstantin wusste aber immer noch nicht, wie verschärfen, erst beim zweiten Blonden kam er ein Stück weiter.

Irgendwas mit Channeling, und sei es nur als Ablenkungsmanöver, könnte nützlich sein. Freimaurersymbolik? Warum nicht. Mayas? Nee, Mayas sind durch. Tesla? Ist auch erstmal durch. MK-Ultra? Wellen-MK-Ultra, getestet auch an Speichel-Redakteuren?

Jaja, so langsam kam er ein Stück weiter. Man kann als Speichel-Redakteur auch irgendwann darauf kommen, dass man wissen will, weshalb man eigentlich so spinnt. Vielleicht kann man ja gar nichts dafür, ist nur Opfer einer dunklen manipulativen Macht.

Oh ja! –  : Jetzt hatte Konstantin eine zündende Idee.

Leider aber wurde ihm, beim dritten und letzten Blonden, bevor er sich friedlich schlafen legte, klar, dass er wohl noch ein paar Wochen Volontariat beim Speichel werde durchhalten müssen, es sei denn ein besonders günstiger Zufall träte ein, bis sein Streich recht angesetzt.

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http://unzensiert.zeitgeist-online.de/2013/08/07/konstantin-eulenspiegels-bisherige-fahrnisse/

 

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