Vom Strategeme des Übermächtigen (Gott-Strategem) (Nr. 50)

Das Strategem des Übermächtigen oder Gott-Strategem ist das Strategem, das in seiner Anwendung wohl mehr Unheil über die Menschheit gebracht hat, als irgendein anderes.

Der Mensch wird Untertan nicht nur unter einem Fürsten oder Reicheren, nein, da ist noch eine unerklärliche Übermacht. So ist er auf körperlicher wie geistiger Ebene ein Unterworfener.

Es ist das Strategem der Pfaffen und ganz großen Beutelschneider und Kriegshetzer.

Das Strategem wird aber auch wider jene angewandt. Oft von deren Möchtegernnachfolgern oder Agenten, dann scheinbar. Irgendein kosmisches Gesetz, also eine zumindest den Pfaffen und den großen Beutelschneidern nicht geheuere, entgegenerklärte Übermacht, so Widersacher, werde sie ihre Bubenstreiche schon noch spüren lassen.

Besonders effektiv sieht man es gerade wieder am Werke, indem es mit dem Strategem der Beleidigtheit und jenem der fremdverschuldeten Wut im Sinne der Beförderung des Islams eingesetzt wird.

Das Übermächtige unterwirft nämlich nicht nur auf der geistig-seelischen Ebene, sondern begründet auch in jenen, die daran glauben, einen Unantastbarkeitsanspruch, der schließlich auf die so gefangene Menschengruppe dergestalt zu übertragen ist, dass sie darin ihre Identität findet, indem die Gruppenmitglieder immer mehr individuelle Identität verlieren, die Gruppe, zumal entsprechend aufgepeitscht, möglicherweise bis zum Äußersten gehen wird, ihre Besonderheit jedenfalls immer aggressiver vertreten.

Das Gottstrategem kann sich aber ohne weiteres auch auf den Glauben an die unerklärliche Heilsamkeit bestimmter Mittel, Außerirdische, beliebiges unerklärlich Mächtige, nicht nur für Gruppen, sondern auch ganz einzeln angewendet, beziehen.

Das Gottstrategem ist mit dem Strategem des Schweigens (Nr. 49) kombiniert gewissermaßen das zweieige Zwillingsstrategem der Kirchen und der meisten Geheimbünde, die über gewöhnliche Kriminalität hinaus sich organisieren.

Es beruht in der Regel schlicht darauf, dass einer tatsächlich ein bisschen mehr weiß, oder dass er einen Popanz professionell aufbaut, oder dass irgendeine merkwürdige Erscheinung geschickt ausgenützt wird oder eine generiert und ausgenützt oder eine bereits vorhandene Heilige Geschichte geschickt umgedeutet.

Da die Menschen nicht so leicht etwas Höheres in sich selbst zu finden vermögen, als nur ihr wenig entwickeltes Selbst, gibt man ihnen einen scheinbaren Zugang zu einem Überselbste, als Torwächter aber, der zu bezahlen, schickt sie, indem sie so weiter zu ihrem Selbste vordringen zu können vermeinen, beliebig von da nach dort, von Krieg zu Sinn- und Wirtschaftskrise.

Dem Gottstrategem ist, selbst wenn als solches lange erkannt, vonseiten jenes, der ihm nicht unterliegen will, oft nur sehr schwer zu begegnen. Hier kommt ein Strategem zur Wirkung, dass seine starke Wirkung oft schon darausher bezieht, dass es so großflächig und immer wieder, über Jahrtausende, funktioniert hat.

Was macht also der Opponent?

Er kann erstens seinerseits mit dem Gottstrategem dagegenhalten. Er kann zweitens den Gott lächerlich machen. Er kann ihn ignorieren. Er kann es mit der Wissenschaft versuchen, historisch, psychologisch, sonstwie, das Strategem zu durchkreuzen. Er kann schließlich auch, das ist der Königsweg wider das Gottstrategem, wenn es bei Millionen oder Milliarden gewirkt hat, durch überlegenes Denken und die erhabenere Kunst die Falschheit des Strategemausführenden indirekt, aber umso nachhaltiger, endlich entdecken.

Ebenso, als Mensch der Tat, indem er in kritischen Momenten klar und besonnen, unbesoffen vom Gottstrategeme, die Führung übernimmt, ebenso ruhig zu bleiben weiß, wie er auch einen Feldschrei loslässt, laut und klar.

Ein Gegenstrategem, das auch zielführend sein kann, ist jenes der sophistischen Verwicklung; also, dass der Gottstrategemausübende in günstiger Lage in seine eigenen Wirrspiele geführt, er es zu lange nicht merkt, sich darein verstricken lässt und, vielleicht mit dem Strategem Nr. 49 des Schweigens verknüpft, zumindest geschwächt, einstweilen gehemmt wird.

Und: feine Rede, freies Lachen.

Jetzt nicht im Sinne der Lächerlichmachung des als übermächtig Behaupteten, sondern dann, wenn ein unmäßiger persönlicher Angriff seitens des Gottstrategemausübenden erfolgt; einfach im Sinne der Demonstration gelindester Selbstverteidigung, der Gelassenheit, der geistigen Überlegenheit.

Dawider erfand man natürlich nicht über lange, dass dem Opponenten der Teufel die Zunge führe. Umsicht ist also angesagt.

Zum Gottstrategeme wäre noch viel zu schreiben. Ich habe jetzt aber noch Ungöttliches zu tun. Ich mache das mal als Auftragsarbeit.

 

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